Posts mit dem Label Lexi X-trem werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Lexi X-trem werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Freitag, 21. Januar 2011
Thailand: mein persoenliches Junglecamp
Aus einigen Kommentaren habe ich ja inzwischen mitbekommen, dass in Deutschland gerade wieder mal das Dschugelcamp laeuft. Gut das ich hier kein Fernsehen habe ;-) Aber nichts desto trotz habe ich hier schon mein eigenes Dschungelcamp erlebt. Und das tolle ist, ich habe zu den Gruselgeschichten sogar schon ein paar Bilder zu Fidi geschickt, die gibts also direkt dazu. Nicht das es am Ende jemand nicht glaubt....lach.... Ich haette es bis vor kurzem auch nicht geglaubt, dass ich sowas mal mache, aber das hatten wir ja auf dieser Reise schon oefter ;0) Also, heute mal wieder Geschichten aus der Reihe "Lexi X-trem". Und das mir natuerlich auch mal wieder eine Kakerlake ueber den Fuss gelaufen ist, sei nur am Rande erwaehnt. ;-)
Dschungelcamp1: Dschungel
Das ganze fing an, als mir mein ruhiges Leben in Kanchanaburi dann doch irgendwann zu langweilig wurde. Zuert habe ich einen Ausflug zum Erawan National Park mit dem gleichnamigen 7-Stufigen Wasserfall gemacht. Morgens um 8 Uhr gings los, gut 1 Std. Fahrt bis dahin. Und es war ein wirklich heisser Tag. Es ist ein sehr schoener NP, mit asiatischem Dschungel und die Wanderung geht, ueber eine Stunde bergauf, total schoen am Wasserlauf entlang. So habe ich dann ueber Stock und Stein, durch kleine Flusslaeufe und Wasserbecken und ueber Baumstaemme jede der 7 Stufen erklommen. Gut, ich gebe zu die ersten beiden sind touristisch schon so erschlossen, das ein richtiger Weg hinfuehrt. Aber es sieht einfach grossartig aus. Zwischen Bambus und Palmen befinden sich tuerkisblaue Wasserbecken mit mehreren kleinen Wasserfallstufen, in den Becken schwimmen ziemlich grosse Fische im kristallklaren Wasser. Man kann auch baden, aber was sag ich Euch, es ist saukalt. Also nix fuer mich. Nur mal die Fuesse reingehalten. Nach der 2. Stufe ist dann ein Checkpoint: No food and drink behind this point! Also habe ich fuer meine Wasserflasche ein Pfand hinterlegt, denn es geht nur darum das der Muell nicht oben liegen gelassen wird und ich dachte schon um die Affen, und meine Cracker schweren Herzens abgegeben. Weiter gings. Nun wurde der Weg ein steiniger Pfad der steil bergauf fuehrte, manchmal unterbrochen von asiatischen Treppenstufen. Das besondere daran ist, das sie es in ganz Asien offenbar nicht hinkriegen bei einer Treppe auch nur 2 Stufen gleich hoch zu machen. Aber so bleibt es bei jedem Schritt spannend. Der Aufstieg war recht muehsam, aber er hat sich absolut gelohnt. Wirklich wunderschoen und jede "Etage" sieht anders aus. Um nach ganz oben zur 7. Stufe zu kommen musste man dann die 6. durchqueren. Das war zwar nass und rutschig, aber immer noch ein Kinderspiel im Vergleich zur Regenzeit. Oben habe ich dann erstmal ein bisschen Pause gemacht und meine Fuesse gekuehlt und dann gings eine Stunde wieder runter. Auf der 2. Stufe gabs dann auch die von mir befuerchteten Affenattacken. Zum Glueck nicht bei mir. Ich hatte meine Cracker ja inzwischen wieder, jedoch sicher im Rucksack verstaut. Aber es gibt ja auch immer wieder Leute die sich unter "Wildlife" nichts vorstellen koennen und ihr Essen schoen in der Hand tragen.... Gut fuer die Affen ;-)
Wer es noch nicht bemerkt hat, hier klemmen diverse Buchstaben auf der Tatatur, also nicht wundern wenn mal was fehlt :0)
Dschungelcam 2: Insekten essen
Ich habe ja immer geasagt das ich sowas NIE, NIEMALS machen wuerde. Aber manchmal kommt es anders.... Silvester habe ich mich ja noch geweigert die frittierten Grashuepfer zu essen und habe Silke sehr bewundert, das sie sich getraut hat. Ich fand das einfach nur eklig. Aber neulich habe ich hier ein paar sehr nette Deutsche kennen gelernt und einen wunderbaren Abend mit ihnen verbracht. Leider war es ihr letzter, darum wollten sie noch einmal "Ekelessen" (Huehnerfuesse hatten sie schon gegessen) in Form der hier wirklich sehr beliebten frittierten Insekten probieren. Gut dachte ich, verrueckt, aber das schaue ich mir gern an. Tja, mitgefangen, mit gehangen.... schaut Euch einfach die Bilder an. Wobei ich dazu sagen muss, dass mir auch hier die ganze Grashuepfer-Fraktion (Heuschrecken, Zirkaden, kleine Flips) immer noch zu ekling war. Dann halt Maden und Froesche. Obwohl die ja nicht mal Insekten sind...
Ich sag nur soviel, mein Favorite wirds nicht!
Dschungelcamp 3: Tiger streicheln
Ich wollte ja schon in Afrika gern grosse Wildkatzen anfassen. Leider lassen die sich das dort verdammt gut bezahlen. Aber meine Chance kam mit dem Tigertempel hier in Kanchanaburi. Ich bin mit Nimra und Eric dorthin gefahren. Es war wieder unglaublich heiss und ich hatte weisungsgemaess eine lange Hose und ein T-Shirt mit halben Arm in gedeckten Farben an... Der Fahrtwind im offenen Taxi hat zwar etwas gekuehlt, aber nicht so richtig. Nach ca. einer Stunde waren wir da. 600 Baht Eintritt, das sind ca. 15 Euro, und los gings. Das Tempelgelaende ist eher wie ein grosser Zoo, der nur aus einem einzigen Gehege besteht. Ueberall laufen Pferde, Ziegen, Kuehe, Rehe und Hirsche und so weiter rum. Wir haben sogar ein Kamel gesehen. Eric meinte ganz trocken: das Essen fuer die Tiger! ;-)
Dann ging es in den Tiger Canyon. Hier gab es dann die Option die Tiger anzufassen und sich mit ihnen fotografieren zu lassen, was ich natuerlich gemacht habe, dazu war ich schliesslich da.
Die grossen Miezies liegen zwar angekettet im Canyon, aber die Ketten sind so lang das sie auch aufstehen und rumlaufen koennen. Und ein Tiger ist immer noch ein Tiger und verdammt gross wenn man so daneben steht. Ich durfte verschiedene Tiger streicheln und ein Guide ist nebenher gelaufen und hat mit meiner Kamera Bilder gemacht. Man darf immer nur von hinten an das Ende der Katzen und an den Tigern standen auch immer 2 Waerter, die einen sofort weggezogen haben, sobald der Tiger sich umgedreht hat oder aufgestanden ist. Das ist mir 2x passiert. Ein krasses Gefuehl. Wenn so ein Tiger knurrt klingt das sehr bedrohlich und die Zaehne sind auch nicht zu verachten, ganz abgesehen von den riesigen Tatzen. Trotzdem war es unglaublich toll sie einmal in echt anzufassen, zu spuehren wie sie atmen und sich bewegen. Fuer mich ein echtes Wow-Erlebnis! Spaeter haben wir noch "Tigerkindern" beim spielen zugeschaut, die sind ja nicht zimperlich untereinander und auch die Kleinen fand ich schon ganz schoen gross, und Tigerkinder gestreichelt. Das war wirklich ein toller Tag!
Das wars aus meinem persoenlichen Dchungelcamp. Nun hoffe ich das Fidi ganz schnall die Bilder hierzu einstellt, aber sie ist mit den 4 Afrika Speicherkarten ja ziemlich ausgelastet, damit ihr es in Wort und Bild miterleben koennt.
Also immer munter bleiben
Eure Lexi
Dschungelcamp1: Dschungel
Das ganze fing an, als mir mein ruhiges Leben in Kanchanaburi dann doch irgendwann zu langweilig wurde. Zuert habe ich einen Ausflug zum Erawan National Park mit dem gleichnamigen 7-Stufigen Wasserfall gemacht. Morgens um 8 Uhr gings los, gut 1 Std. Fahrt bis dahin. Und es war ein wirklich heisser Tag. Es ist ein sehr schoener NP, mit asiatischem Dschungel und die Wanderung geht, ueber eine Stunde bergauf, total schoen am Wasserlauf entlang. So habe ich dann ueber Stock und Stein, durch kleine Flusslaeufe und Wasserbecken und ueber Baumstaemme jede der 7 Stufen erklommen. Gut, ich gebe zu die ersten beiden sind touristisch schon so erschlossen, das ein richtiger Weg hinfuehrt. Aber es sieht einfach grossartig aus. Zwischen Bambus und Palmen befinden sich tuerkisblaue Wasserbecken mit mehreren kleinen Wasserfallstufen, in den Becken schwimmen ziemlich grosse Fische im kristallklaren Wasser. Man kann auch baden, aber was sag ich Euch, es ist saukalt. Also nix fuer mich. Nur mal die Fuesse reingehalten. Nach der 2. Stufe ist dann ein Checkpoint: No food and drink behind this point! Also habe ich fuer meine Wasserflasche ein Pfand hinterlegt, denn es geht nur darum das der Muell nicht oben liegen gelassen wird und ich dachte schon um die Affen, und meine Cracker schweren Herzens abgegeben. Weiter gings. Nun wurde der Weg ein steiniger Pfad der steil bergauf fuehrte, manchmal unterbrochen von asiatischen Treppenstufen. Das besondere daran ist, das sie es in ganz Asien offenbar nicht hinkriegen bei einer Treppe auch nur 2 Stufen gleich hoch zu machen. Aber so bleibt es bei jedem Schritt spannend. Der Aufstieg war recht muehsam, aber er hat sich absolut gelohnt. Wirklich wunderschoen und jede "Etage" sieht anders aus. Um nach ganz oben zur 7. Stufe zu kommen musste man dann die 6. durchqueren. Das war zwar nass und rutschig, aber immer noch ein Kinderspiel im Vergleich zur Regenzeit. Oben habe ich dann erstmal ein bisschen Pause gemacht und meine Fuesse gekuehlt und dann gings eine Stunde wieder runter. Auf der 2. Stufe gabs dann auch die von mir befuerchteten Affenattacken. Zum Glueck nicht bei mir. Ich hatte meine Cracker ja inzwischen wieder, jedoch sicher im Rucksack verstaut. Aber es gibt ja auch immer wieder Leute die sich unter "Wildlife" nichts vorstellen koennen und ihr Essen schoen in der Hand tragen.... Gut fuer die Affen ;-)
Wer es noch nicht bemerkt hat, hier klemmen diverse Buchstaben auf der Tatatur, also nicht wundern wenn mal was fehlt :0)
Dschungelcam 2: Insekten essen
Ich habe ja immer geasagt das ich sowas NIE, NIEMALS machen wuerde. Aber manchmal kommt es anders.... Silvester habe ich mich ja noch geweigert die frittierten Grashuepfer zu essen und habe Silke sehr bewundert, das sie sich getraut hat. Ich fand das einfach nur eklig. Aber neulich habe ich hier ein paar sehr nette Deutsche kennen gelernt und einen wunderbaren Abend mit ihnen verbracht. Leider war es ihr letzter, darum wollten sie noch einmal "Ekelessen" (Huehnerfuesse hatten sie schon gegessen) in Form der hier wirklich sehr beliebten frittierten Insekten probieren. Gut dachte ich, verrueckt, aber das schaue ich mir gern an. Tja, mitgefangen, mit gehangen.... schaut Euch einfach die Bilder an. Wobei ich dazu sagen muss, dass mir auch hier die ganze Grashuepfer-Fraktion (Heuschrecken, Zirkaden, kleine Flips) immer noch zu ekling war. Dann halt Maden und Froesche. Obwohl die ja nicht mal Insekten sind...
Ich sag nur soviel, mein Favorite wirds nicht!
Dschungelcamp 3: Tiger streicheln
Ich wollte ja schon in Afrika gern grosse Wildkatzen anfassen. Leider lassen die sich das dort verdammt gut bezahlen. Aber meine Chance kam mit dem Tigertempel hier in Kanchanaburi. Ich bin mit Nimra und Eric dorthin gefahren. Es war wieder unglaublich heiss und ich hatte weisungsgemaess eine lange Hose und ein T-Shirt mit halben Arm in gedeckten Farben an... Der Fahrtwind im offenen Taxi hat zwar etwas gekuehlt, aber nicht so richtig. Nach ca. einer Stunde waren wir da. 600 Baht Eintritt, das sind ca. 15 Euro, und los gings. Das Tempelgelaende ist eher wie ein grosser Zoo, der nur aus einem einzigen Gehege besteht. Ueberall laufen Pferde, Ziegen, Kuehe, Rehe und Hirsche und so weiter rum. Wir haben sogar ein Kamel gesehen. Eric meinte ganz trocken: das Essen fuer die Tiger! ;-)
Dann ging es in den Tiger Canyon. Hier gab es dann die Option die Tiger anzufassen und sich mit ihnen fotografieren zu lassen, was ich natuerlich gemacht habe, dazu war ich schliesslich da.
Die grossen Miezies liegen zwar angekettet im Canyon, aber die Ketten sind so lang das sie auch aufstehen und rumlaufen koennen. Und ein Tiger ist immer noch ein Tiger und verdammt gross wenn man so daneben steht. Ich durfte verschiedene Tiger streicheln und ein Guide ist nebenher gelaufen und hat mit meiner Kamera Bilder gemacht. Man darf immer nur von hinten an das Ende der Katzen und an den Tigern standen auch immer 2 Waerter, die einen sofort weggezogen haben, sobald der Tiger sich umgedreht hat oder aufgestanden ist. Das ist mir 2x passiert. Ein krasses Gefuehl. Wenn so ein Tiger knurrt klingt das sehr bedrohlich und die Zaehne sind auch nicht zu verachten, ganz abgesehen von den riesigen Tatzen. Trotzdem war es unglaublich toll sie einmal in echt anzufassen, zu spuehren wie sie atmen und sich bewegen. Fuer mich ein echtes Wow-Erlebnis! Spaeter haben wir noch "Tigerkindern" beim spielen zugeschaut, die sind ja nicht zimperlich untereinander und auch die Kleinen fand ich schon ganz schoen gross, und Tigerkinder gestreichelt. Das war wirklich ein toller Tag!
Das wars aus meinem persoenlichen Dchungelcamp. Nun hoffe ich das Fidi ganz schnall die Bilder hierzu einstellt, aber sie ist mit den 4 Afrika Speicherkarten ja ziemlich ausgelastet, damit ihr es in Wort und Bild miterleben koennt.
Also immer munter bleiben
Eure Lexi
Freitag, 17. Dezember 2010
Laos: Elefanten-Rutschpartie im Regen
Meine letzten beiden Tage in Laos waren durchaus spannend, aber das sind meine Tage ja irgendwie immer....;-)
Der letzte Tag in Luang Prabang begann wieder mal verhaeltnismaessig frueh. Um 8 Uhr sind wir losgetiegert zum "Office" wo wir unsere Elefanten,-Whiskeydorf-, (ja, sowaqs gibt es hier!) Hoehlen- und Wasserfalltour gebucht hatten, denn von dort aus sollte es los gehen. Um halb 9 hatten sich dann noch zwei weitere Leutchen eingefunden und um Viertel vor 9, als mein Geduldsfaden schon wieder maechtig am reissen war, kamen dann noch 3 Franzosen dazu. Aber auf eine Person warteten wir immer noch. Aber da der "T-Lex" nicht gefruehstueckt hatte, um wirklich puenktlich zu sein, ging es dann, nach einer intensiven Nachfrage, doch ploetzlich ziemlich zuegig los.... Rrrraaaaarrrrrr!!!!!!
Wir kletterten also in unseren Minivan und auf gings. Kleine Planaenderung, zuerst ins Whiskeydorf. Ok, morgens statt Fruehstueck kann man schon mal einen kleinen Whiskey vertragen... Das ganze war ca. eine Stunde Fahrt durch das laendliche Laos entfernt, wobei die letzten 11 KM ueber eine Lehm-Buckelpiste fuehrten, die den Afrikanischen alle Ehre gemacht haette.
Angekommen wurden uns diverse Spirituosen zum testen angeboten und dann konnte, bzw. sollte man das ganze Zeugs in moeglichst grossen Flaschen mit eingelegten Schlangen, 1000-Fuesslern und Skorpionen kaufen. Allerdings glaube ich nicht, dass die Chancen damit beim deutschen Zoll besonders gut sind. Wir haben uns dann eher als Mitbringsel fuer die kleinen Flaeschchen ohne Tiere interessiert. Und dann fing es mal wieder an zu regnen. Ach was sag ich es hat aus Eimern geschuettet. Und da es auch ziemlich kalt wurde, haben wir uns dann doch zu der ein oder anderen Schnappskostprobe hinreissen lassen.... ja, auch so frueh am Morgen. Und das Zeug ist garnicht mal so schlecht ;-)
Dann ging es weiter zu der schoenen Buddha-Hoehle, an der wir auf der Slowboatfahrt schon vorbei gekommen waren. Leider waren wir mit dem Bus auf der anderen Mekongseite angekommen. Also hiess es im weiterhin stroemenden Regen ein offenes Fischerboot besteigen und rueber ueber den Fluss. Spaetestens da waren wir alle bis auf die haut durchnaesst. Und das bei der Kaelte. Und ich dachte mir, haust du im Winter mal ab aus Deutschland.... tsss.
Die Hoehle ist wirklich schoen und es sind von den Leuten Buddhastatuen aus verschiedenen Jahrhunderten hier abgestellt worden. Es riecht nach Weihrauch-Raeucherstaebchen und die neuesten Figuren sind gerade mal ein paar Tage alt. Wirklich sehr beeindruckend. Ausserdem ist aussen an den Felsen eine Markierung angebracht wie hoch der Mekong 2008 und 1966 war. Da ging er direkt bis zur Hoehle. Und wir mussten ca. 50 Treppenstufen hochsteigen.
Dann ging es, natuerlich immer noch im Regen nochmal gefuehlte 2500 Stufen hoch zur 2. Hoehle. Was sich allerdings gelohnt hat, da ich diese, fast voellig im Dunkeln liegenden Hoehle mit Buddhastatuen sogar noch schoener fand. Man musste die kleine Hoehele mit der Taschenlampe erforschen und es gab ueberall kleine Nischen und Ecken wo es noch etwas zu sehen gab. Echt toll. Der Rueckweg die Treppenstufen (die hier natuerlich alle verschieden hoch und unterschiedlich weit auseinander sind) war ein bisschen wie in einem Wasserfall zu laufen. Dann ging es zurueck ins Bott und wieder auf die andere Seite.
Auf zum Elefanten-Ritt. Irgendwie hatte ich ja gehofft das es irgendwann aufhoert zu regnen, aber ich alter Seuchenvogel (danke Wolle, fuer diese so treffende Anmerkung!!!) ziehe ja Regen auch in den trockensten Gegenden der Welt magisch an. Es ging nochmal im Minivan ein Dorf weiter und dann durch den Schlamm zu den Elefanten. Waehrend diese gesattelt wurden, haben wir uns dann unserer Schuhe entledigt und die Hosen hochgekrempelt. Aber meine supertolle neue Regenjacke habe ich ganz tapfer angelassen. Und ich muss sagen ein guter Kauf, ich bin wenigstens nicht erforen! Dabei kann ich garnicht sagen ob das nicht vielleicht an dem Adrenalin lag, welches durch meine Adern gerauscht ist. Wer schon mal geritten ist und sich kurz ueberlegt hat wie das wohl ist, wenn das Pferd auf dem man gerade sitzt, stolpert oder wegrutscht und stuerzt, der kann sich ungefaehr vorstellen wie es sich anfuehlt auf einem Elefanten zu sitzen, der einen lehmigen Berg rauf klettert und der Elefant direkt vor einem ins Rutschen kommt.....
Und bergrauf ist noch der harmlose Teil. Nach einer knappen Stunde waren wir wieder zurueck, klitschnass und froh noch heil zu sein. Den Wasserfall haben wir uns dann gespart und lieber eine heisse Dusche und Kaffee mit Schokoladenkuchen vorgezogen. Schliesslich musste ich mich noch fuer meine Nachtfahrt nach Vientienne staerken, wo ich Silke wieder getroffen habe.
Aber das ist eine andere Geschichte.
Cheers
Lexi
Der letzte Tag in Luang Prabang begann wieder mal verhaeltnismaessig frueh. Um 8 Uhr sind wir losgetiegert zum "Office" wo wir unsere Elefanten,-Whiskeydorf-, (ja, sowaqs gibt es hier!) Hoehlen- und Wasserfalltour gebucht hatten, denn von dort aus sollte es los gehen. Um halb 9 hatten sich dann noch zwei weitere Leutchen eingefunden und um Viertel vor 9, als mein Geduldsfaden schon wieder maechtig am reissen war, kamen dann noch 3 Franzosen dazu. Aber auf eine Person warteten wir immer noch. Aber da der "T-Lex" nicht gefruehstueckt hatte, um wirklich puenktlich zu sein, ging es dann, nach einer intensiven Nachfrage, doch ploetzlich ziemlich zuegig los.... Rrrraaaaarrrrrr!!!!!!
Wir kletterten also in unseren Minivan und auf gings. Kleine Planaenderung, zuerst ins Whiskeydorf. Ok, morgens statt Fruehstueck kann man schon mal einen kleinen Whiskey vertragen... Das ganze war ca. eine Stunde Fahrt durch das laendliche Laos entfernt, wobei die letzten 11 KM ueber eine Lehm-Buckelpiste fuehrten, die den Afrikanischen alle Ehre gemacht haette.
Angekommen wurden uns diverse Spirituosen zum testen angeboten und dann konnte, bzw. sollte man das ganze Zeugs in moeglichst grossen Flaschen mit eingelegten Schlangen, 1000-Fuesslern und Skorpionen kaufen. Allerdings glaube ich nicht, dass die Chancen damit beim deutschen Zoll besonders gut sind. Wir haben uns dann eher als Mitbringsel fuer die kleinen Flaeschchen ohne Tiere interessiert. Und dann fing es mal wieder an zu regnen. Ach was sag ich es hat aus Eimern geschuettet. Und da es auch ziemlich kalt wurde, haben wir uns dann doch zu der ein oder anderen Schnappskostprobe hinreissen lassen.... ja, auch so frueh am Morgen. Und das Zeug ist garnicht mal so schlecht ;-)
Dann ging es weiter zu der schoenen Buddha-Hoehle, an der wir auf der Slowboatfahrt schon vorbei gekommen waren. Leider waren wir mit dem Bus auf der anderen Mekongseite angekommen. Also hiess es im weiterhin stroemenden Regen ein offenes Fischerboot besteigen und rueber ueber den Fluss. Spaetestens da waren wir alle bis auf die haut durchnaesst. Und das bei der Kaelte. Und ich dachte mir, haust du im Winter mal ab aus Deutschland.... tsss.
Die Hoehle ist wirklich schoen und es sind von den Leuten Buddhastatuen aus verschiedenen Jahrhunderten hier abgestellt worden. Es riecht nach Weihrauch-Raeucherstaebchen und die neuesten Figuren sind gerade mal ein paar Tage alt. Wirklich sehr beeindruckend. Ausserdem ist aussen an den Felsen eine Markierung angebracht wie hoch der Mekong 2008 und 1966 war. Da ging er direkt bis zur Hoehle. Und wir mussten ca. 50 Treppenstufen hochsteigen.
Dann ging es, natuerlich immer noch im Regen nochmal gefuehlte 2500 Stufen hoch zur 2. Hoehle. Was sich allerdings gelohnt hat, da ich diese, fast voellig im Dunkeln liegenden Hoehle mit Buddhastatuen sogar noch schoener fand. Man musste die kleine Hoehele mit der Taschenlampe erforschen und es gab ueberall kleine Nischen und Ecken wo es noch etwas zu sehen gab. Echt toll. Der Rueckweg die Treppenstufen (die hier natuerlich alle verschieden hoch und unterschiedlich weit auseinander sind) war ein bisschen wie in einem Wasserfall zu laufen. Dann ging es zurueck ins Bott und wieder auf die andere Seite.
Auf zum Elefanten-Ritt. Irgendwie hatte ich ja gehofft das es irgendwann aufhoert zu regnen, aber ich alter Seuchenvogel (danke Wolle, fuer diese so treffende Anmerkung!!!) ziehe ja Regen auch in den trockensten Gegenden der Welt magisch an. Es ging nochmal im Minivan ein Dorf weiter und dann durch den Schlamm zu den Elefanten. Waehrend diese gesattelt wurden, haben wir uns dann unserer Schuhe entledigt und die Hosen hochgekrempelt. Aber meine supertolle neue Regenjacke habe ich ganz tapfer angelassen. Und ich muss sagen ein guter Kauf, ich bin wenigstens nicht erforen! Dabei kann ich garnicht sagen ob das nicht vielleicht an dem Adrenalin lag, welches durch meine Adern gerauscht ist. Wer schon mal geritten ist und sich kurz ueberlegt hat wie das wohl ist, wenn das Pferd auf dem man gerade sitzt, stolpert oder wegrutscht und stuerzt, der kann sich ungefaehr vorstellen wie es sich anfuehlt auf einem Elefanten zu sitzen, der einen lehmigen Berg rauf klettert und der Elefant direkt vor einem ins Rutschen kommt.....
Und bergrauf ist noch der harmlose Teil. Nach einer knappen Stunde waren wir wieder zurueck, klitschnass und froh noch heil zu sein. Den Wasserfall haben wir uns dann gespart und lieber eine heisse Dusche und Kaffee mit Schokoladenkuchen vorgezogen. Schliesslich musste ich mich noch fuer meine Nachtfahrt nach Vientienne staerken, wo ich Silke wieder getroffen habe.
Aber das ist eine andere Geschichte.
Cheers
Lexi
Montag, 13. Dezember 2010
Auf nach Laos und mit dem Slowboat 2 Tage den Mekong runter
Nachdem ich mich von meiner Foodpoisoness wieder einigermassen erholt hatte, musste ich ja langsam Silke wieder einholen, damit das mit gemeinsamem Weihnachten am Strand noch klappt. Das Reisebuero war so nett mich auch mit ein paar Tagen Verspaetung noch mitzunehmen, denn die Tour war ja schon gebucht und bezahlt. Und da ich, ehrlich gesagt auch keinen guenstigen Flug direkt nach Hanoi gefunden habe, habe ich mich entschlossen doch die Bootstour zu machen. Vorab kann ich schon mal sagen es hat sich gelohnt.
Um 7.15 Uhr wurde ich im Hotel abgeholt. Ich war schon ein bisschen nervoes, denn die versprechen Dir hier ja alles und nur die Haelfte klappt, und eigentlich sollte es um 7 los gehen.
Wir haben dann noch 2 Schweizer abgeholt und auf gings, die 2 Std. zur laotischen und auch chaotischen Grenze. Und ich dachte immer schon Afrika war hart.... ;-)
Erst wurden wir an einem Gasthaus abgesetzt und hatten angeblich noch gaaaanz viel Zeit zu fruehstuecken. da das aber keiner von uns wollte sondern nur eben nen Tee trinken, hatten wir es dann ploetzlich ganz eilig. Wir haben unseren Tee trotz aller Draengelei in Ruhe ausgetrunken, so ja nun nicht Freunde!
Dann ging es in ein Taxi wo noch 2 Deutsche gewartet haben und runter zum Fuss. Ein super steiler Weg mit schlechtem Strassenbelag und am Ende nur noch Sand. Hier auf ein kleines Faehrboot (und ich hatte echt Angst, dass das Ding untergeht mit meiner schweren Tasche. Der Steg hat beim Einsteigen schon so gewackelt und geknarrt.... UUUTE Du musst mich BITTE bald erloesen ;-)) und rueber zur anderen Seite. Halt, vorher noch schnell den Thailaendischen Ausreisestempel besorgt. Auf der anderen Seite einen Steilen Berg wieder hoch und dann noch steilere treppen zum Immigrationoffice. Davor standen gefuehlte 1000 Leute und wedelten mit ihren Paessen. Irgendwann hatte ich mich nach vorne gekaempft, die beiden noetigen Formulare ausgefuellt und ein Foto mit abgegeben. Dann hiess es warten. Es wurde immer ein fertig bearbeiteter Pass hochgehalten und der Besitzer musste dann die Gebuehr bezahlen und bekam seinen Einreisestempel und das Visum. Also warten.... Aber am Ende hat es doch gut geklappt, allerdings mussten wir 1$ Wochenendzuschlag zahlen. Die haben mnachmal Ideen.... grins. Die Schweizer hatten es leichter, die haben sich nur fuer ca. einen Euro nen Stempel holen muessen, das wars und das ging auch noch schnell.
Dann sind wir den Berg ganz hoch gebuckelt in ein kleines "Office" wo wir (fast alle die eben eingereist waren) gesammelt wurden um zum Boot gebracht zu werden. Hier gab es von dem "freundlichen" Inhaber dann erstmal eine 20 minuetige Heizdecken-Verkaufsveranstaltung fuer Bustickets und Hotels unterwegs. Leider ohne Erfolg, daher hat er irgendwann aufgegeben und wir wurden weiter transportiert. Im Minivan, da passten leider nur 10 Leute rein, also wurde oefter gefahren. Mittlerweile war die genannte Abfahrtzeit des Bootes schon ueberschritten. Aber T.i.A. (ihr erinnert euch an Afrika?) passt auch hier. Als wir dann alle mit Gepaeck in naechsten "Office" standen hiess es wir haben noch 20 Minuten Zeit, wovon natuerlich der Supermarkt direkt nebenan profitierte.
Dann gings endlich aufs Langboot. Ein wirklich langes Holzboot mit Dach und fiesen kleinen Holzsitzbaenkchen. Natuerlich nicht befestigt. Ich hatte mich ja noch ueber die Leute lustig gemacht die sich mit wunderbaren rosa Haeschenkissen eingedeckt hatten, aber nach ein paar Stunden auf soner Bank war ich dann schon neidisch. ;-) Ausserdem wurde es mit der Zeit empfindlich kuehl. Aber ich hatte ja ziemlich viele Klamotten im Handgepaeck und so sass ich auch einigermassen warm und weich.
Der Mekong ist ganz gruenbraun und hat zur Zeit Niedrigwasser. Man kann an den Ufern genau sehen wie hoch das Wasser sonst so ist und die ganzen fiesen Felsen die wir nun sehen konnten sind normalerweise unter Wasser, da mag man garnicht drueber nachdenken. Er schlaengelt sich durch eine Landschaft die mich schwer an die Urwaelder von Uganda erinnert hat. Mit ganz stielen Ufern, Felsen und Sandbaenken. Leider gibts hier keine grossen Tiere an den Ufern zu bestaunen. Nur ab und zu ein paar Goldschuerfer, Fischer und Bueffel.
Unser voll beladenes Boot, fast alles Backpacker, aber auch ein paar Laoten hat dann ab und zu am Ufer angelegt und ein paar Leute ein- oder aussteigen lassen. Am ersten Tag hielt sich das noch in Grenzen, am zweiten Tag wurden dann den ganzen Mittelgang lang Saecke gestapelt mit irgend einem getrockneten "Harz" drin (wer weiss was das wieder war, sieht Rohopium nicht auch so aus?) . Ausserdem stiegen Leute mit lebenden Huehner in Kartons und Koerben und noch halblebenden Bambusratten (die eine hat noch gezappelt) die in Fangschlingen baumelten ein. Die sind aber wohl direkt in die Kueche gewandert. Gabs auch gebraten am Stock.... Das ich auf den Boot nur Kraecker gegessen habe brauche ich eigentlich nicht extra zu erwaehnen, oder? ;-)
Abends im dunkeln haben wir dann in einem kleinen Ort am Ufer angelegt. Hier musste sich jeder eine Uebernachtungsmoeglichkeit selbst suchen und am naechsten Morgen ging das Boot dann weiter. Ist eine 2 Tagesreise nach Luang Prabang. Als ich vom Boot kam hat sich gleich ein Koffertraeger meinen Rucksack geschnappt, und als ich die steilen Treppen und Strassen gesehen habe, war ich auch sehr froh darueber. Der hat zwar ganz schoen gekeucht, aber er hat es ja nicht anders gewollt. Ich haette den wahrscheinlich wieder hingestellt und mir ganz schnell einen anderen genommen ;)
Da am Anleger schon 1000 Hostelschlepper bereit standen, war es nicht schwierig einen Schlafplatz zu finden. Wir haben uns zu 3 ein Zimmer geteilt und einen echt fairen Preis rausgehandelt. Dann sind wir noch in dem kleinen Oertchen was essen gegangen und dann war auch schon schlafen angesagt. Da niemand so ganz genau gesagt hat wann das Boot am naechsten Morgen weiter fuhr, haben wir beschlossen, wir glauben die 9.30 Uhr-Ansage, die hatten wir am haeufigsten gehoert.
Also aufstehen um 8, fertig machen und los. Ich war auch sofort wach, denn gegenueber von meinem Bett an der Wand sass eine handgrosse, behaarte, schwarze Spinne.... zum Glueck war sie so nett sich nicht viel zu bewegen bis ich fertig war. Der Hostelbesitzer meinte nur: keine Sorge die ist nicht giftig und beisst nur manchmal und das tut dann nur weh. Na da hab ich mich doch gleich besser gefuehlt.....
Vor der Tuer wartete dann schon gleich wieder ein kleiner Koffertreager und fuer 1.50 Euro wuchte ich meinen sauschweren Rucksack nicht selbst den Berg runter. Dekadent, aber wahr.
Wir waren dann so ziemlich die letzten die auf dem Boot ankamen,. aber es war immerhin noch da. Und weil es auf diesem, ein anderes als gestern, Bott auch schon Baerchenkissen auf manchen Sitzbaenken gab, und somit jeder dachte die waeren schon besetzt, haben wir auch noch super Plaetze bekommen. Ich konnte die 7 Std. Fahrt also mit 3 Kissen, 2 Jacken und meiner Massaidecke halbwegs schmerzfrei geniessen. Leider hat es den ganzen Tag geregnet oder genieselt. Aber das Boot hatte ja ein Dach. Die Landschaft sah genauso aus wie gestern, nur der Fluss hat mehr Biegungen gehabt. Als wir dann in Luang Prabang ankamen war ich auch echt froh. 2 Tage Boot mit hatten Kirchenbaenken reichen dann auch. Ich glaube ich habe jetzt Busse getan bis ans Ende meines Lebens.
In L.P. haben wir dann diverse Gasthaeuser abgeklappert bis wir ein Zimmer gefunden haben. Sie waren entweder schon voll oder viel zu teuer. Dann gings noch was essen auf den nachtmarkt und ein kleines bisschen shoppen ;-) Aber nur ganz leichte Sachen.
Heute schaue ich mir L.P an und morgen werde ich wohl einen Elefantenausflug machen und abends gehts dann in den Nachtbus nach Vientienne, wo ich mich mit Silke treffe und wir weiter nach Vietnam reisen.
Es bleibt also spannend.
Lasst Euch nicht einschneien und immer schoen nen Punsch fuer mich mittrinken!
Cheers
Lexi
Um 7.15 Uhr wurde ich im Hotel abgeholt. Ich war schon ein bisschen nervoes, denn die versprechen Dir hier ja alles und nur die Haelfte klappt, und eigentlich sollte es um 7 los gehen.
Wir haben dann noch 2 Schweizer abgeholt und auf gings, die 2 Std. zur laotischen und auch chaotischen Grenze. Und ich dachte immer schon Afrika war hart.... ;-)
Erst wurden wir an einem Gasthaus abgesetzt und hatten angeblich noch gaaaanz viel Zeit zu fruehstuecken. da das aber keiner von uns wollte sondern nur eben nen Tee trinken, hatten wir es dann ploetzlich ganz eilig. Wir haben unseren Tee trotz aller Draengelei in Ruhe ausgetrunken, so ja nun nicht Freunde!
Dann ging es in ein Taxi wo noch 2 Deutsche gewartet haben und runter zum Fuss. Ein super steiler Weg mit schlechtem Strassenbelag und am Ende nur noch Sand. Hier auf ein kleines Faehrboot (und ich hatte echt Angst, dass das Ding untergeht mit meiner schweren Tasche. Der Steg hat beim Einsteigen schon so gewackelt und geknarrt.... UUUTE Du musst mich BITTE bald erloesen ;-)) und rueber zur anderen Seite. Halt, vorher noch schnell den Thailaendischen Ausreisestempel besorgt. Auf der anderen Seite einen Steilen Berg wieder hoch und dann noch steilere treppen zum Immigrationoffice. Davor standen gefuehlte 1000 Leute und wedelten mit ihren Paessen. Irgendwann hatte ich mich nach vorne gekaempft, die beiden noetigen Formulare ausgefuellt und ein Foto mit abgegeben. Dann hiess es warten. Es wurde immer ein fertig bearbeiteter Pass hochgehalten und der Besitzer musste dann die Gebuehr bezahlen und bekam seinen Einreisestempel und das Visum. Also warten.... Aber am Ende hat es doch gut geklappt, allerdings mussten wir 1$ Wochenendzuschlag zahlen. Die haben mnachmal Ideen.... grins. Die Schweizer hatten es leichter, die haben sich nur fuer ca. einen Euro nen Stempel holen muessen, das wars und das ging auch noch schnell.
Dann sind wir den Berg ganz hoch gebuckelt in ein kleines "Office" wo wir (fast alle die eben eingereist waren) gesammelt wurden um zum Boot gebracht zu werden. Hier gab es von dem "freundlichen" Inhaber dann erstmal eine 20 minuetige Heizdecken-Verkaufsveranstaltung fuer Bustickets und Hotels unterwegs. Leider ohne Erfolg, daher hat er irgendwann aufgegeben und wir wurden weiter transportiert. Im Minivan, da passten leider nur 10 Leute rein, also wurde oefter gefahren. Mittlerweile war die genannte Abfahrtzeit des Bootes schon ueberschritten. Aber T.i.A. (ihr erinnert euch an Afrika?) passt auch hier. Als wir dann alle mit Gepaeck in naechsten "Office" standen hiess es wir haben noch 20 Minuten Zeit, wovon natuerlich der Supermarkt direkt nebenan profitierte.
Dann gings endlich aufs Langboot. Ein wirklich langes Holzboot mit Dach und fiesen kleinen Holzsitzbaenkchen. Natuerlich nicht befestigt. Ich hatte mich ja noch ueber die Leute lustig gemacht die sich mit wunderbaren rosa Haeschenkissen eingedeckt hatten, aber nach ein paar Stunden auf soner Bank war ich dann schon neidisch. ;-) Ausserdem wurde es mit der Zeit empfindlich kuehl. Aber ich hatte ja ziemlich viele Klamotten im Handgepaeck und so sass ich auch einigermassen warm und weich.
Der Mekong ist ganz gruenbraun und hat zur Zeit Niedrigwasser. Man kann an den Ufern genau sehen wie hoch das Wasser sonst so ist und die ganzen fiesen Felsen die wir nun sehen konnten sind normalerweise unter Wasser, da mag man garnicht drueber nachdenken. Er schlaengelt sich durch eine Landschaft die mich schwer an die Urwaelder von Uganda erinnert hat. Mit ganz stielen Ufern, Felsen und Sandbaenken. Leider gibts hier keine grossen Tiere an den Ufern zu bestaunen. Nur ab und zu ein paar Goldschuerfer, Fischer und Bueffel.
Unser voll beladenes Boot, fast alles Backpacker, aber auch ein paar Laoten hat dann ab und zu am Ufer angelegt und ein paar Leute ein- oder aussteigen lassen. Am ersten Tag hielt sich das noch in Grenzen, am zweiten Tag wurden dann den ganzen Mittelgang lang Saecke gestapelt mit irgend einem getrockneten "Harz" drin (wer weiss was das wieder war, sieht Rohopium nicht auch so aus?) . Ausserdem stiegen Leute mit lebenden Huehner in Kartons und Koerben und noch halblebenden Bambusratten (die eine hat noch gezappelt) die in Fangschlingen baumelten ein. Die sind aber wohl direkt in die Kueche gewandert. Gabs auch gebraten am Stock.... Das ich auf den Boot nur Kraecker gegessen habe brauche ich eigentlich nicht extra zu erwaehnen, oder? ;-)
Abends im dunkeln haben wir dann in einem kleinen Ort am Ufer angelegt. Hier musste sich jeder eine Uebernachtungsmoeglichkeit selbst suchen und am naechsten Morgen ging das Boot dann weiter. Ist eine 2 Tagesreise nach Luang Prabang. Als ich vom Boot kam hat sich gleich ein Koffertraeger meinen Rucksack geschnappt, und als ich die steilen Treppen und Strassen gesehen habe, war ich auch sehr froh darueber. Der hat zwar ganz schoen gekeucht, aber er hat es ja nicht anders gewollt. Ich haette den wahrscheinlich wieder hingestellt und mir ganz schnell einen anderen genommen ;)
Da am Anleger schon 1000 Hostelschlepper bereit standen, war es nicht schwierig einen Schlafplatz zu finden. Wir haben uns zu 3 ein Zimmer geteilt und einen echt fairen Preis rausgehandelt. Dann sind wir noch in dem kleinen Oertchen was essen gegangen und dann war auch schon schlafen angesagt. Da niemand so ganz genau gesagt hat wann das Boot am naechsten Morgen weiter fuhr, haben wir beschlossen, wir glauben die 9.30 Uhr-Ansage, die hatten wir am haeufigsten gehoert.
Also aufstehen um 8, fertig machen und los. Ich war auch sofort wach, denn gegenueber von meinem Bett an der Wand sass eine handgrosse, behaarte, schwarze Spinne.... zum Glueck war sie so nett sich nicht viel zu bewegen bis ich fertig war. Der Hostelbesitzer meinte nur: keine Sorge die ist nicht giftig und beisst nur manchmal und das tut dann nur weh. Na da hab ich mich doch gleich besser gefuehlt.....
Vor der Tuer wartete dann schon gleich wieder ein kleiner Koffertreager und fuer 1.50 Euro wuchte ich meinen sauschweren Rucksack nicht selbst den Berg runter. Dekadent, aber wahr.
Wir waren dann so ziemlich die letzten die auf dem Boot ankamen,. aber es war immerhin noch da. Und weil es auf diesem, ein anderes als gestern, Bott auch schon Baerchenkissen auf manchen Sitzbaenken gab, und somit jeder dachte die waeren schon besetzt, haben wir auch noch super Plaetze bekommen. Ich konnte die 7 Std. Fahrt also mit 3 Kissen, 2 Jacken und meiner Massaidecke halbwegs schmerzfrei geniessen. Leider hat es den ganzen Tag geregnet oder genieselt. Aber das Boot hatte ja ein Dach. Die Landschaft sah genauso aus wie gestern, nur der Fluss hat mehr Biegungen gehabt. Als wir dann in Luang Prabang ankamen war ich auch echt froh. 2 Tage Boot mit hatten Kirchenbaenken reichen dann auch. Ich glaube ich habe jetzt Busse getan bis ans Ende meines Lebens.
In L.P. haben wir dann diverse Gasthaeuser abgeklappert bis wir ein Zimmer gefunden haben. Sie waren entweder schon voll oder viel zu teuer. Dann gings noch was essen auf den nachtmarkt und ein kleines bisschen shoppen ;-) Aber nur ganz leichte Sachen.
Heute schaue ich mir L.P an und morgen werde ich wohl einen Elefantenausflug machen und abends gehts dann in den Nachtbus nach Vientienne, wo ich mich mit Silke treffe und wir weiter nach Vietnam reisen.
Es bleibt also spannend.
Lasst Euch nicht einschneien und immer schoen nen Punsch fuer mich mittrinken!
Cheers
Lexi
Donnerstag, 25. November 2010
Uganda: Rafting auf dem Nil
Heute berichte ich Euch von meinem Raftingerlebnis. Nachdem ich in Zimbabwe doch lieber die Reitsafari gemacht habe, was auch eine goldrichtige Entscheidung war, denn wo anders ging das nicht mehr so gut, habe ich meine Scheu vor dem Wasser dann doch ueberwunden und mich zum raften angemeldet. Und zwar auf dem guten, alten Nil. Bei Jinja in Uganda fliesst der Nil aus dem Victoria See und beginnt seine lange Reise nach Alexandria und ins Mittelmeer. Und da ich die Fellucenfahrt in Aegypten so gut ueberstanden habe, dachte ich mir, ich versuchs mal mit dem Nil.
Es ist 6.45 Uhr und unser Taxi wartet um uns von Kampala nach Jinja zu bringen. Der Rafting- und Actionhauptstadt von Uganda. Wir fahren durch das morgendlich verschlafene Kampala und mir faellt auf, wie schoen es im goldenen Licht der Morgensonne eigentlich ist. Ohne die vielen Menschen, die Hektik und das Verkehrschaos. Richtig idyllisch. Aber bald geht der Tag los und zerrt alles wieder ins grelle Sonnenlicht und den trueben Smog.
Wir fahren fast 2 Stunden, durch schoene Landschaften und Urwaelder. Kurz vor 9 ueberqueren wir den Damm und sind da. Zuert gibt es ein leckeres Fruehstueck: selbstgemachte Pfannkuchen mit frischer, suesser Ananas. Dazu Tee und hartgekochte Eier.
Dann werden die Schwimmwesten und Helme verteilt. Wir sind nur zu 4. Das Luxemburger Paar, Estell aus Ungarn und ich. So langsam bin ich ganz schoen aufgeregt. Man koennte auch sagen ich hab Schiss. Aber ich wollte es ja unbedingt mal probieren. Wenn es bloss nicht im Wasser waere... ;-)
Dann geht es los. Der Anhaenger mit den beiden Booten steht schon bereit. Wir steigen hinten auf die offene Ladeflaeche des Lasters und los gehts. Es sind ca. 20 Minuten Fahrt bis zum Nil. Wir rumpeln ueber holprige Wege und muessen zum Teil aufstehen, weil es sitzend gar nicht geht. Am Ufer angekommen, werden rasch die Boote ausgeladen und wir bekommen eine letzte Sicherheitseinweisung. Dann gehts an Bord. Das erste Stueck, so sagt uns Brett (ja der wird wirklich so geschrieben) unser Raftingguide, ist ganz ruhig. Zum ueben. Und wenn die ersten Stromschnellen (Rapids) kommen, sind wir auf alles vorbereitet. Klingt ja erstmal beruhigend. Am Ufer steht eine Frau und waescht Waesche. Direkt neben ihr werden die Boote ins Wasser gelassen. Stoert sie gar nicht. Das sind die hier wohl gewohnt.
Wir ueben erstmal das paddeln, denn leider sind wir der Motor. Das Boot ist ganz schoen gross und schwer. Normalerweise passen da bis zu 12 Personen rein. Und Gleichschritt ist gar nicht so leicht. Aber wir schlagen uns recht gut und werden dafuer zur Belohnung ins Wasser geschubst. Naja, wir duerfen selber springen, aber ein "ich bleibe lieber an Bord" wird nicht akzeptiert. Es geht zur ersten Wasseruebung. Ins Boot gezogen werden und andere reinziehen. Das ist bei mir gleich mit den ersten blauen Flecken verbunden, aber klappt ganz gut. Man drueckt den jenigen mit seiner Schwimmweste ein bisschen nach unten und reisst ihn dann nach oben ins Boot. Mit ordentlich Schwung klappt das sogar mit erwachsenen Maennern. Ok, ich bin wieder an Bord, es kann los gehen. Dann kommt die Uebung wie wir von einem der Begleitkajaks gerettet werden. Einmal vorne dran festhalten und einmal hinten. OK, das klappt auch. Waehrend unserer Uebungen treiben wir langsam auf die ersten Stromschnellen zu. Aber Brett meint, die ersten waeren ganz harmlos. Sein Wort in Gottes Ohr...
Aber wir haben noch nicht alles geuebt. Nun gehts an flippen. Das ist wenn das Boot umschlaegt. Kann ja mal passieren. Die anderen haben vom Zambesi erzaehlt das es bei der einen Gruppe einmal umgekippt ist und bei der anderen gar nicht. das hatte mich eigentlich optimistisch gestimmt und ermutigt. Also gut, im ruhigen Wasser einmal ausprobieren wie das so ist mit dem Boot umzufallen. Wir setzen uns alle auf eine Seite und Brett schmeisst das Boot um. Ich klatsche ins Wasser, gehe unter und weiss nicht mehr wo oeben und unten ist. Die Schwimmweste treibt mich hoch, ich schnappe nach Luft und erwische eine Welle. Ueber mir ist das Boot. Doofes Gefuehl. Ich tauche ganz artig unter dem Boot vor und halte mich aussen am Rand fest bis ich wieder reingezogen werde. Das Paddel die ganze Zeit fest umklammert. Das war anstrengend und ich habe jetzt auch eigentlich schon genug vom Wasser. Nun sind wir soweit vorbereitet das es losgehen kann. Meine halb ernst gemeinte Frage ob ich vielleicht noch aussteigen koennte, wird nur belaechelt.
Es heisst: Team vorwaerts! Und wir paddeln mehr oder weniger im Gleichschritt auf die ersten Rapids zu. Die sind wirklich recht klein und sehen aus wie ein Jacuzzi. Das macht nicht mal mir Angst und wir schaukeln, ohne das Paddeln zu unterbrechen daruber. An dieser Stelle sei noch erwaehnt, fuer alle nicht Rafter, dass wir auf dem dicken Gummirand des Bootes sitzen, damit wir mit den Paddeln gut ins Wasser kommen. Zu unserer Sicherheit gibt es 2 Befehle: festhalten buecken! Das ist auf dem Rand sitzen bleiben und nur ins Boot ducken und festhalten ins Boot. Dann kauern wir uns auf den Boden, halten mit der einen Hand die Paddel fest und mit der anderen uns an der Leine die einmal aussen ums Boot geht. Also fuer meinen Geschmack nicht gerade sicher. Ich wuerde mich lieber mit beiden Haenden irgendwo drinnen festhalten, aber das ist nicht!
Dann vernehmen wir das Rauschen unserer ersten Stufe 3 Stromschnelle. Mir wird ein bisschen flau, aber da es bisher gut geklappt hat und sogar ein bisschen Spass gemacht hat bin ich guter Dinge. Brett erklaert uns jedes Mal vor der Rapid was genau auf uns zukommt und wie wir uns zu verhalten haben. Welche Befehle er geben wird und was wir machen muessen. OK, drei mal durchgesprochen, das sollte klappen. Dann erwaehnt er den Namen dieser Rapid: 50/50. Wieso? Weil man eine 50% Chance hat umzukippen... Na super. Da fuehle ich mich doch gleich viel besser! Aber er sagt es muss ja nicht sein und wir stuerzen uns voller Mut hinein. Vorwaerts Team! Paddeln, paddeln, paddeln, ducken festhalten. Ich halte mich genau an alle Anweisungen und wir rauschen in einen Strudel mit anschliessender Riesenwelle. Und genau diese Riesenwelle hebt uns hoch und schmeisst unser Boot um. Ich fliege ins Wasser, tauche unter, weiss nicht mehr wo oben und wo unten ist. Ich schnappe nach Luft und schlucke nur Wasser. Ich bin neben dem Boot, was nun verkehrt herum liegt und halte mich an der Leine fest. Wir treiben durch einen Kessel mit brodelndem Wasser. Ich versuche zu schwimmen, aber es geht nicht. Schlucke wieder Wasser. Wenn mich nicht gleich jemand rettet werde ich wohl loslassen muessen weil ich keine Kraft mehr habe. Es ist unglaublich anstrengend oben zu bleiben. Trotz Schwimmweste. das Boot schiebt mich immer weiter den Fluss runter, stoesst gegen mich. Ist riesig direkt hinter mir. Ich treibe auf das 2., das Rettungsboot zu. Bin zwischen den beiden Booten und werde endlich hochgezogen. Ich bin voellig am Ende und kann nicht mal aus eigener Kraft mithelfen, pumpe wie ein Maikaefer. Mein Gott. Ich dachte ich ertrinke. Was fuer ein Scheissgefuehl! Ich hoffe das passiert mir nie wieder.
Unsere Boote werden in einen ruhigeren Pool am Ufer getrieben. Es sind alle da, aber es haette mich nicht gewundert wenn jemand ertrunken waere. Die anderen gucken zwar noch ein bisschen geschockt, aber fangen bald wieder an zu laecheln: was fuer ein Spass! Hallo? Seid ihr verrueckt? denke ich. Jeder von uns hat ordentlich Wasser geschluckt und reichlich blaue Flecke abbekommen, aber ausser mir scheint das keinem was auszumachen....
Ich japse immer noch nach Luft als es schon in die naechste Stromschnelle ght. Wieder eine Kleine, die wir komplett durch paddeln. Es schaukelt ordentlich, aber alles geht gut. Dann folgt eine weitere Kleine und dann bereitet Brett uns auf unsere erste Grad 5 Rapid vor. Mein erstes Nahtoterlebnis ist gerade mal 15 Minuten her. Max. 20. Ich bin noch nicht wieder so weit. Mein Ueberlebensinstikt meldet sich verstaerkt als das Rauschen lauter wird. Die anderen freuen sich und ich frage besorgt wie gross denn unsere Chancen sind wieder zu kentern. Brett sagt es geht so, nicht so hoch wie bei der anderen und er ist hier noch nie geflippt. Na gut. Dann los. Wir paddeln auf ein weisses Getoese zu. Ganz wichtig ist hier, bis zum Befehl ins Boot festhalten! oben sitzen zu bleiben und kraeftig weiter zu paddeln. Sonst kann Brett die Richtung nicht richtig bestimmen und wir rauschen evtl. nicht an der vorgesehenen Stelle durch die Schnelle sondern in der Mitte wo sich alle Kraefte treffen. Und dann ist uns ein Flip sicher. Und genau das noechte ich ja auf keinen Fall! Also paddle ich was das Zeug haelt. Die anderen auch, aber wir sind nur zu 5., 3 Maedels und alle recht leicht. Unser Power reicht nicht und wir werden mitten in die staerkste Stroemung gezogen. Ich halte mich fest, aber es nuetzt nichts das Boot schlaegt wieder um. Dieses Mal bin ich unter dem Boot und komme nicht so leicht darunter hervor. Meine Kraefte schwinden schnell und ich schlucke viel Wasser. Huste, schnappe nach Luft und schlucke noch mehr Wasser. Endlich bin ich unter den Boot vor und haenge am Rand. ich habe mein Paddel verloren. Brett sitzt auf dem umgedrehten Boot und zieht mich hoch. ich zittere und huste. Mein Gott, wie koennen Menschen sich so einer Gefahr freiwillig aussetzen und das auch noch spassig finden? Ich begreife das nicht. Wir ziehen noch Tanja rauf und treiben in der Mitte der 2-teiligen Stromschnelle ans Ufer.
Wir klettern raus auf die glitschigen Steine und Brett und ein Helfer drehen das Boot wieder um. Ich huste immer noch. Wir klettern wieder rein ins Boot und werden den 2. Teil der Rapid nun nur zu 3. bewaeltigen. Das Adrenalin rauscht durch meinen Koerper und verleiht mir ungeahnte Kraefte. Wir schaffen es im 3. Anlauf die richtige Stroemung zu erwischen und kommen heile runter. Unten sammeln wir die anderen wieder ein, die an den Kajaks haengen. Dann ist Mittag. Wir ketten die beiden grossen Boote zusammen und lassen uns gemuetlich den Nil runter treiben. Es gint frische Ananas, lecker belegte Broetchen und Kuchen. Die Versorgung ist spitze und wir haben Hunger wie die Woelfe. Langsam entspanne ich mich wieder. Ich finde das alles nicht halb so spassig wie die anderen. Hab ich mich zu bloede angestellt? Oder bin ich nur eine Memme? Ich denke das haengt mit meinem Respekt vor Wasser zusammen. Wenn es nicht unbedingt sein muss, geh ich nicht rein. Das Haitauchen war ja auch viel schlimmer fuer mich, als der Bungeejump.
Wir treiben mehr als 20 Minten so dahin und die Sonne trocknet unsere Kleider. Es ist schoen. Ich koennte ewig so weiter machen. Aber nach dem Mittag erwarten uns noch 4 heftige Stromschnellen. Na super. Aussteigen geht immer noch nicht, also muss ich da wohl durch. Erstmal kommen wieder ein paar Kleine, das macht Spass. dann hoert man wieder das verdaechtige Rauschen. Ziemlich laut dieses Mal. Es handelt sich wieder um eine mehrteilige Rapid bei der wir erst kraeftig paddeln muessen, dann ducken, dann wieder paddeln, dann runter und dann nochmal paddeln und mit beiden Haenden festhalten beim Wasserfall. Wasserfall????? Oh jeh und ich dachte es koennte nicht mehr schlimmer werden. Mein Herz ist laengst in die Hose gerutscht, wenn es nicht sogar schon irgendwo im Nil schwimmt. Da ich keine andere Chance habe, laechle ich und bereite mich aufs Ertrinken vor.... Vor uns taucht ein flacher Wasserfall ueber die ganze Breite des Nils auf. 2x getrennt durch diverse Felsen. Na super. Wie sollen wir das denn machen? Und was sollen die vielen Steine da?
Wir paddeln alle nach Leibeskraeften. Ausserdem haben wir Verstaerkung aus dem Rettungsboot bekommen. Mit einem kraeftigen Paddler mehr klappt das ganze schon viel besser. Ich bin sehr froh darueber, denn ich hatte schon Angst dass wir noch 4x umkippen. Das haette ich nicht ueberlebt. Wir paddeln wie die Wilden auf die Rapid zu. Nur nicht zu frueh aufhoeren, das koennte die Richtung unguenstig veraendern. Aber auch nicht zu spaet, dann kann man sich nicht mehr richtig festhalten. Wir rauschen in die Mitte der Welle, runter festhalten! Ich ducke mich ins Boot und hoffe das es gut geht. Das Boot rauscht auf den Strudel mit anschliessender Riesenwelle zu. Ich weiss nicht ob ich die Augen zu machen soll oder lieber gucken wenn wir wieder umkippen. Aber das passiert immer so ploetzlich, dass man sich doch nicht drauf vorbereiten kann. Der Moment in dem man aus der Luft gewirbelt wird und nicht wieder richtig landet fuehlt sich eigentlich recht gleich an mit einer gut durchfahrenen Rapid, bis auf den Augenblick in dem man auf dem Wasser aufschlaegt und untertaucht.
Das Boot geht steil hoch und.... wieder runter. Wir sind nicht umgekippt. Wow, was fuer ein Glueck. Allerdings sind wir erst bei der Haelfte. Der Wasserfall kommt noch. Das war er naemlich noch gar nicht. Die Stroemung hat uns an einen kleinen Felsen getrieben, bei dem das Wasser voellig ruhig ist. Und hinter ihm liegt der Wasserfall. Kein grosser, vielleicht 3-4 Meter hoch, aber das reicht mir schon. Ich halte es fuer keine gute Idee dort mit einem Boot runter zu fahren. Also wieder paddeln und dann mit beiden Haenden festhalten. Wir fahren in Zeitlupe auf den Wasserfall zu, weil der Wasserstand so niedrig ist schrappen wir langsam ueber die Felsen. Es gab auch noch die Warnung dass es keine gute Idee ist hier aus dem Boot zu fallen. Ach wirklich? Wo ist das jemals eine gute Idee????
Wir treiben langsam auf die Kante zu und dann kippt das Boot nach vorn. Fuehlt sich an wie Achterbahn. Aber wir landen richtig und alles ist fein. Zum Glueck! Nur noch 3 fiese Rapids, dann habe ich es geschafft. Und ich bin mir zu diesem Zeitpunkt schon so sicher, dass das meine erste und letzte Raftingtour ist! Dann heisst es erstmal ordentlich paddeln. Es kommt ein sehr, sehr langes ruhiges Stueck. Zuerst gefaellt mir das, aber irgendwann koennen wir alle nicht mehr und kommen kaum noch voran. Das Rettungboot hat Ruder an denen ein Mann mit freiem Oberkoerper, wie aus Ebenholz geschnitzt, sitzt. Seine Muskeln glaenzen in der Sonne und auch Tom muss neidlos anerkennen, dass das ein verdammt trainierter Koerper ist. Ein schoener Anblick fuer uns Maedels.
Leider muessen wir selbst paddeln und ich bin schon fast froh als ich wieder dieses Rauschen der naechsten Stromschnelle hoere. Ich bin total erschoepft und will nur noch fertig werden. Es gibt wieder eine kurze Einweisung wie wir wann zu paddeln haben und los gehts. Wieder ein Grad 5, aber das klappt auch dieses Mal erstaunlich gut. Kurz danach ist schon die naechste, die auch gut klappt und dann folgt wieder ein langes flaches Stueck. Da wir alle recht fertig sind, nimmt uns der Ebenholzmann ins Schlepptau und rudert fuer beide Boote. Respekt! Er lacht nur und mein es sei kostenloses Gym. Recht hat er. Ich geniese die naechsten 20 Minuten in der Sonne und betrachte das Ufer. Ueberall stehen Menschen. Waschen sich, Waesche, Fahrraeder, Rinder. An den ersten Rapids standen auch Zuschauer, aber die habe ich kaum wahrgenommen, weil ich gerade mit Ueberleben beschaeftigt war. Und unseren Fotografen habe ich nur einmal richtig gesehen. Da bin ich gerade nach dem ersten Untergang wieder aufgetaucht. Muss wirklich ein tolles Bild sein. Ich bin gespannt. Leider koennten wir uns die CD noch nicht ansehen. Es ist also auch fuer mich eine Ueberraschung.
Dann geht es zur letzten Stromschnelle. Wieder eine mehrteilige. Und zwar eine richtig grosse. Da diese aber zu Anfang ein Grad 6 ist, wird der erste Teil am Ufer umlaufen. Ich wittere meine Chance und frage ob ich nicht ganz drum rum laufen koennte. In meinem Magen zieht sich alles zusammen bei dem Gedanken nochmal durch so eine Waschmaschine zu muessen und evtl. nochmal umzukippen und das ganze dann bei einer mehrteiligen Stromschnelle. Das geht fuer mich gar nicht. Rumlaufen geht zwar nicht, aber ich kann ins Rettungsboot wechseln. Das ist durch die Ruder stabiler und faehrt nicht durch die Mitte sonder "nur" durch die Rapids am Rand. Allerdings kippt es ab und zu auch um. Aber trotzdem finde ich diese Chance besser als nichts.
Wir paddeln mit grosser Anstrengung ans Ufer. Denn falls wir es nicht schaffen wuerden, wuerden wir die Rapid Grad 6 herunter rauschen, ohne Chance auf lenken und nicht flippen.... Und das wollte dann doch keiner. Wir muessen nur unser Paddel mitnehmen, klettern ein steiles Stueck Boeschung hoch. Der Boden ist gluehend heiss und wir versuchen so schnell wie moeglich in das naechste Steuckchen Schatten zu kommen, denn wir sind natuerlich barfuss. Auf der anderen Seite geht es wieder runter und wir koennen einen Blick auf das gesamte Specktakel werfen. NIE im Leben waere ich dort runter gefahren. Dagegen sieht der untere Teil richtig leicht aus. Trotzdem bleibe ich bei meiner Meinung im Rettungsboot zu fahren. Schliesslich sterben die Mutigsten oft zuerst und mir geht die ganze Zeit die Geschichte von dem Maedel das in Oesterreich beim raften ertrunken ist, nicht aus dem Kopf. Ich liebe mein Leben! Vor allem im Moment. da gehe ich lieber auf Nummer sicher.
Einziger Nachteil ist, dass das Rettungsboot natuerlich zuerst die Rapid runter muss. Sonst kann es die anderen im Zweifel ja nicht retten. Logisch. Als die Boote wieder ins Wasser gesetzt sind besteige ich das Rettungsboot und auf gehts. Damit ich auch meinen Spass habe, faehrt der Rettungsbootmann doch recht nah an die Strudel heran. Aber es besteht keine Gefahr zu kippen. Es schaukelt, ich werde pitschnass, aber alles geht gut. Bin ich froh! Nun kann ich mir die anderen in Ruhe anschauen. Sieht aus der Distanz gar nicht so schlimm aus. Aber sie treffen auch den richtigen Weg. Ein bisschen weiter rechts und es haette sie total zerrissen. Dort ist ein grosser Strudel der alles nach unten zieht und im Anschluss eine Riesenwelle. Also alles was man eigentlich nicht haben moechte.
Nun geht es noch einmal in ruhigen Wasser um die Kurve und die Fahrt ist vorbei. Bin ich froh! Am Ufer warten schon Kinder die die Boote hoch tragen. Wir muessen nur unsere Paddel und die Helme nehmen. Das ist gut. Das Ufer ist steil, aber es sind Stufen in den harten, heissen , roten Boden geschlagen. Die Sonne brennt und meine Fuesse gluehen. Ich weiss ja das ich immer so zarte Samtfuesschen habe, aber dass ich oben angekommen schon richtige Brandblasen unter den Fuessen hatte, hat sogar mich gewundert.
Oben stand dann der Laster mit unseren Rucksaecken, den Schuhen und vor allem kalten Getraenken. Auch wenn ich gegen Mittag dachte, dass ich nie wieder etwas trinken muss nach den 10 Litern Nil, hatte ich inzwischen Riesendurst. Es gab, wie sollte es anders sein, das oertliche Bier: Nil, aus 1/2 Literflaschen ;-)
Prost! Auf mein erstes und letztes Rafting und dass ich es ueberlebt habe!
Es ist 6.45 Uhr und unser Taxi wartet um uns von Kampala nach Jinja zu bringen. Der Rafting- und Actionhauptstadt von Uganda. Wir fahren durch das morgendlich verschlafene Kampala und mir faellt auf, wie schoen es im goldenen Licht der Morgensonne eigentlich ist. Ohne die vielen Menschen, die Hektik und das Verkehrschaos. Richtig idyllisch. Aber bald geht der Tag los und zerrt alles wieder ins grelle Sonnenlicht und den trueben Smog.
Wir fahren fast 2 Stunden, durch schoene Landschaften und Urwaelder. Kurz vor 9 ueberqueren wir den Damm und sind da. Zuert gibt es ein leckeres Fruehstueck: selbstgemachte Pfannkuchen mit frischer, suesser Ananas. Dazu Tee und hartgekochte Eier.
Dann werden die Schwimmwesten und Helme verteilt. Wir sind nur zu 4. Das Luxemburger Paar, Estell aus Ungarn und ich. So langsam bin ich ganz schoen aufgeregt. Man koennte auch sagen ich hab Schiss. Aber ich wollte es ja unbedingt mal probieren. Wenn es bloss nicht im Wasser waere... ;-)
Dann geht es los. Der Anhaenger mit den beiden Booten steht schon bereit. Wir steigen hinten auf die offene Ladeflaeche des Lasters und los gehts. Es sind ca. 20 Minuten Fahrt bis zum Nil. Wir rumpeln ueber holprige Wege und muessen zum Teil aufstehen, weil es sitzend gar nicht geht. Am Ufer angekommen, werden rasch die Boote ausgeladen und wir bekommen eine letzte Sicherheitseinweisung. Dann gehts an Bord. Das erste Stueck, so sagt uns Brett (ja der wird wirklich so geschrieben) unser Raftingguide, ist ganz ruhig. Zum ueben. Und wenn die ersten Stromschnellen (Rapids) kommen, sind wir auf alles vorbereitet. Klingt ja erstmal beruhigend. Am Ufer steht eine Frau und waescht Waesche. Direkt neben ihr werden die Boote ins Wasser gelassen. Stoert sie gar nicht. Das sind die hier wohl gewohnt.
Wir ueben erstmal das paddeln, denn leider sind wir der Motor. Das Boot ist ganz schoen gross und schwer. Normalerweise passen da bis zu 12 Personen rein. Und Gleichschritt ist gar nicht so leicht. Aber wir schlagen uns recht gut und werden dafuer zur Belohnung ins Wasser geschubst. Naja, wir duerfen selber springen, aber ein "ich bleibe lieber an Bord" wird nicht akzeptiert. Es geht zur ersten Wasseruebung. Ins Boot gezogen werden und andere reinziehen. Das ist bei mir gleich mit den ersten blauen Flecken verbunden, aber klappt ganz gut. Man drueckt den jenigen mit seiner Schwimmweste ein bisschen nach unten und reisst ihn dann nach oben ins Boot. Mit ordentlich Schwung klappt das sogar mit erwachsenen Maennern. Ok, ich bin wieder an Bord, es kann los gehen. Dann kommt die Uebung wie wir von einem der Begleitkajaks gerettet werden. Einmal vorne dran festhalten und einmal hinten. OK, das klappt auch. Waehrend unserer Uebungen treiben wir langsam auf die ersten Stromschnellen zu. Aber Brett meint, die ersten waeren ganz harmlos. Sein Wort in Gottes Ohr...
Aber wir haben noch nicht alles geuebt. Nun gehts an flippen. Das ist wenn das Boot umschlaegt. Kann ja mal passieren. Die anderen haben vom Zambesi erzaehlt das es bei der einen Gruppe einmal umgekippt ist und bei der anderen gar nicht. das hatte mich eigentlich optimistisch gestimmt und ermutigt. Also gut, im ruhigen Wasser einmal ausprobieren wie das so ist mit dem Boot umzufallen. Wir setzen uns alle auf eine Seite und Brett schmeisst das Boot um. Ich klatsche ins Wasser, gehe unter und weiss nicht mehr wo oeben und unten ist. Die Schwimmweste treibt mich hoch, ich schnappe nach Luft und erwische eine Welle. Ueber mir ist das Boot. Doofes Gefuehl. Ich tauche ganz artig unter dem Boot vor und halte mich aussen am Rand fest bis ich wieder reingezogen werde. Das Paddel die ganze Zeit fest umklammert. Das war anstrengend und ich habe jetzt auch eigentlich schon genug vom Wasser. Nun sind wir soweit vorbereitet das es losgehen kann. Meine halb ernst gemeinte Frage ob ich vielleicht noch aussteigen koennte, wird nur belaechelt.
Es heisst: Team vorwaerts! Und wir paddeln mehr oder weniger im Gleichschritt auf die ersten Rapids zu. Die sind wirklich recht klein und sehen aus wie ein Jacuzzi. Das macht nicht mal mir Angst und wir schaukeln, ohne das Paddeln zu unterbrechen daruber. An dieser Stelle sei noch erwaehnt, fuer alle nicht Rafter, dass wir auf dem dicken Gummirand des Bootes sitzen, damit wir mit den Paddeln gut ins Wasser kommen. Zu unserer Sicherheit gibt es 2 Befehle: festhalten buecken! Das ist auf dem Rand sitzen bleiben und nur ins Boot ducken und festhalten ins Boot. Dann kauern wir uns auf den Boden, halten mit der einen Hand die Paddel fest und mit der anderen uns an der Leine die einmal aussen ums Boot geht. Also fuer meinen Geschmack nicht gerade sicher. Ich wuerde mich lieber mit beiden Haenden irgendwo drinnen festhalten, aber das ist nicht!
Dann vernehmen wir das Rauschen unserer ersten Stufe 3 Stromschnelle. Mir wird ein bisschen flau, aber da es bisher gut geklappt hat und sogar ein bisschen Spass gemacht hat bin ich guter Dinge. Brett erklaert uns jedes Mal vor der Rapid was genau auf uns zukommt und wie wir uns zu verhalten haben. Welche Befehle er geben wird und was wir machen muessen. OK, drei mal durchgesprochen, das sollte klappen. Dann erwaehnt er den Namen dieser Rapid: 50/50. Wieso? Weil man eine 50% Chance hat umzukippen... Na super. Da fuehle ich mich doch gleich viel besser! Aber er sagt es muss ja nicht sein und wir stuerzen uns voller Mut hinein. Vorwaerts Team! Paddeln, paddeln, paddeln, ducken festhalten. Ich halte mich genau an alle Anweisungen und wir rauschen in einen Strudel mit anschliessender Riesenwelle. Und genau diese Riesenwelle hebt uns hoch und schmeisst unser Boot um. Ich fliege ins Wasser, tauche unter, weiss nicht mehr wo oben und wo unten ist. Ich schnappe nach Luft und schlucke nur Wasser. Ich bin neben dem Boot, was nun verkehrt herum liegt und halte mich an der Leine fest. Wir treiben durch einen Kessel mit brodelndem Wasser. Ich versuche zu schwimmen, aber es geht nicht. Schlucke wieder Wasser. Wenn mich nicht gleich jemand rettet werde ich wohl loslassen muessen weil ich keine Kraft mehr habe. Es ist unglaublich anstrengend oben zu bleiben. Trotz Schwimmweste. das Boot schiebt mich immer weiter den Fluss runter, stoesst gegen mich. Ist riesig direkt hinter mir. Ich treibe auf das 2., das Rettungsboot zu. Bin zwischen den beiden Booten und werde endlich hochgezogen. Ich bin voellig am Ende und kann nicht mal aus eigener Kraft mithelfen, pumpe wie ein Maikaefer. Mein Gott. Ich dachte ich ertrinke. Was fuer ein Scheissgefuehl! Ich hoffe das passiert mir nie wieder.
Unsere Boote werden in einen ruhigeren Pool am Ufer getrieben. Es sind alle da, aber es haette mich nicht gewundert wenn jemand ertrunken waere. Die anderen gucken zwar noch ein bisschen geschockt, aber fangen bald wieder an zu laecheln: was fuer ein Spass! Hallo? Seid ihr verrueckt? denke ich. Jeder von uns hat ordentlich Wasser geschluckt und reichlich blaue Flecke abbekommen, aber ausser mir scheint das keinem was auszumachen....
Ich japse immer noch nach Luft als es schon in die naechste Stromschnelle ght. Wieder eine Kleine, die wir komplett durch paddeln. Es schaukelt ordentlich, aber alles geht gut. Dann folgt eine weitere Kleine und dann bereitet Brett uns auf unsere erste Grad 5 Rapid vor. Mein erstes Nahtoterlebnis ist gerade mal 15 Minuten her. Max. 20. Ich bin noch nicht wieder so weit. Mein Ueberlebensinstikt meldet sich verstaerkt als das Rauschen lauter wird. Die anderen freuen sich und ich frage besorgt wie gross denn unsere Chancen sind wieder zu kentern. Brett sagt es geht so, nicht so hoch wie bei der anderen und er ist hier noch nie geflippt. Na gut. Dann los. Wir paddeln auf ein weisses Getoese zu. Ganz wichtig ist hier, bis zum Befehl ins Boot festhalten! oben sitzen zu bleiben und kraeftig weiter zu paddeln. Sonst kann Brett die Richtung nicht richtig bestimmen und wir rauschen evtl. nicht an der vorgesehenen Stelle durch die Schnelle sondern in der Mitte wo sich alle Kraefte treffen. Und dann ist uns ein Flip sicher. Und genau das noechte ich ja auf keinen Fall! Also paddle ich was das Zeug haelt. Die anderen auch, aber wir sind nur zu 5., 3 Maedels und alle recht leicht. Unser Power reicht nicht und wir werden mitten in die staerkste Stroemung gezogen. Ich halte mich fest, aber es nuetzt nichts das Boot schlaegt wieder um. Dieses Mal bin ich unter dem Boot und komme nicht so leicht darunter hervor. Meine Kraefte schwinden schnell und ich schlucke viel Wasser. Huste, schnappe nach Luft und schlucke noch mehr Wasser. Endlich bin ich unter den Boot vor und haenge am Rand. ich habe mein Paddel verloren. Brett sitzt auf dem umgedrehten Boot und zieht mich hoch. ich zittere und huste. Mein Gott, wie koennen Menschen sich so einer Gefahr freiwillig aussetzen und das auch noch spassig finden? Ich begreife das nicht. Wir ziehen noch Tanja rauf und treiben in der Mitte der 2-teiligen Stromschnelle ans Ufer.
Wir klettern raus auf die glitschigen Steine und Brett und ein Helfer drehen das Boot wieder um. Ich huste immer noch. Wir klettern wieder rein ins Boot und werden den 2. Teil der Rapid nun nur zu 3. bewaeltigen. Das Adrenalin rauscht durch meinen Koerper und verleiht mir ungeahnte Kraefte. Wir schaffen es im 3. Anlauf die richtige Stroemung zu erwischen und kommen heile runter. Unten sammeln wir die anderen wieder ein, die an den Kajaks haengen. Dann ist Mittag. Wir ketten die beiden grossen Boote zusammen und lassen uns gemuetlich den Nil runter treiben. Es gint frische Ananas, lecker belegte Broetchen und Kuchen. Die Versorgung ist spitze und wir haben Hunger wie die Woelfe. Langsam entspanne ich mich wieder. Ich finde das alles nicht halb so spassig wie die anderen. Hab ich mich zu bloede angestellt? Oder bin ich nur eine Memme? Ich denke das haengt mit meinem Respekt vor Wasser zusammen. Wenn es nicht unbedingt sein muss, geh ich nicht rein. Das Haitauchen war ja auch viel schlimmer fuer mich, als der Bungeejump.
Wir treiben mehr als 20 Minten so dahin und die Sonne trocknet unsere Kleider. Es ist schoen. Ich koennte ewig so weiter machen. Aber nach dem Mittag erwarten uns noch 4 heftige Stromschnellen. Na super. Aussteigen geht immer noch nicht, also muss ich da wohl durch. Erstmal kommen wieder ein paar Kleine, das macht Spass. dann hoert man wieder das verdaechtige Rauschen. Ziemlich laut dieses Mal. Es handelt sich wieder um eine mehrteilige Rapid bei der wir erst kraeftig paddeln muessen, dann ducken, dann wieder paddeln, dann runter und dann nochmal paddeln und mit beiden Haenden festhalten beim Wasserfall. Wasserfall????? Oh jeh und ich dachte es koennte nicht mehr schlimmer werden. Mein Herz ist laengst in die Hose gerutscht, wenn es nicht sogar schon irgendwo im Nil schwimmt. Da ich keine andere Chance habe, laechle ich und bereite mich aufs Ertrinken vor.... Vor uns taucht ein flacher Wasserfall ueber die ganze Breite des Nils auf. 2x getrennt durch diverse Felsen. Na super. Wie sollen wir das denn machen? Und was sollen die vielen Steine da?
Wir paddeln alle nach Leibeskraeften. Ausserdem haben wir Verstaerkung aus dem Rettungsboot bekommen. Mit einem kraeftigen Paddler mehr klappt das ganze schon viel besser. Ich bin sehr froh darueber, denn ich hatte schon Angst dass wir noch 4x umkippen. Das haette ich nicht ueberlebt. Wir paddeln wie die Wilden auf die Rapid zu. Nur nicht zu frueh aufhoeren, das koennte die Richtung unguenstig veraendern. Aber auch nicht zu spaet, dann kann man sich nicht mehr richtig festhalten. Wir rauschen in die Mitte der Welle, runter festhalten! Ich ducke mich ins Boot und hoffe das es gut geht. Das Boot rauscht auf den Strudel mit anschliessender Riesenwelle zu. Ich weiss nicht ob ich die Augen zu machen soll oder lieber gucken wenn wir wieder umkippen. Aber das passiert immer so ploetzlich, dass man sich doch nicht drauf vorbereiten kann. Der Moment in dem man aus der Luft gewirbelt wird und nicht wieder richtig landet fuehlt sich eigentlich recht gleich an mit einer gut durchfahrenen Rapid, bis auf den Augenblick in dem man auf dem Wasser aufschlaegt und untertaucht.
Das Boot geht steil hoch und.... wieder runter. Wir sind nicht umgekippt. Wow, was fuer ein Glueck. Allerdings sind wir erst bei der Haelfte. Der Wasserfall kommt noch. Das war er naemlich noch gar nicht. Die Stroemung hat uns an einen kleinen Felsen getrieben, bei dem das Wasser voellig ruhig ist. Und hinter ihm liegt der Wasserfall. Kein grosser, vielleicht 3-4 Meter hoch, aber das reicht mir schon. Ich halte es fuer keine gute Idee dort mit einem Boot runter zu fahren. Also wieder paddeln und dann mit beiden Haenden festhalten. Wir fahren in Zeitlupe auf den Wasserfall zu, weil der Wasserstand so niedrig ist schrappen wir langsam ueber die Felsen. Es gab auch noch die Warnung dass es keine gute Idee ist hier aus dem Boot zu fallen. Ach wirklich? Wo ist das jemals eine gute Idee????
Wir treiben langsam auf die Kante zu und dann kippt das Boot nach vorn. Fuehlt sich an wie Achterbahn. Aber wir landen richtig und alles ist fein. Zum Glueck! Nur noch 3 fiese Rapids, dann habe ich es geschafft. Und ich bin mir zu diesem Zeitpunkt schon so sicher, dass das meine erste und letzte Raftingtour ist! Dann heisst es erstmal ordentlich paddeln. Es kommt ein sehr, sehr langes ruhiges Stueck. Zuerst gefaellt mir das, aber irgendwann koennen wir alle nicht mehr und kommen kaum noch voran. Das Rettungboot hat Ruder an denen ein Mann mit freiem Oberkoerper, wie aus Ebenholz geschnitzt, sitzt. Seine Muskeln glaenzen in der Sonne und auch Tom muss neidlos anerkennen, dass das ein verdammt trainierter Koerper ist. Ein schoener Anblick fuer uns Maedels.
Leider muessen wir selbst paddeln und ich bin schon fast froh als ich wieder dieses Rauschen der naechsten Stromschnelle hoere. Ich bin total erschoepft und will nur noch fertig werden. Es gibt wieder eine kurze Einweisung wie wir wann zu paddeln haben und los gehts. Wieder ein Grad 5, aber das klappt auch dieses Mal erstaunlich gut. Kurz danach ist schon die naechste, die auch gut klappt und dann folgt wieder ein langes flaches Stueck. Da wir alle recht fertig sind, nimmt uns der Ebenholzmann ins Schlepptau und rudert fuer beide Boote. Respekt! Er lacht nur und mein es sei kostenloses Gym. Recht hat er. Ich geniese die naechsten 20 Minuten in der Sonne und betrachte das Ufer. Ueberall stehen Menschen. Waschen sich, Waesche, Fahrraeder, Rinder. An den ersten Rapids standen auch Zuschauer, aber die habe ich kaum wahrgenommen, weil ich gerade mit Ueberleben beschaeftigt war. Und unseren Fotografen habe ich nur einmal richtig gesehen. Da bin ich gerade nach dem ersten Untergang wieder aufgetaucht. Muss wirklich ein tolles Bild sein. Ich bin gespannt. Leider koennten wir uns die CD noch nicht ansehen. Es ist also auch fuer mich eine Ueberraschung.
Dann geht es zur letzten Stromschnelle. Wieder eine mehrteilige. Und zwar eine richtig grosse. Da diese aber zu Anfang ein Grad 6 ist, wird der erste Teil am Ufer umlaufen. Ich wittere meine Chance und frage ob ich nicht ganz drum rum laufen koennte. In meinem Magen zieht sich alles zusammen bei dem Gedanken nochmal durch so eine Waschmaschine zu muessen und evtl. nochmal umzukippen und das ganze dann bei einer mehrteiligen Stromschnelle. Das geht fuer mich gar nicht. Rumlaufen geht zwar nicht, aber ich kann ins Rettungsboot wechseln. Das ist durch die Ruder stabiler und faehrt nicht durch die Mitte sonder "nur" durch die Rapids am Rand. Allerdings kippt es ab und zu auch um. Aber trotzdem finde ich diese Chance besser als nichts.
Wir paddeln mit grosser Anstrengung ans Ufer. Denn falls wir es nicht schaffen wuerden, wuerden wir die Rapid Grad 6 herunter rauschen, ohne Chance auf lenken und nicht flippen.... Und das wollte dann doch keiner. Wir muessen nur unser Paddel mitnehmen, klettern ein steiles Stueck Boeschung hoch. Der Boden ist gluehend heiss und wir versuchen so schnell wie moeglich in das naechste Steuckchen Schatten zu kommen, denn wir sind natuerlich barfuss. Auf der anderen Seite geht es wieder runter und wir koennen einen Blick auf das gesamte Specktakel werfen. NIE im Leben waere ich dort runter gefahren. Dagegen sieht der untere Teil richtig leicht aus. Trotzdem bleibe ich bei meiner Meinung im Rettungsboot zu fahren. Schliesslich sterben die Mutigsten oft zuerst und mir geht die ganze Zeit die Geschichte von dem Maedel das in Oesterreich beim raften ertrunken ist, nicht aus dem Kopf. Ich liebe mein Leben! Vor allem im Moment. da gehe ich lieber auf Nummer sicher.
Einziger Nachteil ist, dass das Rettungsboot natuerlich zuerst die Rapid runter muss. Sonst kann es die anderen im Zweifel ja nicht retten. Logisch. Als die Boote wieder ins Wasser gesetzt sind besteige ich das Rettungsboot und auf gehts. Damit ich auch meinen Spass habe, faehrt der Rettungsbootmann doch recht nah an die Strudel heran. Aber es besteht keine Gefahr zu kippen. Es schaukelt, ich werde pitschnass, aber alles geht gut. Bin ich froh! Nun kann ich mir die anderen in Ruhe anschauen. Sieht aus der Distanz gar nicht so schlimm aus. Aber sie treffen auch den richtigen Weg. Ein bisschen weiter rechts und es haette sie total zerrissen. Dort ist ein grosser Strudel der alles nach unten zieht und im Anschluss eine Riesenwelle. Also alles was man eigentlich nicht haben moechte.
Nun geht es noch einmal in ruhigen Wasser um die Kurve und die Fahrt ist vorbei. Bin ich froh! Am Ufer warten schon Kinder die die Boote hoch tragen. Wir muessen nur unsere Paddel und die Helme nehmen. Das ist gut. Das Ufer ist steil, aber es sind Stufen in den harten, heissen , roten Boden geschlagen. Die Sonne brennt und meine Fuesse gluehen. Ich weiss ja das ich immer so zarte Samtfuesschen habe, aber dass ich oben angekommen schon richtige Brandblasen unter den Fuessen hatte, hat sogar mich gewundert.
Oben stand dann der Laster mit unseren Rucksaecken, den Schuhen und vor allem kalten Getraenken. Auch wenn ich gegen Mittag dachte, dass ich nie wieder etwas trinken muss nach den 10 Litern Nil, hatte ich inzwischen Riesendurst. Es gab, wie sollte es anders sein, das oertliche Bier: Nil, aus 1/2 Literflaschen ;-)
Prost! Auf mein erstes und letztes Rafting und dass ich es ueberlebt habe!
Samstag, 20. November 2010
Uganda: Lunch bei King Kong
Es ist 5.30 Uhr morgens, es nieselt und es ist noch dunkel. Ich sitze total aufgeregt in einem Minibus der mich in den Dschungel bringen soll. Wir sind zu dritt, also hat jeder eine Sitzreihe fuer sich und kann seinen Gedanken nachhaengen oder nochmal schlafen.
Meine Nacht war um 2:08 Uhr zuende. Da bin ich aufgewacht und konnte nicht mehr schlafen. Wahrscheinlich weil ich Angst hatte zu verschlafen. Man geht ja nicht alle Tage Berggorillas besuchen....
Wir rumpeln den steilen und schlechten UND sehr schmalen Feldweg am Lake Bunyonyi entlang. Nach einer Weile geht draussen die Sonne auf ueber dem See und die Nebelschwaden verziehen sich langsam. Es ist wunderschoen.
Unsere Fahrt in das Grenzgebiet von Uganda, Ruanda und der DRC (Congo) dauert 2.5 Std. Dann sind wir endlich da und muessen uns erstmal kurz hinter dem Jeep erleichtern. Dabei laufen uns natuerlich prompt 2 Ranger ueber den Weg....
Dann geht es zur Gorilla-Belehrung. Insgesamt sind wir 6 und ein Ranger nimmt unsere Personalien auf, prueft die Permits (500$ das Stueck) und erlaeutert uns nochmal die Regeln. Wir besuchen eine sehr grosse Familie, allerdings sind sie noch garnicht richtig an den Umgamg mit Menschen gewoehnt. Ich bin gespannt....
Dann, um 8.30 Uhr bekommt jeder einen grossen Stock, es wird allerdings offen gelassen ob als Waffe oder Stuetze, und es geht los. Erstmal den Weg gerade runter und dann in den Wald. Die ersten Meter sind ok, aber dann wird es recht schnell steil. Und anstrengend. Und das, wo ich seit Anfang des Jahres kaum noch Sport gemacht habe. Wir marschieren 1 Std. ohne grosse Unterbrechung Berg rauf und runter auf kleinen, lehmigen, rutschigen Trampelpfaden. Ich kann die Wege kaum erkennen und manchmal fuehren sie durch kleine Baeche oder dichtes Gebuesch. Es ist unverkennbar, wir sind mitten im Dschungel. Im Regenwald. Zum Glueck regnet es nicht. Es scheint sogar die Sonne und wir fangen recht schnell an zu schwitzen. Also Regenjacke aus, Fleecejacke aus, Langarmshirt aus. Und weiter gehts. Da der Wald daemmrig ist, ist er auch voller Viecher. Fliegen und Muecken und so weiter. Sehr unangenehm.
Uns begleiten 2 Ranger und ein Traeger. Irgendwie beruhigend. Der Traeger war fuer den amerikanischen Touristen, bzw. dessen Rucksack, das hier keine falsche Vorstellung entsteht. Ich habe tapfer alles selbst geschleppt. Und ich muss sagen, nach einer Stunde war ich echt schon an der Grenze meiner Leistungsfaehigkeit. Ich habe geschwitzt, mich hats ueberall gejuckt, ich hatte Durst und ich war fast zu schwach meine Fuesse auch noch ueber den naechsten umgefallenen Baumstamm zu heben, den metallischen Geschmack von voelliger Ueberanstrengung im Mund. Aber zum Glueck blieben wir stehen. Pause dachte ich, aber weit gefehlt. Der Ranger stellte uns zwei Tracker (Spurensucher) vor, die die Affenfamilie aufgespuehrt hatten. Dann kam die gute Nachricht: Wir finden sie. Denn das weiss man ja nie ganz sicher. Ist schliesslich kein Zoo. Und die Schlechte: noch 1-2 Std. Fussmarsch. In dem Moment war ich sicher innerhalb der naechsten 10 Minuten tot umzukippen. Ich war, glaube ich, noch nie in meinem Lebeb so fertig. Aber ich wollte ja unbedingt die Gorillas sehen. Davon habe ich seit wir in der Grundsachule den Film "Gorillas im Nebel" gesehen haben getraeumt.
Die Tracker wiesen dann einen gruenen, voellig bewachsenen Huegel rauf. Dort gehts lang. Allerdings war dort kein Weg. Und wenn ich schreibe kein Weg, dann heisst das im Regenwald hohe Baeume, dichtes Gebuesch, Gestruepp und absolut kein Durchkommen. Sowas habe ich bis dahin noch nicht erlebt. Aber gut. Die Tracker und die Ranger haben dann mit Macheten einen "Weg" fuer uns ins Unterholz geschlagen. Man hat beim laufen garnicht mehr den Boden beruehrt, sondern ist auf den Zweigen und Staengeln der Urwaldpflanzen gegangen. Obwohl, eigentlich mehr gerutscht. Ich weiss nicht wie oft ich hingefallen bin, weil ich einfach keinen Halt fand und nirgends wirklich hin treten konnte. Aber die Klamotten waren inzwischen sowieso schon rettungslos verschlammt, die Beine und Arme zerkratzt und voll Blauerflecken.
Und es ging munter weiter bergauf und -ab. Da ich ja innerlich nun schon tot war, wurde das weiterschleppen zu einem automatischen Ablauf, der nur einmal unterbrochen wurde, als ich mich beim fallen an einer Dornenranke festgehalten habe, die mir auch prompt 3 Finger ordentlich aufgerissen hat. Und die Dornen im Dschungel haben es in sich. Der Schmerz erreichte gerade seinen Hoehepunkt, weil ich natuerlich direkt mit der anderen Hand an einen stacheligen Farnstamm gegriffen hatte um nicht voellig abzurutschen, als es ploetzlich hiess: Wir sind da. Und dabei waren wir seit dem Abzweig ins Gebuesch erst 30 oder 40 Minuten gelaufen. Ich schaute mich gespannt um, konnte aber keinen King Kong entdecken.
Der Ranger wies in einen grossen Baum ca. 100 Meter vor uns. Und da sass der erste echte, riesige, schwarze Berggorilla auf einem Ast und hat Blaetter gefressen. Und er war richtig gut zu sehen. In dem Moment war alle Quaelerei vergessen und kamen fast die Traenen. Vor Freude und Erleichterung. Das war einfach ein unbeschreiblicher Augenblick fuer den allein sich schon alle Anstrengungen gelohnt hatten. Aber es wurde noch besser. Und anstrengender, aber das sei nur am Rande erwaehnt ;-)
Wir haben dann, an dieser Stelle eine letzte (und meiner Meinung nach auch erste) Pause gemacht, nochmal was trinken und dann wurden die Rucksaecke und Stoecke abgestellt und es ging nur noch mit der Kamera bewaffnet weiter. Ganz langsam den Huegel runter durchs Gestruepp. Die Ranger vorweg immer einen Weg suchend oder frei schlagend. So kamen wir dann nach kurzer Zeit zum ersten Gorilla der am Boden sass. Unbeschreiblich. Und so nah. Vielleicht 5-7 Meter. Ein Weibchen das es sich auf einem Nest aus Blaettern und Staengeln gemuetlich gemacht hatte. Wir haben uns alle vorsichtig heran geschlichen und sie beobachtet. Und natuerlich fotografiert wie die Wilden. Das hat die Gorilladame sich auch eine ganze Weile gefallen lassen, aber irgendwann hat sie sich dann ins Gebuesch verzogen. Dann hiess es fuer uns: weiter! Langsam den Huegel runter bis wir ein paar Meter weiter den naechsten Gorilla entdeckt haben. Wieder alles stehen bleiben, wenig bewegen, nicht abstuerzen. Was das Schwierigste an der ganzen Sache war, da man ueberhapt keinen Halt gefunden hat auf den Gestruepp. Wir sind so einige Male abgerutscht und auf dem Hintern gelandet. Und mit etwas Glueck auch nicht in den Dornen. Aber wer hat schon immer Glueck?
Aber all das war unwichtig. Wir waren mitten in einer grossen Berggorilla Familie. Das war einfach ein Traum. Ueberall im Gebuesch und in den Baumen hat es gewackelt und geraschelt. Hinter gedem Blaetterhaufen konnte jederzeit ein riesiger Gorilla auftauchen und direkt vor uns stehen. Die Nerven waren zum Zerreissen gespannt. Und die Freude war unbeschreiblich als sich eine Gorilladame direkt vor Tanjas und meinen Fuessen hingesetzt hat um zu fressen. Gut, eine Etage tiefer als wir, denn es war unglaublich steil, aber nicht mehr als 1 Meter weg! Wahnsinn! Unsere Besuchszeit, sie ist auf eine Stunde beschraenkt um die Affen nicht zu sehr zu stoeren, war leider viel zu schnell um. Aber es war eine sehr intensive und erlebnisreiche Stunde. Und eine Teure... ;-) Aber jeden Cent wert.
Der Rueckweg erwies sich als noch schwieriger. Zwar im Tal, aber im voellig undurchdinglichen Busch. Wir mussten oft stehen bleiben damit der Ranger einen kleinen Weg frei hacken konnte. Und ab dem Moment wo wir die Gorillas verlassen hatten, machte sich die totale Erschoepfung auch wieder bemerkbar. Ich war kaum noch in der Lage meine Fuesse mit den schweren Stiefeln zu heben. Ausserdem hatte ich mir Blasengelaufen vom vielen schraeg am Hang gehen. Ich bin nur noch automatisch marschiert und habe gehofft das es nicht gleich wieder einen Berg hochgeht. Das die den Weg ueberhaupt gefunden haben, war fuer mich ein Wunder. Es sah ueberall gleich aus und ich haette da nie wieder raus gefunden.... Und das alles ohne GPS. Respekt! Aber nach einer weiteren halben Stunde kamen wir wirklich wieder auf den Weg wo wir ins Gebuesch abgebogen waren. Der Porter war inzwischen auch schon mit unseren Rucksaecken dort angekommen.
Dann gabs erstmal Lunchpause. Jeder hatte das was er sich mitgebracht hat. Ich hatte Kekse eingepackt, war aber viel zu erschoepft um Hunger zu haben. Habe dann nur etwas getrunken und mich auf die ueber eine Stunde Rueckmarsch vorbereitet. Es ist wirklich erstaunlich, aber auf dem Rueckweg kam mir der kleine Pfad fast wie eine Autobahn vor. Naja, ist halt immer eine Frage der Gewoehnung. Und wir wissen ja alle: schlimmer geht immer! ;-) Obwohl ich fast wetten moechte das schlimmer als der totale Dschungel dort nicht mehr geht.
Nach fast 1.5 Std. sind wir dann muede aber gluecklich wieder auf den Parkplatz gestolpert. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn auf dem Rueckweg ist jeder von uns mehrmals gestolpert oder ausgerutscht und hingefallen. Vor Schwaeche.
Dann gab es vom Ranger noch eine Teilnehmerurkunde ueberreicht und dann sind wir zurueck in unser Minibus-Taxi und fast augenblicklich eingeschlafen. Gegen 16 Uhr waren wir wieder im Camp, aber fuer mich war der Tag eigentlich vorbei. Zu erschoepft. Konnte nicht mal schlafen sondern nur auf meiner Matte liegen und ab und zu ein bisschen lesen.
Das war der Bericht von einer der tollsten Sachen die ich je gemacht habe. Ich hoffe Ihr koennt es euch ein bisschen vorstellen. Aber ich habe ganz viele Fotos gemacht und auch kleine Filme. Die Speiucherkarten gehen morgen auf die Reise. Erst nach Tansania und dann ueber Luxemburg nach Deutschland. Ihr seht ich schaeue keine Muehen um Euch teilhaben zu lassen ;-)
Leider ist die Zeit schon wieder um, aber wie immer Fortsetzung folgt. Und die Geschichten von der Rutschpartie im Schlamm bzw. Strassengraben und meinem Rafting, was ich inzwischen ueberlebt habe, natuerlich auch. Nur so viel Vorab: Respekt an jeden der das macht. Ich fands ganz schoen krass und werde es bei dieser einen Erfahrung belassen.
Bis bald
Eure Lexi
Meine Nacht war um 2:08 Uhr zuende. Da bin ich aufgewacht und konnte nicht mehr schlafen. Wahrscheinlich weil ich Angst hatte zu verschlafen. Man geht ja nicht alle Tage Berggorillas besuchen....
Wir rumpeln den steilen und schlechten UND sehr schmalen Feldweg am Lake Bunyonyi entlang. Nach einer Weile geht draussen die Sonne auf ueber dem See und die Nebelschwaden verziehen sich langsam. Es ist wunderschoen.
Unsere Fahrt in das Grenzgebiet von Uganda, Ruanda und der DRC (Congo) dauert 2.5 Std. Dann sind wir endlich da und muessen uns erstmal kurz hinter dem Jeep erleichtern. Dabei laufen uns natuerlich prompt 2 Ranger ueber den Weg....
Dann geht es zur Gorilla-Belehrung. Insgesamt sind wir 6 und ein Ranger nimmt unsere Personalien auf, prueft die Permits (500$ das Stueck) und erlaeutert uns nochmal die Regeln. Wir besuchen eine sehr grosse Familie, allerdings sind sie noch garnicht richtig an den Umgamg mit Menschen gewoehnt. Ich bin gespannt....
Dann, um 8.30 Uhr bekommt jeder einen grossen Stock, es wird allerdings offen gelassen ob als Waffe oder Stuetze, und es geht los. Erstmal den Weg gerade runter und dann in den Wald. Die ersten Meter sind ok, aber dann wird es recht schnell steil. Und anstrengend. Und das, wo ich seit Anfang des Jahres kaum noch Sport gemacht habe. Wir marschieren 1 Std. ohne grosse Unterbrechung Berg rauf und runter auf kleinen, lehmigen, rutschigen Trampelpfaden. Ich kann die Wege kaum erkennen und manchmal fuehren sie durch kleine Baeche oder dichtes Gebuesch. Es ist unverkennbar, wir sind mitten im Dschungel. Im Regenwald. Zum Glueck regnet es nicht. Es scheint sogar die Sonne und wir fangen recht schnell an zu schwitzen. Also Regenjacke aus, Fleecejacke aus, Langarmshirt aus. Und weiter gehts. Da der Wald daemmrig ist, ist er auch voller Viecher. Fliegen und Muecken und so weiter. Sehr unangenehm.
Uns begleiten 2 Ranger und ein Traeger. Irgendwie beruhigend. Der Traeger war fuer den amerikanischen Touristen, bzw. dessen Rucksack, das hier keine falsche Vorstellung entsteht. Ich habe tapfer alles selbst geschleppt. Und ich muss sagen, nach einer Stunde war ich echt schon an der Grenze meiner Leistungsfaehigkeit. Ich habe geschwitzt, mich hats ueberall gejuckt, ich hatte Durst und ich war fast zu schwach meine Fuesse auch noch ueber den naechsten umgefallenen Baumstamm zu heben, den metallischen Geschmack von voelliger Ueberanstrengung im Mund. Aber zum Glueck blieben wir stehen. Pause dachte ich, aber weit gefehlt. Der Ranger stellte uns zwei Tracker (Spurensucher) vor, die die Affenfamilie aufgespuehrt hatten. Dann kam die gute Nachricht: Wir finden sie. Denn das weiss man ja nie ganz sicher. Ist schliesslich kein Zoo. Und die Schlechte: noch 1-2 Std. Fussmarsch. In dem Moment war ich sicher innerhalb der naechsten 10 Minuten tot umzukippen. Ich war, glaube ich, noch nie in meinem Lebeb so fertig. Aber ich wollte ja unbedingt die Gorillas sehen. Davon habe ich seit wir in der Grundsachule den Film "Gorillas im Nebel" gesehen haben getraeumt.
Die Tracker wiesen dann einen gruenen, voellig bewachsenen Huegel rauf. Dort gehts lang. Allerdings war dort kein Weg. Und wenn ich schreibe kein Weg, dann heisst das im Regenwald hohe Baeume, dichtes Gebuesch, Gestruepp und absolut kein Durchkommen. Sowas habe ich bis dahin noch nicht erlebt. Aber gut. Die Tracker und die Ranger haben dann mit Macheten einen "Weg" fuer uns ins Unterholz geschlagen. Man hat beim laufen garnicht mehr den Boden beruehrt, sondern ist auf den Zweigen und Staengeln der Urwaldpflanzen gegangen. Obwohl, eigentlich mehr gerutscht. Ich weiss nicht wie oft ich hingefallen bin, weil ich einfach keinen Halt fand und nirgends wirklich hin treten konnte. Aber die Klamotten waren inzwischen sowieso schon rettungslos verschlammt, die Beine und Arme zerkratzt und voll Blauerflecken.
Und es ging munter weiter bergauf und -ab. Da ich ja innerlich nun schon tot war, wurde das weiterschleppen zu einem automatischen Ablauf, der nur einmal unterbrochen wurde, als ich mich beim fallen an einer Dornenranke festgehalten habe, die mir auch prompt 3 Finger ordentlich aufgerissen hat. Und die Dornen im Dschungel haben es in sich. Der Schmerz erreichte gerade seinen Hoehepunkt, weil ich natuerlich direkt mit der anderen Hand an einen stacheligen Farnstamm gegriffen hatte um nicht voellig abzurutschen, als es ploetzlich hiess: Wir sind da. Und dabei waren wir seit dem Abzweig ins Gebuesch erst 30 oder 40 Minuten gelaufen. Ich schaute mich gespannt um, konnte aber keinen King Kong entdecken.
Der Ranger wies in einen grossen Baum ca. 100 Meter vor uns. Und da sass der erste echte, riesige, schwarze Berggorilla auf einem Ast und hat Blaetter gefressen. Und er war richtig gut zu sehen. In dem Moment war alle Quaelerei vergessen und kamen fast die Traenen. Vor Freude und Erleichterung. Das war einfach ein unbeschreiblicher Augenblick fuer den allein sich schon alle Anstrengungen gelohnt hatten. Aber es wurde noch besser. Und anstrengender, aber das sei nur am Rande erwaehnt ;-)
Wir haben dann, an dieser Stelle eine letzte (und meiner Meinung nach auch erste) Pause gemacht, nochmal was trinken und dann wurden die Rucksaecke und Stoecke abgestellt und es ging nur noch mit der Kamera bewaffnet weiter. Ganz langsam den Huegel runter durchs Gestruepp. Die Ranger vorweg immer einen Weg suchend oder frei schlagend. So kamen wir dann nach kurzer Zeit zum ersten Gorilla der am Boden sass. Unbeschreiblich. Und so nah. Vielleicht 5-7 Meter. Ein Weibchen das es sich auf einem Nest aus Blaettern und Staengeln gemuetlich gemacht hatte. Wir haben uns alle vorsichtig heran geschlichen und sie beobachtet. Und natuerlich fotografiert wie die Wilden. Das hat die Gorilladame sich auch eine ganze Weile gefallen lassen, aber irgendwann hat sie sich dann ins Gebuesch verzogen. Dann hiess es fuer uns: weiter! Langsam den Huegel runter bis wir ein paar Meter weiter den naechsten Gorilla entdeckt haben. Wieder alles stehen bleiben, wenig bewegen, nicht abstuerzen. Was das Schwierigste an der ganzen Sache war, da man ueberhapt keinen Halt gefunden hat auf den Gestruepp. Wir sind so einige Male abgerutscht und auf dem Hintern gelandet. Und mit etwas Glueck auch nicht in den Dornen. Aber wer hat schon immer Glueck?
Aber all das war unwichtig. Wir waren mitten in einer grossen Berggorilla Familie. Das war einfach ein Traum. Ueberall im Gebuesch und in den Baumen hat es gewackelt und geraschelt. Hinter gedem Blaetterhaufen konnte jederzeit ein riesiger Gorilla auftauchen und direkt vor uns stehen. Die Nerven waren zum Zerreissen gespannt. Und die Freude war unbeschreiblich als sich eine Gorilladame direkt vor Tanjas und meinen Fuessen hingesetzt hat um zu fressen. Gut, eine Etage tiefer als wir, denn es war unglaublich steil, aber nicht mehr als 1 Meter weg! Wahnsinn! Unsere Besuchszeit, sie ist auf eine Stunde beschraenkt um die Affen nicht zu sehr zu stoeren, war leider viel zu schnell um. Aber es war eine sehr intensive und erlebnisreiche Stunde. Und eine Teure... ;-) Aber jeden Cent wert.
Der Rueckweg erwies sich als noch schwieriger. Zwar im Tal, aber im voellig undurchdinglichen Busch. Wir mussten oft stehen bleiben damit der Ranger einen kleinen Weg frei hacken konnte. Und ab dem Moment wo wir die Gorillas verlassen hatten, machte sich die totale Erschoepfung auch wieder bemerkbar. Ich war kaum noch in der Lage meine Fuesse mit den schweren Stiefeln zu heben. Ausserdem hatte ich mir Blasengelaufen vom vielen schraeg am Hang gehen. Ich bin nur noch automatisch marschiert und habe gehofft das es nicht gleich wieder einen Berg hochgeht. Das die den Weg ueberhaupt gefunden haben, war fuer mich ein Wunder. Es sah ueberall gleich aus und ich haette da nie wieder raus gefunden.... Und das alles ohne GPS. Respekt! Aber nach einer weiteren halben Stunde kamen wir wirklich wieder auf den Weg wo wir ins Gebuesch abgebogen waren. Der Porter war inzwischen auch schon mit unseren Rucksaecken dort angekommen.
Dann gabs erstmal Lunchpause. Jeder hatte das was er sich mitgebracht hat. Ich hatte Kekse eingepackt, war aber viel zu erschoepft um Hunger zu haben. Habe dann nur etwas getrunken und mich auf die ueber eine Stunde Rueckmarsch vorbereitet. Es ist wirklich erstaunlich, aber auf dem Rueckweg kam mir der kleine Pfad fast wie eine Autobahn vor. Naja, ist halt immer eine Frage der Gewoehnung. Und wir wissen ja alle: schlimmer geht immer! ;-) Obwohl ich fast wetten moechte das schlimmer als der totale Dschungel dort nicht mehr geht.
Nach fast 1.5 Std. sind wir dann muede aber gluecklich wieder auf den Parkplatz gestolpert. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn auf dem Rueckweg ist jeder von uns mehrmals gestolpert oder ausgerutscht und hingefallen. Vor Schwaeche.
Dann gab es vom Ranger noch eine Teilnehmerurkunde ueberreicht und dann sind wir zurueck in unser Minibus-Taxi und fast augenblicklich eingeschlafen. Gegen 16 Uhr waren wir wieder im Camp, aber fuer mich war der Tag eigentlich vorbei. Zu erschoepft. Konnte nicht mal schlafen sondern nur auf meiner Matte liegen und ab und zu ein bisschen lesen.
Das war der Bericht von einer der tollsten Sachen die ich je gemacht habe. Ich hoffe Ihr koennt es euch ein bisschen vorstellen. Aber ich habe ganz viele Fotos gemacht und auch kleine Filme. Die Speiucherkarten gehen morgen auf die Reise. Erst nach Tansania und dann ueber Luxemburg nach Deutschland. Ihr seht ich schaeue keine Muehen um Euch teilhaben zu lassen ;-)
Leider ist die Zeit schon wieder um, aber wie immer Fortsetzung folgt. Und die Geschichten von der Rutschpartie im Schlamm bzw. Strassengraben und meinem Rafting, was ich inzwischen ueberlebt habe, natuerlich auch. Nur so viel Vorab: Respekt an jeden der das macht. Ich fands ganz schoen krass und werde es bei dieser einen Erfahrung belassen.
Bis bald
Eure Lexi
Dienstag, 2. November 2010
Malawi: Lexi beim Medizinmann
Noch eine letzte lustige Geschichte aus Malawi, bevor es weiter geht nach Tansania. Das kleine Dorf neben welchem wir gezeltet haben am Lake Malawi, hatte natuerlich auch einen echten Medizinmann. Und da ein paar von uns wirklich neugierig waren, denn der sagt auch die Zukunft voraus, haben wir uns einen "Termin" geben lassen und sind hin. Erstmal wandern quer ueber die Felder, vorbei an toten Ziegen und lebendigen Huehnern. Dann mussten wir vor der Lehmhuette warten. Der "Witchdoctor" (WD) war noch dabei sich umzuziehen.
Dann hiess es hinein in die gute Stube und auf Kokosmatten auf dem Boden Platz nehmen. Der Raum war klein und abgedunkelt. In der einen Ecke stehen zwei voellig Schweiss ueberstroemte Trommler. es ist unglaublich heiss und laut. Dann kommt der "Meister". Ich bin mir nicht sicher ob das nun eine riesige Touristenverarsche wird, oder ob das ganze echt ist. Inzwischen haben sich viele der Dorfbewohner mit in den Raum gedraengt. Aber so ehrfuerchtig wie die den guten mann alle anstarren ist das wohl echt. Ein kleines Kind scheint voellig hypnotisiert.
Vor uns steht ein Mann um die 60 wuerde ich sagen, aber man kann sich hier ganz schoen verschaetzen. Er traegt ein gruenes Kleid mit einem aufgenaehten roten Kreuz und eine entsprechende Muetze oder Haube. Um die Fussgelenke und die Huefte hat er einige Reihen Schellen aus alten Dosen gebunden, um den Hals eine Trillerpfeife und diverse Amulette. Rasterlocken sind obligatorisch hier. Die Trommler trommeln noch lauter, obwohl ich nicht dachte das das ueberhaupt noch geht und der WD beginnt zu stampfen und zu tanzen. Dazu blaest er wie verrueckt auf seiner Trillerpfeife. Wir schauen voellig fasziniert auf das Schauspiel was direkt vor unseren Augen stattfindet. Beim zweiten Tanz werden wir dann nacheinander aufgefordert mitzutanzen. Einzeln! Es gibt kein Entkommen. Und ich habe es wirklich versucht. Es wird Gestampft und mit den Hueften gewackelt. Dann haelt er ploetzlich inne und schreit mich an: HUUUU!!!!!! Ich bin voellig perplex aber er bedeutet mir es ihm gleich zu tun und der Tanz geht weiter. Nach endlos langen 5 Minuten darf ich mich wieder setzen. Nachdem jeder von uns seinen Teil getan hat, tanzt er noch einen weiteren Tanz alleine, bei dem er, zur Erheiterung aller anderen auffallend direkt seine Hueften vor meiner Nase kreisen lasst. Schaetze ich habe schon wieder einen Ehemann dazu gewonnen.....
Dann ist der Spuk ploetzlich zuende. Der Vorhang wird zur Seite geschoben und es wird hell in der Huette. Die Dorfbewohner verkruemeln sich und der WD zeigt uns noch ein paar seiner Medikamte und Wunderpulver fuer ewige Liebe, Glueck und Wohlstand. Und bevor die Frage kommt, NEIN, ich habe nichts gekauft :-) Aber ich habe ein bisschen von dem Glueckspulver probiert. Ich glaube es wirkt ;-)
Danach gehts raus und wir muessen wieder vor der Huette warten. Nun gibts die Zukunftsvorhersage. Einzeln werden wir reingerufen, muessen uns auf einen niedrigen Schemel dem WD gegenueber setzen und er beginnt zu prophezeihen. Sein Sekretaer uebersetzt das ganze dann ins englische. "Ich werde also 3 Kinder haben, 2 Maedchen und einen Jungen, mein Ehemann wird immer einen guten Job haben (klar, der ist ja Medizinmann..lach..) und auch ich bekomme einen tollen Job nach meiner Rueckkehr nach Deutschland. Meine Zeit in Afrika wird noch etwas dauern (stimmt 3 Wochen) und ich werde wieder nach Afrika kommen wenn ich alt bin." Dann bin ich entlassen und taumele wieder aus der Huette, wo die anderen mich schon neugierig erwarten. Also mit dieser Zukunft kann ich prima leben.
Bis bald und immer schoen Horoskope und Kaffeesatz lesen ;-)
Eure Lexi
Dann hiess es hinein in die gute Stube und auf Kokosmatten auf dem Boden Platz nehmen. Der Raum war klein und abgedunkelt. In der einen Ecke stehen zwei voellig Schweiss ueberstroemte Trommler. es ist unglaublich heiss und laut. Dann kommt der "Meister". Ich bin mir nicht sicher ob das nun eine riesige Touristenverarsche wird, oder ob das ganze echt ist. Inzwischen haben sich viele der Dorfbewohner mit in den Raum gedraengt. Aber so ehrfuerchtig wie die den guten mann alle anstarren ist das wohl echt. Ein kleines Kind scheint voellig hypnotisiert.
Vor uns steht ein Mann um die 60 wuerde ich sagen, aber man kann sich hier ganz schoen verschaetzen. Er traegt ein gruenes Kleid mit einem aufgenaehten roten Kreuz und eine entsprechende Muetze oder Haube. Um die Fussgelenke und die Huefte hat er einige Reihen Schellen aus alten Dosen gebunden, um den Hals eine Trillerpfeife und diverse Amulette. Rasterlocken sind obligatorisch hier. Die Trommler trommeln noch lauter, obwohl ich nicht dachte das das ueberhaupt noch geht und der WD beginnt zu stampfen und zu tanzen. Dazu blaest er wie verrueckt auf seiner Trillerpfeife. Wir schauen voellig fasziniert auf das Schauspiel was direkt vor unseren Augen stattfindet. Beim zweiten Tanz werden wir dann nacheinander aufgefordert mitzutanzen. Einzeln! Es gibt kein Entkommen. Und ich habe es wirklich versucht. Es wird Gestampft und mit den Hueften gewackelt. Dann haelt er ploetzlich inne und schreit mich an: HUUUU!!!!!! Ich bin voellig perplex aber er bedeutet mir es ihm gleich zu tun und der Tanz geht weiter. Nach endlos langen 5 Minuten darf ich mich wieder setzen. Nachdem jeder von uns seinen Teil getan hat, tanzt er noch einen weiteren Tanz alleine, bei dem er, zur Erheiterung aller anderen auffallend direkt seine Hueften vor meiner Nase kreisen lasst. Schaetze ich habe schon wieder einen Ehemann dazu gewonnen.....
Dann ist der Spuk ploetzlich zuende. Der Vorhang wird zur Seite geschoben und es wird hell in der Huette. Die Dorfbewohner verkruemeln sich und der WD zeigt uns noch ein paar seiner Medikamte und Wunderpulver fuer ewige Liebe, Glueck und Wohlstand. Und bevor die Frage kommt, NEIN, ich habe nichts gekauft :-) Aber ich habe ein bisschen von dem Glueckspulver probiert. Ich glaube es wirkt ;-)
Danach gehts raus und wir muessen wieder vor der Huette warten. Nun gibts die Zukunftsvorhersage. Einzeln werden wir reingerufen, muessen uns auf einen niedrigen Schemel dem WD gegenueber setzen und er beginnt zu prophezeihen. Sein Sekretaer uebersetzt das ganze dann ins englische. "Ich werde also 3 Kinder haben, 2 Maedchen und einen Jungen, mein Ehemann wird immer einen guten Job haben (klar, der ist ja Medizinmann..lach..) und auch ich bekomme einen tollen Job nach meiner Rueckkehr nach Deutschland. Meine Zeit in Afrika wird noch etwas dauern (stimmt 3 Wochen) und ich werde wieder nach Afrika kommen wenn ich alt bin." Dann bin ich entlassen und taumele wieder aus der Huette, wo die anderen mich schon neugierig erwarten. Also mit dieser Zukunft kann ich prima leben.
Bis bald und immer schoen Horoskope und Kaffeesatz lesen ;-)
Eure Lexi
Dienstag, 19. Oktober 2010
Zimbabwe: Abenteuer zu Pferde oder die Reitsafari
Mal schauen wie weit ich hiermit noch komme, die heiss begehrte Internetzeit ist gleich wieder um.....
Heute morgen bin ich um 4.30 Uhr aufgestanden. Und das nach dem lustigen Barabend gestern der bis Mitternacht ging. Aber ich habe mich auf eine Reitsafari begeben. Ein ganz neues Abenteuer, da man als Reiter im Busch als Tier wargenommen wird, und somit ganz anders an das Wild herankommt.
Um 5 Uhr wurde ich, noch im Dunkeln, abgeholt und nach einer kurzen Fahrt, der Einweisung und Pferdezuteilung ging es um Punkt 6 Uhr mit dem ersten Tageslicht los in den Busch. Wir waren 5 Maedels und 3 Guides, denn nach einer Weile sollte ich mit einem Guide alleine weiter reiten, da ich mir ja das 4 Stunden-Vergnuegen gegoennt hatte. Und ich wollte sogar die Ganztagestour machen, zum Glueck fand die mangels Teilnehmern nicht statt, aber dazu spaeter.
Die Pferde hier sind riesig, das war mir ja auch bei den Katzen schon aufgefallen. Aber wenn man mit Elefanten und Loewen konkurrieren muss ist das wahrscheinlich so. Von der Farm ging es dann gleich in den Busch. So ca. 2 - 3 Meter hohes Gestruepp und kleine Baeume. Und Pferde kennen da keine Gnade. Nach wenigen Minuten waren meine Beine, durch die lange Hose, schon total zerkratzt, mein eines Hosenbein hatte ein Loch und die Bluse war auch nicht mehr ganz taufrisch. Aber ich hatte es ja nicht anders gewollt. Wir sind zuerst zu den bahnschienen geritten, wo eine grosse Gruppe Paviane gemuetlich auf den Gleisen sass. Dann passierten wir eine Warzenschweinfamilie und es ging weiter entlang der Gleise. Hier hiess es dann erstmal anhalten, denn eine Gruppe von 7 riesigen Elefanten marschierte gemuetlich ueber die Gleise. Nun kann ich mir auch vorstellen wie Unfaelle zuwischen Zuegen und Elefanten passieren koennen.....
Hier ist das ganze Wildlife so normal und gehoert zum Alltag. Es gibt kaum Zaeune und die Elefanten laufen hier auch nachts durch den Ort um die Obstbaeume zu pluendern. Hier sollte man also nachts auch nicht raus gehen, aber aus anderen Gruenden als in S.A. Das ganze ist zwar Nationalpark, aber der geht einfach so los. Ohne Tor und ohne Zaun..... unvorstellbar. Ich kam mir schrecklich klein vor auf meinem Riesenpferd, so dicht neben Elefanten. Und ein bisschen Angst hatte ich auch. Hier sind die Tiere nicht so an Touristen gewoehnt wie im Etosha. Aber es ist atemberaubend schoen. Und unser Guide hat uns ja auch erklaert was man im falle eines "Crazy Animal" macht: fluechten! Aber er sei ja dabei und sage uns schon wann es gefaehrlich wuerde.
Weiter ging es durch den Busch. Inzwisschen tat mir schon alles weh, weil ich es absolut nicht gewohnt bin. Aber ich hatte ja noch ueber 3 Std. vor mir. Wir haben noch verschiedene Antilopen gesehen und ein Warzenschwein das einen Konkurrenten aus seinem Revier vertrieben hat. Nach fast 2 Std. ging es dann fuer mich alleine weiter. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon sicher nie wieder laufen zu koennen und ich hatte noch nicht mal ganz die Haelfte rum.... Selbst gewaehltes Schicksal. Ich wollte es ja so. Aber ich war ganz froh das es keine tagestour gab, denn ich bin mir ganz sicher die haette ich nicht ueberlebt. So gern ich reite, aber wenn man es nicht gewohnt ist, ist es die Hoelle. Bin schon gespannt auf meinen Muskelkater morgen.......
Hier laeuft uebrigens gerade "German Bundesliga" im Fernsehen... Dachte nicht, dass das die ganze Welt interessiert, aber offenbar.... ;-)
Wir sind dann noch weitere zwei Stunden durch den Busch geritten, ueber Stock und Stein, durch Fluesse und Hecken. Das ich am Ende ueberhaupt noch Kleidung hatte und nicht nur Fetzen hat mich schon gewundert. Aber alles in allem war es ein unglaubliches Erlebnis so nah an die Tiere zu kommen, den Gedanken an frei laufende Loewen und wild gewordene Elefantenbullen staendig im Hinterkopf, der schmerzenden Hintern und das gespannte Ausschau halten nach grossen und kleinen Tieren! Einfach nur wow!
Auch habe ich von meinem Guide viel ueber das Leben hier und die Wuensche und Traeume der Menschen erfahren. Und er hat erfahren das Kanada nicht in Europa liegt.... ;-)
So, thats it for today!
Munter bleiben
Lexi
Heute morgen bin ich um 4.30 Uhr aufgestanden. Und das nach dem lustigen Barabend gestern der bis Mitternacht ging. Aber ich habe mich auf eine Reitsafari begeben. Ein ganz neues Abenteuer, da man als Reiter im Busch als Tier wargenommen wird, und somit ganz anders an das Wild herankommt.
Um 5 Uhr wurde ich, noch im Dunkeln, abgeholt und nach einer kurzen Fahrt, der Einweisung und Pferdezuteilung ging es um Punkt 6 Uhr mit dem ersten Tageslicht los in den Busch. Wir waren 5 Maedels und 3 Guides, denn nach einer Weile sollte ich mit einem Guide alleine weiter reiten, da ich mir ja das 4 Stunden-Vergnuegen gegoennt hatte. Und ich wollte sogar die Ganztagestour machen, zum Glueck fand die mangels Teilnehmern nicht statt, aber dazu spaeter.
Die Pferde hier sind riesig, das war mir ja auch bei den Katzen schon aufgefallen. Aber wenn man mit Elefanten und Loewen konkurrieren muss ist das wahrscheinlich so. Von der Farm ging es dann gleich in den Busch. So ca. 2 - 3 Meter hohes Gestruepp und kleine Baeume. Und Pferde kennen da keine Gnade. Nach wenigen Minuten waren meine Beine, durch die lange Hose, schon total zerkratzt, mein eines Hosenbein hatte ein Loch und die Bluse war auch nicht mehr ganz taufrisch. Aber ich hatte es ja nicht anders gewollt. Wir sind zuerst zu den bahnschienen geritten, wo eine grosse Gruppe Paviane gemuetlich auf den Gleisen sass. Dann passierten wir eine Warzenschweinfamilie und es ging weiter entlang der Gleise. Hier hiess es dann erstmal anhalten, denn eine Gruppe von 7 riesigen Elefanten marschierte gemuetlich ueber die Gleise. Nun kann ich mir auch vorstellen wie Unfaelle zuwischen Zuegen und Elefanten passieren koennen.....
Hier ist das ganze Wildlife so normal und gehoert zum Alltag. Es gibt kaum Zaeune und die Elefanten laufen hier auch nachts durch den Ort um die Obstbaeume zu pluendern. Hier sollte man also nachts auch nicht raus gehen, aber aus anderen Gruenden als in S.A. Das ganze ist zwar Nationalpark, aber der geht einfach so los. Ohne Tor und ohne Zaun..... unvorstellbar. Ich kam mir schrecklich klein vor auf meinem Riesenpferd, so dicht neben Elefanten. Und ein bisschen Angst hatte ich auch. Hier sind die Tiere nicht so an Touristen gewoehnt wie im Etosha. Aber es ist atemberaubend schoen. Und unser Guide hat uns ja auch erklaert was man im falle eines "Crazy Animal" macht: fluechten! Aber er sei ja dabei und sage uns schon wann es gefaehrlich wuerde.
Weiter ging es durch den Busch. Inzwisschen tat mir schon alles weh, weil ich es absolut nicht gewohnt bin. Aber ich hatte ja noch ueber 3 Std. vor mir. Wir haben noch verschiedene Antilopen gesehen und ein Warzenschwein das einen Konkurrenten aus seinem Revier vertrieben hat. Nach fast 2 Std. ging es dann fuer mich alleine weiter. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon sicher nie wieder laufen zu koennen und ich hatte noch nicht mal ganz die Haelfte rum.... Selbst gewaehltes Schicksal. Ich wollte es ja so. Aber ich war ganz froh das es keine tagestour gab, denn ich bin mir ganz sicher die haette ich nicht ueberlebt. So gern ich reite, aber wenn man es nicht gewohnt ist, ist es die Hoelle. Bin schon gespannt auf meinen Muskelkater morgen.......
Hier laeuft uebrigens gerade "German Bundesliga" im Fernsehen... Dachte nicht, dass das die ganze Welt interessiert, aber offenbar.... ;-)
Wir sind dann noch weitere zwei Stunden durch den Busch geritten, ueber Stock und Stein, durch Fluesse und Hecken. Das ich am Ende ueberhaupt noch Kleidung hatte und nicht nur Fetzen hat mich schon gewundert. Aber alles in allem war es ein unglaubliches Erlebnis so nah an die Tiere zu kommen, den Gedanken an frei laufende Loewen und wild gewordene Elefantenbullen staendig im Hinterkopf, der schmerzenden Hintern und das gespannte Ausschau halten nach grossen und kleinen Tieren! Einfach nur wow!
Auch habe ich von meinem Guide viel ueber das Leben hier und die Wuensche und Traeume der Menschen erfahren. Und er hat erfahren das Kanada nicht in Europa liegt.... ;-)
So, thats it for today!
Munter bleiben
Lexi
Sonntag, 17. Oktober 2010
Botswana: Zwischen Blutegeln und Nilpferden oder verschollen im Okavango Delta
Der Text zu meiner 3 taegigen Ueberlebenstraining-Expedition folgt sobald ich genug Netz habe hier in Zimbabwe ;-)
Unser Delta Abenteuer begann mit einer, wie immer sehr frueh morgendlichen Fahrt von Ghanzi nach Maun. Ach ja, an dieser Stelle muss ich unbedingt noch mein Buschmann-Tanz-Abenteuer erwaehnen: Ghanzi war eigentlich nur eine Camp im Nirgendwo, eine Station auf dem Weg ins Delta. Aber gleichzeitig mit uns war dort eine Bushmen-Konferenz ueber die Bildung der Kinder und die Zukunft der Jugendlichen. Hierzu waren viele aeltere Frauen von anderen Staemmen angereist um sich darueber auszutauschen. Geleitet wurde das ganze von einer Britin, die sich sehr fuer die Bushmen engagiert. Abends wurden wir dann eingeladen uns die traditionellen Taenze am Lagerfeuer anzuschauen. Es war eine grosse Runde von Zuschauern, die um die beiden Feuer sass. Unsere Gruppe, noch ein paar weitere Touristen und die ganzen "Aeltesten"-Damen von der Konferenz (uebrigens in ganz normaler westlicher Kleidung). Dann ging es los mit Tanz in traditioneller Kleidung und Gesang. Wer mich kennt weiss, das ich ueberhaupt nicht auf Volkstaenze stehe, aber dieser Rhythmus nahm mich doch gefangen. Es war sehr faszinierend und mitreissend. Es wurden verschiedene Taenze aufgefuehrt, die sich um das taegliche Leben der traditionellen Bushmen und die Jagd drehten. Das ganze wurde begleitet von rhythmischem Klatschen, Stampfen und Gesang. Die Zeit verflog wie im Nu und am Ende wurden wir eingeladen mit zu machen. Hierbei hatten die Frauen eindeutig die bessere Position, denn wir mussten nur am feuer sitzen und klatschen und singen. Die Maenner mussten richtig ran und tanzen. Das war sehr lustig, die "Aeltesten" gingen richtig mit und es war eine super AStimmung. Schade nur das der Einladung zum tanzen nur einige Leute aus unserer Gruppe gefolgt sind, denn die San haben sich wirklich gefreut. Aber die meissten Europaeer schauen lieber zu.
Ich schien es den Taenzern besonders angetan zu haben, denn staendig schmiss sich beim tanzen einer auf meinen Schoss oder an meine Seite (die blauben Flecken sind immer noch da). Am Ende gab es dann noch eine Art Fruchtbarkeitstanz wo sich jeder Taenzer und jede Taenzerin eine "Ehepartner" auswaehlen durfte. Mein "San-Mann" war voellig begeistert und dann ging es fuer die frisch vermaehlten gemeinsam tanzend ums Feuer. Zum Schluss haben die "Aeltesten" spontan noch ein kleines Konzert gegeben. Es war ein wunderbarer Abend. Und besonders schoen war, das die Leute fuer sich und aus Spass getanzt haben und wir eingeladen waren. Es war nicht so ein schrecklicher "Menschen-Zoo" wie in dem Himba-Dorf, sondern wirklich deren Spass. Und unserer auch!
Aber nun zuerueck zum Delta:
In Maun haben wir die letzten Vorraete eingekauft und uns auf das Delta-Abenteuer eingestimmt. Und weil das ganze so ein Naturschauspiel ist, habe ich mir zu allererst einmal einen Flug ueber das Delta gegoennt. 2 Std. ging es in einer kleinen Chesna ueber das Gebiet. Das besteht erstaunlicher Weise nicht nur aus Sumpf und Wasser, sondern hat auch ziemlich viele riesige Grasflaechen. Und die sind zum Teil trocken wie Zunder. Dann wieder Wasserlaeufe und Waelder. Sieht unglaublich aus, aber Bilder folgen natuerlich. Man konnte aus dem kleinen wackeligen Flugzeug sogar viele Tiere sehen. Elefanten, Hippos und Bueffel. Es war traumhaft schoen. Das einzige was die Freude getruebt hat, waren die 48 Grad im Inneraum des kleinen Fliegers. Selbst mir lief das Wasser nur so in Stroemen runter.
Dann gab es noch eine Uebernachtung im Camp und los gings, am naechsten Morgen ganz frueh ab in die Wildniss. Das meine bisherigen wilden Campabenteuer in Afrika noch steigerungsfaehig sind, dachte ich selbst nicht, aber es ist!
Wir wurden mit einem grossen Lastwagen (Mercedes ;-)) abgeholt. Alle Zelte, Schlafsaecke und Matten, 12 Liter Wasser pro Person und das Kochgeschirr und die Vorraete wurden verladen. Auf der offenen Ladeflaeche waren 2 lange Sitzbaenke auf denen wir Platz fanden, unsere sachen waren unter den Sitzen. Natuerlich hat keiner mehr einen Fuss auf den Boden bekommen, aber es war toll. Und schoen kuehl durch den Fahrtwind.
Zuerst sind wir eine Stunde ueber die asphaltierten Strassen gerumpelt, dann ging es ins Gelaende. Der sandige Untergrund war sehr huppelig und wir mussten uns gut festhalten. Aeste peitschten uns in die Gesichter und zum Teil ging es durchs Wasser. Nicht nur kleine Baeche, sondern richtige Flusslaeufe. Sehr abenteuerlich. Diese fahrt dauerte dann nochmal 1.5 Std. dann waren wir an der Mokoro- (traditioneller Einbaum) Anlegestelle. Wie wir die ganzen Sachen in die paar niedrigen Kanus verladen sollten war mir zwar ein Raetsel, aber am Ende hat es doch funktioniert. 2 Personen und der Poler (der das Bot mit einem langen Stock vorangeschoben hat) pro Bott und einige Gepaeck-Boote. Alles so doll beladen das ich Angst hatte es geht unter. Aber uns wurde versichert, dass das nicht passiert, auch wenn es sich manchmal wackelig anfuehlt. Darauf haben wir vertraut......lach.....
Ich habe mir ein Mokoro mit Donna geteilt und nach einigem hin und her Umstiegen hatte dann jeder sein Bott gefunden. Los gings. Vorher noch schnell schuhe auszihen, denn an den seichten Stellen muessten wir aussteigen und laufen..... na gut dachten wir, warten wir mal ab.
Es ging ueber eine grosse Lagune und zwischen Schilf und Seerosen durch. Das ganze fuehlte sich ziemlich wackelig an aber es war sehr schoen. Wir hatten sogar einen angenehmen Wind der die Hitze ertraeglich machte. Leider machte er es fuer den Poler natuerlich schwieriger.
Dann ging es durch Schilfdickicht und schon hiess es zum erstem Mal aussteigen. Also stakten wir barfuss durch den Sumpf und das "flache" (zum Teil bis zum Knie) Wasser. Und das mit meinen empfindlichen Fuessschen. Schlingpflanzen, Aeste und Modder. Suuuper! Nach einer Viertelstd. konnten wir wieder einsteigen und weiter ging die Fahrt. Ziel: irgendwo ein Stueck trockenes Land mitten im Delta, wo wir unser Camp aufbauen sollten.
Mir taten nach einer Stunde die Beine weh, da ich mich ja kaum bewegen konnte ohne das Boot umzuschmeissen und ich vor mir ja noch die Wasservorraete, den Rucksack und meine Steifel stehen hatte. Aber dann mussten wir nochmal aussteigen und wieder durch den Sumpf und dann weiter am Ufer entlang. Barfuss, durch Hippo-und Elefantenspuren. Ein ganz komisches Gefuehl. Aber man versucht die Gedanken an wilde Tiere, Krankheiten und Blutegel zu verdraengen. Schliesslich hatte ich das alles ja gewollt.
Dann ging es wieder in die Boote und ueber eine grosse Lagune mit Hippos drin. Komisches Gefuehl. Und dank des gegenwinds sind wir hier dann doch auch gekentert! Alles nass! Buecher, Tagebuch, Schlafsack, alle Klamotten, Schuhe...... so ein Sch.....! Und die Hippos in Sichtweite. Bloedes Gefuehl!
Den Rest gibts bei naechster Gelegenheit. Nur soviel: es bleibt spannend ;-)
Zeit ist um.
Bis Bald
Lexi
Unser Delta Abenteuer begann mit einer, wie immer sehr frueh morgendlichen Fahrt von Ghanzi nach Maun. Ach ja, an dieser Stelle muss ich unbedingt noch mein Buschmann-Tanz-Abenteuer erwaehnen: Ghanzi war eigentlich nur eine Camp im Nirgendwo, eine Station auf dem Weg ins Delta. Aber gleichzeitig mit uns war dort eine Bushmen-Konferenz ueber die Bildung der Kinder und die Zukunft der Jugendlichen. Hierzu waren viele aeltere Frauen von anderen Staemmen angereist um sich darueber auszutauschen. Geleitet wurde das ganze von einer Britin, die sich sehr fuer die Bushmen engagiert. Abends wurden wir dann eingeladen uns die traditionellen Taenze am Lagerfeuer anzuschauen. Es war eine grosse Runde von Zuschauern, die um die beiden Feuer sass. Unsere Gruppe, noch ein paar weitere Touristen und die ganzen "Aeltesten"-Damen von der Konferenz (uebrigens in ganz normaler westlicher Kleidung). Dann ging es los mit Tanz in traditioneller Kleidung und Gesang. Wer mich kennt weiss, das ich ueberhaupt nicht auf Volkstaenze stehe, aber dieser Rhythmus nahm mich doch gefangen. Es war sehr faszinierend und mitreissend. Es wurden verschiedene Taenze aufgefuehrt, die sich um das taegliche Leben der traditionellen Bushmen und die Jagd drehten. Das ganze wurde begleitet von rhythmischem Klatschen, Stampfen und Gesang. Die Zeit verflog wie im Nu und am Ende wurden wir eingeladen mit zu machen. Hierbei hatten die Frauen eindeutig die bessere Position, denn wir mussten nur am feuer sitzen und klatschen und singen. Die Maenner mussten richtig ran und tanzen. Das war sehr lustig, die "Aeltesten" gingen richtig mit und es war eine super AStimmung. Schade nur das der Einladung zum tanzen nur einige Leute aus unserer Gruppe gefolgt sind, denn die San haben sich wirklich gefreut. Aber die meissten Europaeer schauen lieber zu.
Ich schien es den Taenzern besonders angetan zu haben, denn staendig schmiss sich beim tanzen einer auf meinen Schoss oder an meine Seite (die blauben Flecken sind immer noch da). Am Ende gab es dann noch eine Art Fruchtbarkeitstanz wo sich jeder Taenzer und jede Taenzerin eine "Ehepartner" auswaehlen durfte. Mein "San-Mann" war voellig begeistert und dann ging es fuer die frisch vermaehlten gemeinsam tanzend ums Feuer. Zum Schluss haben die "Aeltesten" spontan noch ein kleines Konzert gegeben. Es war ein wunderbarer Abend. Und besonders schoen war, das die Leute fuer sich und aus Spass getanzt haben und wir eingeladen waren. Es war nicht so ein schrecklicher "Menschen-Zoo" wie in dem Himba-Dorf, sondern wirklich deren Spass. Und unserer auch!
Aber nun zuerueck zum Delta:
In Maun haben wir die letzten Vorraete eingekauft und uns auf das Delta-Abenteuer eingestimmt. Und weil das ganze so ein Naturschauspiel ist, habe ich mir zu allererst einmal einen Flug ueber das Delta gegoennt. 2 Std. ging es in einer kleinen Chesna ueber das Gebiet. Das besteht erstaunlicher Weise nicht nur aus Sumpf und Wasser, sondern hat auch ziemlich viele riesige Grasflaechen. Und die sind zum Teil trocken wie Zunder. Dann wieder Wasserlaeufe und Waelder. Sieht unglaublich aus, aber Bilder folgen natuerlich. Man konnte aus dem kleinen wackeligen Flugzeug sogar viele Tiere sehen. Elefanten, Hippos und Bueffel. Es war traumhaft schoen. Das einzige was die Freude getruebt hat, waren die 48 Grad im Inneraum des kleinen Fliegers. Selbst mir lief das Wasser nur so in Stroemen runter.
Dann gab es noch eine Uebernachtung im Camp und los gings, am naechsten Morgen ganz frueh ab in die Wildniss. Das meine bisherigen wilden Campabenteuer in Afrika noch steigerungsfaehig sind, dachte ich selbst nicht, aber es ist!
Wir wurden mit einem grossen Lastwagen (Mercedes ;-)) abgeholt. Alle Zelte, Schlafsaecke und Matten, 12 Liter Wasser pro Person und das Kochgeschirr und die Vorraete wurden verladen. Auf der offenen Ladeflaeche waren 2 lange Sitzbaenke auf denen wir Platz fanden, unsere sachen waren unter den Sitzen. Natuerlich hat keiner mehr einen Fuss auf den Boden bekommen, aber es war toll. Und schoen kuehl durch den Fahrtwind.
Zuerst sind wir eine Stunde ueber die asphaltierten Strassen gerumpelt, dann ging es ins Gelaende. Der sandige Untergrund war sehr huppelig und wir mussten uns gut festhalten. Aeste peitschten uns in die Gesichter und zum Teil ging es durchs Wasser. Nicht nur kleine Baeche, sondern richtige Flusslaeufe. Sehr abenteuerlich. Diese fahrt dauerte dann nochmal 1.5 Std. dann waren wir an der Mokoro- (traditioneller Einbaum) Anlegestelle. Wie wir die ganzen Sachen in die paar niedrigen Kanus verladen sollten war mir zwar ein Raetsel, aber am Ende hat es doch funktioniert. 2 Personen und der Poler (der das Bot mit einem langen Stock vorangeschoben hat) pro Bott und einige Gepaeck-Boote. Alles so doll beladen das ich Angst hatte es geht unter. Aber uns wurde versichert, dass das nicht passiert, auch wenn es sich manchmal wackelig anfuehlt. Darauf haben wir vertraut......lach.....
Ich habe mir ein Mokoro mit Donna geteilt und nach einigem hin und her Umstiegen hatte dann jeder sein Bott gefunden. Los gings. Vorher noch schnell schuhe auszihen, denn an den seichten Stellen muessten wir aussteigen und laufen..... na gut dachten wir, warten wir mal ab.
Es ging ueber eine grosse Lagune und zwischen Schilf und Seerosen durch. Das ganze fuehlte sich ziemlich wackelig an aber es war sehr schoen. Wir hatten sogar einen angenehmen Wind der die Hitze ertraeglich machte. Leider machte er es fuer den Poler natuerlich schwieriger.
Dann ging es durch Schilfdickicht und schon hiess es zum erstem Mal aussteigen. Also stakten wir barfuss durch den Sumpf und das "flache" (zum Teil bis zum Knie) Wasser. Und das mit meinen empfindlichen Fuessschen. Schlingpflanzen, Aeste und Modder. Suuuper! Nach einer Viertelstd. konnten wir wieder einsteigen und weiter ging die Fahrt. Ziel: irgendwo ein Stueck trockenes Land mitten im Delta, wo wir unser Camp aufbauen sollten.
Mir taten nach einer Stunde die Beine weh, da ich mich ja kaum bewegen konnte ohne das Boot umzuschmeissen und ich vor mir ja noch die Wasservorraete, den Rucksack und meine Steifel stehen hatte. Aber dann mussten wir nochmal aussteigen und wieder durch den Sumpf und dann weiter am Ufer entlang. Barfuss, durch Hippo-und Elefantenspuren. Ein ganz komisches Gefuehl. Aber man versucht die Gedanken an wilde Tiere, Krankheiten und Blutegel zu verdraengen. Schliesslich hatte ich das alles ja gewollt.
Dann ging es wieder in die Boote und ueber eine grosse Lagune mit Hippos drin. Komisches Gefuehl. Und dank des gegenwinds sind wir hier dann doch auch gekentert! Alles nass! Buecher, Tagebuch, Schlafsack, alle Klamotten, Schuhe...... so ein Sch.....! Und die Hippos in Sichtweite. Bloedes Gefuehl!
Den Rest gibts bei naechster Gelegenheit. Nur soviel: es bleibt spannend ;-)
Zeit ist um.
Bis Bald
Lexi
Sonntag, 26. September 2010
Sued Afrika: Auge in Auge mit grossen weissen Haien
Auch hier kann ich mal wieder etwas haarstreubendes berichten. Wie nur all zu oft neigt der Mensch ja dazu eine grosse Klappe zu haben wenn er in Sicherheit ist. Also haben wir das "great white Shark cage diving" schon von Deutschland aus gebucht. Da sind die grossen Weissen auch noch ziemlich weit weg. Aber je naeher der Tag des Tauchens kam, desto mehr hatte ich die Hosen voll. Gut, eigentlich haette mich nach der vergangenen Woch nichts mehr wirklich schocken koennen, aber Wasser ist einfach nicht mein Element. Und kaltes schon gar nicht.
Marion hat sich schon die ganze Zeit darauf gefreut und mir gut zugeredet, aber es war ganz klar, ich musste mit.
Es war ein sehr zwiespaltiges Gefuehl, denn auf der einen Seite war ich ja auch total neugierig. Und da uns der Skipper (so sagt man doch bei Menschen auf Booten, oder?) glaubhaft versichert hat, dass er noch keinen Touristen wirklich an Haie verfuettert hat, bin ich also todesmutig auf dieses Boot gegangen (obwohl ich mich die ganze Zeit ueber ernsthaft gefragt habe, wieviel man so eine Mann glauben soll, wenn ihm schon ein Finger fehlt....:-). Da war auf jeden Fall noch alles schoen und lustig. Das aenderte sich allerdings schon mit dem losfahren, denn ich bin ja ueberhaupt nicht seefest.
Aber Paspertintropfen sei Dank, gewoehnte ich mich schnell an das Geschaukel. In Sued Afrika muss man im Gegensatz zu Californien oder Australien ueberhaupt nicht weit von der Kueste wegfahren um grosse Weisse zu sehen. Nur ca. eine halbe Stunde. Es ging zu einer kuestennahen Insel. Hier war schon ein weiteres Boot vor Anker gegangen. Die Helfer ruehrten eine "leckere" Fischsuppe in Eimern an und wir bekamen unsere Neoprenanzuege zugeteilt. Es war windig und nicht bnesonders warm, da kommt richtig Freude auf wenn man sich einen eiskalten, nassen und super engen Ganzkoerperneopren anziehen soll. Und das auch noch auf einem schwankenden Schiff, in der Erwartung weisser Haie. Ich gebe zu ich habe mich schon besser gefuehlt. Und das alles auch noch vor dem eigentlichen Aufstehen und vor dem Fruehstueck sowieso. Es ging fuer uns naemlich schon um Viertel vor 7 in Hermanus los... Und das ist, wie jeder weiss gar nicht meine Zeit.
Wir erhielten eine letzte Einweisung und dann ging das Warten los. Es ist gar nicht so einfach weisse Haie anzulocken. Ich habe nach dieser Erfahrung meine Riesenangst auf jeden Fall verloren. Respekt bleibt, keine Frage, aber agressive Monster, wie ich irgendwie erwartet hatte, sind die Haie auf keinen Fall.
Gespannt starrten wir alle aufs Wasser. In Erwartung einer riesigen Rueckenflosse die in moerderischer Geschwindigkeit auf unser Boot zu rast und kurz vorher aus dem Wasser aufsteigt und man nur noch in ein riesiges Maul mit Zaehnen schaut (bevor man dann doch gefressen und das Boot versenkt wird.... ich weiss, zu viel Fernsehen, aber man glaubt das in dem Moment wirklich).
Circa eine halbe Stunde mussten die Helfer locken, Fischkoepfe an einer Schnur und viel von der Fischsuppe ins Wasser packen bevor der erste Hai auftauchte. Wir sassen inzwischen auf Deck im Wind und froren erbaermlich. Aber dann ging es ploetzlich los. Die ersten 5 (soviele konnten immer gleichzeitig in den Kaefig) konnten ins Wasser. Marion und ich hatten uns vorgenommen zu den ersten zu gehoeren. Sie, weil sie sich so unglaublich auf die Haibegegnung gefreut hatte und ich, weil ich gemerkt hatte wie schwer die Biester anzulocken sind. Und wenn schon mal einer da war und ich eh schon frierend im nassen Tauchanzug darauf wartete ihm ins Auge zu blicken, dann wollte ich ihn auch sehen!!!!
Leider hatten diese Idee auch noch einige andere. Aber beim Kampf um die Taucherbrillen war ich dann doch noch schnell genug und durfte als 5. in den Kaefig klettern. Marion war schon drin. Ab diesem Moment gab es nur noch einen Adrenalinrausch. Man merkt gar nicht mehr so dass man gerade in 13 Grad kaltes Wasser klettert. Man versucht im Wasser etwas zu erkennen, sich gleichzeitig an die Verhaltensregeln zu erinnern und dabei nicht zu ertrinken. Man "steht" in dem Kaefig, der an der Bordwand befestigt ist, hat seine Taucherbrille auf, starrt vor sich ins Wasser und sucht die Rueckenflosse und wartet gleichzeitig auf den Befehl vom Boot "Dive" mit dem Zusatz left oder right! Dann holt man tief Luft und taucht unter und starrt ins truebe Wasser und versucht etwas zu sehen. Ich muss zugeben die ersten drei Male habe ich ausser Luftblasen und einem Schatten nichts gesehen. Ausserdem waere ich fast ertrunken weil ich versehentlich durch die Nase ausgeatmet habe und damit natuerlich sie Tauchermaske "weggepustet" habe..... aber ich war so schrecklich aufgeregt und das Wasser war so kalt und vor mir war ein riesiger Hai im Wasser den ich nicht sehen konnte...
Aber als ich dann alles wieder gerichtet und einen Bleigurt bekommen hatte und somit nicht auch noch mit dem Auftrieb kaempfen musste wurde ich ruhiger und es klappte besser. Und da war ER (obwohl das eigentlich nicht stimmt, bei den weissen Haien sind die Maedels die Groesseren und in der Bucht waren fast nur "Frauen" unterwegs)! Direkt vor mir. Man konnte in dem Wasser ca. 2-3 Meter weit sehen. Und die Haie sind verdammt gut getarnt. WOW, das ist ein unbeschreibliches Gefuehl! Er kam direkt auf den Kaefig zu und drehte dann kurz davor ab! Wunderschoen und riesig. Einfach unglaublich wenn man ihn dann in der Tiefe verschwinden sieht. Ploetzlich verging die Zeit wie im Flug und vom kalten Wasser war nichts mehr zu spuehren. Nach einigen weiteren "Tauchgaengen" wurden nach und nach die Leute im Kaefig ausgewechselt. Ich war richtig traurig als ich raus musste. Dann habe ich die angelockten Haie von oben, vom Boot noch eine ganze Weile beobachtet. Bilder konnte ich ja leider wieder keine machen, weil meine Leihkamera mich an diesem Morgen mit einem Speicherkartenfehler ueberraschte, der sich auch auf die Schnelle nicht beheben lies. Irgendwie habe ich mit den Fotos kein Glueck..... :-( Aber ich bekomme von ein paar netten Menschen ein paar Bilder geschickt. So habe ich den Anblick einfach nur geniessen koennen und war natuerlich bei der 2. Runde im Kaefig sofort wieder mit Feuer und Flamme dabei. Da klappte alles noch viel besser und ich muss sagen wenn so ein 7 Meter Hai direkt vor der eigenen Nase an einem Koeder zerrt und dann mit der Schwanzflosse gegen den Kaefig schlaegt, merkt man mal wieder wie klein, zerbrechlich und schwach man als Mensch so ist....
Alles in Allem eine unglaubliche, tolle Erfahrung! Das kann ich jedem nur empfehlen, auch wenn man erstmal maechtig Angst hat. Die verschwindet, aber ein Hoellenrespekt vor diesen unglaublich schoenen aber auch sehr friedlichen Tieren bleibt.
Schiff ahoi!
Lexi
Marion hat sich schon die ganze Zeit darauf gefreut und mir gut zugeredet, aber es war ganz klar, ich musste mit.
Es war ein sehr zwiespaltiges Gefuehl, denn auf der einen Seite war ich ja auch total neugierig. Und da uns der Skipper (so sagt man doch bei Menschen auf Booten, oder?) glaubhaft versichert hat, dass er noch keinen Touristen wirklich an Haie verfuettert hat, bin ich also todesmutig auf dieses Boot gegangen (obwohl ich mich die ganze Zeit ueber ernsthaft gefragt habe, wieviel man so eine Mann glauben soll, wenn ihm schon ein Finger fehlt....:-). Da war auf jeden Fall noch alles schoen und lustig. Das aenderte sich allerdings schon mit dem losfahren, denn ich bin ja ueberhaupt nicht seefest.
Aber Paspertintropfen sei Dank, gewoehnte ich mich schnell an das Geschaukel. In Sued Afrika muss man im Gegensatz zu Californien oder Australien ueberhaupt nicht weit von der Kueste wegfahren um grosse Weisse zu sehen. Nur ca. eine halbe Stunde. Es ging zu einer kuestennahen Insel. Hier war schon ein weiteres Boot vor Anker gegangen. Die Helfer ruehrten eine "leckere" Fischsuppe in Eimern an und wir bekamen unsere Neoprenanzuege zugeteilt. Es war windig und nicht bnesonders warm, da kommt richtig Freude auf wenn man sich einen eiskalten, nassen und super engen Ganzkoerperneopren anziehen soll. Und das auch noch auf einem schwankenden Schiff, in der Erwartung weisser Haie. Ich gebe zu ich habe mich schon besser gefuehlt. Und das alles auch noch vor dem eigentlichen Aufstehen und vor dem Fruehstueck sowieso. Es ging fuer uns naemlich schon um Viertel vor 7 in Hermanus los... Und das ist, wie jeder weiss gar nicht meine Zeit.
Wir erhielten eine letzte Einweisung und dann ging das Warten los. Es ist gar nicht so einfach weisse Haie anzulocken. Ich habe nach dieser Erfahrung meine Riesenangst auf jeden Fall verloren. Respekt bleibt, keine Frage, aber agressive Monster, wie ich irgendwie erwartet hatte, sind die Haie auf keinen Fall.
Gespannt starrten wir alle aufs Wasser. In Erwartung einer riesigen Rueckenflosse die in moerderischer Geschwindigkeit auf unser Boot zu rast und kurz vorher aus dem Wasser aufsteigt und man nur noch in ein riesiges Maul mit Zaehnen schaut (bevor man dann doch gefressen und das Boot versenkt wird.... ich weiss, zu viel Fernsehen, aber man glaubt das in dem Moment wirklich).
Circa eine halbe Stunde mussten die Helfer locken, Fischkoepfe an einer Schnur und viel von der Fischsuppe ins Wasser packen bevor der erste Hai auftauchte. Wir sassen inzwischen auf Deck im Wind und froren erbaermlich. Aber dann ging es ploetzlich los. Die ersten 5 (soviele konnten immer gleichzeitig in den Kaefig) konnten ins Wasser. Marion und ich hatten uns vorgenommen zu den ersten zu gehoeren. Sie, weil sie sich so unglaublich auf die Haibegegnung gefreut hatte und ich, weil ich gemerkt hatte wie schwer die Biester anzulocken sind. Und wenn schon mal einer da war und ich eh schon frierend im nassen Tauchanzug darauf wartete ihm ins Auge zu blicken, dann wollte ich ihn auch sehen!!!!
Leider hatten diese Idee auch noch einige andere. Aber beim Kampf um die Taucherbrillen war ich dann doch noch schnell genug und durfte als 5. in den Kaefig klettern. Marion war schon drin. Ab diesem Moment gab es nur noch einen Adrenalinrausch. Man merkt gar nicht mehr so dass man gerade in 13 Grad kaltes Wasser klettert. Man versucht im Wasser etwas zu erkennen, sich gleichzeitig an die Verhaltensregeln zu erinnern und dabei nicht zu ertrinken. Man "steht" in dem Kaefig, der an der Bordwand befestigt ist, hat seine Taucherbrille auf, starrt vor sich ins Wasser und sucht die Rueckenflosse und wartet gleichzeitig auf den Befehl vom Boot "Dive" mit dem Zusatz left oder right! Dann holt man tief Luft und taucht unter und starrt ins truebe Wasser und versucht etwas zu sehen. Ich muss zugeben die ersten drei Male habe ich ausser Luftblasen und einem Schatten nichts gesehen. Ausserdem waere ich fast ertrunken weil ich versehentlich durch die Nase ausgeatmet habe und damit natuerlich sie Tauchermaske "weggepustet" habe..... aber ich war so schrecklich aufgeregt und das Wasser war so kalt und vor mir war ein riesiger Hai im Wasser den ich nicht sehen konnte...
Aber als ich dann alles wieder gerichtet und einen Bleigurt bekommen hatte und somit nicht auch noch mit dem Auftrieb kaempfen musste wurde ich ruhiger und es klappte besser. Und da war ER (obwohl das eigentlich nicht stimmt, bei den weissen Haien sind die Maedels die Groesseren und in der Bucht waren fast nur "Frauen" unterwegs)! Direkt vor mir. Man konnte in dem Wasser ca. 2-3 Meter weit sehen. Und die Haie sind verdammt gut getarnt. WOW, das ist ein unbeschreibliches Gefuehl! Er kam direkt auf den Kaefig zu und drehte dann kurz davor ab! Wunderschoen und riesig. Einfach unglaublich wenn man ihn dann in der Tiefe verschwinden sieht. Ploetzlich verging die Zeit wie im Flug und vom kalten Wasser war nichts mehr zu spuehren. Nach einigen weiteren "Tauchgaengen" wurden nach und nach die Leute im Kaefig ausgewechselt. Ich war richtig traurig als ich raus musste. Dann habe ich die angelockten Haie von oben, vom Boot noch eine ganze Weile beobachtet. Bilder konnte ich ja leider wieder keine machen, weil meine Leihkamera mich an diesem Morgen mit einem Speicherkartenfehler ueberraschte, der sich auch auf die Schnelle nicht beheben lies. Irgendwie habe ich mit den Fotos kein Glueck..... :-( Aber ich bekomme von ein paar netten Menschen ein paar Bilder geschickt. So habe ich den Anblick einfach nur geniessen koennen und war natuerlich bei der 2. Runde im Kaefig sofort wieder mit Feuer und Flamme dabei. Da klappte alles noch viel besser und ich muss sagen wenn so ein 7 Meter Hai direkt vor der eigenen Nase an einem Koeder zerrt und dann mit der Schwanzflosse gegen den Kaefig schlaegt, merkt man mal wieder wie klein, zerbrechlich und schwach man als Mensch so ist....
Alles in Allem eine unglaubliche, tolle Erfahrung! Das kann ich jedem nur empfehlen, auch wenn man erstmal maechtig Angst hat. Die verschwindet, aber ein Hoellenrespekt vor diesen unglaublich schoenen aber auch sehr friedlichen Tieren bleibt.
Schiff ahoi!
Lexi
Die Sache mit dem Sprung in die Tiefe.....
Sicher koennen sich einge von Euch noch dran erinnern, dass ich mal gesagt habe, wenn ich ueberhaupt mal Bungee mache, dann nur von einer grossen Bruecke ueber eine spektakulaere Schlucht mit einem Fluss unten...
Das war eigentlich nur meine Ausrede es nie, niemals in Deutschland zu machen. Und eigentlich wollte ich es ueberhaupt nicht machen. Es ist naemlich ziemlich verrueckt sich von einer Plattform oder was auch immer in die Tiefe zu stuerzen wenn man keinen Fallschirm dabei hat und auch kein Vogel ist. Nur mit einem Strick um die Fuesse.
Nur was tut man, wenn man dann tatsaechlich vor eben dieser Bruecke steht? 216 Meter hoch ueber die Bloukrans-Schlucht. Erstmal sind wir langsam drueber gefahren und haben geschaut. Nichts zu sehen. Dann nochmal zurueck und an dem Schild zum Bungeeausguck abgebogen und tatsaechlich, die Jumper waren unter der Fahrbahn. Ein bisschen wie die Sydney Habour Bridge, nur aus Beton. Also haben wir uns das erstmal angeschaut. Wobei Marion, die erst ganz mutig war, immer kleiner wurde und ich immer mutiger. Wir haben uns noch kurz mit einem deutschen Paar unterhalten bis er los musste zu seinem Sprung und haben erstmal zugeschaut. Sah ganz einfach aus. Und ganz klein, denn es war irgendwie trotzdem weit weg. Da bin ich dann also losmarschiert und habe uns angemeldet. Also musste Marion mit. ;-) Sorry!
Der Sprung findet nur zu jeder vollen Stunde statt. Inzwischen war es mal wieder trueb geworden und hatte angefangen zu nieseln. Aber die naechsten 40 Minuten vergingen wie im Flug da wir schrecklich aufgeregt waren. Ploetzlich musste ich ganz dringend aufs Klo und wollte eigentlich gar nicht mehr. Ich bekam so langsam kalte Fuesse. So lange man noch auf festem Boden steht und nur seine Kreditkarte hinlegt, eine Nummer (ich vermutete zur Wiedererkennung des zerschmetterten Leichnams) und sein Gewicht auf die Hand geschrieben bekommt und schon mal den Brustgurt anlegen kann ist man noch ganz der Held. Aber das Gefuehl schwindet....;-)
Wir waren dann 9 Leute die mit Guide dann Richtung Bruecke marschierten. Zuerst geht es einen Gittersteg in 216 Meter Hoehe entlang bis in die Mitte der Bruecke. Der ganze Steg gibt bei jedem Schritt nach und gewaehrt einen wunderbaren Blick direkt nach unten in den Bach (denn es war nicht besonders viel Wasser drin). Da wird einem nochmal gaaanz anders. Aber noch war ich halbwegs mutig. Marion war inzwischen schon fast begeistert. Das war bei uns immer so, der Mut hat uns abwechselnd verlassen.
Auf der Bruecke angekommen wurde die Reihenfolge der Springer festgelegt. Ich hatte mir ueberlegt das irgendwo in der Mitte prima waere, falls ich nicht doch noch den Weg zurueck finden wuerde, aber das sah schlecht aus. Und ratet mal, ich war als ERSTE dran. Lieder war das ganze auch nicht verhandelbar. Der gute Sprungmeister war sehr nett, laechelte viel und redete uns gut zu, aber auf dem Ohr war er taub! Aus unserer Gruppe waren gar nicht mal alle zum Springen mitgekommen. Einge schauten nur ihren Partnern zu. Eine gute Entscheidung, waere ich da mal auch eher drauf gekommen, dann haette ich Marion einfach zugeschaut ;-) Aber so gab es kein zurueck mehr. Auf dem Springerstuetzpunkt herrschte eine ausgelassenen Stimmung. Die ganze Crew ist super nett und lustig und es gibt coole, laute Musik. es wird viel gelacht und gescherzt, und bis man tatsaechlich an der Kante steht, nimmt man das ganze noch ziemlich leicht. Es werden einem die Fuesse zusammengebunden, die ganzen Gurte mit Schraubkarabinern gesichert und nochmal alles erklaert und 3x gecheckt. Und dann gehts los. Auf zur Kante mit zusammengebundenen Fuessen. Ein ganz, ganz mieses Gefuehl. Aber noch dachte ich: guckste mal und wenns zu hoch ist gehste halt wieder, hast ja bezahlt, kann denen also egal sein. Aber weit gefehlt. Ist denen nicht egal, Du hast den Sprung gebucht, Du bekommst den Sprung deines Lebens! Die beiden Sprungmaster haben mich also rechts und links untergehakt und auf dem roten Teppich an die Kante geleitet. Dabei haben sie gescherzt und waren super lieb! Und dann stand ich da. Wurde noch ein bisschen nach vorne geschoben und blickte in die Tiefe. Und die ist seeeeehr tief. Marion rief mir noch den guten rat zu in den Himmel zu schauen und nicht nach unten, aber man kann den Blick nicht mehr abwenden. Ich stammelte noch: Do you think it's a good idea to do this now? was die beiden freudig bejaten und dann ihre Arme um mich loesten. Ich stand alleine an der Kante und spuerte nur noch zwei kraeftige Hande im Ruecken. Ploetzlich hatte ich Angst irgendwo anzuschlagen wenn ich nicht weit genug wegsprang und ueberhaupt wollte ich das ganze lieber nochmal durchsprechen und noch sooo vieles fragen und......EINS......ZWEI......BUNGEEEEEEEEE!!!!!!! war ich auch schon ueber die Kante. Ich glaube ohne die "Hilfestellung" hatte ich noch ewig dort gestanden. Aber das wird wohl nicht nur mir so gegangen sein. Ich habe immerhin noch ganz fachmaennisch die Arme weit ausgebreitet. Zu einem Laecheln fuer die Kamera hat es nicht mehr gereicht.
Der erste freie Fall ist knapp 200 Meter. Sobald man denkt man hat es geschafft wird man aber schon wieder hochgezogen und schon geht es wieder abwaerts. Dieses mal 150 Meter und beim dritten Mall immerhin noch knappe 100 Meter. Ab dem vierten Mal fing der ganze Spass dann auch noch an sich zu drehen wie verrueckt und ich hatte das Gefuehl die Riemen am Fuss fangen an zu rutschen. Zeit fuer Spiderman mich zu retten.
Der kam dann auch relativ schnell am Seil von oben herab und hat mich nach einem weiteren Hopsa auch geschnappt und in eine aufrechte Sitzposition gebracht fuer den Weg nach oben. Also Rundumservice! Wirklich prima! Mir war inzwischen auch reichlich uebel von dem Gedrehe aber oben haben mich dann alle beglueckwuenscht und ich war maechtig stolz!
Und ich bin es immer noch, aber ich glaube nicht dass ich sowas krasses nochmal machen muss...lach... es gibt schliesslich noch anderes auszuprobieren.
EINS....ZWEI.....TSCHUESSI
Eure Lexi
Das war eigentlich nur meine Ausrede es nie, niemals in Deutschland zu machen. Und eigentlich wollte ich es ueberhaupt nicht machen. Es ist naemlich ziemlich verrueckt sich von einer Plattform oder was auch immer in die Tiefe zu stuerzen wenn man keinen Fallschirm dabei hat und auch kein Vogel ist. Nur mit einem Strick um die Fuesse.
Nur was tut man, wenn man dann tatsaechlich vor eben dieser Bruecke steht? 216 Meter hoch ueber die Bloukrans-Schlucht. Erstmal sind wir langsam drueber gefahren und haben geschaut. Nichts zu sehen. Dann nochmal zurueck und an dem Schild zum Bungeeausguck abgebogen und tatsaechlich, die Jumper waren unter der Fahrbahn. Ein bisschen wie die Sydney Habour Bridge, nur aus Beton. Also haben wir uns das erstmal angeschaut. Wobei Marion, die erst ganz mutig war, immer kleiner wurde und ich immer mutiger. Wir haben uns noch kurz mit einem deutschen Paar unterhalten bis er los musste zu seinem Sprung und haben erstmal zugeschaut. Sah ganz einfach aus. Und ganz klein, denn es war irgendwie trotzdem weit weg. Da bin ich dann also losmarschiert und habe uns angemeldet. Also musste Marion mit. ;-) Sorry!
Der Sprung findet nur zu jeder vollen Stunde statt. Inzwischen war es mal wieder trueb geworden und hatte angefangen zu nieseln. Aber die naechsten 40 Minuten vergingen wie im Flug da wir schrecklich aufgeregt waren. Ploetzlich musste ich ganz dringend aufs Klo und wollte eigentlich gar nicht mehr. Ich bekam so langsam kalte Fuesse. So lange man noch auf festem Boden steht und nur seine Kreditkarte hinlegt, eine Nummer (ich vermutete zur Wiedererkennung des zerschmetterten Leichnams) und sein Gewicht auf die Hand geschrieben bekommt und schon mal den Brustgurt anlegen kann ist man noch ganz der Held. Aber das Gefuehl schwindet....;-)
Wir waren dann 9 Leute die mit Guide dann Richtung Bruecke marschierten. Zuerst geht es einen Gittersteg in 216 Meter Hoehe entlang bis in die Mitte der Bruecke. Der ganze Steg gibt bei jedem Schritt nach und gewaehrt einen wunderbaren Blick direkt nach unten in den Bach (denn es war nicht besonders viel Wasser drin). Da wird einem nochmal gaaanz anders. Aber noch war ich halbwegs mutig. Marion war inzwischen schon fast begeistert. Das war bei uns immer so, der Mut hat uns abwechselnd verlassen.
Auf der Bruecke angekommen wurde die Reihenfolge der Springer festgelegt. Ich hatte mir ueberlegt das irgendwo in der Mitte prima waere, falls ich nicht doch noch den Weg zurueck finden wuerde, aber das sah schlecht aus. Und ratet mal, ich war als ERSTE dran. Lieder war das ganze auch nicht verhandelbar. Der gute Sprungmeister war sehr nett, laechelte viel und redete uns gut zu, aber auf dem Ohr war er taub! Aus unserer Gruppe waren gar nicht mal alle zum Springen mitgekommen. Einge schauten nur ihren Partnern zu. Eine gute Entscheidung, waere ich da mal auch eher drauf gekommen, dann haette ich Marion einfach zugeschaut ;-) Aber so gab es kein zurueck mehr. Auf dem Springerstuetzpunkt herrschte eine ausgelassenen Stimmung. Die ganze Crew ist super nett und lustig und es gibt coole, laute Musik. es wird viel gelacht und gescherzt, und bis man tatsaechlich an der Kante steht, nimmt man das ganze noch ziemlich leicht. Es werden einem die Fuesse zusammengebunden, die ganzen Gurte mit Schraubkarabinern gesichert und nochmal alles erklaert und 3x gecheckt. Und dann gehts los. Auf zur Kante mit zusammengebundenen Fuessen. Ein ganz, ganz mieses Gefuehl. Aber noch dachte ich: guckste mal und wenns zu hoch ist gehste halt wieder, hast ja bezahlt, kann denen also egal sein. Aber weit gefehlt. Ist denen nicht egal, Du hast den Sprung gebucht, Du bekommst den Sprung deines Lebens! Die beiden Sprungmaster haben mich also rechts und links untergehakt und auf dem roten Teppich an die Kante geleitet. Dabei haben sie gescherzt und waren super lieb! Und dann stand ich da. Wurde noch ein bisschen nach vorne geschoben und blickte in die Tiefe. Und die ist seeeeehr tief. Marion rief mir noch den guten rat zu in den Himmel zu schauen und nicht nach unten, aber man kann den Blick nicht mehr abwenden. Ich stammelte noch: Do you think it's a good idea to do this now? was die beiden freudig bejaten und dann ihre Arme um mich loesten. Ich stand alleine an der Kante und spuerte nur noch zwei kraeftige Hande im Ruecken. Ploetzlich hatte ich Angst irgendwo anzuschlagen wenn ich nicht weit genug wegsprang und ueberhaupt wollte ich das ganze lieber nochmal durchsprechen und noch sooo vieles fragen und......EINS......ZWEI......BUNGEEEEEEEEE!!!!!!! war ich auch schon ueber die Kante. Ich glaube ohne die "Hilfestellung" hatte ich noch ewig dort gestanden. Aber das wird wohl nicht nur mir so gegangen sein. Ich habe immerhin noch ganz fachmaennisch die Arme weit ausgebreitet. Zu einem Laecheln fuer die Kamera hat es nicht mehr gereicht.
Der erste freie Fall ist knapp 200 Meter. Sobald man denkt man hat es geschafft wird man aber schon wieder hochgezogen und schon geht es wieder abwaerts. Dieses mal 150 Meter und beim dritten Mall immerhin noch knappe 100 Meter. Ab dem vierten Mal fing der ganze Spass dann auch noch an sich zu drehen wie verrueckt und ich hatte das Gefuehl die Riemen am Fuss fangen an zu rutschen. Zeit fuer Spiderman mich zu retten.
Der kam dann auch relativ schnell am Seil von oben herab und hat mich nach einem weiteren Hopsa auch geschnappt und in eine aufrechte Sitzposition gebracht fuer den Weg nach oben. Also Rundumservice! Wirklich prima! Mir war inzwischen auch reichlich uebel von dem Gedrehe aber oben haben mich dann alle beglueckwuenscht und ich war maechtig stolz!
Und ich bin es immer noch, aber ich glaube nicht dass ich sowas krasses nochmal machen muss...lach... es gibt schliesslich noch anderes auszuprobieren.
EINS....ZWEI.....TSCHUESSI
Eure Lexi
Verhaftet in Durban
So, kommen wir mal zu dem Kapitel dem wahrscheinlich alle erwartungsvoll entgegenfiebern. Lexi im Gefaengnis.....
Und das mir, wo ich noch nicht mal falsch rausgegebenes Wechselgeld einstecken kann. Aber man kommt manchmal schneller ins Gefaengnis als die Jungfrau zum Kinde!
Also, es waren einmal 2 nette deutsche Maedchen, die nach einer langen und anstrengenden Autofahrt in Durban angekommen waren, im Hotel eingecheckt hatten und sich nun auf die Suche nach etwas zu Essen und einem Feierabendbierchen machten....
In Durban leben sehr viele Inder. Darum war es klar, heute Abend gehen wir richtig indisches Curry essen. Auch wenn die Reisefuehrer sich unterschiedlich dazu aeusserten, hielten wir, bei der ganzen patrollierenden Polizei und den joggenden weissen Frauen und Maennern, die Gegend fuer sicher. Vorsichtshalber nahmen wir nur ein bisschen Geld in der Hosentasche mit und los gings. Es sollte sich erst spaeter herausstellen dass wir uns vor den Falschen gefuerchtet hatten..... Wir haben dann auch einen netten Imbiss in der Fussgaengerzone am Strand gefunden. Er war voller Polizisten, also dachten wir: super, sicher und gutes Essen! Wir wurden sehr nett bedient und das Essen war grossartig! Aber sau scharf! Aber im "Menue" gab es auch gleich einen halben Liter Cola pro Person dazu. Die wissen warum ;-)
Danach sind wir die Fussgaengerzone runtergebummelt und haben uns im naechsten Bottleshop ein Cider (jawohl, das war unser Vergehen, ein Cider!!!) gekauft und auch gleich oeffnen lassen. Wir haben uns noch ueber die Papiertuete lustig gemacht, aber haben ganz artig aus der versteckten Flasche getrunken und sind weiter gebummelt. Bis wir dann etwas spaeter in einem
Shop von einem sehr unfreundlichen Polizisten sehr ruede angesprochen wurden. Zuerst dachten wir man soll in dem Geschaeft nicht trinken und es handelt sich um den allgegenwaertigen Wachmann des Ladens. Also boten wir an den Laden sofort zu verlassen und draussen weiter zu trinken. Ein grosser Fehler wie sich herausstellte! Der Polizist war ein echter Polizist, zerrte uns mit seinen 3 Kollegen aus dem Laden und ab gings in den Polizeivan.
Ich habe selten jemanden erlebt der so zornig war. Aber wer weiss was dem "Guten" vorher ueber die Leber gelaufen war. Er mochte eindeutig keine Weissen. Wir wussten gar nicht wie uns geschah und waren im ersten Moment sicher entfuehrt zu werden, da unsere "Polizisten alle waehrend der Fahrt mit ihrem Handy privat am telefonieren waren. Aber als wir sahen dass alle die gleichen Uniformen anhatten waren wir etwas beruhigter. Es wurde nicht mit uns gesprochen! Auf unsere Frage hin wurde uns aber mitgeteilt, dass wir verhaftet seien und eingesperrt wuerden. Uns war noch immer nicht klar weshalb eigentlich. Schliesslich hatten wir in dem Laden nichts geklaut und waren nichtmal ueber eine rote Ampel gegangen. Und der Ladenbesitzer hat eigentlich auch eher erschreckt und entsetzt geschaut....
Im Revier ging es dann nach hinten durch in eine "schoene" Sammelzelle. Alle Polizisten (natuerlich alle schwarz oder Inder) schauten uns an als ob wir Marsmenschen waeren, und wir fuehlten uns auch ein bisschen so. "Unser" persoenlicher Polizist ging wutschnaubend hinter uns her. Zuerst weigerten wir uns in die schmutzige und nach Pipi riechende Zelle zu gehen, zumal dort auch schon jemand sass der uns sehr neugierig anschaute. Aber leider hatten wir keine Wahl. Ab auf die Pipi-Pritsche und warten was passiert! Immer wieder schaute jemand um die Ecke. Wir waren DIE Attraktion. "Unsere" persoenlichen, zornigen Polizisten kamen und begannen einen Bericht zu schreiben, Formulare auszufuellen und erklaerten uns das wir fuer 3 Dinge verhaftet worden sind. Das erste sei "Drinking in Public" (und ich schwoere, es war das erste Cider des Tages und und wir haben auch nicht randaliert ;-)) zu den beiden Anderen kamen wir gar nicht mehr weil der "Gute" extrem genuschelt hat, wir staendig nachgefragt haben und er dadurch immer wuetender wurde. Aber man muss ja schon verstehen was eigentlich los ist, oder?
Wir mussten einzeln antreten um persoenliche Angaben zu machen. Marion hatte den freundlicheren Polizisten abbekommen und ich den alten Fraeggel!!! Und dann war da ja auch noch die Sache mit der ungeklaerten Rassenfrage bei mir. Hier wohl ein ganz grosses Thema. Auf dem Formular gab es 4 Optionen zum ankreuzen: Asiatisch (und das glaubt mir nun wirklich keiner) schwarz (ich haette es beinahe aus Trotz angekreuzt weil ich die Frage so ueberfluessig fand, habe mich dann aber doch nicht getraut), braun (was auch immer das sein mag) und weiss (was ich dann selbstverstaendlich angekreuzt habe und dafuer einen echten"das-haettest-du-wohl-gern-Blick" geerntet habe). Warum hat bei Marion eigentlich keiner gefragt???
Wir hatten ja auch gar nichts dabei um uns auszuweisen oder so. Aber man luegt in so einer Situation nicht. Aus einem Gefuehl heraus hatte ich meinen Geldguertel (Danke liebe Klettergruppe!!!!) umgemacht. Ich hoffte ja immer noch das wir uns "freikaufen" konnten und das Kapitel dann durch ist, wobei Marion die ganze Zeit fest davon ueberzeugt war die raeumen gerade unser Hotelzimmer aus und bringen uns anschliessend um. So langsam zerrte die ganze Nummer dann auch an meinen Nerven. Als er das erste Mal nach Geld fragte war ich sogar noch so cool den "Preis" zu verhandeln. Ich weiss heute auch nicht mehr wie ich das gemacht habe. Aber wir wurden uns einig das wir 100 Rand Strafe pro Person bezahlen sollten. Um an mein Geld zu kommen wollte ich dann aufs Klo, denn es musste ja niemand sehen wo ich mein Geld hatte und dass es dort noch mehr gab.
Das war wie im Fernsehen. Eine nette Blechschuessel um die Ecke in einer Einzelzelle. Aber es hat funktioniert. Ich habe die 200 Rand in die Hosentasche gesteckt, brav gespuehlt und bin wieder raus. Marion war inzwischen fast vorm Nervenzusammenbruch und mich machte das auch alles sehr nervoes. Wir hatten wirklich Angst! Inzwischen waren ein paar Kollegen von unserem "Freund" aufgetaucht und fragten ihn ob er uns nicht einfach verwarnen und dann frei lassen will, aber er lehte das kategorisch ab. Irgendwann kam ein Vorgesetzter und redete auf ihn ein: kein Erfolg. Er hielt an dieser Verhaftung fest und schrieb weiter seine Formulare. Wir rechneten auch jederzeit damit ins Hotel gebracht zu werden um uns auszuweisen, aber nichts geschah.
Ein Inder, der gesehen hatte wie wir abgefuehrt wurden, kam herein und fragte uns ob wir Geld brauchten. Meine Nerven waren zum zerreissen gespannt. Und ich dachte nun haben wir auch noch so einen Cautionsfuzzi am Hals. Bloss nicht! Das tut mir im nachhinein schrecklich leid, denn der Mann meinte es wirklich nur gut mit uns und wollte helfen. Aber ich hatte ja auch genug Geld dabei.
Dann kam der "grosse Boss" des Reviers und redete auf unseren Polizisten ein. Wir versatanden nicht viel, aber er sagte was von Embassy und dass wir es ja nicht gewusst haben. Aber das hatten wir denen auch schon mehrfach versichert. Denn ich glaube NIEMAND ist scharf darauf in Sued Afrika eingesperrt zu werden. Und vor allem nicht fuer so einen "Mist".
Unser Polizist schrieb aber weiter fleissig seine Berichte und erzaehlte etwas von seiner Verhalftungsquote und liess sich nicht beirren.
Zu dieser Zeit wurde ich auch schon wieder etwas ruhiger, weil ich ja dachte wir bezahlen jetzt unsere Strafe und koennen dann gehen. Wir haben spaeter in allen Reisefuehrern und den Unterlagen von der Autovermietung nachgeschaut. NIRGENDS steht dass man keinen Alkohol in der Oeffentlichkeit trinken darf. Was wirklich eine Schande ist bei den wunderbaren, atemberaubenden Sundowner-Plaetzen die es in diesem Land gibt.
Aber ich schweife ab. Der grosse Boss befahl schliesslich uns nur zu verwarnen und dann frei zu lassen, was nicht gerade zur Stimmungsverbesserung unseres Officers beitrug. Er zischte uns noch zu: are you happy now? Und jaaaaa das waren wir. Wenn ich dem Frieden auch noch nicht so recht traute. Aber nach ein paar Stunden auf einem suedafrikanischen Polizeirevier wird man leicht paranoid.
Also gab es einen Eintrag in das grosse Suenderbuch von Durban (der vor uns war fuer robbery eingesperrt worden), es wurde ein Daumenabdruck genommen (weil die meissten wohl nicht schreiben koennen), wir mussten uns wieder setzen und dann verschwand der Herr Officer und wir sassen da. Trauten uns nicht uns zu ruehren, da wir keinen veraergern wollten. Nach einer Weile kam dann aber jemand und sagte uns dass wir frei sind und gehen koennten. Und wir wollten nur noch raus da! Unsere Cider mussten wir allerdings mitnehmen, obwohl uns die Lust daran laengst vergangen war. Wir haben sie dann im Wachraum in den Muelleimer entsorgt.
Hier kam dann ein weiterer Inder auf uns zu der sich dafuer entschuldigte und sich erkundigte ob es uns gut geht und ob sie uns etwas getan haben. Sehr lieb und fuersorglich. Er erklaerte uns auch, dass er beobachtet hatte wie man uns abfuehrte und voellig empoert darueber war und deshalb sofort zum Polizeirevier gefahren war. So ein lieber Mensch! Es tut uns beiden so leid das wir nicht mal seinen Namen haben um uns nochmal bei ihm zu bedanken! Dieser Mann und der andere Inder haben naemlich die ganze Zeit der Polizei gedroht alle Botschaften anzurufen wenn sie uns nicht wieder raus lassen. Und sie haetten uns das Geld auch einfach so geliehen glaube ich. Dickes, dickes Danke!!!!
Zum Glueck sind die meissten Menschen in Sued Afrika so nett und hilfsbereit. Und die beiden Polizeitrottel echt die Ausnahme. Jeder dem wir spaeter unsere Geschichte erzaehlt haben, hat sich sofort bei uns entschuldigt und war voellig entsetzt. Natuerlich ist es verboten in der Oeffentlichkeit Alkohol zu trinken, aber keiner haelt sich wirklich dran oder man fuellt das ganze in Saftflaschen um. Aber es wird normalerweise geduldet. Trotzdem werde ich vorsorglich mal alle Reisefuehrerverlage anschreiben, damit das nicht noch jemandem passiert.
Unserem lieben Inder haben wir dann auch die gratis Rueckfahrt zum Hotel zu verdanken, obwohl ich darauf lieber verzichtet haette. Das war ein ganz besch... Gefuehl! Nochmal in den Van, wieder alle 4 Officer mit uns und unser "spezieller Freund" ist auch noch gefahren! Und er war sowas von stinksauer....Marion war sich inzwischen so sicher das wir nun irgendwohin verschleppt umgebracht werden, dass ich es auch fast schon glaubte. Angespannt schaute ich in die Strassen und versuchte die Fahrtrichtung im Auge zu behalten. Und dann fuhren die Burschen an unserem Hotel vorbei!! PANIK!!! Wir machten uns sofort bemerkbar und forderten sie auf anzuhalten und uns raus zu lassen. Was sie dann auch taten. Sie wussten einfach nur nicht wo das Hotel war. Aber man wird wirklich paranoid in so einer Nacht.
Dass wir in der Nacht bei Licht geschlafen und kaum ein Auge zugemacht haben brauche ich eigentlich gar nicht extra zu erwaehnen, oder?
Und dass wir die naechsten Tage vor Polizisten mehr Angst hatten als vor Raeubern wohl auch nicht. Wir haben Durban dann ganz frueh am naechsten Morgen verlassen und werden leider nicht viele gute Erinnerungen daran behalten.
Langsam normalisiert sich das ganze wieder, aber ich bin immer noch froh dass es fuer mich bald wieder in den Busch geht wo es ganz viel Natur und Tiere und kaum Menschen gibt!
Nun schlaft gut! Und gewoehnt euch am besten das Feierabendbier vorsichtshalber schon mal ab ;-)
Eure Lexi
Und das mir, wo ich noch nicht mal falsch rausgegebenes Wechselgeld einstecken kann. Aber man kommt manchmal schneller ins Gefaengnis als die Jungfrau zum Kinde!
Also, es waren einmal 2 nette deutsche Maedchen, die nach einer langen und anstrengenden Autofahrt in Durban angekommen waren, im Hotel eingecheckt hatten und sich nun auf die Suche nach etwas zu Essen und einem Feierabendbierchen machten....
In Durban leben sehr viele Inder. Darum war es klar, heute Abend gehen wir richtig indisches Curry essen. Auch wenn die Reisefuehrer sich unterschiedlich dazu aeusserten, hielten wir, bei der ganzen patrollierenden Polizei und den joggenden weissen Frauen und Maennern, die Gegend fuer sicher. Vorsichtshalber nahmen wir nur ein bisschen Geld in der Hosentasche mit und los gings. Es sollte sich erst spaeter herausstellen dass wir uns vor den Falschen gefuerchtet hatten..... Wir haben dann auch einen netten Imbiss in der Fussgaengerzone am Strand gefunden. Er war voller Polizisten, also dachten wir: super, sicher und gutes Essen! Wir wurden sehr nett bedient und das Essen war grossartig! Aber sau scharf! Aber im "Menue" gab es auch gleich einen halben Liter Cola pro Person dazu. Die wissen warum ;-)
Danach sind wir die Fussgaengerzone runtergebummelt und haben uns im naechsten Bottleshop ein Cider (jawohl, das war unser Vergehen, ein Cider!!!) gekauft und auch gleich oeffnen lassen. Wir haben uns noch ueber die Papiertuete lustig gemacht, aber haben ganz artig aus der versteckten Flasche getrunken und sind weiter gebummelt. Bis wir dann etwas spaeter in einem
Shop von einem sehr unfreundlichen Polizisten sehr ruede angesprochen wurden. Zuerst dachten wir man soll in dem Geschaeft nicht trinken und es handelt sich um den allgegenwaertigen Wachmann des Ladens. Also boten wir an den Laden sofort zu verlassen und draussen weiter zu trinken. Ein grosser Fehler wie sich herausstellte! Der Polizist war ein echter Polizist, zerrte uns mit seinen 3 Kollegen aus dem Laden und ab gings in den Polizeivan.
Ich habe selten jemanden erlebt der so zornig war. Aber wer weiss was dem "Guten" vorher ueber die Leber gelaufen war. Er mochte eindeutig keine Weissen. Wir wussten gar nicht wie uns geschah und waren im ersten Moment sicher entfuehrt zu werden, da unsere "Polizisten alle waehrend der Fahrt mit ihrem Handy privat am telefonieren waren. Aber als wir sahen dass alle die gleichen Uniformen anhatten waren wir etwas beruhigter. Es wurde nicht mit uns gesprochen! Auf unsere Frage hin wurde uns aber mitgeteilt, dass wir verhaftet seien und eingesperrt wuerden. Uns war noch immer nicht klar weshalb eigentlich. Schliesslich hatten wir in dem Laden nichts geklaut und waren nichtmal ueber eine rote Ampel gegangen. Und der Ladenbesitzer hat eigentlich auch eher erschreckt und entsetzt geschaut....
Im Revier ging es dann nach hinten durch in eine "schoene" Sammelzelle. Alle Polizisten (natuerlich alle schwarz oder Inder) schauten uns an als ob wir Marsmenschen waeren, und wir fuehlten uns auch ein bisschen so. "Unser" persoenlicher Polizist ging wutschnaubend hinter uns her. Zuerst weigerten wir uns in die schmutzige und nach Pipi riechende Zelle zu gehen, zumal dort auch schon jemand sass der uns sehr neugierig anschaute. Aber leider hatten wir keine Wahl. Ab auf die Pipi-Pritsche und warten was passiert! Immer wieder schaute jemand um die Ecke. Wir waren DIE Attraktion. "Unsere" persoenlichen, zornigen Polizisten kamen und begannen einen Bericht zu schreiben, Formulare auszufuellen und erklaerten uns das wir fuer 3 Dinge verhaftet worden sind. Das erste sei "Drinking in Public" (und ich schwoere, es war das erste Cider des Tages und und wir haben auch nicht randaliert ;-)) zu den beiden Anderen kamen wir gar nicht mehr weil der "Gute" extrem genuschelt hat, wir staendig nachgefragt haben und er dadurch immer wuetender wurde. Aber man muss ja schon verstehen was eigentlich los ist, oder?
Wir mussten einzeln antreten um persoenliche Angaben zu machen. Marion hatte den freundlicheren Polizisten abbekommen und ich den alten Fraeggel!!! Und dann war da ja auch noch die Sache mit der ungeklaerten Rassenfrage bei mir. Hier wohl ein ganz grosses Thema. Auf dem Formular gab es 4 Optionen zum ankreuzen: Asiatisch (und das glaubt mir nun wirklich keiner) schwarz (ich haette es beinahe aus Trotz angekreuzt weil ich die Frage so ueberfluessig fand, habe mich dann aber doch nicht getraut), braun (was auch immer das sein mag) und weiss (was ich dann selbstverstaendlich angekreuzt habe und dafuer einen echten"das-haettest-du-wohl-gern-Blick" geerntet habe). Warum hat bei Marion eigentlich keiner gefragt???
Wir hatten ja auch gar nichts dabei um uns auszuweisen oder so. Aber man luegt in so einer Situation nicht. Aus einem Gefuehl heraus hatte ich meinen Geldguertel (Danke liebe Klettergruppe!!!!) umgemacht. Ich hoffte ja immer noch das wir uns "freikaufen" konnten und das Kapitel dann durch ist, wobei Marion die ganze Zeit fest davon ueberzeugt war die raeumen gerade unser Hotelzimmer aus und bringen uns anschliessend um. So langsam zerrte die ganze Nummer dann auch an meinen Nerven. Als er das erste Mal nach Geld fragte war ich sogar noch so cool den "Preis" zu verhandeln. Ich weiss heute auch nicht mehr wie ich das gemacht habe. Aber wir wurden uns einig das wir 100 Rand Strafe pro Person bezahlen sollten. Um an mein Geld zu kommen wollte ich dann aufs Klo, denn es musste ja niemand sehen wo ich mein Geld hatte und dass es dort noch mehr gab.
Das war wie im Fernsehen. Eine nette Blechschuessel um die Ecke in einer Einzelzelle. Aber es hat funktioniert. Ich habe die 200 Rand in die Hosentasche gesteckt, brav gespuehlt und bin wieder raus. Marion war inzwischen fast vorm Nervenzusammenbruch und mich machte das auch alles sehr nervoes. Wir hatten wirklich Angst! Inzwischen waren ein paar Kollegen von unserem "Freund" aufgetaucht und fragten ihn ob er uns nicht einfach verwarnen und dann frei lassen will, aber er lehte das kategorisch ab. Irgendwann kam ein Vorgesetzter und redete auf ihn ein: kein Erfolg. Er hielt an dieser Verhaftung fest und schrieb weiter seine Formulare. Wir rechneten auch jederzeit damit ins Hotel gebracht zu werden um uns auszuweisen, aber nichts geschah.
Ein Inder, der gesehen hatte wie wir abgefuehrt wurden, kam herein und fragte uns ob wir Geld brauchten. Meine Nerven waren zum zerreissen gespannt. Und ich dachte nun haben wir auch noch so einen Cautionsfuzzi am Hals. Bloss nicht! Das tut mir im nachhinein schrecklich leid, denn der Mann meinte es wirklich nur gut mit uns und wollte helfen. Aber ich hatte ja auch genug Geld dabei.
Dann kam der "grosse Boss" des Reviers und redete auf unseren Polizisten ein. Wir versatanden nicht viel, aber er sagte was von Embassy und dass wir es ja nicht gewusst haben. Aber das hatten wir denen auch schon mehrfach versichert. Denn ich glaube NIEMAND ist scharf darauf in Sued Afrika eingesperrt zu werden. Und vor allem nicht fuer so einen "Mist".
Unser Polizist schrieb aber weiter fleissig seine Berichte und erzaehlte etwas von seiner Verhalftungsquote und liess sich nicht beirren.
Zu dieser Zeit wurde ich auch schon wieder etwas ruhiger, weil ich ja dachte wir bezahlen jetzt unsere Strafe und koennen dann gehen. Wir haben spaeter in allen Reisefuehrern und den Unterlagen von der Autovermietung nachgeschaut. NIRGENDS steht dass man keinen Alkohol in der Oeffentlichkeit trinken darf. Was wirklich eine Schande ist bei den wunderbaren, atemberaubenden Sundowner-Plaetzen die es in diesem Land gibt.
Aber ich schweife ab. Der grosse Boss befahl schliesslich uns nur zu verwarnen und dann frei zu lassen, was nicht gerade zur Stimmungsverbesserung unseres Officers beitrug. Er zischte uns noch zu: are you happy now? Und jaaaaa das waren wir. Wenn ich dem Frieden auch noch nicht so recht traute. Aber nach ein paar Stunden auf einem suedafrikanischen Polizeirevier wird man leicht paranoid.
Also gab es einen Eintrag in das grosse Suenderbuch von Durban (der vor uns war fuer robbery eingesperrt worden), es wurde ein Daumenabdruck genommen (weil die meissten wohl nicht schreiben koennen), wir mussten uns wieder setzen und dann verschwand der Herr Officer und wir sassen da. Trauten uns nicht uns zu ruehren, da wir keinen veraergern wollten. Nach einer Weile kam dann aber jemand und sagte uns dass wir frei sind und gehen koennten. Und wir wollten nur noch raus da! Unsere Cider mussten wir allerdings mitnehmen, obwohl uns die Lust daran laengst vergangen war. Wir haben sie dann im Wachraum in den Muelleimer entsorgt.
Hier kam dann ein weiterer Inder auf uns zu der sich dafuer entschuldigte und sich erkundigte ob es uns gut geht und ob sie uns etwas getan haben. Sehr lieb und fuersorglich. Er erklaerte uns auch, dass er beobachtet hatte wie man uns abfuehrte und voellig empoert darueber war und deshalb sofort zum Polizeirevier gefahren war. So ein lieber Mensch! Es tut uns beiden so leid das wir nicht mal seinen Namen haben um uns nochmal bei ihm zu bedanken! Dieser Mann und der andere Inder haben naemlich die ganze Zeit der Polizei gedroht alle Botschaften anzurufen wenn sie uns nicht wieder raus lassen. Und sie haetten uns das Geld auch einfach so geliehen glaube ich. Dickes, dickes Danke!!!!
Zum Glueck sind die meissten Menschen in Sued Afrika so nett und hilfsbereit. Und die beiden Polizeitrottel echt die Ausnahme. Jeder dem wir spaeter unsere Geschichte erzaehlt haben, hat sich sofort bei uns entschuldigt und war voellig entsetzt. Natuerlich ist es verboten in der Oeffentlichkeit Alkohol zu trinken, aber keiner haelt sich wirklich dran oder man fuellt das ganze in Saftflaschen um. Aber es wird normalerweise geduldet. Trotzdem werde ich vorsorglich mal alle Reisefuehrerverlage anschreiben, damit das nicht noch jemandem passiert.
Unserem lieben Inder haben wir dann auch die gratis Rueckfahrt zum Hotel zu verdanken, obwohl ich darauf lieber verzichtet haette. Das war ein ganz besch... Gefuehl! Nochmal in den Van, wieder alle 4 Officer mit uns und unser "spezieller Freund" ist auch noch gefahren! Und er war sowas von stinksauer....Marion war sich inzwischen so sicher das wir nun irgendwohin verschleppt umgebracht werden, dass ich es auch fast schon glaubte. Angespannt schaute ich in die Strassen und versuchte die Fahrtrichtung im Auge zu behalten. Und dann fuhren die Burschen an unserem Hotel vorbei!! PANIK!!! Wir machten uns sofort bemerkbar und forderten sie auf anzuhalten und uns raus zu lassen. Was sie dann auch taten. Sie wussten einfach nur nicht wo das Hotel war. Aber man wird wirklich paranoid in so einer Nacht.
Dass wir in der Nacht bei Licht geschlafen und kaum ein Auge zugemacht haben brauche ich eigentlich gar nicht extra zu erwaehnen, oder?
Und dass wir die naechsten Tage vor Polizisten mehr Angst hatten als vor Raeubern wohl auch nicht. Wir haben Durban dann ganz frueh am naechsten Morgen verlassen und werden leider nicht viele gute Erinnerungen daran behalten.
Langsam normalisiert sich das ganze wieder, aber ich bin immer noch froh dass es fuer mich bald wieder in den Busch geht wo es ganz viel Natur und Tiere und kaum Menschen gibt!
Nun schlaft gut! Und gewoehnt euch am besten das Feierabendbier vorsichtshalber schon mal ab ;-)
Eure Lexi
Freitag, 20. August 2010
Golan Hoehen, Onkel Mohameds heiliger Kopf und das beste Eis von Damaskus
Gestern hatte ich einen der ereignisreichsten Tage meiner bisherigen Reise. Und aufregend wars auch. Damaskus ansich ist ja schon ein echter Knaller. Eine Stadt voller Gerueche und Gestank, verhuellten Frauen und Bettler, Goldgeschaeften und praechtigen Kleidern. Eine Stadt voller Gegensaetze eben. Und die Altstadt ist ein wunderbar verwinkeltes Viertel mit vielen kleinen Gassen, Kirchen und Moscheen, 1.000.000 kleiner Laeden, Restaurants und Strassenverkaeufern. Ein Rausch aus Farben und Gewuehl.
Das alles habe ich mir schon Vorgestern angesehen.
Und gestern Morgen ging es dann in die Golan Hoehen! Ja, ich war tatsaechlich dort. Verrueckt, ich weiss, und auch nicht mit dem Eselskarren wie ich immer gesagt habe, aber es war ein unglaublicher Ausflug. Man bekommt einen Fahrer dorthin auch nur hinter vorgehaltener Hand und mit Sondergenehmigung. Aber sowas schreckt mich ja nie ab. Im Gegenteil, ich will nicht da hin wo alle sind ;-)
Um 8 Uhr wurden wir 4, alles Maedels, im Hotel abgeholt. Mit Paessen ausgeruestet ging es dann zum Ministerium um die Sondergenehmigung zu erhalten. Das war nicht ganz leicht, aber am Ende hatten wir sie und es ging los. Von Damaskus aus ist es eine gute Stunde Fahrt zu einem kleinen Dorf im syrischen Teil der Golan Hoehen. Quantira oder so aehnlich, wenn ich den Fahrer richtig verstanden habe. Das Gebiet ist komplettes Sperrgebiet. Am ersten Stacheldrahtzaun bekamen wir dann einen Securitypoliceman zugewiesen der uns durch das Gebiet gefuehrt hat. Es gibt eine richtige Grenze mit Eingangkontrolle dort, obwohl man im Land bleibt. Aber wem sage ich das als Deutsche ;-)
Fotografieren durfen wir am Anfang nicht. Keine Polizei, kein Militaer und keine Grenzanlagen. Aber das ist ja auch ok. Mir war schon ein bisschen flau mit all dem Panzersperren, Bewaffneten und dem vielen Stacheldraht.
Als wir alle Grenzformaltiaeten hinter uns hatten fuhren wir noch ca. 6 KM weiter und dann ging es los. Ueberall am Strassenrand zerbombte Haeuser. Und ich habe ehrlich gesagt vorher noch nie eins gesehen. Sah aus wie nach einem Erdbeben oder so. Alles platt und zerstoert. Schrecklich. Eine Geisterstatt aus Beton. Der erste Stopp war am Krankenhaus. Ein voellig ausgebomter Bau voll Einschussloecher in den Waenden. Wir sollten dann dort aufs Dach gehen um einen Ueberblick zu bekommen und einen Blick auf den restlichen Teil der Golan Hoehen zu werfen. Hier waren Fotos dann sehr erwuenscht. Dann ging es rasch weiter, unser Fuehrer hatte einen enegen Zeitplan fuer uns und genaue Vorstellungen. Das wir an dem Morgen die einzigen Touristen dort waren ist eigentlich klar, oder? Gibt wohl nicht so viele Verrueckte.
Dann ging es weiter zur Kirche, zur Moschee und in die ehemalige "Innenstadt". Absolut krass. In den Gaerten dort wachsen noch Gemuese und Blumen, obwohl keine Menschen mehr dort leben. Ein alter Viehhirte lief dort lang und ueberall Militaer. Wir haben dann noch den Turm, der auch halbwegs zerstoert war, bestiegen und dann ging es zur direkten Israleischen Grenze. Hier wurden wir aufgefordert ein Bild mit Hand am Stacheldraht zu machen. Damit werde ich mich wohl dann demnaechst bei der Fremdenlegion bewerben ;-)
Und weil wir so interessiert waren ging es dann auch noch zu Fuss ueber den syrischen Teil der Grenze bis auf 10 Meter an die israelische Grenze ran. Dann gings zurueck zum Taxi, wobei uns fast noch ein UN Fahrzeug ueberfahren haette. Da laeuft halt sonst keiner rum. Mittags waren wir ziemlich beeindruckt wieder in Damaskus.
Nachmittags ging es dann noch in die grosse Omayaden Moschee wo wir unversehens vor DEM Shiitischen Heiligtum, naemlich dem Kopf von Mohameds Onkel
standen. Ein paar nette Leute haben uns dann eingeladen uns dort hinzusetzen und haben es uns erklaert. Es war sehr spannend. Die ganze Moschee ist unglaublich beeindruckend und nach Mekka und dem Felsendom der dritt heiligste Ort fuer Muslime.
Um diese ganzen Eindruecke zu verarbeiten haben wir uns dann abends im Souk noch eine Eis gegoennt. Das beruehmteste Eis von Damaskus. Was in der Bude los war kann sich ja sicher jeder vorstellen. Und obendrauf gab es eine riesige Portion gehackte Pistazien. LECKER!
So, nun hoffe ich das dieser Bericht den Blog erreicht, obwohl ich so viele heikle Worte verwendet habe. Aber ich bin ja inzwischen in Jordanien. Vom lustigen Grenzuebertritt und meinen Abenteuern hier berichte ich dann die Tage.
Ganz viele Gruesse nach Deutschland
Lexi
Das alles habe ich mir schon Vorgestern angesehen.
Und gestern Morgen ging es dann in die Golan Hoehen! Ja, ich war tatsaechlich dort. Verrueckt, ich weiss, und auch nicht mit dem Eselskarren wie ich immer gesagt habe, aber es war ein unglaublicher Ausflug. Man bekommt einen Fahrer dorthin auch nur hinter vorgehaltener Hand und mit Sondergenehmigung. Aber sowas schreckt mich ja nie ab. Im Gegenteil, ich will nicht da hin wo alle sind ;-)
Um 8 Uhr wurden wir 4, alles Maedels, im Hotel abgeholt. Mit Paessen ausgeruestet ging es dann zum Ministerium um die Sondergenehmigung zu erhalten. Das war nicht ganz leicht, aber am Ende hatten wir sie und es ging los. Von Damaskus aus ist es eine gute Stunde Fahrt zu einem kleinen Dorf im syrischen Teil der Golan Hoehen. Quantira oder so aehnlich, wenn ich den Fahrer richtig verstanden habe. Das Gebiet ist komplettes Sperrgebiet. Am ersten Stacheldrahtzaun bekamen wir dann einen Securitypoliceman zugewiesen der uns durch das Gebiet gefuehrt hat. Es gibt eine richtige Grenze mit Eingangkontrolle dort, obwohl man im Land bleibt. Aber wem sage ich das als Deutsche ;-)
Fotografieren durfen wir am Anfang nicht. Keine Polizei, kein Militaer und keine Grenzanlagen. Aber das ist ja auch ok. Mir war schon ein bisschen flau mit all dem Panzersperren, Bewaffneten und dem vielen Stacheldraht.
Als wir alle Grenzformaltiaeten hinter uns hatten fuhren wir noch ca. 6 KM weiter und dann ging es los. Ueberall am Strassenrand zerbombte Haeuser. Und ich habe ehrlich gesagt vorher noch nie eins gesehen. Sah aus wie nach einem Erdbeben oder so. Alles platt und zerstoert. Schrecklich. Eine Geisterstatt aus Beton. Der erste Stopp war am Krankenhaus. Ein voellig ausgebomter Bau voll Einschussloecher in den Waenden. Wir sollten dann dort aufs Dach gehen um einen Ueberblick zu bekommen und einen Blick auf den restlichen Teil der Golan Hoehen zu werfen. Hier waren Fotos dann sehr erwuenscht. Dann ging es rasch weiter, unser Fuehrer hatte einen enegen Zeitplan fuer uns und genaue Vorstellungen. Das wir an dem Morgen die einzigen Touristen dort waren ist eigentlich klar, oder? Gibt wohl nicht so viele Verrueckte.
Dann ging es weiter zur Kirche, zur Moschee und in die ehemalige "Innenstadt". Absolut krass. In den Gaerten dort wachsen noch Gemuese und Blumen, obwohl keine Menschen mehr dort leben. Ein alter Viehhirte lief dort lang und ueberall Militaer. Wir haben dann noch den Turm, der auch halbwegs zerstoert war, bestiegen und dann ging es zur direkten Israleischen Grenze. Hier wurden wir aufgefordert ein Bild mit Hand am Stacheldraht zu machen. Damit werde ich mich wohl dann demnaechst bei der Fremdenlegion bewerben ;-)
Und weil wir so interessiert waren ging es dann auch noch zu Fuss ueber den syrischen Teil der Grenze bis auf 10 Meter an die israelische Grenze ran. Dann gings zurueck zum Taxi, wobei uns fast noch ein UN Fahrzeug ueberfahren haette. Da laeuft halt sonst keiner rum. Mittags waren wir ziemlich beeindruckt wieder in Damaskus.
Nachmittags ging es dann noch in die grosse Omayaden Moschee wo wir unversehens vor DEM Shiitischen Heiligtum, naemlich dem Kopf von Mohameds Onkel
Um diese ganzen Eindruecke zu verarbeiten haben wir uns dann abends im Souk noch eine Eis gegoennt. Das beruehmteste Eis von Damaskus. Was in der Bude los war kann sich ja sicher jeder vorstellen. Und obendrauf gab es eine riesige Portion gehackte Pistazien. LECKER!
So, nun hoffe ich das dieser Bericht den Blog erreicht, obwohl ich so viele heikle Worte verwendet habe. Aber ich bin ja inzwischen in Jordanien. Vom lustigen Grenzuebertritt und meinen Abenteuern hier berichte ich dann die Tage.
Ganz viele Gruesse nach Deutschland
Lexi
Dienstag, 3. August 2010
Hamam (letzter Abend ın Istanbul 31.07.)
Gerade habe ıch dıe ölıgste und umfassendste Massage meınes Lebens bekommen. Alles, wırklıch alles ausserhalb des Hamam-Bıkınıs (eın Rıesenschlueppı) wurde massıert. Mıt reıchlıch gut duftendem Öl. Vom kleınen Zeh bıs zur Nase und der Kopfhaut. Ich weıss zwar noch nıcht wıe ıch das jemals wıeder rausgewaschen krıege, aber das war es wert. Suuuuper entspannend. Ich war ja so verrückt (hey, auf dıeser Tastatur hıer gıbt es eın Ü!!!! grossartıg)( ıch hab ja ımmer noch nıcht rausgefunden wıe dıe ohne Üs auskommen, da hıer wırklıch alle Wörter mınd. eıns enthalten... aber ıch forsche weıter)also, ıch war so verrückt beı 38 Grad Aussentemperatur ın dıe Sauna zu gehen. Aber ıch wollte unbedıngt mal eın echtes türkısches Bad besuchen. Und wo geht das besser als ın Instanbul? Also bın ıch nach dem Infomeetıng für dıe erste Tour losgestıefelt und ın das (oder den?) bekannte(n) Cemberlıtas Hamam gegangen.
Ich habe mır das Luxus-Behandlungspaket gegönnt. Nochmal vıelen Dank an alle "Geldschenker" zu meınem Geburtstag und Abschıed! Ja, für sowas werden dıe Geldgeschenke verwendet und ıch denke dann auch ganz artıg an dıe edlen Spender :-)
Das Luxuspaket beınhaltete dıe klassısche Schaummassage, das Abschuppeln mıt eınem Sısalhandschuh, Haare waschen und zum Schuss dıe Ölmassage. Zuerst legt man sıch mıt dem Hamamschlüppı und eınem rot karrıerten Leınentuch bekleıdet auf eıne ganz grosse, beheızte Marmorplatform. Das ıst super angenehm. Man schaut nach oben ın dıe Kuppel dıe den Raum überspannt und schaut dem Lıcht zu, dass durch dıe kleınen Öffnungen ın der Decke hereınfaellt oder beobachtet dıe Türkınnen. Das ıst fast noch das beste. Dıe Badekultur hıer ıst eınfach nur schön. Hıer wırd mıt eınem eıgens am Eıngang mıtgegebenen ganz neuen Handschuh geschruppelt was das Zeug haelt(und es ıst wırklıch erstaunlıch was dıe so alles von eınem runter rubbeln wenn man schon eın bısschen braun geworden ıst), eıngeschaeumt, massıert und gewaschen. Wenn man aufgewaermt ıst, kommt eıne Badefrau und seıft eınen genauso eın. Herrlıch. Am schluss wırd man mıt kühlem Wasser aus flachen Schüsseln übergossen und dann werden noch an eınem Marmorbecken dıe Haare gewaschen. Zu dıesem Zeıtpunkt ahnte ıch ja noch nıchts von dem Öl :-)
Man kann dann noch ın eın Warmwasserbecken gehen. Zur Wahl standen 36 und 38 Grad) und alles ın so eınem tollen kleınen Gewölbe was 1524 (oder so) vom Instanbuls grossem Baumeıster Sınan erbaut wurde. Dıe hatten wırklıch Geschmack damals. Maenner und Frauen natürlıch streng getrennt. Aber beıde Badehaeuser dırekt nebeneınander und völlıg ıdentısch. Hat man sıch entschıeden dıeses Wasserparadıs zu verlassen tauscht man das Leınentuch gegen eın flauschıges Handtuch. Nun gıbt es keın Zurück mehr. Ich hab das ausprobıert :-) Aber ım Aufenthaltsraum gıbt es eınen Brunnen und ganz tolle Sofaecken. Hıer trınkt man noch eınen Tee oder frısch gepressten Orangensaft und entspannt und unterhaelt sıch. Oder beobachtet weıter ganz faszınıert dıe Türkınnen. Alle sınd sehr nett hıer und ıch bekomme sogar etwas Obst gereıcht. Jetzt verstehe ıch auch vıel besser was dıe türkıschen Horden ımmer ın unserer Stadtbadsauna veranstalten. Nur das es beı uns eben etwas fehl am Platze wırkt. Hıer passt es her. Zum Schluss bekomme ıch noch dıe bereıts erwaehnte (mınd. eın Lıter-) Ölmassage. Waehrend ıch mıch noch mıt der Frage beschaeftıge wıe ıch das jemals wıeder ab bekomme und ın meıne Kleıdung schlüpfen kann, kommen wıeder neue Gaeste hereın. Das Bad hat bıs Mıtternacht auf. Jeden Tag. Ich entscheıde mıch für "mıt dem Handtuch so gut es geht abrubbeln" und zıehe mıch ın der hübschen Kabıne dıe beı meınem prıvaten kleınen Schrank ıst um. Nur dıe Leıhbadeschlappen muss ıch stehen lassen. Ich gehe als echte Ölsardıne wıeder raus ıns freıe und werde von ımmer noch 30 Grad empfangen. Aber ıch fühle mıch grossartıg. Runderneuert und schrecklıch müde! Aber das war eın tolles Erlebnıs.
Morgen geht unsere Tour los. Ich werde dıese Nacht bestımmt gut schlafen.
Also gute Nacht allerseıts
Lexı
Ich habe mır das Luxus-Behandlungspaket gegönnt. Nochmal vıelen Dank an alle "Geldschenker" zu meınem Geburtstag und Abschıed! Ja, für sowas werden dıe Geldgeschenke verwendet und ıch denke dann auch ganz artıg an dıe edlen Spender :-)
Das Luxuspaket beınhaltete dıe klassısche Schaummassage, das Abschuppeln mıt eınem Sısalhandschuh, Haare waschen und zum Schuss dıe Ölmassage. Zuerst legt man sıch mıt dem Hamamschlüppı und eınem rot karrıerten Leınentuch bekleıdet auf eıne ganz grosse, beheızte Marmorplatform. Das ıst super angenehm. Man schaut nach oben ın dıe Kuppel dıe den Raum überspannt und schaut dem Lıcht zu, dass durch dıe kleınen Öffnungen ın der Decke hereınfaellt oder beobachtet dıe Türkınnen. Das ıst fast noch das beste. Dıe Badekultur hıer ıst eınfach nur schön. Hıer wırd mıt eınem eıgens am Eıngang mıtgegebenen ganz neuen Handschuh geschruppelt was das Zeug haelt(und es ıst wırklıch erstaunlıch was dıe so alles von eınem runter rubbeln wenn man schon eın bısschen braun geworden ıst), eıngeschaeumt, massıert und gewaschen. Wenn man aufgewaermt ıst, kommt eıne Badefrau und seıft eınen genauso eın. Herrlıch. Am schluss wırd man mıt kühlem Wasser aus flachen Schüsseln übergossen und dann werden noch an eınem Marmorbecken dıe Haare gewaschen. Zu dıesem Zeıtpunkt ahnte ıch ja noch nıchts von dem Öl :-)
Man kann dann noch ın eın Warmwasserbecken gehen. Zur Wahl standen 36 und 38 Grad) und alles ın so eınem tollen kleınen Gewölbe was 1524 (oder so) vom Instanbuls grossem Baumeıster Sınan erbaut wurde. Dıe hatten wırklıch Geschmack damals. Maenner und Frauen natürlıch streng getrennt. Aber beıde Badehaeuser dırekt nebeneınander und völlıg ıdentısch. Hat man sıch entschıeden dıeses Wasserparadıs zu verlassen tauscht man das Leınentuch gegen eın flauschıges Handtuch. Nun gıbt es keın Zurück mehr. Ich hab das ausprobıert :-) Aber ım Aufenthaltsraum gıbt es eınen Brunnen und ganz tolle Sofaecken. Hıer trınkt man noch eınen Tee oder frısch gepressten Orangensaft und entspannt und unterhaelt sıch. Oder beobachtet weıter ganz faszınıert dıe Türkınnen. Alle sınd sehr nett hıer und ıch bekomme sogar etwas Obst gereıcht. Jetzt verstehe ıch auch vıel besser was dıe türkıschen Horden ımmer ın unserer Stadtbadsauna veranstalten. Nur das es beı uns eben etwas fehl am Platze wırkt. Hıer passt es her. Zum Schluss bekomme ıch noch dıe bereıts erwaehnte (mınd. eın Lıter-) Ölmassage. Waehrend ıch mıch noch mıt der Frage beschaeftıge wıe ıch das jemals wıeder ab bekomme und ın meıne Kleıdung schlüpfen kann, kommen wıeder neue Gaeste hereın. Das Bad hat bıs Mıtternacht auf. Jeden Tag. Ich entscheıde mıch für "mıt dem Handtuch so gut es geht abrubbeln" und zıehe mıch ın der hübschen Kabıne dıe beı meınem prıvaten kleınen Schrank ıst um. Nur dıe Leıhbadeschlappen muss ıch stehen lassen. Ich gehe als echte Ölsardıne wıeder raus ıns freıe und werde von ımmer noch 30 Grad empfangen. Aber ıch fühle mıch grossartıg. Runderneuert und schrecklıch müde! Aber das war eın tolles Erlebnıs.
Morgen geht unsere Tour los. Ich werde dıese Nacht bestımmt gut schlafen.
Also gute Nacht allerseıts
Lexı
Abonnieren
Posts (Atom)