Donnerstag, 25. November 2010
T.I.A. (This is Africa) --> Out of Africa
-Es gibt Dinge die ueberall gleich waren: die Lehmhuettendoerfer und die Ziegeloefen, Mangobaeume, Baboons, viele, viele Kinder, Strassenstaende im Dreck, Muell und Schmutz ueberall, viele Kirchen, Zeugen Jehovas, Kuerbis, tolle Flechtfrisuren, zirpende Grillen, Schlagloecher und schlechte Strassen, Leute die am Strassenrand sitzen und gucken, Shaggyshops, Staub, Speedbumps, hoelzerne Strommasten, Jacarandabaeume, Ziegen und Rinder ueberall, Buschbraende, Kohleverkaeufer, Plastikmuell, Carwash, Sachen auf dem Kopf getragen, Welloblech als Daecher, Huetten und Zaeune, handgemalte Schilder, Werbung auf Mauern gemalt, Tischler am Strassenrand, Roadworks mit Stop an Go, Kreisverkehre, Schulkinder in Uniform, Babys auf dem Ruecken, Wasserpumpen, bewaffnete Security, alles was im Tourismus funktioniert ist von Weissen oder Indern gefuehrt, Waesche wird auf Bueschen getrocknet, ungesicherte Bahnuebergaenge, usw., usw...
-Aber auch grosse Unterschiede zwischen Sued und Ost: Zaeune bis Namibia und dann erst wieder ab Tansania, Fahrraeder in den ganz armen Laendern, Mopeds in den Reicheren, viele Sarggeschaefte in Malawi und Tanzania direkt am Strasenrand und bunte Saerge mit Guckfenster, Toiletten von "wow" bis unbenutzbar!, Asphalt auf den Strassen war auch nur ab und an gegeben, obwohl manche s.g. Dirtroad (also ohne Asphalt) besser war als die asphaltierten mit den riesigen Schlagloechern, Ampeln waren manchmal wochenlang nicht zu sehen. Die Menschen in Ostafrika sahen viel schmuddeliger aus und sind oefter in kaputten Klamotten rumgelaufen als im Sueden, Haeuser aus der Kolonialzeit verrotten im Osten vor sich hin, es wird wenig bis nichts Instandgesetzt.
- Mein Aufenthalt in Afrika war genau 3 Monate. Ich bin am 24.08. in Nuweiba mit der Faehre angekommen und am 24.11. in Nairobi wieder abgeflogen.
- Ich habe einen Bischhoff kennen gelernt und bin verhaftet worden.
- Ich habe ca. 25.000 KM auf afrikanischen Boden zurueck gelegt. Und das mit verschiedensten Verkehrsmitteln:
- zu Wasser: Faehre, Mokoro, Kajak, Kanu, Raftingboot, verschiedene Motorboote, Felluce und Katamaran
- zu Lande: Overlaendertruck, Mietwagen, Privatautos, oeffentliche Busse, Minibustaxis, Taxis, Zug, Tuck Tuck, Gelaendewagen, Safariwagen, Metro, Skytrain, zu Fuss und auf dem Pferd
- und in der Luft
- Ich habe 10 afrikanische Laender besucht und mir viel angesehen: Aegypten, Sued Africa, Namibia, Botswana, Zimbabwe, Zambia, Malawi, Tanzania, Kenya und Uganda.
- Habe mich meinen Aengsten gestellt und den Adrenalinrausch genossen beim Haitauchen, Bungeespringen, Canopy, Rafting und den Reit- und Walkingsafaris.
- Habe Safaris auf alle erdenklichen Arten gemacht: zu Fuss, per Boot, per Kanu, im Gelaendewagen, als Selbstfahrer im eigenen Auto, Truck, Bus, auf dem Pferd und per Flugzeug. Das ganze bei Tag und bei Nacht. Die Fahrradsafari ist ja leider wg. Regen ausgefallen.
- Ich habe so viele Tiere gesehen, dass ich nur ein paar davon hier aufzaehlen kann: Elefanten, Nashoerner, Bueffel, Hippos, Krokodile, Geier, Adler und viele weitere Voegel, Strausse, Warzenschweine, Hyaenen, Schakale, Mangusten, Loewen, Loeparden, Geparden und kleine Wildkatzen, Giraffen, Gorillas, Meerkatzen, Paviane, Zebras, jede Menge verschiedene Antilopen, Dick Dicks, dazu viele Babytiere, Schaedel, Skelette und Opfer die gerade gefressen wurden.
- Ich habe Hauptstaedte und kleinste Orte gesehen, bin mit verschiedensten Staemmen zusammen getroffen. z.B. San, Xhosa, Himba, Hereros, Pygmaeen, habe Doerfer besucht auf Sansibar, in Malawi, Sambia, Uganda und Namibia, habe viele Stammestaenze getanzt, bin in Clubs gewesen und habe am Lagerfeuer gesessen.
- Das Wetter war sehr unterschiedlich:Ich habe nachts geschwitzt und gefroren, bin im Schlamm und Regen versunken und fast vertrocknet. Kurz gesagt, es gibt kaum etwas, was ich nicht erlebt habe ;-)
- Die Landschaften waren von Wueste und Savanne ueber Harz aehnlich bis hin zu dichtestem Dschungel und Regenwald extrem verschieden.
- Unterkuenfte: Ich war habe die ekligsten Klos der Welt gesehen (und vor allem auch gerochen), habe von draussen, ueber Zelt bis hin zum Luxushotel ueberall geschlafen.
Es gab Dinge die mich schockiert haben, Andere die unglaublich schoen waren und einfach viele, viele wunderbare Eindruecke die ewig in meinem Herzen bleiben werden.
Alles in Allem war es eine aufregende und tolle Zeit in der ich ein bisschen tiefer in die afrikanische Seele schauen konnte als es einem Besucher normalerweise moeglich ist. Ich habe ein ordentliches Stueckchen von Afrika erlebt und bin nun bereit mich auf Asien zu stuerzen.
Bye bye Africa! Hello Asia!
Uganda: Rafting auf dem Nil
Es ist 6.45 Uhr und unser Taxi wartet um uns von Kampala nach Jinja zu bringen. Der Rafting- und Actionhauptstadt von Uganda. Wir fahren durch das morgendlich verschlafene Kampala und mir faellt auf, wie schoen es im goldenen Licht der Morgensonne eigentlich ist. Ohne die vielen Menschen, die Hektik und das Verkehrschaos. Richtig idyllisch. Aber bald geht der Tag los und zerrt alles wieder ins grelle Sonnenlicht und den trueben Smog.
Wir fahren fast 2 Stunden, durch schoene Landschaften und Urwaelder. Kurz vor 9 ueberqueren wir den Damm und sind da. Zuert gibt es ein leckeres Fruehstueck: selbstgemachte Pfannkuchen mit frischer, suesser Ananas. Dazu Tee und hartgekochte Eier.
Dann werden die Schwimmwesten und Helme verteilt. Wir sind nur zu 4. Das Luxemburger Paar, Estell aus Ungarn und ich. So langsam bin ich ganz schoen aufgeregt. Man koennte auch sagen ich hab Schiss. Aber ich wollte es ja unbedingt mal probieren. Wenn es bloss nicht im Wasser waere... ;-)
Dann geht es los. Der Anhaenger mit den beiden Booten steht schon bereit. Wir steigen hinten auf die offene Ladeflaeche des Lasters und los gehts. Es sind ca. 20 Minuten Fahrt bis zum Nil. Wir rumpeln ueber holprige Wege und muessen zum Teil aufstehen, weil es sitzend gar nicht geht. Am Ufer angekommen, werden rasch die Boote ausgeladen und wir bekommen eine letzte Sicherheitseinweisung. Dann gehts an Bord. Das erste Stueck, so sagt uns Brett (ja der wird wirklich so geschrieben) unser Raftingguide, ist ganz ruhig. Zum ueben. Und wenn die ersten Stromschnellen (Rapids) kommen, sind wir auf alles vorbereitet. Klingt ja erstmal beruhigend. Am Ufer steht eine Frau und waescht Waesche. Direkt neben ihr werden die Boote ins Wasser gelassen. Stoert sie gar nicht. Das sind die hier wohl gewohnt.
Wir ueben erstmal das paddeln, denn leider sind wir der Motor. Das Boot ist ganz schoen gross und schwer. Normalerweise passen da bis zu 12 Personen rein. Und Gleichschritt ist gar nicht so leicht. Aber wir schlagen uns recht gut und werden dafuer zur Belohnung ins Wasser geschubst. Naja, wir duerfen selber springen, aber ein "ich bleibe lieber an Bord" wird nicht akzeptiert. Es geht zur ersten Wasseruebung. Ins Boot gezogen werden und andere reinziehen. Das ist bei mir gleich mit den ersten blauen Flecken verbunden, aber klappt ganz gut. Man drueckt den jenigen mit seiner Schwimmweste ein bisschen nach unten und reisst ihn dann nach oben ins Boot. Mit ordentlich Schwung klappt das sogar mit erwachsenen Maennern. Ok, ich bin wieder an Bord, es kann los gehen. Dann kommt die Uebung wie wir von einem der Begleitkajaks gerettet werden. Einmal vorne dran festhalten und einmal hinten. OK, das klappt auch. Waehrend unserer Uebungen treiben wir langsam auf die ersten Stromschnellen zu. Aber Brett meint, die ersten waeren ganz harmlos. Sein Wort in Gottes Ohr...
Aber wir haben noch nicht alles geuebt. Nun gehts an flippen. Das ist wenn das Boot umschlaegt. Kann ja mal passieren. Die anderen haben vom Zambesi erzaehlt das es bei der einen Gruppe einmal umgekippt ist und bei der anderen gar nicht. das hatte mich eigentlich optimistisch gestimmt und ermutigt. Also gut, im ruhigen Wasser einmal ausprobieren wie das so ist mit dem Boot umzufallen. Wir setzen uns alle auf eine Seite und Brett schmeisst das Boot um. Ich klatsche ins Wasser, gehe unter und weiss nicht mehr wo oeben und unten ist. Die Schwimmweste treibt mich hoch, ich schnappe nach Luft und erwische eine Welle. Ueber mir ist das Boot. Doofes Gefuehl. Ich tauche ganz artig unter dem Boot vor und halte mich aussen am Rand fest bis ich wieder reingezogen werde. Das Paddel die ganze Zeit fest umklammert. Das war anstrengend und ich habe jetzt auch eigentlich schon genug vom Wasser. Nun sind wir soweit vorbereitet das es losgehen kann. Meine halb ernst gemeinte Frage ob ich vielleicht noch aussteigen koennte, wird nur belaechelt.
Es heisst: Team vorwaerts! Und wir paddeln mehr oder weniger im Gleichschritt auf die ersten Rapids zu. Die sind wirklich recht klein und sehen aus wie ein Jacuzzi. Das macht nicht mal mir Angst und wir schaukeln, ohne das Paddeln zu unterbrechen daruber. An dieser Stelle sei noch erwaehnt, fuer alle nicht Rafter, dass wir auf dem dicken Gummirand des Bootes sitzen, damit wir mit den Paddeln gut ins Wasser kommen. Zu unserer Sicherheit gibt es 2 Befehle: festhalten buecken! Das ist auf dem Rand sitzen bleiben und nur ins Boot ducken und festhalten ins Boot. Dann kauern wir uns auf den Boden, halten mit der einen Hand die Paddel fest und mit der anderen uns an der Leine die einmal aussen ums Boot geht. Also fuer meinen Geschmack nicht gerade sicher. Ich wuerde mich lieber mit beiden Haenden irgendwo drinnen festhalten, aber das ist nicht!
Dann vernehmen wir das Rauschen unserer ersten Stufe 3 Stromschnelle. Mir wird ein bisschen flau, aber da es bisher gut geklappt hat und sogar ein bisschen Spass gemacht hat bin ich guter Dinge. Brett erklaert uns jedes Mal vor der Rapid was genau auf uns zukommt und wie wir uns zu verhalten haben. Welche Befehle er geben wird und was wir machen muessen. OK, drei mal durchgesprochen, das sollte klappen. Dann erwaehnt er den Namen dieser Rapid: 50/50. Wieso? Weil man eine 50% Chance hat umzukippen... Na super. Da fuehle ich mich doch gleich viel besser! Aber er sagt es muss ja nicht sein und wir stuerzen uns voller Mut hinein. Vorwaerts Team! Paddeln, paddeln, paddeln, ducken festhalten. Ich halte mich genau an alle Anweisungen und wir rauschen in einen Strudel mit anschliessender Riesenwelle. Und genau diese Riesenwelle hebt uns hoch und schmeisst unser Boot um. Ich fliege ins Wasser, tauche unter, weiss nicht mehr wo oben und wo unten ist. Ich schnappe nach Luft und schlucke nur Wasser. Ich bin neben dem Boot, was nun verkehrt herum liegt und halte mich an der Leine fest. Wir treiben durch einen Kessel mit brodelndem Wasser. Ich versuche zu schwimmen, aber es geht nicht. Schlucke wieder Wasser. Wenn mich nicht gleich jemand rettet werde ich wohl loslassen muessen weil ich keine Kraft mehr habe. Es ist unglaublich anstrengend oben zu bleiben. Trotz Schwimmweste. das Boot schiebt mich immer weiter den Fluss runter, stoesst gegen mich. Ist riesig direkt hinter mir. Ich treibe auf das 2., das Rettungsboot zu. Bin zwischen den beiden Booten und werde endlich hochgezogen. Ich bin voellig am Ende und kann nicht mal aus eigener Kraft mithelfen, pumpe wie ein Maikaefer. Mein Gott. Ich dachte ich ertrinke. Was fuer ein Scheissgefuehl! Ich hoffe das passiert mir nie wieder.
Unsere Boote werden in einen ruhigeren Pool am Ufer getrieben. Es sind alle da, aber es haette mich nicht gewundert wenn jemand ertrunken waere. Die anderen gucken zwar noch ein bisschen geschockt, aber fangen bald wieder an zu laecheln: was fuer ein Spass! Hallo? Seid ihr verrueckt? denke ich. Jeder von uns hat ordentlich Wasser geschluckt und reichlich blaue Flecke abbekommen, aber ausser mir scheint das keinem was auszumachen....
Ich japse immer noch nach Luft als es schon in die naechste Stromschnelle ght. Wieder eine Kleine, die wir komplett durch paddeln. Es schaukelt ordentlich, aber alles geht gut. Dann folgt eine weitere Kleine und dann bereitet Brett uns auf unsere erste Grad 5 Rapid vor. Mein erstes Nahtoterlebnis ist gerade mal 15 Minuten her. Max. 20. Ich bin noch nicht wieder so weit. Mein Ueberlebensinstikt meldet sich verstaerkt als das Rauschen lauter wird. Die anderen freuen sich und ich frage besorgt wie gross denn unsere Chancen sind wieder zu kentern. Brett sagt es geht so, nicht so hoch wie bei der anderen und er ist hier noch nie geflippt. Na gut. Dann los. Wir paddeln auf ein weisses Getoese zu. Ganz wichtig ist hier, bis zum Befehl ins Boot festhalten! oben sitzen zu bleiben und kraeftig weiter zu paddeln. Sonst kann Brett die Richtung nicht richtig bestimmen und wir rauschen evtl. nicht an der vorgesehenen Stelle durch die Schnelle sondern in der Mitte wo sich alle Kraefte treffen. Und dann ist uns ein Flip sicher. Und genau das noechte ich ja auf keinen Fall! Also paddle ich was das Zeug haelt. Die anderen auch, aber wir sind nur zu 5., 3 Maedels und alle recht leicht. Unser Power reicht nicht und wir werden mitten in die staerkste Stroemung gezogen. Ich halte mich fest, aber es nuetzt nichts das Boot schlaegt wieder um. Dieses Mal bin ich unter dem Boot und komme nicht so leicht darunter hervor. Meine Kraefte schwinden schnell und ich schlucke viel Wasser. Huste, schnappe nach Luft und schlucke noch mehr Wasser. Endlich bin ich unter den Boot vor und haenge am Rand. ich habe mein Paddel verloren. Brett sitzt auf dem umgedrehten Boot und zieht mich hoch. ich zittere und huste. Mein Gott, wie koennen Menschen sich so einer Gefahr freiwillig aussetzen und das auch noch spassig finden? Ich begreife das nicht. Wir ziehen noch Tanja rauf und treiben in der Mitte der 2-teiligen Stromschnelle ans Ufer.
Wir klettern raus auf die glitschigen Steine und Brett und ein Helfer drehen das Boot wieder um. Ich huste immer noch. Wir klettern wieder rein ins Boot und werden den 2. Teil der Rapid nun nur zu 3. bewaeltigen. Das Adrenalin rauscht durch meinen Koerper und verleiht mir ungeahnte Kraefte. Wir schaffen es im 3. Anlauf die richtige Stroemung zu erwischen und kommen heile runter. Unten sammeln wir die anderen wieder ein, die an den Kajaks haengen. Dann ist Mittag. Wir ketten die beiden grossen Boote zusammen und lassen uns gemuetlich den Nil runter treiben. Es gint frische Ananas, lecker belegte Broetchen und Kuchen. Die Versorgung ist spitze und wir haben Hunger wie die Woelfe. Langsam entspanne ich mich wieder. Ich finde das alles nicht halb so spassig wie die anderen. Hab ich mich zu bloede angestellt? Oder bin ich nur eine Memme? Ich denke das haengt mit meinem Respekt vor Wasser zusammen. Wenn es nicht unbedingt sein muss, geh ich nicht rein. Das Haitauchen war ja auch viel schlimmer fuer mich, als der Bungeejump.
Wir treiben mehr als 20 Minten so dahin und die Sonne trocknet unsere Kleider. Es ist schoen. Ich koennte ewig so weiter machen. Aber nach dem Mittag erwarten uns noch 4 heftige Stromschnellen. Na super. Aussteigen geht immer noch nicht, also muss ich da wohl durch. Erstmal kommen wieder ein paar Kleine, das macht Spass. dann hoert man wieder das verdaechtige Rauschen. Ziemlich laut dieses Mal. Es handelt sich wieder um eine mehrteilige Rapid bei der wir erst kraeftig paddeln muessen, dann ducken, dann wieder paddeln, dann runter und dann nochmal paddeln und mit beiden Haenden festhalten beim Wasserfall. Wasserfall????? Oh jeh und ich dachte es koennte nicht mehr schlimmer werden. Mein Herz ist laengst in die Hose gerutscht, wenn es nicht sogar schon irgendwo im Nil schwimmt. Da ich keine andere Chance habe, laechle ich und bereite mich aufs Ertrinken vor.... Vor uns taucht ein flacher Wasserfall ueber die ganze Breite des Nils auf. 2x getrennt durch diverse Felsen. Na super. Wie sollen wir das denn machen? Und was sollen die vielen Steine da?
Wir paddeln alle nach Leibeskraeften. Ausserdem haben wir Verstaerkung aus dem Rettungsboot bekommen. Mit einem kraeftigen Paddler mehr klappt das ganze schon viel besser. Ich bin sehr froh darueber, denn ich hatte schon Angst dass wir noch 4x umkippen. Das haette ich nicht ueberlebt. Wir paddeln wie die Wilden auf die Rapid zu. Nur nicht zu frueh aufhoeren, das koennte die Richtung unguenstig veraendern. Aber auch nicht zu spaet, dann kann man sich nicht mehr richtig festhalten. Wir rauschen in die Mitte der Welle, runter festhalten! Ich ducke mich ins Boot und hoffe das es gut geht. Das Boot rauscht auf den Strudel mit anschliessender Riesenwelle zu. Ich weiss nicht ob ich die Augen zu machen soll oder lieber gucken wenn wir wieder umkippen. Aber das passiert immer so ploetzlich, dass man sich doch nicht drauf vorbereiten kann. Der Moment in dem man aus der Luft gewirbelt wird und nicht wieder richtig landet fuehlt sich eigentlich recht gleich an mit einer gut durchfahrenen Rapid, bis auf den Augenblick in dem man auf dem Wasser aufschlaegt und untertaucht.
Das Boot geht steil hoch und.... wieder runter. Wir sind nicht umgekippt. Wow, was fuer ein Glueck. Allerdings sind wir erst bei der Haelfte. Der Wasserfall kommt noch. Das war er naemlich noch gar nicht. Die Stroemung hat uns an einen kleinen Felsen getrieben, bei dem das Wasser voellig ruhig ist. Und hinter ihm liegt der Wasserfall. Kein grosser, vielleicht 3-4 Meter hoch, aber das reicht mir schon. Ich halte es fuer keine gute Idee dort mit einem Boot runter zu fahren. Also wieder paddeln und dann mit beiden Haenden festhalten. Wir fahren in Zeitlupe auf den Wasserfall zu, weil der Wasserstand so niedrig ist schrappen wir langsam ueber die Felsen. Es gab auch noch die Warnung dass es keine gute Idee ist hier aus dem Boot zu fallen. Ach wirklich? Wo ist das jemals eine gute Idee????
Wir treiben langsam auf die Kante zu und dann kippt das Boot nach vorn. Fuehlt sich an wie Achterbahn. Aber wir landen richtig und alles ist fein. Zum Glueck! Nur noch 3 fiese Rapids, dann habe ich es geschafft. Und ich bin mir zu diesem Zeitpunkt schon so sicher, dass das meine erste und letzte Raftingtour ist! Dann heisst es erstmal ordentlich paddeln. Es kommt ein sehr, sehr langes ruhiges Stueck. Zuerst gefaellt mir das, aber irgendwann koennen wir alle nicht mehr und kommen kaum noch voran. Das Rettungboot hat Ruder an denen ein Mann mit freiem Oberkoerper, wie aus Ebenholz geschnitzt, sitzt. Seine Muskeln glaenzen in der Sonne und auch Tom muss neidlos anerkennen, dass das ein verdammt trainierter Koerper ist. Ein schoener Anblick fuer uns Maedels.
Leider muessen wir selbst paddeln und ich bin schon fast froh als ich wieder dieses Rauschen der naechsten Stromschnelle hoere. Ich bin total erschoepft und will nur noch fertig werden. Es gibt wieder eine kurze Einweisung wie wir wann zu paddeln haben und los gehts. Wieder ein Grad 5, aber das klappt auch dieses Mal erstaunlich gut. Kurz danach ist schon die naechste, die auch gut klappt und dann folgt wieder ein langes flaches Stueck. Da wir alle recht fertig sind, nimmt uns der Ebenholzmann ins Schlepptau und rudert fuer beide Boote. Respekt! Er lacht nur und mein es sei kostenloses Gym. Recht hat er. Ich geniese die naechsten 20 Minuten in der Sonne und betrachte das Ufer. Ueberall stehen Menschen. Waschen sich, Waesche, Fahrraeder, Rinder. An den ersten Rapids standen auch Zuschauer, aber die habe ich kaum wahrgenommen, weil ich gerade mit Ueberleben beschaeftigt war. Und unseren Fotografen habe ich nur einmal richtig gesehen. Da bin ich gerade nach dem ersten Untergang wieder aufgetaucht. Muss wirklich ein tolles Bild sein. Ich bin gespannt. Leider koennten wir uns die CD noch nicht ansehen. Es ist also auch fuer mich eine Ueberraschung.
Dann geht es zur letzten Stromschnelle. Wieder eine mehrteilige. Und zwar eine richtig grosse. Da diese aber zu Anfang ein Grad 6 ist, wird der erste Teil am Ufer umlaufen. Ich wittere meine Chance und frage ob ich nicht ganz drum rum laufen koennte. In meinem Magen zieht sich alles zusammen bei dem Gedanken nochmal durch so eine Waschmaschine zu muessen und evtl. nochmal umzukippen und das ganze dann bei einer mehrteiligen Stromschnelle. Das geht fuer mich gar nicht. Rumlaufen geht zwar nicht, aber ich kann ins Rettungsboot wechseln. Das ist durch die Ruder stabiler und faehrt nicht durch die Mitte sonder "nur" durch die Rapids am Rand. Allerdings kippt es ab und zu auch um. Aber trotzdem finde ich diese Chance besser als nichts.
Wir paddeln mit grosser Anstrengung ans Ufer. Denn falls wir es nicht schaffen wuerden, wuerden wir die Rapid Grad 6 herunter rauschen, ohne Chance auf lenken und nicht flippen.... Und das wollte dann doch keiner. Wir muessen nur unser Paddel mitnehmen, klettern ein steiles Stueck Boeschung hoch. Der Boden ist gluehend heiss und wir versuchen so schnell wie moeglich in das naechste Steuckchen Schatten zu kommen, denn wir sind natuerlich barfuss. Auf der anderen Seite geht es wieder runter und wir koennen einen Blick auf das gesamte Specktakel werfen. NIE im Leben waere ich dort runter gefahren. Dagegen sieht der untere Teil richtig leicht aus. Trotzdem bleibe ich bei meiner Meinung im Rettungsboot zu fahren. Schliesslich sterben die Mutigsten oft zuerst und mir geht die ganze Zeit die Geschichte von dem Maedel das in Oesterreich beim raften ertrunken ist, nicht aus dem Kopf. Ich liebe mein Leben! Vor allem im Moment. da gehe ich lieber auf Nummer sicher.
Einziger Nachteil ist, dass das Rettungsboot natuerlich zuerst die Rapid runter muss. Sonst kann es die anderen im Zweifel ja nicht retten. Logisch. Als die Boote wieder ins Wasser gesetzt sind besteige ich das Rettungsboot und auf gehts. Damit ich auch meinen Spass habe, faehrt der Rettungsbootmann doch recht nah an die Strudel heran. Aber es besteht keine Gefahr zu kippen. Es schaukelt, ich werde pitschnass, aber alles geht gut. Bin ich froh! Nun kann ich mir die anderen in Ruhe anschauen. Sieht aus der Distanz gar nicht so schlimm aus. Aber sie treffen auch den richtigen Weg. Ein bisschen weiter rechts und es haette sie total zerrissen. Dort ist ein grosser Strudel der alles nach unten zieht und im Anschluss eine Riesenwelle. Also alles was man eigentlich nicht haben moechte.
Nun geht es noch einmal in ruhigen Wasser um die Kurve und die Fahrt ist vorbei. Bin ich froh! Am Ufer warten schon Kinder die die Boote hoch tragen. Wir muessen nur unsere Paddel und die Helme nehmen. Das ist gut. Das Ufer ist steil, aber es sind Stufen in den harten, heissen , roten Boden geschlagen. Die Sonne brennt und meine Fuesse gluehen. Ich weiss ja das ich immer so zarte Samtfuesschen habe, aber dass ich oben angekommen schon richtige Brandblasen unter den Fuessen hatte, hat sogar mich gewundert.
Oben stand dann der Laster mit unseren Rucksaecken, den Schuhen und vor allem kalten Getraenken. Auch wenn ich gegen Mittag dachte, dass ich nie wieder etwas trinken muss nach den 10 Litern Nil, hatte ich inzwischen Riesendurst. Es gab, wie sollte es anders sein, das oertliche Bier: Nil, aus 1/2 Literflaschen ;-)
Prost! Auf mein erstes und letztes Rafting und dass ich es ueberlebt habe!
Samstag, 20. November 2010
Uganda: Lunch bei King Kong
Meine Nacht war um 2:08 Uhr zuende. Da bin ich aufgewacht und konnte nicht mehr schlafen. Wahrscheinlich weil ich Angst hatte zu verschlafen. Man geht ja nicht alle Tage Berggorillas besuchen....
Wir rumpeln den steilen und schlechten UND sehr schmalen Feldweg am Lake Bunyonyi entlang. Nach einer Weile geht draussen die Sonne auf ueber dem See und die Nebelschwaden verziehen sich langsam. Es ist wunderschoen.
Unsere Fahrt in das Grenzgebiet von Uganda, Ruanda und der DRC (Congo) dauert 2.5 Std. Dann sind wir endlich da und muessen uns erstmal kurz hinter dem Jeep erleichtern. Dabei laufen uns natuerlich prompt 2 Ranger ueber den Weg....
Dann geht es zur Gorilla-Belehrung. Insgesamt sind wir 6 und ein Ranger nimmt unsere Personalien auf, prueft die Permits (500$ das Stueck) und erlaeutert uns nochmal die Regeln. Wir besuchen eine sehr grosse Familie, allerdings sind sie noch garnicht richtig an den Umgamg mit Menschen gewoehnt. Ich bin gespannt....
Dann, um 8.30 Uhr bekommt jeder einen grossen Stock, es wird allerdings offen gelassen ob als Waffe oder Stuetze, und es geht los. Erstmal den Weg gerade runter und dann in den Wald. Die ersten Meter sind ok, aber dann wird es recht schnell steil. Und anstrengend. Und das, wo ich seit Anfang des Jahres kaum noch Sport gemacht habe. Wir marschieren 1 Std. ohne grosse Unterbrechung Berg rauf und runter auf kleinen, lehmigen, rutschigen Trampelpfaden. Ich kann die Wege kaum erkennen und manchmal fuehren sie durch kleine Baeche oder dichtes Gebuesch. Es ist unverkennbar, wir sind mitten im Dschungel. Im Regenwald. Zum Glueck regnet es nicht. Es scheint sogar die Sonne und wir fangen recht schnell an zu schwitzen. Also Regenjacke aus, Fleecejacke aus, Langarmshirt aus. Und weiter gehts. Da der Wald daemmrig ist, ist er auch voller Viecher. Fliegen und Muecken und so weiter. Sehr unangenehm.
Uns begleiten 2 Ranger und ein Traeger. Irgendwie beruhigend. Der Traeger war fuer den amerikanischen Touristen, bzw. dessen Rucksack, das hier keine falsche Vorstellung entsteht. Ich habe tapfer alles selbst geschleppt. Und ich muss sagen, nach einer Stunde war ich echt schon an der Grenze meiner Leistungsfaehigkeit. Ich habe geschwitzt, mich hats ueberall gejuckt, ich hatte Durst und ich war fast zu schwach meine Fuesse auch noch ueber den naechsten umgefallenen Baumstamm zu heben, den metallischen Geschmack von voelliger Ueberanstrengung im Mund. Aber zum Glueck blieben wir stehen. Pause dachte ich, aber weit gefehlt. Der Ranger stellte uns zwei Tracker (Spurensucher) vor, die die Affenfamilie aufgespuehrt hatten. Dann kam die gute Nachricht: Wir finden sie. Denn das weiss man ja nie ganz sicher. Ist schliesslich kein Zoo. Und die Schlechte: noch 1-2 Std. Fussmarsch. In dem Moment war ich sicher innerhalb der naechsten 10 Minuten tot umzukippen. Ich war, glaube ich, noch nie in meinem Lebeb so fertig. Aber ich wollte ja unbedingt die Gorillas sehen. Davon habe ich seit wir in der Grundsachule den Film "Gorillas im Nebel" gesehen haben getraeumt.
Die Tracker wiesen dann einen gruenen, voellig bewachsenen Huegel rauf. Dort gehts lang. Allerdings war dort kein Weg. Und wenn ich schreibe kein Weg, dann heisst das im Regenwald hohe Baeume, dichtes Gebuesch, Gestruepp und absolut kein Durchkommen. Sowas habe ich bis dahin noch nicht erlebt. Aber gut. Die Tracker und die Ranger haben dann mit Macheten einen "Weg" fuer uns ins Unterholz geschlagen. Man hat beim laufen garnicht mehr den Boden beruehrt, sondern ist auf den Zweigen und Staengeln der Urwaldpflanzen gegangen. Obwohl, eigentlich mehr gerutscht. Ich weiss nicht wie oft ich hingefallen bin, weil ich einfach keinen Halt fand und nirgends wirklich hin treten konnte. Aber die Klamotten waren inzwischen sowieso schon rettungslos verschlammt, die Beine und Arme zerkratzt und voll Blauerflecken.
Und es ging munter weiter bergauf und -ab. Da ich ja innerlich nun schon tot war, wurde das weiterschleppen zu einem automatischen Ablauf, der nur einmal unterbrochen wurde, als ich mich beim fallen an einer Dornenranke festgehalten habe, die mir auch prompt 3 Finger ordentlich aufgerissen hat. Und die Dornen im Dschungel haben es in sich. Der Schmerz erreichte gerade seinen Hoehepunkt, weil ich natuerlich direkt mit der anderen Hand an einen stacheligen Farnstamm gegriffen hatte um nicht voellig abzurutschen, als es ploetzlich hiess: Wir sind da. Und dabei waren wir seit dem Abzweig ins Gebuesch erst 30 oder 40 Minuten gelaufen. Ich schaute mich gespannt um, konnte aber keinen King Kong entdecken.
Der Ranger wies in einen grossen Baum ca. 100 Meter vor uns. Und da sass der erste echte, riesige, schwarze Berggorilla auf einem Ast und hat Blaetter gefressen. Und er war richtig gut zu sehen. In dem Moment war alle Quaelerei vergessen und kamen fast die Traenen. Vor Freude und Erleichterung. Das war einfach ein unbeschreiblicher Augenblick fuer den allein sich schon alle Anstrengungen gelohnt hatten. Aber es wurde noch besser. Und anstrengender, aber das sei nur am Rande erwaehnt ;-)
Wir haben dann, an dieser Stelle eine letzte (und meiner Meinung nach auch erste) Pause gemacht, nochmal was trinken und dann wurden die Rucksaecke und Stoecke abgestellt und es ging nur noch mit der Kamera bewaffnet weiter. Ganz langsam den Huegel runter durchs Gestruepp. Die Ranger vorweg immer einen Weg suchend oder frei schlagend. So kamen wir dann nach kurzer Zeit zum ersten Gorilla der am Boden sass. Unbeschreiblich. Und so nah. Vielleicht 5-7 Meter. Ein Weibchen das es sich auf einem Nest aus Blaettern und Staengeln gemuetlich gemacht hatte. Wir haben uns alle vorsichtig heran geschlichen und sie beobachtet. Und natuerlich fotografiert wie die Wilden. Das hat die Gorilladame sich auch eine ganze Weile gefallen lassen, aber irgendwann hat sie sich dann ins Gebuesch verzogen. Dann hiess es fuer uns: weiter! Langsam den Huegel runter bis wir ein paar Meter weiter den naechsten Gorilla entdeckt haben. Wieder alles stehen bleiben, wenig bewegen, nicht abstuerzen. Was das Schwierigste an der ganzen Sache war, da man ueberhapt keinen Halt gefunden hat auf den Gestruepp. Wir sind so einige Male abgerutscht und auf dem Hintern gelandet. Und mit etwas Glueck auch nicht in den Dornen. Aber wer hat schon immer Glueck?
Aber all das war unwichtig. Wir waren mitten in einer grossen Berggorilla Familie. Das war einfach ein Traum. Ueberall im Gebuesch und in den Baumen hat es gewackelt und geraschelt. Hinter gedem Blaetterhaufen konnte jederzeit ein riesiger Gorilla auftauchen und direkt vor uns stehen. Die Nerven waren zum Zerreissen gespannt. Und die Freude war unbeschreiblich als sich eine Gorilladame direkt vor Tanjas und meinen Fuessen hingesetzt hat um zu fressen. Gut, eine Etage tiefer als wir, denn es war unglaublich steil, aber nicht mehr als 1 Meter weg! Wahnsinn! Unsere Besuchszeit, sie ist auf eine Stunde beschraenkt um die Affen nicht zu sehr zu stoeren, war leider viel zu schnell um. Aber es war eine sehr intensive und erlebnisreiche Stunde. Und eine Teure... ;-) Aber jeden Cent wert.
Der Rueckweg erwies sich als noch schwieriger. Zwar im Tal, aber im voellig undurchdinglichen Busch. Wir mussten oft stehen bleiben damit der Ranger einen kleinen Weg frei hacken konnte. Und ab dem Moment wo wir die Gorillas verlassen hatten, machte sich die totale Erschoepfung auch wieder bemerkbar. Ich war kaum noch in der Lage meine Fuesse mit den schweren Stiefeln zu heben. Ausserdem hatte ich mir Blasengelaufen vom vielen schraeg am Hang gehen. Ich bin nur noch automatisch marschiert und habe gehofft das es nicht gleich wieder einen Berg hochgeht. Das die den Weg ueberhaupt gefunden haben, war fuer mich ein Wunder. Es sah ueberall gleich aus und ich haette da nie wieder raus gefunden.... Und das alles ohne GPS. Respekt! Aber nach einer weiteren halben Stunde kamen wir wirklich wieder auf den Weg wo wir ins Gebuesch abgebogen waren. Der Porter war inzwischen auch schon mit unseren Rucksaecken dort angekommen.
Dann gabs erstmal Lunchpause. Jeder hatte das was er sich mitgebracht hat. Ich hatte Kekse eingepackt, war aber viel zu erschoepft um Hunger zu haben. Habe dann nur etwas getrunken und mich auf die ueber eine Stunde Rueckmarsch vorbereitet. Es ist wirklich erstaunlich, aber auf dem Rueckweg kam mir der kleine Pfad fast wie eine Autobahn vor. Naja, ist halt immer eine Frage der Gewoehnung. Und wir wissen ja alle: schlimmer geht immer! ;-) Obwohl ich fast wetten moechte das schlimmer als der totale Dschungel dort nicht mehr geht.
Nach fast 1.5 Std. sind wir dann muede aber gluecklich wieder auf den Parkplatz gestolpert. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn auf dem Rueckweg ist jeder von uns mehrmals gestolpert oder ausgerutscht und hingefallen. Vor Schwaeche.
Dann gab es vom Ranger noch eine Teilnehmerurkunde ueberreicht und dann sind wir zurueck in unser Minibus-Taxi und fast augenblicklich eingeschlafen. Gegen 16 Uhr waren wir wieder im Camp, aber fuer mich war der Tag eigentlich vorbei. Zu erschoepft. Konnte nicht mal schlafen sondern nur auf meiner Matte liegen und ab und zu ein bisschen lesen.
Das war der Bericht von einer der tollsten Sachen die ich je gemacht habe. Ich hoffe Ihr koennt es euch ein bisschen vorstellen. Aber ich habe ganz viele Fotos gemacht und auch kleine Filme. Die Speiucherkarten gehen morgen auf die Reise. Erst nach Tansania und dann ueber Luxemburg nach Deutschland. Ihr seht ich schaeue keine Muehen um Euch teilhaben zu lassen ;-)
Leider ist die Zeit schon wieder um, aber wie immer Fortsetzung folgt. Und die Geschichten von der Rutschpartie im Schlamm bzw. Strassengraben und meinem Rafting, was ich inzwischen ueberlebt habe, natuerlich auch. Nur so viel Vorab: Respekt an jeden der das macht. Ich fands ganz schoen krass und werde es bei dieser einen Erfahrung belassen.
Bis bald
Eure Lexi
Freitag, 19. November 2010
Kein Strom in Uganda
Aber ich berichte bald von den Gorillas, unserer Rutschfahrt im Schlamm und dem Lake Bunyonyi. Ist wirklich anstrengend hier. Ach ja und das Rafting was am 21.11. noch kommt. Meine letzte Herausforderung in Afrika. ;-)
Bis bald LG Lexi
Sonntag, 14. November 2010
Uganda: Kampala
Uganda ist aehnlich wie Kenya, nur noch gruener. Die Huetten und der Schmutz sind gleich und die Menschen sind auch sehr aehnlich. Kein vergleich mit dem suedlichen Afrika. Aber freundlich sind sie und winken gern am Strassenrand.
Kampala ist ein riesiges Dreckloch, aehnlich wie Nairobi, in dem man absolut nichts unternehmen kann. Erstens zu gefaehrlich und 2. sind die alten Koenigsgraeber, Weltkulturerbe, im Maerz abgebrannt und es wird sicher Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern sie wieder aufzubauen. Und das wars dann mit unserer Besichtigungstour.
Wir sind mit einem oeffentlichen Minibustaxi in die Stadt gefahren. Eine echtes Erlebnis, muss man aber nicht oefter haben. Es gibt 13 Plaetze und es fahren immer mind. 18 Leute mit. Es stinkt, ist eng und schutzig, aber billig. Ausserdem faehrt der Bus staendig ueber den Fussweg, soweit vorhanden, weil die Strassen so sehr mit riesigen Schlagloechern uebersaeht sind, das man dort eigentlich garnicht fahren kann.... Immerhin habe ich nun fuer 1,5 Std. Internet. Das ist schon mal was, auch wenn ich Stunden brauchen wurde um mal wieder alles auf Vordermann zu bringen.
Ausserdem moechte ich mal wieder allen ganz dolle danken, die so lieb meine Speicherkarten mitgenommen haben und nach Harzburg geschickt haben! DANKE, DANKE, DANKE! Das hilft mir wirklich unglaublich weiter und alle koennen die Bilder hier bewundern.
Das wars erstmal fuer heute. Ganz liebe Gruesse aus Uganda. Morgen geht es weiter Richtung Lake Buyonyi und dann zu dem Gorillas. Ich hoffe ich kann bald wieder berichten. Denn darauf freue ich mich unglaublich. Und raften gehe ich die Tage auch noch. Im Ursprung des Nils.... es bleibt also spannend.
Ganz liebe Gruesse in die kalte Zivilisation, und wenns Euch troestet, hier regnet es unglaublich viel!
Stay tuned
Lexi
Kenya: Nairobi, Masai Mara, Lake Nakuru und Naivasha
Vor 5 Tagen bin ich also in Kenya, Nairobi, angekommen. Die Grenze war wieder nicht mehr so schoen, aber es ging recht unproblematisch. Vorab kann ich (leider) schon sagen, dass mein 16 Jahre alter Eindruck von Kenya sich wieder bestaetigt hat. Es ist unglaublich schmutzig hier und die Mentalitaet der Leute ist auch nicht unbedingt geeignet um mit diesem Land jemals wirklich voran zu kommen. Ich dachte damlas es ist nur der Schock und die Exotik meiner 2. Fernreise ueberhaupt. Die Strassen sind noch schlechter, obwohl asphaltiert, es stinkt und die Menschen sitzen in primitiven Doerfern, oder, was ich sogar noch viel schlimmer finde, in vergammelten und verwahrlosten richtigen Haeuser, neben ihrem eigenen Abfall und Schutz. Und schauen einfach nur..... wie ueber all in Afrika, aber dazu spaeter mehr. Nairobi selbst ist ein grosses Moloch, es hat geregnet wie verrueckt und es ist nicht angeraten als Frau alleine raus zu gehen. Und natuerlich schon garnicht nach Einbruch der Dunkelheit. Das hat mich natuerlich nicht davon abgehalten zusammen mit Pilar ein paar Einkaeufe zu machen und ein bisschen rum zu gucken. Aber ganz ehrlich, man verpasst nichts...
Kommen wir zum erfreulichen Teil, der Natur. Die Nationalparks sind wunder schoen und die Tiere traumhaft. Wir haben in der Masai Mara 2 Pirschfahrten gemacht, eine morgens und eine Abends. Es ist gerade Regenzeit und somit alles sehr gruen. Ganz anders als in den Parks bisher. Die Tiere koennen sich etwas besser verstecken, aber es ist wunderschoen. Wir haben in der Masai Mara viele Katzen gesehen. Grosse Loewenrudel ( mehr als 16 Stueck mit Jungen), Geparden, sogar beim fressen, riesige Zebra- und Gnuherden, Antilopen jeder Art und Geier, auch beim fressen, Adler und natuerlich auch Elefanten, Bueffel und Giraffen. Ich kann mich ja niemals satt sehen an den Tieren. Es ist so schoen und mit meinem tollen Fernglas kann ich alles ganz genau beobachten. Leider hat meine Leih-Kamera mal wieder in den entscheidenden Momenten gestreikt und ich hoffe das ich 1. bald eine sehr gute Neue finde in Asien und 2. die Bilder von den anderen Mitreisenden bekommen kann.
By the way, auf dieser Tour sind wir nur zu 3. Ein sehr nettes Paar aus Luxemburg, Tanja und Tom sind noch dabei. Das macht natuerlich vieles leichter und ist auch sehr lustig. Nur bei den Ausfluegen haben wir manchmal ein Problem weil die Mindestteilnehmerzahl nicht erreicht wird.
Zurueck zur Safari, nach der Masai Mara ging es an den Lake Naivasha. Leider hat es deb ganzen Tag geregnet und die Strassen dorthin waren so unglaublich schlecht das wir fuer 150 KM Stunden unterwegs waren. Nachmittags sind wir ins Elsamere Conservation Center gefahren. Das ist das ehemalige Haus der Schriftstellerin Joy Adamson und ihres Mannes. Sie hat die Buecher ueber Elsa die Loewin geschrieben (z.B. Born free) und hier hat Elsa auch gelebt. Leider nur 5 Jahre.... Es gibt hier zuerst eine Dokumentation ueber die Adamsons zu sehen, dann ein kleines Museum und zum Schluss Teatime. Und die lohnt sich wirklich. Man sitzt im Anbau, mit Blick auf den See und hat eine unglaubliche Auswahl an selbstgebackenen Keksen und Kuchen und suessen Auflaeufen. Dazu heisser Kakao (mit echter Milch), Kaffee oder Tee. Und das alles fuer 5 $. Da kann man nicht meckern. Und der verregnate Nachmittag war auch gerettet. Denn nur im Zelt sitzen und warten ist ja auch kein Highlight.
Unsere Bootstour auf dem Lake haben wir dann am naechsten Morgen nachgeholt. Bleibt vielleicht noch zu erwaehnen das wir eine Bar im Camp hatten die sehr guten Rotwein ausgeschenkt hat. Das gab es auch schon lange nicht mehr und wir haben uns 2 Glaeschen vor dem Schlafengehen gegoennt.
Die Bootsfahr auf dem See war wunderschoen und am naechsten Morgen schien dann auch die Sonne. Wir haben die Fischer, Hippos, Bueffel und Giraffen am Ufer und viele Voegel wie Adler und Kormorane gesehen. Ausserdem gibt es unglaublich schoene Wasserlilien und Seerosen in lila.
Nach der Bootsfahrt ging es Richtung Lake Nakuru. Dieser nationalpark ist beruehmt fuer seine rosa Flamingos und die Nashoerner. Auf der Pirschafhrt haben wir dann auch reichlich davon gesehen. 10 White Rhinos und sogar 2 von den sehr scheuen und seltenen Blacks. Ausserdem wieder jede Menge Bueffel, ich glaube noch nie sooooo viele wie hier, Antilopen, Giraffen und so weiter. Allerdings keine Raubkatzen, aber das ist ja nicht schlimm. Jeder Park hat seine eigene Spaezialitaet. Hier hat die Kamera komplett gestreikt und ich konnte leider kein einziges Bild machen. Aber ich werde diese wunderbaren Eindruecke nie vergessen. Und kalt ist es hier, das werde ich auch nie vergessen ;-) schliesslich laufe ich vor der deutschen Kaelte davon.... und das eigentlich recht erfolgreich.
Das ist mein Bericht aus Kenya, denn nun geht es weiter Richtung Uganda zu den Gorillas! Ich freu mich riesig.
Bis bald
Lexi
Tanzania: Abenteuer in der Serengeti und im Ngorongoro Krater
Die Serengeti, von mir bewundert seit Kindertagen, lag direkt vor mir. Obwohl recht teuer, habe ich mir den 3-taegigen Ausflug nicht nehmen lassen.
Es ging morgens sehr frueh in Arusha los. Wir wurden in einem Minibus mit Aufstelldach abgeholt und sind dann, auf einer einigermassen ordentlichen Strasse zum grossen Grabenbruch gefahren. Das ist die Stelle in der Erdkruste die mitten in Afrika gerade (also seit Millionen von Jahren) auseinander reisst. Eine unglaubliche Landschaft mit krassen Abbruchkanten. Unten im "Tal" ist fruchtbare Ebene und viele Seen und Waelder mit Tieren. Am Rand gibt es viele ehemalige Vulkane und steile Haenge. Oben drauf so mache Luxuslodge, aber das ist leider bnicht meine Preisklasse. Ich bin dem zelten treu geblieben. Und das war dieses Mal ein echtes Abenteuer. Auf einem Campground ohne Zaun, wo nachts die Hyaehnen und Loewen ums Zelt schleichen und man ganz dolle hofft NICHT aufs Klo zu muessen.
Eine eiserne Regel auf den Campsafaris ist immer: Alles was ihr tagsueber sehr schleicht nachts um euer Zelt! Und das glaubt man eigentlich garnicht, denn da sind ja Loewen, Loeparden, Elefanten und so weiter. Aber es ist tatsaechlich so und kann ganz schoen beaengstigend sein. ;-) Gerade im Hinblick darauf, dass vor ein paar tagen in Zimbabwe in einem Camp ein Mann von einem Loewen gefressen wurde. Unter der Dusche! Aber unser Guide hat uns erklaert, dass das hier in Afrika oefter vorkommt und eben so ist. Da fuehlt man sich doch gleich viel besser! :-)
Am ersten Tag haben wir den Ngorongoro NP gegen Mittag erreicht und sind am Kraterrand langgefahren um in die Serengeti zu kommen. Das erlaubte uns schon mal einen ersten Blick. Atemberaubend schoen. Und hoch. 2500 Meter, daher ziemlich kalt. Auf dem Weg haben wir schon eine Elefantenherde direkt am Weg und Giraffen und andere kleine Tiere gesehen. Dann gabs Mittagspause in der Wildnis. Aber man muss gut aufpassen, denn die Tiere sind hier spezialisiert einem die Lunchbox zu pluendern. Man muss echt noch um sein Essen kaempfen hier ;-) Es gibt Raubvoegel die von hinten im Sturzflug ankommen um einem das Huehnerbein aus der hand zu reissen. Und manchmal nehmen sie den Finger gleich mit. Wir haben unser Essen allerdings alle verteidigen koennen, aber es war schon toll den Voegeln zuzusehen. Und Pilar hat einer sogar den Muell aus der Hand gerissen. Aber es gab eh keinen Muelleimer...
In der Serengeti angekommen ging es auch gleich auf eine mehrstuendige Pirschafhrt. Wunderbar, auch wenn ich dieses Wort hier inflationaer gebrauche. Wir haben tatsaechlich Loeparden gesehen, und das nicht zu knapp. 3 Stueck am ersten Tag und drei Weitere auf der Morgenpirsch. Und wir konnten sie richtig guit sehen. Nicht so wie der erste im hohen Grass. Einer hat sich sogar an eine Zebraherde rangeschlichen, aber offenbar war er nicht wirklich hungrig. Auch ein paar Loewinnen sind mitten durch eine Antilopenherde spaziert ohne wirklich zu jagen. Auf der einen Seite schade, denn ich haette es gern gesehen, aber auf der anderen tun mir auch die Beutetiere immer so leid.
Der Tierreichtum der Serengeti ist legendaer. Wir haben so viele gesehen, das man es nicht beschreiben kann. Riesige Gnu- und Zebraherden, Hippos, Krokodile, Giraffen, Elefanten, Geparden! Meine ersten Geparden und das gleich nach dem ersten Leopard. Ich bin noch immer begeistert. Das sind so schoene Tiere. So elegant und trotzdem so gefaehrlich. Genauso die Loewen. Sehen so lieb aus und irgendwie kuschlig.....
Ich habe uebrigens in Moskito Creek, auf dem Rueckweg, wieder einen ganzen Stapel Postkarten abgeschickt. Aber ich schaetze das kann dauern bis die ankommen. Das Postamt sah nicht besonders vertrauenserweckend aus. Und ausserdem ist es unglaublich schwer in Tansania Postkarten und Marken aufzutreiben. Aber das nur am Rande, bevor ich es wieder vergesse.
Die erste Nacht im offenen Camp war kalt, ohne jegliche Elektrezitaet und vom Geheul der Hyaehnen gepraegt. Und ich musste doch aufs Klo...... Lies sich nicht aufhalten, aber da Jonny auf dem Klo fast von einem riesigen Warzenschwein umgerannt worden war, habe ich es vorgezogen ganz in der Naehe des Zeltes zu bleiben. Und ich sage Euch man liegt eine ganze Weile wach und ueberlegt ob es wirklich so dingend ist..... ;-)
Am naechsten Morgen ging es schon ganz frueh auf Fruehpirsch. Diese war wieder von unglaublichen Eindruecken und ganz vielen Tiere, besonders Raubkatzen, gepraegt. Man sieht so viele Tierarten auf einem Fleck, das ist einfach Atemberaubend! Ausserdem konnten wir eine ganze Weile, obwohl es verboten ist, auf dem Dach sitzen. da hat man einen noch besseren Ausblick. Dann gab es Mittag im Camp. Danach fuhren wir, mit einer weiteren Pirschafhrt, zum Kratercamp. Das war noch offener und wilder und man hatte einen tollen Ausblick in die Landschaft. Und es war noch kaelter, aber meine Schlafsack mit dem Inlet (Danke an alle Beteiligten!!) haben sich sehr bewaehrt. Eine Fleecehose und ein Langarmshirt sind auch nicht zu verachten. Abends hat dann schon jeder sehr darauf geachtet nichts mehr zu trinken. Denn man haengt doch sehr an seinem bisschen Leben. :-)
Frueh am naechsten Morgen ging es dann in den Krater hinunter. Der soll ja angeblich ein noch groesseres Tierparadis sein. Das keonnen wir, wahrscheinlich als Einzige, nicht unbedingt bestaetigen. Wir haben einiges gesehen, das Highlight waren 2 maennliche, ausgewachsene Loewen, die gerade im Schlamm gejagt hatten und sich nun ganz nah am Weg ausgeruht haben. Vielleicht lag es auch daran, dass wir unbedingt ein Nashorn sehen wollten und unser Guide versucht hat eins fuer uns zu finden. Das hat er am Ende sogar mit 3 Stueck geschafft, allerdings waren die sehr weit weg und nur mit dem Fernglas gut zu erkennen. Aber fuer mich nicht so schlimm, denn ich habe ja schon viele gesehen auf meiner Dauersafari.
Mittagspause war, wieder von gefaehrlichen Voegeln begleitet, an einem See. Hier gab es auch wieder reichlich Hippos und bestimmt auch Krokodile. Dann ging es langsam den Krater wieder hoch und Richtung Arusha. Alles in allem ein sehr lohnenswerter Ausflug. Die Serengeti ist toll!
Und obwohl es meine x-te safari war, bin ich restlos begeistert! Und ich freue mich auch noch immer auf die verbleibenden 2.5 Wochen in Kenya und Uganda wo ich sicher noch viele Tiere sehen werde. Ich kann garnicht genug davon bekommen, denn jeder Park ist hier total anders.
Liebe Gruesse ins kalte Deutschland
Lexi aus der Savanne ;0)
Dienstag, 2. November 2010
Malawi: Lexi beim Medizinmann
Dann hiess es hinein in die gute Stube und auf Kokosmatten auf dem Boden Platz nehmen. Der Raum war klein und abgedunkelt. In der einen Ecke stehen zwei voellig Schweiss ueberstroemte Trommler. es ist unglaublich heiss und laut. Dann kommt der "Meister". Ich bin mir nicht sicher ob das nun eine riesige Touristenverarsche wird, oder ob das ganze echt ist. Inzwischen haben sich viele der Dorfbewohner mit in den Raum gedraengt. Aber so ehrfuerchtig wie die den guten mann alle anstarren ist das wohl echt. Ein kleines Kind scheint voellig hypnotisiert.
Vor uns steht ein Mann um die 60 wuerde ich sagen, aber man kann sich hier ganz schoen verschaetzen. Er traegt ein gruenes Kleid mit einem aufgenaehten roten Kreuz und eine entsprechende Muetze oder Haube. Um die Fussgelenke und die Huefte hat er einige Reihen Schellen aus alten Dosen gebunden, um den Hals eine Trillerpfeife und diverse Amulette. Rasterlocken sind obligatorisch hier. Die Trommler trommeln noch lauter, obwohl ich nicht dachte das das ueberhaupt noch geht und der WD beginnt zu stampfen und zu tanzen. Dazu blaest er wie verrueckt auf seiner Trillerpfeife. Wir schauen voellig fasziniert auf das Schauspiel was direkt vor unseren Augen stattfindet. Beim zweiten Tanz werden wir dann nacheinander aufgefordert mitzutanzen. Einzeln! Es gibt kein Entkommen. Und ich habe es wirklich versucht. Es wird Gestampft und mit den Hueften gewackelt. Dann haelt er ploetzlich inne und schreit mich an: HUUUU!!!!!! Ich bin voellig perplex aber er bedeutet mir es ihm gleich zu tun und der Tanz geht weiter. Nach endlos langen 5 Minuten darf ich mich wieder setzen. Nachdem jeder von uns seinen Teil getan hat, tanzt er noch einen weiteren Tanz alleine, bei dem er, zur Erheiterung aller anderen auffallend direkt seine Hueften vor meiner Nase kreisen lasst. Schaetze ich habe schon wieder einen Ehemann dazu gewonnen.....
Dann ist der Spuk ploetzlich zuende. Der Vorhang wird zur Seite geschoben und es wird hell in der Huette. Die Dorfbewohner verkruemeln sich und der WD zeigt uns noch ein paar seiner Medikamte und Wunderpulver fuer ewige Liebe, Glueck und Wohlstand. Und bevor die Frage kommt, NEIN, ich habe nichts gekauft :-) Aber ich habe ein bisschen von dem Glueckspulver probiert. Ich glaube es wirkt ;-)
Danach gehts raus und wir muessen wieder vor der Huette warten. Nun gibts die Zukunftsvorhersage. Einzeln werden wir reingerufen, muessen uns auf einen niedrigen Schemel dem WD gegenueber setzen und er beginnt zu prophezeihen. Sein Sekretaer uebersetzt das ganze dann ins englische. "Ich werde also 3 Kinder haben, 2 Maedchen und einen Jungen, mein Ehemann wird immer einen guten Job haben (klar, der ist ja Medizinmann..lach..) und auch ich bekomme einen tollen Job nach meiner Rueckkehr nach Deutschland. Meine Zeit in Afrika wird noch etwas dauern (stimmt 3 Wochen) und ich werde wieder nach Afrika kommen wenn ich alt bin." Dann bin ich entlassen und taumele wieder aus der Huette, wo die anderen mich schon neugierig erwarten. Also mit dieser Zukunft kann ich prima leben.
Bis bald und immer schoen Horoskope und Kaffeesatz lesen ;-)
Eure Lexi
Samstag, 30. Oktober 2010
Malawi: der Harz, Klamottenmarkt in Mzuzu, die Villagetour und die Bad Taste Party
ueber unsere leeren Flaschen, Chips und Kekse und bekommen auch die Reste von unserem mittags Picknick. Malawi ist eins der aermsten Laender Afrikas, aber hier leben mit die freundlichsten Menschen.
Undsere Tour fuehrt uns zuerst in den "Harz". Ja, es geht hoch in die Berge und sieht tatsaechlich ein bisschen so aus. Als dann die grossen Tannenwaelder anfangen, bin ich mir sicher: Wir fahren zu Heidi. Und das
in Afrika. Es wird auch merklich kuehler. Die Landschaft ist bergig und gruen. Unser Camp fuer 2 Naechte liegt ziemlich hoch und das Haus sieht aus wie irgendwo in Nordeuropa. das ganze erinnert mich sehr an die
Cameron Highlands in Malaysia. Es gibt sogar eine Sauna, und ich bin am ersten Abend ziemlich in Versuchung rein zu gehen. Aber die Erschoepfung ist groesser als der Frost. und das bei mir! Ich schlafe in
meiner Fleecehose und bin damit, und beiden Schlafsaecken gut bedient. Die optionale Wanderung am naechsten Tag lasse ich allerdings ausfallen und pflege ein bisschen meine Bauchkraempfe, die leider immer noch nicht ganz weg sind. Ein Plaetzchen unter einem rieseigen baum mit Blick auf einen Bergsee ist mein Domizil fuer den ganzen Tag. Es ist wunderbar und sehr erholsam. Ich schaffe es das schreckliche Danielle Steel-Buch zuende zu lesen und tausche es in der Lodge sofort gegen einen Thriller ein. Aber da ich mich ja noch immer sehr freue und am besten entspannen kann wenn ich deutsch lese, kann ich nicht so waehlerisch sein. Zum Glueck sind die Buch-Tausch-Boersen in jeden Camp recht gut sortiert und ein oder 2 deutsche Sachen finden sich fast immer. Allerdings moechte ich schon irgendwann auf englische Buecher umsteigen. Aber so lange ich noch nicht mus....lach....
Nach 2 Tagen Harz geht es weiter nach Kande Beach am Malawi-See. Ein Paradies am Strand. Blaues Wasser, soweit das Auge reicht. Am Horizont ist kein Land zu sehen.Wirklich ein riesiger See. Gelber Sandstrand und ein toller Campingplatz direkt am Wasser. Wie immer in Afrika, ist alles open air. Die Bar, die Rezeption, die Tische und Kochplaetze sowieso und auch die Klos und Duschen. Aber bei dem Wetter stoert das ja keinen weiter. Nur im "Harz" wars mir beim duschen ein bisschen zu kalt. Obwohl die schoenes warmes Wasser hatten. Das Wasser wird hier oft mit ganz altertuemlichen Holzoefen erhitzt. Sehr witzig. Grillgeruch liegt hier, auch wg. der Buschbraende, sowieso staendig in der Luft. Bisher musste ich eigentlich noch nie kalt duschen in Afrika. Aber es ist auch noch nirgendwo jemand auf die Idee gekommen das Wasser in schwarzen Tanks mit der Sonne zu erhitzen. Ausserdem war der Abend, den wir im Lodgehaus am
Kamin verbrachten sehr gesellig und schoen warm. Wer hatte gedacht dass ich mich auch hier ueber einen Kamin so freuen kann.
Auf dem Weg zum Strand halten wir kurz in Mzuzu. Einer richtigen Stadt. Zuerst versuchen wir am Geldautomaten Geld zu holen. Leider geht der nicht. Entweder leer, oder Stromausfall oder was auch immer. Aber man sagt uns: T.I.A. (this is africa). Damit muss man hier leben. Und das koennen wir auch recht gut, denn wir sind alle schon eine Weile in Afrika unterwegs. Also gehts in den Supermarkt (mit Stromausfall) zum
einkaufen im dunkeln. Mir dreht sich allerdings der Magen um, weil es schrecklich nach verwestem Fleisch riecht. Zum Glueck hat das keinen Einfluss auf die fest verschlossenen Wasserflaschen. Ausserdem kaufen
wir noch Alkohol und Saft fuer unsere Party. Danach gehts zum oertlichen Markt. Hier sind wir mit dem Auftrag unterwegs fuer 5 Dollar gebrauchte, schreckliche Klamotten zu kaufen. Jeder hat vorher einen Namen gezogen, den er fuer unsere Kostuemparty einkleiden muss. Der Markt besteht aus vielen Holzhuetten und sieht auf den ersten Blick ein bisschen nach Township aus. Allerdings sind das alles "Geschaefte" und ueberall werden tatsaechlich gebrauchte Kleider aus Europa angeboten. In grossen Wuehlhaufen. Und sooooo haesslich, das es einem nicht schwer faellt etwas wirklich gruseliges zu finden. Die Groessen mussen allerdings
geschaetzt werden. Es gibt Tonnen von Negligés in Uebergroessen und mit Leoprint. Man moechte sich gar nicht vorstellen wer das mal getragen hat..... Unser 2. und 3. Versuch etwas am Geldautomaten ( ich werde sie zukuenftig nur noch ATM nennen) zu bekommen ist auch gescheitert. Einer kaputt und am einzig funktionierenden eine Schlage, die man sich kaum vorstellen kann. Und da wir nur eine Stunde Zeit haben fuer den Markt muss es eben auch mit Dollar gehen. Man muss nur den Kurs kennen um nicht voellig ueber den Tisch gezogen zu werden. Ich erstehe fuer Jenny ein paar Plateau-Leoparden-Stiefel, eine Tiger-Boxershorts aus Satin und ein Leo-Top. Dann gehts weiter in den Wirren des Marktes eine Sonnenbrille (ich hab ja leider immer noch keine bekommen) und Obst finden. Es gibt Sonnenbrillen, die sind auch billig, allerdings kann man
sie nur mit Kwatcha bezahlen und die hat ja niemand aus unserer Gruppe! Mist! Obst gibts auch gegen Dollar. Wir kaufen 5 Mangos, ein Kilo Bananen und eine riesige Papaya fuer insgesamt 2 Dollar. Die Verkaeufer sind zufrienden und wir auch. Das ist allerdings, bis auf ein paar total olle Orangen, die wir auch noch versehentlich fuer Limetten gehalten hatten, und "Custardapples" (ich weiss noch nicht genau was das fuer Fruechte sind und wie man die isst) alles was es ueberhaupt zur Auswahl gibt. Und da denkt man immer in den tropischen Laendern muesste es Obst ohne Ende geben. Denn wachsen tut hier fast alles. Aber vielleicht baut das auch jeden fuer sich selbst an und es lohnt sich kaum es zu verkaufen. Auf dem Markt gibt es ausser Kleidung und Obst auch noch verschiedenste Haushaltsgeraete (natuerlich alle manuell) und Musik zu kaufen. Ich haette gern noch eine weitere Stunde gestoebert, aber ich habe kein Geld mehr und wir muesen zurueck. Meine Dollar-Vorraete neigen sich dem Ende zu. Ich habe werder hier noch in Zimbabwe damit gerechnet dass ich keine oertliche Waehrung bekommen kann.
Nachmittags ging es dann vom Camp aus auf die Villagetour. Ein Besuch im Dorf Kande. Sobald wir das Tor vom Camp passierten, stuerzten sich die Einheimischen, die davor gewartet hatten das jemand raus kommt, wie die Fliegen auf uns. Personal Guides (PG). Ich habe ja im Nahen Osten gelernt sowas zu ignorieren, aber hier faellt mir das wirklich schwer. Natuerlich will jeder was verkaufen und 1000 Fragen stellen. Ausserdem
moechten sie alle Englisch ueben. Also wandert jeder von uns von 1-2 "Guides" begleitet in Richtung Dorf, hinter unserem "richtigen" Guide her. An der Wasserpumpe gibts dann die erste Erlaeuterung und die PG ziehen sich vorerst zurueck. Eine echte Erholung. Aber nicht lange, denn sobald es weiter geht sind sie wieder da. Wir besichtigen das Haus unseres Guides, dann geht es zur Schule und zum Krankenhaus. Ueberall werden wir freundlich begruesst und neugierig angestarrt. Sooo viele Touristen gibt es hier offenbar nicht, obwohl Kande wegen seines schoenen Strands doch schon ein Hauptziel der Overlander ist. Aber der Campingplatz aehnelt eher einem Hippiecamp und zelten ist ja auch nicht jedermans Sache.
Bis bald
Lexi
Mittwoch, 27. Oktober 2010
Sambia: Willkommen im wahren Afrika
Los ging die Reise um 6:45 Uhr in Vic Falls. Ich bin jetzt mit meiner neuen Gruppe unterwegs. Wieder gemischt altersmaessig, aber alle echt nett. Ich habe noch in der Nacht, nachdem ich mit den Leuten aus meiner letzten Gruppe noch mal im Shoestring war um Abschied zu feiern, meine Taschen gepackt. Jetzt, ohne Zelt (an dieser Stelle dickes DANKE an Shirley!) habe ich eigentlich gedacht alles geht in den grossen
Rucksack, aber ist leider immer noch nicht so. Obwohl es ja auch weniger Klamotten geworden sind. Oh noch eine Anmerkung an dieser Stelle: Diana, ich habe das Travelkleid an unserem Gruppenabend im
Nobelrestaurant getragen. Sehr passend. Leider ist es nicht wirklich knitterfrei ...lach... aber mich hat sowas ja noch nie gestoert. Es sah trotzdem schick aus und war, kombiniert mit einem langen Schal und Flip
Flops ein echter Hingucker. Danke!
So, zurueck zur Reise. Ich bin also in Vic Falls puenktlich gewesen, und hatte sogar noch Zeit zum fruehstuecken bevor es los ging. Ich bevorzuge ja hier in Afrika englisches Fruehstueck. Allerdings ohne Potatos. Das ist selbst mir zu viel. Aber die Alternative ist immer healthy breakfast und das ist muesli oder Kornflakes mit Joghurt. Ist ja morgens nicht so meins. Der Truck dieses mal heisst "Frankie" (liebe Gruesse an Frankie in Beuchte ;-)). Hatte ich schon erwaehnt das die Trucks hier Namen haben? Der letzte hiess "Marilyn" und war eindeutig ein neueres und besseres Modell als Frankie, aber das merkt man erst wenn man es nicht mehr hat. Wie immer im Leben. Ich kann aber durchaus verstehen dass sie die aeltesten Trucks nehmen um durch Ostafrika zu fahren. Gestern, auf der Strasse nach South Luangwa sind wir so durchgeschuettelt worden, dass ich noch immer nicht weiss, ob meine Knochen jetzt locker geschuettelt
in der richtigen Reihenfolge sind, oder ob ich jetzt total falsch sortiert bin. Heut tut auf jeden Fall alles weh. Aber es ist sicher auch noch genuegend davon boeser Muskelkater von meiner Reitsafari. Dazu aber spaeter mehr.
Die Grenze war dieses Mal ganz einfach. Nur 50$ bezahlen und dann gabs den Stempel. Die halten hier in Sambia zum Glueck nichts von komplizierten Einreiseformularen. Es ging also ueber die schoene Stahlbruecke die Zimbabwe und Sambia verbindet. Ein letzter Blick auf die Vic Falls und weiter Richtung Livingston. Hier haben wir nur kurz zum Geld holen und Getraenke kaufen angehalten. Livingston ist allerdings auch weder besonders aufregend noch besonders gross. Und mein Versuch eine neue Sonnenbrille, die alte hat die Reitsafari nicht ueberlebt, zu kaufen scheiterte am Preis. Alles Fakes, schlechte Qualitaet und teuer! Ueberhaupt ist ganz Afrika bisher viel teurer als ich dachte. Aber das nur am Rande. Weiter ging es 560 KM ueber schlechte Strassen nach Lusaka, der Hauptstadt. Hier haben wir dann einen Grosseinkauf fuer unsere naechsten Campingtage gemacht. Sambia ist das Land der Strassen-Bubsies (Bodenwellen zur Geschwindigkeitsreduzierung). Die sind an jeden Ortseingang und -ausgang, vor allen Schulen und
wichtigen Gebaeuden und ausserdem noch willkuerlich zwischendurch. Und das rumpelt mit dem grossen Truck ganz schoen heftig. Doerfer sind hier alle Nase lang an der Strasse. Das Land ist viel dichter besiedelt als die bisherigen. Ueberall stehen Huetten aus Lehmziegeln oder Stroh. Die sind hier rechteckig und nicht mehr rund. Zumindest im Sueden. Dafuer ist die Umgebung sehr gruen, d.h. die Baeume und Buesche haben Blaetter. Der Boden ist wie immer. Karg, gelbes Grass, gelegentliche Buschbraende. Noch ein grosser Unterschied sind die Radfahrer. Worueber wir schon in Sued Afrika philosophierten, hier hat es endlich mal jemand umgesetzt und die ganze maennliche Bevoelkerung ist mit dem Radel unterwegs.
Ich sitze gerade auf einer Liege am kleinen Pool auf dem Wildlife Campground, mit Blick auf ein halb ausgetrocknetes Flussbett und beschuetze meine Sachen vor den Samtaeffchen die hier ueberall rumlaufen
und den zahmen Mangusten, die allerdings beissen. Fotos sind schon gemacht ;-) Unten marschieren gerade ein paar Impalas zum trinken. Es ist herrlich. Und wir haben ca. 38 Grad im Schatten. Absolut mein
Wetter. Heute Nachmittag geht es in ein Dorf zum besichtigen und auf den Markt, aber ich bin ziemlich sicher das ich lieber hier bleibe, auch wenn mir gestern alle nochmal versichert haben dass das nicht wieder wie
der Himba-Menschen-Zoo sein wird. Ich beobachte lieber die Tiere am Wasserloch.
Das Lokale Bier hier heist Mosi Lager und die Polizisten sind hier wieder bewaffnet, aber daran habe ich mich im Nahen Ostern ja schon gewoehnt. War mir gar nicht aufgefallen dass es in den letzten Laendern gar nicht so war. Es ist ziemlich dreckig hier. Viel Plastikmuell liegt an den Strassenraendern, aber das scheint niemanden zu stoeren. In den kleinen Doerfern ueberall stehen lustige, kleine Blechbuden am Strassenrand, in
denen die wichtigsten Geschaefte untergebracht sind: Handy-Simkarten-Shops ;-,) denn ein Handy hat hier offenbar jeder. Nur mein gutes altes O2 scheint mich verlassen zu haben.Habe seit Zimbabwe kein Netz mehr.
Lusaka erinnert mich an Mombassa. Gross, schmutzig und echt dritte Welt. Fotos machen ist auch schwierig hier, denn die Menschen moegen, verstaendlicher Weise, nicht fotografiert werden ohne zu fragen, aber
freie Landschaft ohne Menschen ist rar. Unser Camp ist 18 KM ausserhalb von Lusaka und es geht fuer mich weiter mit zelten. Die drei Naechte im Backpackers in Vic Falls, in einem richtigen Bett, waren der reine Luxus ;-) Auch den naechsten tag verbringen wir fast vollstaendig im Truck auf unserem Weg zum South Luangwa NP stoppen wir nach 8 Std. Fahrt in Chipata. Eine kleine Stadt wie Livingston. Auch hier wird nur
uebernachtet. Wir sind nur noch 180 Km von userem Ziel entfernt, allerdings sind diese 180 KM die schlechteste Strasse in ganz Afrika laut Aussage unseres Fahrers. Da die Strassen schon schlecht sind, kann
ich mir das gar nicht richtig vorstellen. Aber ich sollte eines besseren belehrt werden.
Gestern sind wir also 180 KM ueber eine Erdpiste gerumpelt, die die Bezeichnung Strasse eben so wenig verdient, wie ein Landstreicher die Anrede "eure koenigliche Hoheit" und die jedes normale Auto innerhalb
von Minuten in seine Bestandteile zerlegt.
Es ist wie Breakdancer fahren, nur dass es nicht aufhoert und man dabei sogar noch voran kommt. Die beste Moeglichkeit zu ueberleben ist wie ein nasser Sack im Sitz zu haengen und dem Gerumpel moeglicht keine Koerperspannung und keinen Widerstand entgegen zu bringen. Wir hoppeln an Lehmhuetten mit vielen
winkenden Kindern vorbei und Schildern die Joe, unseren Fahrer, zum "slow down" auffordern und "Roadworks ahead" ankuendigen. Ach was..... ist uns noch gar nicht aufgefallen und schnell fahren ist hier sowieso nicht moeglich. Wir schaffen gerade mal so 30 KM in der Stunde. Und dabei fuehlt es sich schon so an als ob Joe rast wie ein Irrer und ich nun jeden Wettbewerb im "Sitz-Hochsprung" gewinnen kann.
Aber die Fahrt hat sich gelohnt. Wir zelten in einem Camp ohne Zaun zum National Park South Luangwa. Direkt am Steilufer eines halb ausgetrockneten Flusses. Natuerlich hoffen wir spaeter am Abend die
Tiere unten beim trinken beobachten zu koennen. Man hat auch einen wunderbaren Blick dort hinunter aus der offenen Bar und sogar von dem kleinen Pool aus. Wir werden auch gleich vor Hippos und Loewen im Camp gewarnt und die riesigen Fussabdrueck im festgetrockneten Schlamm neben dem Waschraum sprechen eine deutliche Sprache... Wild, wild Africa eben ;-) Gut das die Schlange (wenn auch ungiftig) im Maenner-Waschraum war.
Nach dem Zeltaufbau ging es dann auch gleich auf Safari. In 2 grossen komplett offenen Gelaendewagen ging es fuer 4,5 Stunden in den Busch. Auf dem Hinweg haben wir gleich eine grosse Gruppe Elefanten, Hippos und Krokodile gesehen. In den 2 Std. bis zum Sundowner gab es noch viele weitere Tiere wie Wasserboecke, Impalas, Giraffen, Warzenschweine und Affen aus naechster Naehe zu bestaunen. Zum Sonnenuntergang gabs dann ein schoenes kuehles Cider am Fluss mit Blick auf badende Elefanten.
Danach kam der noch spannendere Teil: die Nachtsafari. Man hoert Geraeusche im Busch die man nicht richtig einordnen kann und es ist schon krass ploetzlich neben einem Elefanten zu stehen der aus dem
Dunkeln auftaucht. Auch gab es nun die Loewen, Hyaenen, kleine Wildkatzen, eine Eule, wieder einen besonderen afrikanischen Hasen und zu unser aller groesster Freude einen Leopaden zu sehen. Nun habe ich
die BIG FIVE (Loewe, Bueffel, Nashorn, Elefant und eben der Leopard) endlich alle gesehen!!! Zwar nur kurz und im hohen Gras, aber immerhin. Wenn man bedenkt das ich jetzt seit ca. 7 Wochen in Afrika und auf
Safari bin, ein echt seltener Anblick. Dann haben wir den Abend nach einem leckeren Essen am Lagerfeuer an der Bar ausklingen lassen.
Heute habe ich einen gaaanz faulen Tag am Pool mit schreiben und lesen und schlafen verbracht. So langsam machen sich die Anstrengungen der bisherigen Reise doch bemerkbar. Aber ich freue mich schon sehr auf
Thailand und Australien, wo ich dann viel mehr Zeit an einem Ort verbringen werde. Abends haben wir in der Bar dann noch fast Besuch von einem Hippo bekommen das sich bis 30 Meter heran gewagt hatte. Da kam
dann auch schon der Sicherheitsmann vom Camp um es im Auge zu behalten. Das war wirklich spannend. Zum Sonnenuntergang haben wir mit kuehlem Cider und Fernglas die Flussebene im Auge behalten und einige Tiere zu Gesicht bekommen. Bleibt bei dem Camp noch zu erwaehnen, dass es nicht so sehr angeraten war nachts aufs Klo zu muessen. Alles in allem ein lohnensweter Abstecher.
Morgen geht es dann die 180 Km Rumpelstrasse zurueck und weiter nach
Malawi. Dem 10.Land meiner bisherigen Reise!
Stay tuned ;-)
Lexi
Dienstag, 19. Oktober 2010
Zimbabwe: Abenteuer zu Pferde oder die Reitsafari
Heute morgen bin ich um 4.30 Uhr aufgestanden. Und das nach dem lustigen Barabend gestern der bis Mitternacht ging. Aber ich habe mich auf eine Reitsafari begeben. Ein ganz neues Abenteuer, da man als Reiter im Busch als Tier wargenommen wird, und somit ganz anders an das Wild herankommt.
Um 5 Uhr wurde ich, noch im Dunkeln, abgeholt und nach einer kurzen Fahrt, der Einweisung und Pferdezuteilung ging es um Punkt 6 Uhr mit dem ersten Tageslicht los in den Busch. Wir waren 5 Maedels und 3 Guides, denn nach einer Weile sollte ich mit einem Guide alleine weiter reiten, da ich mir ja das 4 Stunden-Vergnuegen gegoennt hatte. Und ich wollte sogar die Ganztagestour machen, zum Glueck fand die mangels Teilnehmern nicht statt, aber dazu spaeter.
Die Pferde hier sind riesig, das war mir ja auch bei den Katzen schon aufgefallen. Aber wenn man mit Elefanten und Loewen konkurrieren muss ist das wahrscheinlich so. Von der Farm ging es dann gleich in den Busch. So ca. 2 - 3 Meter hohes Gestruepp und kleine Baeume. Und Pferde kennen da keine Gnade. Nach wenigen Minuten waren meine Beine, durch die lange Hose, schon total zerkratzt, mein eines Hosenbein hatte ein Loch und die Bluse war auch nicht mehr ganz taufrisch. Aber ich hatte es ja nicht anders gewollt. Wir sind zuerst zu den bahnschienen geritten, wo eine grosse Gruppe Paviane gemuetlich auf den Gleisen sass. Dann passierten wir eine Warzenschweinfamilie und es ging weiter entlang der Gleise. Hier hiess es dann erstmal anhalten, denn eine Gruppe von 7 riesigen Elefanten marschierte gemuetlich ueber die Gleise. Nun kann ich mir auch vorstellen wie Unfaelle zuwischen Zuegen und Elefanten passieren koennen.....
Hier ist das ganze Wildlife so normal und gehoert zum Alltag. Es gibt kaum Zaeune und die Elefanten laufen hier auch nachts durch den Ort um die Obstbaeume zu pluendern. Hier sollte man also nachts auch nicht raus gehen, aber aus anderen Gruenden als in S.A. Das ganze ist zwar Nationalpark, aber der geht einfach so los. Ohne Tor und ohne Zaun..... unvorstellbar. Ich kam mir schrecklich klein vor auf meinem Riesenpferd, so dicht neben Elefanten. Und ein bisschen Angst hatte ich auch. Hier sind die Tiere nicht so an Touristen gewoehnt wie im Etosha. Aber es ist atemberaubend schoen. Und unser Guide hat uns ja auch erklaert was man im falle eines "Crazy Animal" macht: fluechten! Aber er sei ja dabei und sage uns schon wann es gefaehrlich wuerde.
Weiter ging es durch den Busch. Inzwisschen tat mir schon alles weh, weil ich es absolut nicht gewohnt bin. Aber ich hatte ja noch ueber 3 Std. vor mir. Wir haben noch verschiedene Antilopen gesehen und ein Warzenschwein das einen Konkurrenten aus seinem Revier vertrieben hat. Nach fast 2 Std. ging es dann fuer mich alleine weiter. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon sicher nie wieder laufen zu koennen und ich hatte noch nicht mal ganz die Haelfte rum.... Selbst gewaehltes Schicksal. Ich wollte es ja so. Aber ich war ganz froh das es keine tagestour gab, denn ich bin mir ganz sicher die haette ich nicht ueberlebt. So gern ich reite, aber wenn man es nicht gewohnt ist, ist es die Hoelle. Bin schon gespannt auf meinen Muskelkater morgen.......
Hier laeuft uebrigens gerade "German Bundesliga" im Fernsehen... Dachte nicht, dass das die ganze Welt interessiert, aber offenbar.... ;-)
Wir sind dann noch weitere zwei Stunden durch den Busch geritten, ueber Stock und Stein, durch Fluesse und Hecken. Das ich am Ende ueberhaupt noch Kleidung hatte und nicht nur Fetzen hat mich schon gewundert. Aber alles in allem war es ein unglaubliches Erlebnis so nah an die Tiere zu kommen, den Gedanken an frei laufende Loewen und wild gewordene Elefantenbullen staendig im Hinterkopf, der schmerzenden Hintern und das gespannte Ausschau halten nach grossen und kleinen Tieren! Einfach nur wow!
Auch habe ich von meinem Guide viel ueber das Leben hier und die Wuensche und Traeume der Menschen erfahren. Und er hat erfahren das Kanada nicht in Europa liegt.... ;-)
So, thats it for today!
Munter bleiben
Lexi
Zimbabwe: Ausgezogen auf dem Craftmarket
Gestern bin ich mit Meike auf den oertlichen Kunsthandwerkermarkt gegangen. Der Einfachheit halber werde ich ihn ab jetzt, wie hier ueblich, Craftmarket nennen. Das ist ein echtes Erlebnis. Lauter Blechhuetten auf einem riesigen Staubigen Feld und davor 100.000 Tiere und Figuren aus Stein und Holz. Sowas liebe ich ja. Ich fand es wunderbar. Und dann ging das Angequatsche und das Handeln los. Jeder will natuerlich das man in seinem Shop schaut. Eigentlich haben alle das gleiche in unterschiedlichen Ausfuehrungen und verschieden gearbeitet. Also beginnt man zu schauen was einem denn am besten gefaellt. Ich mag die Tiere am liebsten ganz fein und realistisch gearbeitet. Die arbeiten an so einem Steintier einen ganzen Tag und es kostet zwischen 2 und 10 $ fuer die kleineren. Holzfiguren sind teurer. Meike ist so lieb und nimmt meine Einkaeufe mit. Sie hat noch Freigepaeck und Familie und Freunde die sie bis zum Ende ihrer Zeit in Kapstadt besuchen. So kommen meine Sachen dann langsam und Stueck fuer Stueck nach Deutschland ;-) Post kann man hier naemlich vergessen.
Auf dem Markt sind nicht nur die $ sehr begehrt (Pula aus Botswana und Rand aus Sued Afrika geht natuerlich auch, da Zimbabwe keine eigene Waehrung mehr hat) sondern auch Kleidung. Ich hatte ja davon gehoert und habe mal ein bisschen ausgemistet. Brauche Platz und will Rucksackgewicht reduzieren. Also muss das weisse, durchsichtige Shirt, 3 Paar socken und die hellgruene Bluse gehen. Brauche ich einfach nicht. Mittlerweile kann ich das ja recht gut einschaetzen. Es ist erstaunlich wie wenig man so braucht....
Die Leute sind so scharf auf Sachen das sie mir meine Bluse direkt vom Koerper abgeluchst haben. Aber keine Sorge ich hatte ein Top drunter ;-). Und ausserdem noch die gelbe Metallwasserflasche, die ich fuer mich zum trinken mitgenommen hatte..... aber ich komm auch gut mit Plastikflaschen klar und wenn es die hier gluecklich macht...... und das tut es anscheinend wirklich. Die werden sie viel mehr lieben und wuerdigen als ich es je getan habe. Am Ende haette ich eigentlich nackt und ohne Schuhe, dafuer aber mit Tonnen von Elefanten und Loewen nach hause gehen koennen, aber ich habe mich dann doch entschieden meinen Rock, mein Top und meine Schuhe an zu behalten, der Rest ging weg wie warme Semmeln. ;-)
Die letzten 2 Stunden haben wir dann sitzend an einem Stand fuer Steinfiguren verbracht, denn der Kuenstler (und das sind wahre Kuenstler) hat eine Sonderbestellung fuer mich angefertigt. An diesem Punkt liebe Fidi darfst du gaaaaanz neugierig sein ....grins...... Es ist toll geworden, aber mehr wird an dieser Stelle nicht verraten. In der Zeit des Sitzens und wartens haben wir uns mit den Leuten aus den Umliegenden Shops unterhalten, das Treiben auf dem Markt beobachtet und zugeschaut wie meine Bestellung langsam Form annahm. Es ist wunderbar sich mit den Menschen hier zu unterhalten. Und unglaublich interessant. Zimbabwe ist ein Land voller Probleme, aber die Menschen sind super freundlich und machen das Beste draus. In der ganzen Zeit kamen nur 4 Weisse bei uns vorbei. Es sieht mit dem Tourismus recht mau aus hier, aber offenbar wird es langsam besser. Aber ich haette mir ja vor einiger Zeit auch nicht traeumen lassen das ich irgendwann einmal hier sein werde.
Am Ende wurden wir, nach einem Abschiedsfoto, mit grossem Getoese verabschiedet und marschierten gluecklich mit unseren Einkaeufen und einem Kuenstler (der mit zum Geldautomaten kam weil wir auf Kredit eingekauft hatten) umringt von einigen heiratswilligen "Fans" von dannen. Alles in allem ein nachmittagsfuellendes, echtes Erlebnis.
Sonntag, 17. Oktober 2010
Liebe Gruesse aus Zimbabwe
Heute morgen habe ich um 7(!) Uhr die Grenze von Botswana nach Zimbabwe ueberquert und bin somit im 8. Land meiner Weltreise angekommen. Unglaublich, wer haette jemals gedacht das ich je nach Zimbabwe komme. Reisen ist immer noch suuuuuuper! Ich liebe es.
Nach einer Fahrt von ca. 100 km hinter der Grenze ging es dann direkt an die Victoria Falls. Diese sind im Ort Vicotria Falls, wo ich die naechsten 2,5 Tage bleibe. Also schaffe ich es vielleicht endlich mal den Blog auf Vordermann zu bringen. Ich sitze, bzw. schwitze hier bei 38 Grad im Schatten und es regt sich kein Lueftchen. Habe gerade gelesen das im Harz der erste Schnee gefallen ist. Ich kann mir das momentan garnicht vorstellen. Hier bewundern sogar die Afrikaner meine Hitzeresistenz. Aber ich fuehle mich viel wohler als im kalten Deutschland. Bis auf ein paar Gedanken an Kamin und Weihnachtsmarkt ab und an, vermisse ich es auch garnicht sehr ;-) Das gilt natuerlich nicht fuer die Leute: Euch vermisse ich schon!!!!
Die Vic falls sind unglaublich beeindruckend. Der Zimbabwische Teil ist 1,4 km lang und man wird ziemlich nass wenn man da oben an der Kante (natuerlich gegenueber der Faelle) entlanglauft. Es ist ein kontinuierlicher Nieselregen aber man hat auch schoene Regenboegen. Und das Wasser ist ziemlich kalt. Zur Zeit hat der Zambesi nicht soooo viel Wasser, also sind es viele kleinere Faelle nebeneinander. Nicht die komplette Breite wie man das auf Bildern immer so schoen sieht. Aber es ist trotzdem unglaublich beeindruckend. Und schrecklich laut.
Uebermorgen werde ich mich auf eine Reitsafari begeben und mal vom Pferd aus schauen was der Busch so zu bieten hat. Man kommt angeblich ganz nah an die wilden Tiere ran. Bin sehr gespannt und hoffe das ich nicht zusammen mit meinem Pferd zum Loewenfutter werde. Vom Land (Jeep und zu Fuss) und Wasser aus habe ich ja inzwischen schon genuegend Safaris gemacht. Also mal was neues ausprobieren.
Ich werde berichten.
Also munter bleiben
Lexi
Botswana: Zwischen Blutegeln und Nilpferden oder verschollen im Okavango Delta
Unser Delta Abenteuer begann mit einer, wie immer sehr frueh morgendlichen Fahrt von Ghanzi nach Maun. Ach ja, an dieser Stelle muss ich unbedingt noch mein Buschmann-Tanz-Abenteuer erwaehnen: Ghanzi war eigentlich nur eine Camp im Nirgendwo, eine Station auf dem Weg ins Delta. Aber gleichzeitig mit uns war dort eine Bushmen-Konferenz ueber die Bildung der Kinder und die Zukunft der Jugendlichen. Hierzu waren viele aeltere Frauen von anderen Staemmen angereist um sich darueber auszutauschen. Geleitet wurde das ganze von einer Britin, die sich sehr fuer die Bushmen engagiert. Abends wurden wir dann eingeladen uns die traditionellen Taenze am Lagerfeuer anzuschauen. Es war eine grosse Runde von Zuschauern, die um die beiden Feuer sass. Unsere Gruppe, noch ein paar weitere Touristen und die ganzen "Aeltesten"-Damen von der Konferenz (uebrigens in ganz normaler westlicher Kleidung). Dann ging es los mit Tanz in traditioneller Kleidung und Gesang. Wer mich kennt weiss, das ich ueberhaupt nicht auf Volkstaenze stehe, aber dieser Rhythmus nahm mich doch gefangen. Es war sehr faszinierend und mitreissend. Es wurden verschiedene Taenze aufgefuehrt, die sich um das taegliche Leben der traditionellen Bushmen und die Jagd drehten. Das ganze wurde begleitet von rhythmischem Klatschen, Stampfen und Gesang. Die Zeit verflog wie im Nu und am Ende wurden wir eingeladen mit zu machen. Hierbei hatten die Frauen eindeutig die bessere Position, denn wir mussten nur am feuer sitzen und klatschen und singen. Die Maenner mussten richtig ran und tanzen. Das war sehr lustig, die "Aeltesten" gingen richtig mit und es war eine super AStimmung. Schade nur das der Einladung zum tanzen nur einige Leute aus unserer Gruppe gefolgt sind, denn die San haben sich wirklich gefreut. Aber die meissten Europaeer schauen lieber zu.
Ich schien es den Taenzern besonders angetan zu haben, denn staendig schmiss sich beim tanzen einer auf meinen Schoss oder an meine Seite (die blauben Flecken sind immer noch da). Am Ende gab es dann noch eine Art Fruchtbarkeitstanz wo sich jeder Taenzer und jede Taenzerin eine "Ehepartner" auswaehlen durfte. Mein "San-Mann" war voellig begeistert und dann ging es fuer die frisch vermaehlten gemeinsam tanzend ums Feuer. Zum Schluss haben die "Aeltesten" spontan noch ein kleines Konzert gegeben. Es war ein wunderbarer Abend. Und besonders schoen war, das die Leute fuer sich und aus Spass getanzt haben und wir eingeladen waren. Es war nicht so ein schrecklicher "Menschen-Zoo" wie in dem Himba-Dorf, sondern wirklich deren Spass. Und unserer auch!
Aber nun zuerueck zum Delta:
In Maun haben wir die letzten Vorraete eingekauft und uns auf das Delta-Abenteuer eingestimmt. Und weil das ganze so ein Naturschauspiel ist, habe ich mir zu allererst einmal einen Flug ueber das Delta gegoennt. 2 Std. ging es in einer kleinen Chesna ueber das Gebiet. Das besteht erstaunlicher Weise nicht nur aus Sumpf und Wasser, sondern hat auch ziemlich viele riesige Grasflaechen. Und die sind zum Teil trocken wie Zunder. Dann wieder Wasserlaeufe und Waelder. Sieht unglaublich aus, aber Bilder folgen natuerlich. Man konnte aus dem kleinen wackeligen Flugzeug sogar viele Tiere sehen. Elefanten, Hippos und Bueffel. Es war traumhaft schoen. Das einzige was die Freude getruebt hat, waren die 48 Grad im Inneraum des kleinen Fliegers. Selbst mir lief das Wasser nur so in Stroemen runter.
Dann gab es noch eine Uebernachtung im Camp und los gings, am naechsten Morgen ganz frueh ab in die Wildniss. Das meine bisherigen wilden Campabenteuer in Afrika noch steigerungsfaehig sind, dachte ich selbst nicht, aber es ist!
Wir wurden mit einem grossen Lastwagen (Mercedes ;-)) abgeholt. Alle Zelte, Schlafsaecke und Matten, 12 Liter Wasser pro Person und das Kochgeschirr und die Vorraete wurden verladen. Auf der offenen Ladeflaeche waren 2 lange Sitzbaenke auf denen wir Platz fanden, unsere sachen waren unter den Sitzen. Natuerlich hat keiner mehr einen Fuss auf den Boden bekommen, aber es war toll. Und schoen kuehl durch den Fahrtwind.
Zuerst sind wir eine Stunde ueber die asphaltierten Strassen gerumpelt, dann ging es ins Gelaende. Der sandige Untergrund war sehr huppelig und wir mussten uns gut festhalten. Aeste peitschten uns in die Gesichter und zum Teil ging es durchs Wasser. Nicht nur kleine Baeche, sondern richtige Flusslaeufe. Sehr abenteuerlich. Diese fahrt dauerte dann nochmal 1.5 Std. dann waren wir an der Mokoro- (traditioneller Einbaum) Anlegestelle. Wie wir die ganzen Sachen in die paar niedrigen Kanus verladen sollten war mir zwar ein Raetsel, aber am Ende hat es doch funktioniert. 2 Personen und der Poler (der das Bot mit einem langen Stock vorangeschoben hat) pro Bott und einige Gepaeck-Boote. Alles so doll beladen das ich Angst hatte es geht unter. Aber uns wurde versichert, dass das nicht passiert, auch wenn es sich manchmal wackelig anfuehlt. Darauf haben wir vertraut......lach.....
Ich habe mir ein Mokoro mit Donna geteilt und nach einigem hin und her Umstiegen hatte dann jeder sein Bott gefunden. Los gings. Vorher noch schnell schuhe auszihen, denn an den seichten Stellen muessten wir aussteigen und laufen..... na gut dachten wir, warten wir mal ab.
Es ging ueber eine grosse Lagune und zwischen Schilf und Seerosen durch. Das ganze fuehlte sich ziemlich wackelig an aber es war sehr schoen. Wir hatten sogar einen angenehmen Wind der die Hitze ertraeglich machte. Leider machte er es fuer den Poler natuerlich schwieriger.
Dann ging es durch Schilfdickicht und schon hiess es zum erstem Mal aussteigen. Also stakten wir barfuss durch den Sumpf und das "flache" (zum Teil bis zum Knie) Wasser. Und das mit meinen empfindlichen Fuessschen. Schlingpflanzen, Aeste und Modder. Suuuper! Nach einer Viertelstd. konnten wir wieder einsteigen und weiter ging die Fahrt. Ziel: irgendwo ein Stueck trockenes Land mitten im Delta, wo wir unser Camp aufbauen sollten.
Mir taten nach einer Stunde die Beine weh, da ich mich ja kaum bewegen konnte ohne das Boot umzuschmeissen und ich vor mir ja noch die Wasservorraete, den Rucksack und meine Steifel stehen hatte. Aber dann mussten wir nochmal aussteigen und wieder durch den Sumpf und dann weiter am Ufer entlang. Barfuss, durch Hippo-und Elefantenspuren. Ein ganz komisches Gefuehl. Aber man versucht die Gedanken an wilde Tiere, Krankheiten und Blutegel zu verdraengen. Schliesslich hatte ich das alles ja gewollt.
Dann ging es wieder in die Boote und ueber eine grosse Lagune mit Hippos drin. Komisches Gefuehl. Und dank des gegenwinds sind wir hier dann doch auch gekentert! Alles nass! Buecher, Tagebuch, Schlafsack, alle Klamotten, Schuhe...... so ein Sch.....! Und die Hippos in Sichtweite. Bloedes Gefuehl!
Den Rest gibts bei naechster Gelegenheit. Nur soviel: es bleibt spannend ;-)
Zeit ist um.
Bis Bald
Lexi
Dienstag, 5. Oktober 2010
Out of South Africa und Wilkommen in Namibia
Also versuche ich heute mal eine kleine Zusammenfassung von meinen letzten Tagen in Sued Afrika und meiner bisherigen Reise in Namibi zu schreiben.
Fakten vorab:
- mir gehts super
- Entscheidung immer noch nicht bereut und kein Heimweh ;-)
- sagt mal, kommen meine Postkarten denn an? Ich dachte es meldet sich mal jemand zurueck....
- ich liebe Namibia, so ein herrliches Land
- mein Englisch wird immer besser
- 2 Buecher getauscht damit ich wieder was zu lesen habe, sogar in Deutsch
- erste Aenderungen der Reiseplaene, Indien wird wohl ausfallen, dafuer laenger Australien
- Ausruestung ist ziemlich gut, aber so langsam merkt man was man wirklich braucht und was
nicht, und natuerlich auch was fehlt: ein neuer Bikini muss her, der alte ist hinueber und eine
coole neue Guerteltasche ist dazu gekommen. Ausserdem 2 neue Karabiner die S-Biner heissen, eine Thermotasse und ein aufblasbares Plueschkissen fuer den Truck. Die Kurzarmblusen werde ich wohl bei naechster Gelegenheit verschenken, die brauche ich gar nicht.
So, nun mal zu den letzten Tagen in Capetown:
Ich habe eine lustige und nette Zeit im Hostel verbracht. Habe dort einige Deutsche und 2 Oesterreicher kennen gelernt. Es war sehr nett abends auf dem Balkon einen guten Wein zu geniessen und zu plaudern. Allerdings hat mir das ausgehen in den Clubs dort auch sehr gefallen, aber wie ueberall, auf die richtige Mischung kommt es an. Ich habe mir an den letzten Tagen, das Wetter war da viel besser, noch ein paar Ecken der Stadt angeschaut und habe mein Reiseausruestung ergaenzt. An der Waterfont ist ein prima Outdoorladen. Ich haette ewig in Kapstadt bleiben koennen. Wenn man sich erstmal eingewoehnt hat ist`s unglaublich toll, aber ich will ja noch mehr von Afrika sehen.
Also bin ich am 29.09.2010 morgens um 7 (ja, und das bei mir, und sogar mit Fruehstueck ;-)) mit meinem ganzen Gepaeck zum Nomad-Office marschiert und habe meine Reisegruppe gesucht. Der erste Schock war dann ein Buero voll deutscher Rentner. Da wollte ich gleich wieder raus. Das ist die Sache wenn man etwas hochpreisiger bucht..... ;-$ Zum Glueck stellte sich dann aber heraus das die Camping-Gruppe im hinteren Buero ist. Das war schon viel besser. Die Gruppe ist zwar altersmaessig gemischt von 20 bis 70, aber die Leute sind alle sehr ok. Ich habe mich mt einer gleichaltrigen Australierin angefreundet, die auch alleine unterwegs ist. Donna. Sie hat mich auch schon nach Brisbane eingeladen und ich ich werde sie auf meiner Australien-Tour auf jeden Fall besuchen. Daher auch die Planaenderungen. Ich kenne ja nun schon einige Australier die ich besuchen kann.
Im ersten Teil der Reise, bis zu den Victoria Falls, bleibe ich in dieser Gruppe. Danach geht es fuer jeden unterschiedlich weiter. Allerdings reist niemand weiter bis Uganda. Aber ich glaube ich werde andere nette Leute treffen. Gestern haben Meike und ich auch schon ein aelteres Ehepaar aus Windhok kennen gelernt und eine Einladung dort zum Kaffe erhalten. Es war unglaublich spannend was die beiden ueber das Land hier erzaehlt haben und wie es sich die letzten 70 Jahre veraendert hat.... Aber der Reihe nach.
Unser erster Reisetag fuehrte uns an den Hoxriver ins Citrusdal. Hier werden, wie der Name schon sagt ganz viele Zitrusfruechte angebaut. Es riecht unglaublich gut nach den ganzen Blueten und ist sehr schoen gruen. Sieht ein bisschen aus wie ich mir immer den Garten Eden vorgestellt habe. Dort angekommen habe wir einen Bushwalk mit Bushman-Fuehrung gemacht. Skokkie, der San, hat uns viel ueber die "kleinen" Tiere der Gegend und die Pflanzen und ihre Einsatzmoeglichkeiten erzaehlt. Es ist unfassbar was man daraus alles machen kann. Damit es fuer uns spannender wurde und weil die ganzen Schlangen Mittagsschlaf gehalten haben, ist er dann los einen Skorpion fuer uns suchen und hat ihn dann auch in der Hosentasche mitgebracht. Einen giftigen..... ;-) Aber er hat ja schon als Kind damit gespielt. Zum Schluss gabe es noch eine San-Felszeichnung mit entsprechender Erklaerung. Es ist noch viel schoener wenn man die gemalten Geschichten auch versteht.
Abends gab es ein kuehles Cider an der Campingplatz Bar und die das erste Essen am Lagerfeuer. Prima, wie damals in Australien. Und ich liebe es nach wie vor.
Am naechstn Morgen ging es ganz frueh los (vor 7 incl. Fruehstueck und Zelte abbauen) Richtung Orange River. Der Grenzfluss zwischen Sued Africa und Namibia. Ein letzter Shopping Stop in Springbock, was den Namen "Ort" eigentlich nicht garnicht verdient und dann auf zum Campground. Ein freier Nachmittag mit schwimmen im Fluss oder einfach mal ein bisschen lesen, oder Waesche waschen, oder.... auch mal schoen.
Am naechsten Morgen gings dann wieder frueh raus zu einer 3-stuendige Kajaktour auf dem Orangeriver. Unglaublich schoen. Mit kleinen Stromschnellen, vielen Voegeln und Sonne. Und das alles vor dem Fruehstueck. Anstrengend aber wunderbar. Namibia auf der einen Seite und Suedafrika auf der anderen.
Nach einem super Brunch gings dann weiter zur Grenze. Das Camp liegt ca. 8 KM von der Grenze entfernt. Also waren wir schnell dort.
Aber davon berichte ich das naechste Mal.
Eure Lexi