Herzlich Willkommen auf meinem Weltreise Blog!

Hallo zusammen,



schön dass ihr mich hier online auch nach meiner Weltreise weiter begleitet. Ich habe beschlossen hier weiterhin von meinen vielen spannenden Stationen mit Text und Bildern berichten. Denn ich werde wohl nie aufhoeren zu reisen. Nur ist es jetzt nicht mehr so lange am Stueck, nichts desto trotz bleibt es spannend ;-)
Da immer nur die neuesten Bilder direkt auf dem Blog angezeigt werden koennen, es sind inzwischen einfach zu viele, gibt es die aelteren Bilder direkt bei Picasa. Dazu einfach auf eine der Diashows hier klicken und dann bei Picasa, wohin man automatisch weitergeleitet wird, auf Lexis Fotoalben gehen. Dann hat man meine gesammelten Werke zur Auswahl!



Und ich würde mich freuen wenn ihr mir eure Kommentare dazu postet. Die bleiben dann naemlich hier fuer meine spaeteren Erinnerungen stehen. Ich freu mich auch sehr ueber die Emails, aber die sind ja leider nicht fuer die Ewigkeit! ;-)

Meine aktuelle Handynummer unter der ich gerade zu erreichen bin, ist erstmal wieder die deutsche!!!!: +49 179 9117966. Natuerlich auch per SMS ;-). Wenn ich eine andere Prepaidkarte kaufe lasse ich Euch das sofort hier wissen! Ausserdem wie immer zu erreichen unter T-Lex@gmx.net. Freu mich auch immer ueber Emails ;0).


Liebe Grüße Lexi!



PS: For my english speaking friends: Finally a little Translator is there! I hope it's good and tells not only shit ;-)!




vor der Reise

Bild neu

Bild neu
nach 13 Monaten

Samstag, 30. Oktober 2010

Malawi: der Harz, Klamottenmarkt in Mzuzu, die Villagetour und die Bad Taste Party

Am 24.10. ging es wieder die 180 KM Rumpelstrasse zurueck aus South Luangwa und nach einem letzten Shoppingstop in Sambia auf zur malawischen Grenze. Stempel aus Sambia raus, ein Formular um in Malawi rein zu kommen. Alles schnell und unkompliziert. Malawi sieht ein bisschen anders aus als Sambia. Es ist gruener und gibt viele Baeume hier. Bei jedem Pipi-Stop kommen Kinder angelaufen. Die freuen sich
ueber unsere leeren Flaschen, Chips und Kekse und bekommen auch die Reste von unserem mittags Picknick. Malawi ist eins der aermsten Laender Afrikas, aber hier leben mit die freundlichsten Menschen.

Undsere Tour fuehrt uns zuerst in den "Harz". Ja, es geht hoch in die Berge und sieht tatsaechlich ein bisschen so aus. Als dann die grossen Tannenwaelder anfangen, bin ich mir sicher: Wir fahren zu Heidi. Und das
in Afrika. Es wird auch merklich kuehler. Die Landschaft ist bergig und gruen. Unser Camp fuer 2 Naechte liegt ziemlich hoch und das Haus sieht aus wie irgendwo in Nordeuropa. das ganze erinnert mich sehr an die
Cameron Highlands in Malaysia. Es gibt sogar eine Sauna, und ich bin am ersten Abend ziemlich in Versuchung rein zu gehen. Aber die Erschoepfung ist groesser als der Frost. und das bei mir! Ich schlafe in
meiner Fleecehose und bin damit, und beiden Schlafsaecken gut bedient. Die optionale Wanderung am naechsten Tag lasse ich allerdings ausfallen und pflege ein bisschen meine Bauchkraempfe, die leider immer noch nicht ganz weg sind. Ein Plaetzchen unter einem rieseigen baum mit Blick auf einen Bergsee ist mein Domizil fuer den ganzen Tag. Es ist wunderbar und sehr erholsam. Ich schaffe es das schreckliche Danielle Steel-Buch zuende zu lesen und tausche es in der Lodge sofort gegen einen Thriller ein. Aber da ich mich ja noch immer sehr freue und am besten entspannen kann wenn ich deutsch lese, kann ich nicht so waehlerisch sein. Zum Glueck sind die Buch-Tausch-Boersen in jeden Camp recht gut sortiert und ein oder 2 deutsche Sachen finden sich fast immer. Allerdings moechte ich schon irgendwann auf englische Buecher umsteigen. Aber so lange ich noch nicht mus....lach....

Nach 2 Tagen Harz geht es weiter nach Kande Beach am Malawi-See. Ein Paradies am Strand. Blaues Wasser, soweit das Auge reicht. Am Horizont ist kein Land zu sehen.Wirklich ein riesiger See. Gelber Sandstrand und ein toller Campingplatz direkt am Wasser. Wie immer in Afrika, ist alles open air. Die Bar, die Rezeption, die Tische und Kochplaetze sowieso und auch die Klos und Duschen. Aber bei dem Wetter stoert das ja keinen weiter. Nur im "Harz" wars mir beim duschen ein bisschen zu kalt. Obwohl die schoenes warmes Wasser hatten. Das Wasser wird hier oft mit ganz altertuemlichen Holzoefen erhitzt. Sehr witzig. Grillgeruch liegt hier, auch wg. der Buschbraende, sowieso staendig in der Luft. Bisher musste ich eigentlich noch nie kalt duschen in Afrika. Aber es ist auch noch nirgendwo jemand auf die Idee gekommen das Wasser in schwarzen Tanks mit der Sonne zu erhitzen. Ausserdem war der Abend, den wir im Lodgehaus am
Kamin verbrachten sehr gesellig und schoen warm. Wer hatte gedacht dass ich mich auch hier ueber einen Kamin so freuen kann.

Auf dem Weg zum Strand halten wir kurz in Mzuzu. Einer richtigen Stadt. Zuerst versuchen wir am Geldautomaten Geld zu holen. Leider geht der nicht. Entweder leer, oder Stromausfall oder was auch immer. Aber man sagt uns: T.I.A. (this is africa). Damit muss man hier leben. Und das koennen wir auch recht gut, denn wir sind alle schon eine Weile in Afrika unterwegs. Also gehts in den Supermarkt (mit Stromausfall) zum
einkaufen im dunkeln. Mir dreht sich allerdings der Magen um, weil es schrecklich nach verwestem Fleisch riecht. Zum Glueck hat das keinen Einfluss auf die fest verschlossenen Wasserflaschen. Ausserdem kaufen
wir noch Alkohol und Saft fuer unsere Party. Danach gehts zum oertlichen Markt. Hier sind wir mit dem Auftrag unterwegs fuer 5 Dollar gebrauchte, schreckliche Klamotten zu kaufen. Jeder hat vorher einen Namen gezogen, den er fuer unsere Kostuemparty einkleiden muss. Der Markt besteht aus vielen Holzhuetten und sieht auf den ersten Blick ein bisschen nach Township aus. Allerdings sind das alles "Geschaefte" und ueberall werden tatsaechlich gebrauchte Kleider aus Europa angeboten. In grossen Wuehlhaufen. Und sooooo haesslich, das es einem nicht schwer faellt etwas wirklich gruseliges zu finden. Die Groessen mussen allerdings
geschaetzt werden. Es gibt Tonnen von Negligés in Uebergroessen und mit Leoprint. Man moechte sich gar nicht vorstellen wer das mal getragen hat..... Unser 2. und 3. Versuch etwas am Geldautomaten ( ich werde sie zukuenftig nur noch ATM nennen) zu bekommen ist auch gescheitert. Einer kaputt und am einzig funktionierenden eine Schlage, die man sich kaum vorstellen kann. Und da wir nur eine Stunde Zeit haben fuer den Markt muss es eben auch mit Dollar gehen. Man muss nur den Kurs kennen um nicht voellig ueber den Tisch gezogen zu werden. Ich erstehe fuer Jenny ein paar Plateau-Leoparden-Stiefel, eine Tiger-Boxershorts aus Satin und ein Leo-Top. Dann gehts weiter in den Wirren des Marktes eine Sonnenbrille (ich hab ja leider immer noch keine bekommen) und Obst finden. Es gibt Sonnenbrillen, die sind auch billig, allerdings kann man
sie nur mit Kwatcha bezahlen und die hat ja niemand aus unserer Gruppe! Mist! Obst gibts auch gegen Dollar. Wir kaufen 5 Mangos, ein Kilo Bananen und eine riesige Papaya fuer insgesamt 2 Dollar. Die Verkaeufer sind zufrienden und wir auch. Das ist allerdings, bis auf ein paar total olle Orangen, die wir auch noch versehentlich fuer Limetten gehalten hatten, und "Custardapples" (ich weiss noch nicht genau was das fuer Fruechte sind und wie man die isst) alles was es ueberhaupt zur Auswahl gibt. Und da denkt man immer in den tropischen Laendern muesste es Obst ohne Ende geben. Denn wachsen tut hier fast alles. Aber vielleicht baut das auch jeden fuer sich selbst an und es lohnt sich kaum es zu verkaufen. Auf dem Markt gibt es ausser Kleidung und Obst auch noch verschiedenste Haushaltsgeraete (natuerlich alle manuell) und Musik zu kaufen. Ich haette gern noch eine weitere Stunde gestoebert, aber ich habe kein Geld mehr und wir muesen zurueck. Meine Dollar-Vorraete neigen sich dem Ende zu. Ich habe werder hier noch in Zimbabwe damit gerechnet dass ich keine oertliche Waehrung bekommen kann.

Nachmittags ging es dann vom Camp aus auf die Villagetour. Ein Besuch im Dorf Kande. Sobald wir das Tor vom Camp passierten, stuerzten sich die Einheimischen, die davor gewartet hatten das jemand raus kommt, wie die Fliegen auf uns. Personal Guides (PG). Ich habe ja im Nahen Osten gelernt sowas zu ignorieren, aber hier faellt mir das wirklich schwer. Natuerlich will jeder was verkaufen und 1000 Fragen stellen. Ausserdem
moechten sie alle Englisch ueben. Also wandert jeder von uns von 1-2 "Guides" begleitet in Richtung Dorf, hinter unserem "richtigen" Guide her. An der Wasserpumpe gibts dann die erste Erlaeuterung und die PG ziehen sich vorerst zurueck. Eine echte Erholung. Aber nicht lange, denn sobald es weiter geht sind sie wieder da. Wir besichtigen das Haus unseres Guides, dann geht es zur Schule und zum Krankenhaus. Ueberall werden wir freundlich begruesst und neugierig angestarrt. Sooo viele Touristen gibt es hier offenbar nicht, obwohl Kande wegen seines schoenen Strands doch schon ein Hauptziel der Overlander ist. Aber der Campingplatz aehnelt eher einem Hippiecamp und zelten ist ja auch nicht jedermans Sache.
Hotels oder so gibt es nicht. Also ist der Begriff "Tourist" hier etwas differenziert zu betrachten. Das sind dann eher so Leute wie ich, die mit dem Rucksack durch Afrika oder um die Welt ziehen. Fuer die vielen Kinder, die sich den Guides inzwischen angeschlossen haben, ist es ein echtes Beduerfnis uns mal anzufassen. Und die
Mutigsten nehmen sogar unsere Haende. Das ist zuerst etwas befremdlich, aber hier sind wir die Exoten. Die Kinder sind wirklich suess und strahlen uns freundlich an. Fast alle sprechen ein wenig Englisch. Ausserdem wollen sie unbedingt fotografiert werden und die Bilder dann gleich auf der Kamera anschauen. Dafuer wird sogar auch mal ein Rivale aus dem Bild geschubst. So einfach sind die kleinen Freuden. Wie sagte meine Mitreisende so treffend: Ich habe mehr Bilder von Kindern als von Tieren. ;-) und das in Afrika!

In der Schule erklaerte uns der Lehrer das oertliche System. In diese Dorfschule gehen 1.500 Kinder. Und es gibt gerade mal eine Hand voll Lehrer. Aber die Kids sind begiehrig aufs lernen, denn sie wissen das es
ihre einzige Chance ist. Maedchen und Jungen werden gleich behandelt und die Maedchen sind fleissiger. (Das ist wohl ueberall in der Schule so...lach....) Die uebliche Klassengroesse sind um die 180 bis 200
Kinder, aber das sei kein Problem, sie sind sehr diszipliniert und die Lehrer sind es gewohnt. Bezahlt werden die Lehrer von der Regierung fuer 60 Kinder. Was mit dem Rest passiert, bleibt ihnen ueberlassen. Zum
Glueck gehen die Lehrer in ihrem Beruf auf und unterrichten alle. Es gibt eine Grundschule und eine Oberstufe. Beides je 4 Jahre. Danach koennen die Kinder weiter auf die Highschool gehen. Hierfuer muss dann allerdings eine Gebuehr von 70 Dollar pro Trimester bezahlt werden. Darin ist dann allerdings auch die Unterbringung der Kinder, das Essen und das Lehrmaterial enthalten. Trotzdem eine Menge Geld. Darum hat der Lehrer eine eigene Aktion gestartet und bietet Besuchern an, direkt ein Kind zur Schule zu schicken. Aehnlich wie die bekannten Organisationen. Es gibt regelmaessige Benachrichtigungen ueber die Fortschritte und Noten des Kindes und Fotos. Nur hier bin ich mir ganz sicher, dass das Geld auch wirklich und vollstaendig bei den Beduerftigen ankommt. Falls also jemand Interesse an einer solchen Bildungs- Patenschaft hat, ich habe die Daten des Dorflehrers und kann Kontakt herstellen. Bitte einfach bei mir (t-lex@gmx.net) melden! Denn ich halte das fuer eine wirklich gute Sache! Ebenso braucht das Krankenhaus z.B. Moskitonetze. Nachdem viele von uns etwas in die Spendendose fuer Schulmaterialien geworfen und sich ins Buch der Schule eingetragen haben, gings weiter zum Hospital. Dazu moechte ich eigentlich nur sagen: Hier moechte ich auf gar keinen Fall krank werden!!!!!! Es gibt einen Arzt und eine Schwester fuer 3.800 Leute. Die haeufigsten Dinge hier sind Malaria und Geburten.

Auf dem Rueckweg zum Camp haben dann die meissten auch noch etwas bei den PG bestellt. Nicht weil wir es braeuchten, sonder weil wir es den Leuten hoch anrechnen das sie sich ihren Lebensunterhalt verdienen
moechten. Es werden Malereien, Schnitzereien und individuell gestaltete T-Shirts angeboten. Ich bestelle 2 geschnitzte Schluesselanhaenger und ein T-Shirt fuer insgesamt 25$, einen Kugelschreiber und 2 Flaschen Cola ;-) T.I.A.!!! Die PG moechten natuerlich eine Anzahlung haben um das Material zu kaufen, aber wir sind gewarnt worden erst am Ende zu bezahlen, da es immer wieder zu Betruegereien gekommen ist. Aber da ich
die Materielbeschaffungsargumente gut verstehen kann, lasse ich mir zur Sicherheit ein paar Bilder geben. Das erweist sich als clever, denn einer aus unserer Gruppe hat fuer seine 30$ nichts gesehen..... Meine beiden PG mit namen "standing man" und "happy hippo" erscheinen zwar nicht am naechsten Tag zur Verabredeten Zeit am Tor, aber ich treibe sie im Laufe des Tages am Strand auf und sie ueberreichen mir stolz ihre Werke. Auf die Frage warum sie nicht am Gate waren bekomme ich nur ein breites Laecheln und ein T.I.A.! Sie mussten noch zu einer Beerdigung, darum wurde es spaeter aber es hat ja nun noch alles geklappt. So ist das hier. Aber das gehoert einfach dazu. ;-) Mit meinen Bestellungen bin ich aeusserst zufrieden. Ich moechte zwar gar nicht wissen woher sie das H&M T-Shirt haben, aber die Bemalung ist super und die geschnitzten Sachen sind es auch. Auch wenn ein Fehler drin ist, aber der ist so witzig, das ich es unbedingt behalten wollte!

Den Tag verbringen wir faul am Strand bzw. in der Haengematte mit Blick aufs Wasser. Ich bade ja nicht so gern und da ich auch nicht so sehr schwitze wie meine Mitreisenden, reicht mir der Schattenplatz voellig aus. Es ist herrlich. Vor dem Abendessen heisst es dann umziehen. Jeder hat anonym seine Tuete mit der "Verkleidung" bekommen und auf gings. Ich habe ein suuuuper kitschiges rosa Pailettenkleid mit viel Spitze und Satin bekommen. Gruselig und ein bisschen eng, aber ein echter Hingucker. Ein Prinzessinenkleid wie kleine Maedchen es sich wuenschen. Nur eben nicht bei 38 Grad, denn das gute Ding hat auch noch lange
Aermel und ist natuerlich knoechellang. Dazu gibts eine orange-gruene Kapuze. Aber als ich zum Essen komme, sehe ich dass ich noch ziemlich gut bedient bin mit meinem. Es wird ein suuuper lustiger Abend und wir tanzten bis Mitternacht in der Bar und auf der Bar. Unser Punsch (Rum und Brandy mit Fruechten und ein bisschen Saft und Vodka mit Mango und Papaya und Saft) war ausgezeichnet und trug seinen Teil zur ausgelassenen Stimmung bei. Bleibt noch zu erwaehnen dass die Maenner, fast ausschliesslich in Roecken oder Kleidern, zum Anbeissen aussahen. Irgendwie erinnerte mich das ganze ein wenig an die Transen in dem Club in Namibia. ;-)

Der fruehe Start am naechsten Morgen war fuer alle estwas holprig und die Sonne auch viel zu hell.....

Bis bald

Lexi

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Sambia: Willkommen im wahren Afrika

Das ist auf jeden fall das, was mir hier immer wieder gesagt wurde. Mit Sambia faengt es an und dann wird es nur noch, sagen wir mal, intensiver :-) Die anderen Laender (Sued Afrika, Namibia, Botswana und sogar Zimbabwe) halten sich ja fuer eher westlich orientiert. Und ich muss sagen, nach ein paar Tagen in Sambia merke ich den Unterschied tatsaechlich. Die Strassen werden schlechter und die Lebensart anders.

Los ging die Reise um 6:45 Uhr in Vic Falls. Ich bin jetzt mit meiner neuen Gruppe unterwegs. Wieder gemischt altersmaessig, aber alle echt nett. Ich habe noch in der Nacht, nachdem ich mit den Leuten aus meiner letzten Gruppe noch mal im Shoestring war um Abschied zu feiern, meine Taschen gepackt. Jetzt, ohne Zelt (an dieser Stelle dickes DANKE an Shirley!) habe ich eigentlich gedacht alles geht in den grossen
Rucksack, aber ist leider immer noch nicht so. Obwohl es ja auch weniger Klamotten geworden sind. Oh noch eine Anmerkung  an dieser Stelle: Diana, ich habe das Travelkleid an unserem Gruppenabend im
Nobelrestaurant getragen. Sehr passend. Leider ist es nicht wirklich knitterfrei ...lach... aber mich hat sowas ja noch nie gestoert. Es sah trotzdem schick aus und war, kombiniert mit einem langen Schal und Flip
Flops ein echter Hingucker. Danke!

So, zurueck zur Reise. Ich bin also in Vic Falls puenktlich gewesen, und hatte sogar noch Zeit zum fruehstuecken bevor es los ging. Ich bevorzuge ja hier in Afrika englisches Fruehstueck. Allerdings ohne Potatos. Das ist selbst mir zu viel. Aber die Alternative ist immer healthy breakfast und das ist muesli oder Kornflakes mit Joghurt. Ist ja morgens nicht so meins. Der Truck dieses mal heisst "Frankie" (liebe Gruesse an Frankie in Beuchte ;-)). Hatte ich schon erwaehnt das die Trucks hier Namen haben? Der letzte hiess "Marilyn" und war eindeutig ein neueres und besseres Modell als Frankie, aber das merkt man erst wenn man es nicht mehr hat. Wie immer im Leben. Ich kann aber durchaus verstehen dass sie die aeltesten Trucks nehmen um durch Ostafrika zu fahren. Gestern, auf der Strasse nach South Luangwa sind wir so durchgeschuettelt worden, dass ich noch immer nicht weiss, ob meine Knochen jetzt locker geschuettelt
in der richtigen Reihenfolge sind, oder ob ich jetzt total falsch sortiert bin. Heut tut auf jeden Fall alles weh. Aber es ist sicher auch noch genuegend davon boeser Muskelkater von meiner Reitsafari. Dazu aber spaeter mehr.

Die Grenze war dieses Mal ganz einfach. Nur 50$ bezahlen und dann gabs den Stempel. Die halten hier in Sambia zum Glueck nichts von komplizierten Einreiseformularen. Es ging also ueber die schoene Stahlbruecke die Zimbabwe und Sambia verbindet. Ein letzter Blick auf die Vic Falls und weiter Richtung Livingston. Hier haben wir nur kurz zum Geld holen und Getraenke kaufen angehalten. Livingston ist allerdings auch weder besonders aufregend noch besonders gross. Und mein Versuch eine neue Sonnenbrille, die alte hat die Reitsafari nicht ueberlebt, zu kaufen scheiterte am Preis. Alles Fakes, schlechte Qualitaet und teuer! Ueberhaupt ist ganz Afrika bisher viel teurer als ich dachte. Aber das nur am Rande. Weiter ging es 560 KM ueber schlechte Strassen nach Lusaka, der Hauptstadt. Hier haben wir dann einen Grosseinkauf fuer unsere naechsten Campingtage gemacht. Sambia ist das Land der Strassen-Bubsies (Bodenwellen zur Geschwindigkeitsreduzierung). Die sind an jeden Ortseingang und -ausgang, vor allen Schulen und
wichtigen Gebaeuden und ausserdem noch willkuerlich zwischendurch. Und das rumpelt mit dem grossen Truck ganz schoen heftig. Doerfer sind hier alle Nase lang an der Strasse. Das Land ist viel dichter besiedelt als die bisherigen. Ueberall stehen Huetten aus Lehmziegeln oder Stroh. Die sind hier rechteckig und nicht mehr rund. Zumindest im Sueden. Dafuer ist die Umgebung sehr gruen, d.h. die Baeume und Buesche haben Blaetter. Der Boden ist wie immer. Karg, gelbes Grass, gelegentliche Buschbraende. Noch ein grosser Unterschied sind die Radfahrer. Worueber wir schon in Sued  Afrika philosophierten, hier hat es endlich mal jemand umgesetzt und die ganze maennliche Bevoelkerung ist mit dem Radel unterwegs.

Ich sitze gerade auf einer Liege am kleinen Pool auf dem Wildlife Campground, mit Blick auf ein halb ausgetrocknetes Flussbett und beschuetze meine Sachen vor den Samtaeffchen die hier ueberall rumlaufen
und den zahmen Mangusten, die allerdings beissen. Fotos sind schon gemacht ;-) Unten marschieren gerade ein paar Impalas zum trinken. Es ist herrlich. Und wir haben ca. 38 Grad im Schatten. Absolut mein
Wetter. Heute Nachmittag geht es in ein Dorf zum besichtigen und auf den Markt, aber ich bin ziemlich sicher das ich lieber hier bleibe, auch wenn mir gestern alle nochmal versichert haben dass das nicht wieder wie
der Himba-Menschen-Zoo sein wird. Ich beobachte lieber die Tiere am Wasserloch.

Das Lokale Bier hier heist Mosi Lager und die Polizisten sind hier wieder bewaffnet, aber daran habe ich mich im Nahen Ostern ja schon gewoehnt. War mir gar nicht aufgefallen dass es in den letzten Laendern gar nicht so war. Es ist ziemlich dreckig hier. Viel Plastikmuell liegt an den Strassenraendern, aber das scheint niemanden zu stoeren. In den kleinen Doerfern ueberall stehen lustige, kleine Blechbuden am Strassenrand, in
denen die wichtigsten Geschaefte untergebracht sind: Handy-Simkarten-Shops ;-,) denn ein Handy hat hier offenbar jeder. Nur mein gutes altes O2 scheint mich verlassen zu haben.Habe seit Zimbabwe kein Netz mehr.

Lusaka erinnert mich an Mombassa. Gross, schmutzig und echt dritte Welt. Fotos machen ist auch schwierig hier, denn die Menschen moegen, verstaendlicher Weise, nicht fotografiert werden ohne zu fragen, aber
freie Landschaft ohne Menschen ist rar. Unser Camp ist 18 KM ausserhalb von Lusaka und es geht fuer mich weiter mit zelten. Die drei Naechte im Backpackers in Vic Falls, in einem richtigen Bett, waren der reine Luxus ;-) Auch den naechsten tag verbringen wir fast vollstaendig im Truck auf unserem Weg zum South Luangwa NP stoppen wir nach 8 Std. Fahrt in Chipata. Eine kleine Stadt wie Livingston. Auch hier wird nur
uebernachtet. Wir sind nur noch 180 Km von userem Ziel entfernt, allerdings sind diese 180 KM die schlechteste Strasse in ganz Afrika laut Aussage unseres Fahrers. Da die Strassen schon schlecht sind, kann
ich mir das gar nicht richtig vorstellen. Aber ich sollte eines besseren belehrt werden.

Gestern sind wir also 180 KM ueber eine Erdpiste gerumpelt, die die Bezeichnung Strasse eben so wenig verdient, wie ein Landstreicher die Anrede "eure koenigliche Hoheit" und die jedes normale Auto innerhalb
von Minuten in seine Bestandteile zerlegt.

Es ist wie Breakdancer fahren, nur dass es nicht aufhoert und man dabei sogar noch voran kommt. Die beste Moeglichkeit zu ueberleben ist wie ein nasser Sack im Sitz zu haengen und dem Gerumpel moeglicht keine Koerperspannung und keinen Widerstand entgegen zu bringen. Wir hoppeln an Lehmhuetten  mit vielen
winkenden Kindern vorbei und Schildern die Joe, unseren Fahrer, zum "slow down" auffordern und "Roadworks ahead" ankuendigen. Ach was..... ist uns noch gar nicht aufgefallen und schnell fahren ist hier sowieso nicht moeglich. Wir schaffen gerade mal  so 30 KM in der Stunde. Und dabei fuehlt es sich schon so an als ob Joe rast wie ein Irrer und ich nun jeden Wettbewerb im "Sitz-Hochsprung" gewinnen kann.

Aber die Fahrt hat sich gelohnt. Wir zelten in einem Camp ohne Zaun zum National Park South Luangwa. Direkt am Steilufer eines halb ausgetrockneten Flusses. Natuerlich hoffen wir spaeter am Abend die
Tiere unten beim trinken beobachten zu koennen. Man hat auch einen wunderbaren Blick dort hinunter aus der offenen Bar und sogar von dem kleinen Pool aus. Wir werden auch gleich vor Hippos und Loewen im Camp gewarnt und die riesigen Fussabdrueck im festgetrockneten Schlamm neben dem Waschraum sprechen eine deutliche Sprache... Wild, wild Africa eben ;-) Gut das die Schlange (wenn auch ungiftig) im Maenner-Waschraum war.

Nach dem Zeltaufbau ging es dann auch gleich auf Safari. In 2 grossen komplett offenen Gelaendewagen ging es fuer 4,5 Stunden in den Busch. Auf dem Hinweg haben wir gleich eine grosse Gruppe Elefanten, Hippos und Krokodile gesehen. In den 2 Std. bis zum Sundowner gab es noch viele weitere Tiere wie Wasserboecke, Impalas, Giraffen, Warzenschweine und Affen aus naechster Naehe zu bestaunen. Zum Sonnenuntergang gabs dann ein schoenes kuehles Cider am Fluss mit Blick auf badende Elefanten.
Danach kam der noch spannendere Teil: die Nachtsafari. Man hoert Geraeusche im Busch die man nicht richtig einordnen kann und es ist schon krass ploetzlich neben einem Elefanten zu stehen der aus dem
Dunkeln auftaucht. Auch gab es nun die Loewen, Hyaenen, kleine Wildkatzen, eine Eule, wieder einen besonderen afrikanischen Hasen und zu unser aller groesster Freude einen Leopaden zu sehen. Nun habe ich
die BIG FIVE (Loewe, Bueffel, Nashorn, Elefant und eben der Leopard) endlich alle gesehen!!! Zwar nur kurz und im hohen Gras, aber immerhin. Wenn man bedenkt das ich jetzt seit ca. 7 Wochen in Afrika und auf
Safari bin, ein echt seltener Anblick. Dann haben wir den Abend nach einem leckeren Essen am Lagerfeuer an der Bar ausklingen lassen.

Heute habe ich einen gaaanz faulen Tag am Pool mit schreiben und lesen und schlafen verbracht. So langsam machen sich die Anstrengungen der bisherigen Reise doch bemerkbar. Aber ich freue mich schon sehr auf
Thailand und Australien, wo ich dann viel mehr Zeit an einem Ort verbringen werde. Abends haben wir in der Bar dann noch fast Besuch von einem Hippo bekommen das sich bis 30 Meter heran gewagt hatte. Da kam
dann auch schon der Sicherheitsmann vom Camp um es im Auge zu behalten. Das war wirklich spannend. Zum Sonnenuntergang haben wir mit kuehlem Cider und Fernglas die Flussebene im Auge behalten und einige Tiere zu Gesicht bekommen. Bleibt bei dem Camp noch zu erwaehnen, dass es nicht so sehr angeraten war nachts aufs Klo zu muessen. Alles in allem ein lohnensweter Abstecher.

Morgen geht es dann die 180 Km Rumpelstrasse zurueck und weiter nach
Malawi. Dem 10.Land meiner bisherigen Reise!

Stay tuned ;-)

Lexi

Dienstag, 19. Oktober 2010

Zimbabwe: Abenteuer zu Pferde oder die Reitsafari

Mal schauen wie weit ich hiermit noch komme, die heiss begehrte Internetzeit ist gleich wieder um.....

Heute morgen bin ich um 4.30 Uhr aufgestanden. Und das nach dem lustigen Barabend gestern der bis Mitternacht ging. Aber ich habe mich auf eine Reitsafari begeben. Ein ganz neues Abenteuer, da man als Reiter im Busch als Tier wargenommen wird, und somit ganz anders an das Wild herankommt.
Um 5 Uhr wurde ich, noch im Dunkeln, abgeholt und nach einer kurzen Fahrt, der Einweisung und Pferdezuteilung ging es um Punkt 6 Uhr mit dem ersten Tageslicht los in den Busch. Wir waren 5 Maedels und 3 Guides, denn nach einer Weile sollte ich mit einem Guide alleine weiter reiten, da ich mir ja das 4 Stunden-Vergnuegen gegoennt hatte. Und ich wollte sogar die Ganztagestour machen, zum Glueck fand die mangels Teilnehmern nicht statt, aber dazu spaeter.

Die Pferde hier sind riesig, das war mir ja auch bei den Katzen schon aufgefallen. Aber wenn man mit Elefanten und Loewen konkurrieren muss ist das wahrscheinlich so. Von der Farm ging es dann gleich in den Busch. So ca. 2 - 3 Meter hohes Gestruepp und kleine Baeume. Und Pferde kennen da keine Gnade. Nach wenigen Minuten waren meine Beine, durch die lange Hose, schon total zerkratzt, mein eines Hosenbein hatte ein Loch und die Bluse war auch nicht mehr ganz taufrisch. Aber ich hatte es ja nicht anders gewollt. Wir sind zuerst zu den bahnschienen geritten, wo eine grosse Gruppe Paviane gemuetlich auf den Gleisen sass. Dann passierten wir eine Warzenschweinfamilie und es ging weiter entlang der Gleise. Hier hiess es dann erstmal anhalten, denn eine Gruppe von 7 riesigen Elefanten marschierte gemuetlich ueber die Gleise. Nun kann ich mir auch vorstellen wie Unfaelle zuwischen Zuegen und Elefanten passieren koennen.....

Hier ist das ganze Wildlife so normal und gehoert zum Alltag. Es gibt kaum Zaeune und die Elefanten laufen hier auch nachts durch den Ort um die Obstbaeume zu pluendern. Hier sollte man also nachts auch nicht raus gehen, aber aus anderen Gruenden als in S.A. Das ganze ist zwar Nationalpark, aber der geht einfach so los. Ohne Tor und ohne Zaun..... unvorstellbar. Ich kam mir schrecklich klein vor auf meinem Riesenpferd, so dicht neben Elefanten. Und ein bisschen Angst hatte ich auch. Hier sind die Tiere nicht so an Touristen gewoehnt wie im Etosha. Aber es ist atemberaubend schoen. Und unser Guide hat uns ja auch erklaert was man im falle eines "Crazy Animal" macht: fluechten! Aber er sei ja dabei und sage uns schon wann es gefaehrlich wuerde.

Weiter ging es durch den Busch. Inzwisschen tat mir schon alles weh, weil ich es absolut nicht gewohnt bin. Aber ich hatte ja noch ueber 3 Std. vor mir. Wir haben noch verschiedene Antilopen gesehen und ein Warzenschwein das einen Konkurrenten aus seinem Revier vertrieben hat. Nach fast 2 Std. ging es dann fuer mich alleine weiter. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon sicher nie wieder laufen zu koennen und ich hatte noch nicht mal ganz die Haelfte rum.... Selbst gewaehltes Schicksal. Ich wollte es ja so. Aber ich war ganz froh das es keine tagestour gab, denn ich bin mir ganz sicher die haette ich nicht ueberlebt. So gern ich reite, aber wenn man es nicht gewohnt ist, ist es die Hoelle. Bin schon gespannt auf meinen Muskelkater morgen.......

Hier laeuft uebrigens gerade "German Bundesliga" im Fernsehen... Dachte nicht, dass das die ganze Welt interessiert, aber offenbar.... ;-)

Wir sind dann noch weitere zwei Stunden durch den Busch geritten, ueber Stock und Stein, durch Fluesse und Hecken. Das ich am Ende ueberhaupt noch Kleidung hatte und nicht nur Fetzen hat mich schon gewundert. Aber alles in allem war es ein unglaubliches Erlebnis so nah an die Tiere zu kommen, den Gedanken an frei laufende Loewen und wild gewordene Elefantenbullen staendig im Hinterkopf, der schmerzenden Hintern und das gespannte Ausschau halten nach grossen und kleinen Tieren! Einfach nur wow!

Auch habe ich von meinem Guide viel ueber das Leben hier und die Wuensche und Traeume der Menschen erfahren. Und er hat erfahren das Kanada nicht in Europa liegt.... ;-)

So, thats it for today!

Munter bleiben

Lexi

Zimbabwe: Ausgezogen auf dem Craftmarket

Ich berichte schnell von meinen letzten beiden tagen in Zimbabwe, denn morgen geht es weiter. Um 6.30 Uhr Richtung Lusaka, Sambia. Alle erzaehlen mir dauernd das dort dann das wahre Afrika losgeht. ich bin sehr gespannt. Denn das hier war schon ziemlich so wie man sich Afrika vorstellt. Alles hier aufholen was bisher fehlt ist eine Illusion! Das Internet ist so langsam in diesem Land und so instabil, das ich mich mit einem aktuellen Artikel und hoffentlich dem Okavango zufrieden gebe. Wirklich krass. Ansonsten laeuft das Leben hier eigentlich ziemlich normal. Das haette ich garnicht so erwartet. Die Leute haben Handys, gehen aus und feiern "Bierfest". Leider bin ich am 24.10. nicht mehr hier. Ich waere glatt hingegangen. Ach ja und eine Erkenntnis habe ich noch gewonnen ueber das ganze suedliche Afrika: ohne Ketchup geht hier garnichts! ;-)

Gestern bin ich mit Meike auf den oertlichen Kunsthandwerkermarkt gegangen. Der Einfachheit halber werde ich ihn ab jetzt, wie hier ueblich, Craftmarket nennen. Das ist ein echtes Erlebnis. Lauter Blechhuetten auf einem riesigen Staubigen Feld und davor 100.000 Tiere und Figuren aus Stein und Holz. Sowas liebe ich ja. Ich fand es wunderbar. Und dann ging das Angequatsche und das Handeln los. Jeder will natuerlich das man in seinem Shop schaut. Eigentlich haben alle das gleiche in unterschiedlichen Ausfuehrungen und verschieden gearbeitet. Also beginnt man zu schauen was einem denn am besten gefaellt. Ich mag die Tiere am liebsten ganz fein und realistisch gearbeitet. Die arbeiten an so einem Steintier einen ganzen Tag und es kostet zwischen 2 und 10 $ fuer die kleineren. Holzfiguren sind teurer. Meike ist so lieb und nimmt meine Einkaeufe mit. Sie hat noch Freigepaeck und Familie und Freunde die sie bis zum Ende ihrer Zeit in Kapstadt besuchen. So kommen meine Sachen dann langsam und Stueck fuer Stueck nach Deutschland ;-) Post kann man hier naemlich vergessen.

Auf dem Markt sind nicht nur die $ sehr begehrt (Pula aus Botswana und Rand aus Sued Afrika geht natuerlich auch, da Zimbabwe keine eigene Waehrung mehr hat) sondern auch Kleidung. Ich hatte ja davon gehoert und habe mal ein bisschen ausgemistet. Brauche Platz und will Rucksackgewicht reduzieren. Also muss das weisse, durchsichtige Shirt, 3 Paar socken und die hellgruene Bluse gehen. Brauche ich einfach nicht. Mittlerweile kann ich das ja recht gut einschaetzen. Es ist erstaunlich wie wenig man so braucht....

Die Leute sind so scharf auf Sachen das sie mir meine Bluse direkt vom Koerper abgeluchst haben. Aber keine Sorge ich hatte ein Top drunter ;-). Und ausserdem noch die gelbe Metallwasserflasche, die ich fuer mich zum trinken mitgenommen hatte..... aber ich komm auch gut mit Plastikflaschen klar und wenn es die hier gluecklich macht...... und das tut es anscheinend wirklich. Die werden sie viel mehr lieben und wuerdigen als ich es je getan habe. Am Ende haette ich eigentlich nackt und ohne Schuhe, dafuer aber mit Tonnen von Elefanten und Loewen nach hause gehen koennen, aber ich habe mich dann doch entschieden meinen Rock, mein Top und meine Schuhe an zu behalten, der Rest ging weg wie warme Semmeln. ;-)

Die letzten 2 Stunden haben wir dann sitzend an einem Stand fuer Steinfiguren verbracht, denn der Kuenstler (und das sind wahre Kuenstler) hat eine Sonderbestellung fuer mich angefertigt. An diesem Punkt liebe Fidi darfst du gaaaaanz neugierig sein ....grins...... Es ist toll geworden, aber mehr wird an dieser Stelle nicht verraten. In der Zeit des Sitzens und wartens haben wir uns mit den Leuten aus den Umliegenden Shops unterhalten, das Treiben auf dem Markt beobachtet und zugeschaut wie meine Bestellung langsam Form annahm. Es ist wunderbar sich mit den Menschen hier zu unterhalten. Und unglaublich interessant. Zimbabwe ist ein Land voller Probleme, aber die Menschen sind super freundlich und machen das Beste draus. In der ganzen Zeit kamen nur 4 Weisse bei uns vorbei. Es sieht mit dem Tourismus recht mau aus hier, aber offenbar wird es langsam besser. Aber ich haette mir ja vor einiger Zeit auch nicht traeumen lassen das ich irgendwann einmal hier sein werde.

Am Ende wurden wir, nach einem Abschiedsfoto, mit grossem Getoese verabschiedet und marschierten gluecklich mit unseren Einkaeufen und einem Kuenstler (der mit zum Geldautomaten kam weil wir auf Kredit eingekauft hatten) umringt von einigen heiratswilligen "Fans" von dannen. Alles in allem ein nachmittagsfuellendes, echtes Erlebnis.

Sonntag, 17. Oktober 2010

Liebe Gruesse aus Zimbabwe

Ein freudiges "hallo" nach Deutschland und in die ganze Welt!

Heute morgen habe ich um 7(!) Uhr die Grenze von Botswana nach Zimbabwe ueberquert und bin somit im 8. Land meiner Weltreise angekommen. Unglaublich, wer haette jemals gedacht das ich je nach Zimbabwe komme. Reisen ist immer noch suuuuuuper! Ich liebe es.

Nach einer Fahrt von ca. 100 km hinter der Grenze ging es dann direkt an die Victoria Falls. Diese sind im Ort Vicotria Falls, wo ich die naechsten 2,5 Tage bleibe. Also schaffe ich es vielleicht endlich mal den Blog auf Vordermann zu bringen. Ich sitze, bzw. schwitze hier bei 38 Grad im Schatten und es regt sich kein Lueftchen. Habe gerade gelesen das im Harz der erste Schnee gefallen ist. Ich kann mir das momentan garnicht vorstellen. Hier bewundern sogar die Afrikaner meine Hitzeresistenz. Aber ich fuehle mich viel wohler als im kalten Deutschland. Bis auf ein paar Gedanken an Kamin und Weihnachtsmarkt ab und an, vermisse ich es auch garnicht sehr ;-) Das gilt natuerlich nicht fuer die Leute: Euch vermisse ich schon!!!!

Die Vic falls sind unglaublich beeindruckend. Der Zimbabwische Teil ist 1,4 km lang und man wird ziemlich nass wenn man da oben an der Kante (natuerlich gegenueber der Faelle) entlanglauft. Es ist ein kontinuierlicher Nieselregen aber man hat auch schoene Regenboegen. Und das Wasser ist ziemlich kalt. Zur Zeit hat der Zambesi nicht soooo viel Wasser, also sind es viele kleinere Faelle nebeneinander. Nicht die komplette Breite wie man das auf Bildern immer so schoen sieht. Aber es ist trotzdem unglaublich beeindruckend. Und schrecklich laut.

Uebermorgen werde ich mich auf eine Reitsafari begeben und mal vom Pferd aus schauen was der Busch so zu bieten hat. Man kommt angeblich ganz nah an die wilden Tiere ran. Bin sehr gespannt und hoffe das ich nicht zusammen mit meinem Pferd zum Loewenfutter werde. Vom Land (Jeep und zu Fuss) und Wasser aus habe ich ja inzwischen schon genuegend Safaris gemacht. Also mal was neues ausprobieren.

Ich werde berichten.

Also munter bleiben

Lexi

Botswana: Zwischen Blutegeln und Nilpferden oder verschollen im Okavango Delta

Der Text zu meiner 3 taegigen Ueberlebenstraining-Expedition folgt sobald ich genug Netz habe hier in Zimbabwe ;-)

Unser Delta Abenteuer begann mit einer, wie immer sehr frueh morgendlichen Fahrt von Ghanzi nach Maun. Ach ja, an dieser Stelle muss ich unbedingt noch mein Buschmann-Tanz-Abenteuer erwaehnen: Ghanzi war eigentlich nur eine Camp im Nirgendwo, eine Station auf dem Weg ins Delta. Aber gleichzeitig mit uns war dort eine Bushmen-Konferenz ueber die Bildung der Kinder und die Zukunft der Jugendlichen. Hierzu waren viele aeltere Frauen von anderen Staemmen angereist um sich darueber auszutauschen. Geleitet wurde das ganze von einer Britin, die sich sehr fuer die Bushmen engagiert. Abends wurden wir dann eingeladen uns die traditionellen Taenze am Lagerfeuer anzuschauen. Es war eine grosse Runde von Zuschauern, die um die beiden Feuer sass. Unsere Gruppe, noch ein paar weitere Touristen und die ganzen "Aeltesten"-Damen von der Konferenz (uebrigens in ganz normaler westlicher Kleidung). Dann ging es los mit Tanz in traditioneller Kleidung und Gesang. Wer mich kennt weiss, das ich ueberhaupt nicht auf Volkstaenze stehe, aber dieser Rhythmus nahm mich doch gefangen. Es war sehr faszinierend und mitreissend. Es wurden verschiedene Taenze aufgefuehrt, die sich um das taegliche Leben der traditionellen Bushmen und die Jagd drehten. Das ganze wurde begleitet von rhythmischem Klatschen, Stampfen und Gesang. Die Zeit verflog wie im Nu und am Ende wurden wir eingeladen mit zu machen. Hierbei hatten die Frauen eindeutig die bessere Position, denn wir mussten nur am feuer sitzen und klatschen und singen. Die Maenner mussten richtig ran und tanzen. Das war sehr lustig, die "Aeltesten" gingen richtig mit und es war eine super AStimmung. Schade nur das der Einladung zum tanzen nur einige Leute aus unserer Gruppe gefolgt sind, denn die San haben sich wirklich gefreut. Aber die meissten Europaeer schauen lieber zu.

Ich schien es den Taenzern besonders angetan zu haben, denn staendig schmiss sich beim tanzen einer auf meinen Schoss oder an meine Seite (die blauben Flecken sind immer noch da). Am Ende gab es dann noch eine Art Fruchtbarkeitstanz wo sich jeder Taenzer und jede Taenzerin eine "Ehepartner" auswaehlen durfte. Mein "San-Mann" war voellig begeistert und dann ging es fuer die frisch vermaehlten gemeinsam tanzend ums Feuer. Zum Schluss haben die "Aeltesten" spontan noch ein kleines Konzert gegeben. Es war ein wunderbarer Abend. Und besonders schoen war, das die Leute fuer sich und aus Spass getanzt haben und wir eingeladen waren. Es war nicht so ein schrecklicher "Menschen-Zoo" wie in dem Himba-Dorf, sondern wirklich deren Spass. Und unserer auch!

Aber nun zuerueck zum Delta:
In Maun haben wir die letzten Vorraete eingekauft und uns auf das Delta-Abenteuer eingestimmt. Und weil das ganze so ein Naturschauspiel ist, habe ich mir zu allererst einmal einen Flug ueber das Delta gegoennt. 2 Std. ging es in einer kleinen Chesna ueber das Gebiet. Das besteht erstaunlicher Weise nicht nur aus Sumpf und Wasser, sondern hat auch ziemlich viele riesige Grasflaechen. Und die sind zum Teil trocken wie Zunder. Dann wieder Wasserlaeufe und Waelder. Sieht unglaublich aus, aber Bilder folgen natuerlich. Man konnte aus dem kleinen wackeligen Flugzeug sogar viele Tiere sehen. Elefanten, Hippos und Bueffel. Es war traumhaft schoen. Das einzige was die Freude getruebt hat, waren die 48 Grad im Inneraum des kleinen Fliegers. Selbst mir lief das Wasser nur so in Stroemen runter.

Dann gab es noch eine Uebernachtung im Camp und los gings, am naechsten Morgen ganz frueh ab in die Wildniss. Das meine bisherigen wilden Campabenteuer in Afrika noch steigerungsfaehig sind, dachte ich selbst nicht, aber es ist!
Wir wurden mit einem grossen Lastwagen (Mercedes ;-)) abgeholt. Alle Zelte, Schlafsaecke und Matten, 12 Liter Wasser pro Person und das Kochgeschirr und die Vorraete wurden verladen. Auf der offenen Ladeflaeche waren 2 lange Sitzbaenke auf denen wir Platz fanden, unsere sachen waren unter den Sitzen. Natuerlich hat keiner mehr einen Fuss auf den Boden bekommen, aber es war toll. Und schoen kuehl durch den Fahrtwind.

Zuerst sind wir eine Stunde ueber die asphaltierten Strassen gerumpelt, dann ging es ins Gelaende. Der sandige Untergrund war sehr huppelig und wir mussten uns gut festhalten. Aeste peitschten uns in die Gesichter und zum Teil ging es durchs Wasser. Nicht nur kleine Baeche, sondern richtige Flusslaeufe. Sehr abenteuerlich. Diese fahrt dauerte dann nochmal 1.5 Std. dann waren wir an der Mokoro- (traditioneller Einbaum) Anlegestelle. Wie wir die ganzen Sachen in die paar niedrigen Kanus verladen sollten war mir zwar ein Raetsel, aber am Ende hat es doch funktioniert. 2 Personen und der Poler (der das Bot mit einem langen Stock vorangeschoben hat) pro Bott und einige Gepaeck-Boote. Alles so doll beladen das ich Angst hatte es geht unter. Aber uns wurde versichert, dass das nicht passiert, auch wenn es sich manchmal wackelig anfuehlt. Darauf haben wir vertraut......lach.....

Ich habe mir ein Mokoro mit Donna geteilt und nach einigem hin und her Umstiegen hatte dann jeder sein Bott gefunden. Los gings. Vorher noch schnell schuhe auszihen, denn an den seichten Stellen muessten wir aussteigen und laufen..... na gut dachten wir, warten wir mal ab.

Es ging ueber eine grosse Lagune und zwischen Schilf und Seerosen durch. Das ganze fuehlte sich ziemlich wackelig an aber es war sehr schoen. Wir hatten sogar einen angenehmen Wind der die Hitze ertraeglich machte. Leider machte er es fuer den Poler natuerlich schwieriger.
Dann ging es durch Schilfdickicht und schon hiess es zum erstem Mal aussteigen. Also stakten wir barfuss durch den Sumpf und das "flache" (zum Teil bis zum Knie) Wasser. Und das mit meinen empfindlichen Fuessschen. Schlingpflanzen, Aeste und Modder. Suuuper! Nach einer Viertelstd. konnten wir wieder einsteigen und weiter ging die Fahrt. Ziel: irgendwo ein Stueck trockenes Land mitten im Delta, wo wir unser Camp aufbauen sollten.
Mir taten nach einer Stunde die Beine weh, da ich mich ja kaum bewegen konnte ohne das Boot umzuschmeissen und ich vor mir ja noch die Wasservorraete, den Rucksack und meine Steifel stehen hatte. Aber dann mussten wir nochmal aussteigen und wieder durch den Sumpf und dann weiter am Ufer entlang. Barfuss, durch Hippo-und Elefantenspuren. Ein ganz komisches Gefuehl. Aber man versucht die Gedanken an wilde Tiere, Krankheiten und Blutegel zu verdraengen. Schliesslich hatte ich das alles ja gewollt.
Dann ging es wieder in die Boote und ueber eine grosse Lagune mit Hippos drin. Komisches Gefuehl. Und dank des gegenwinds sind wir hier dann doch auch gekentert! Alles nass! Buecher, Tagebuch, Schlafsack, alle Klamotten, Schuhe...... so ein Sch.....! Und die Hippos in Sichtweite. Bloedes Gefuehl!

Den Rest gibts bei naechster Gelegenheit. Nur soviel: es bleibt spannend ;-)
Zeit ist um.

Bis Bald

Lexi

Dienstag, 12. Oktober 2010

Kurze Info

Hallo zusammen,

Lexi ist heute in Botswana eingereist. Morgen gehts dann weiter zum Okavango Delta. Sie hofft dass sie in drei Tagen wieder Internet hat. Dann wird sie sich wieder persönlich hier melden.
Sie lässt Euch alle herzlich grüßen.

Liebe Grüße Fidi

Dienstag, 5. Oktober 2010

Out of South Africa und Wilkommen in Namibia

Ich melde mich aktuell aus Swakopmund an der namibischen Kueste. Auf der Karte ist es ziemlich mittig und morgen gehts weiter Richtung Etosha Pfanne. Dann heisst es wieder Wildnis und Safari. Bisher war es eher wuestenartig. Tolle Sandduenen hier.
Also versuche ich heute mal eine kleine Zusammenfassung von meinen letzten Tagen in Sued Afrika und meiner bisherigen Reise in Namibi zu schreiben.
Fakten vorab:
- mir gehts super
- Entscheidung immer noch nicht bereut und kein Heimweh ;-)
- sagt mal, kommen meine Postkarten denn an? Ich dachte es meldet sich mal jemand zurueck....
- ich liebe Namibia, so ein herrliches Land
- mein Englisch wird immer besser
- 2 Buecher getauscht damit ich wieder was zu lesen habe, sogar in Deutsch
- erste Aenderungen der Reiseplaene, Indien wird wohl ausfallen, dafuer laenger Australien
- Ausruestung ist ziemlich gut, aber so langsam merkt man was man wirklich braucht und was
nicht, und natuerlich auch was fehlt: ein neuer Bikini muss her, der alte ist hinueber und eine
coole neue Guerteltasche ist dazu gekommen. Ausserdem 2 neue Karabiner die S-Biner heissen, eine Thermotasse und ein aufblasbares Plueschkissen fuer den Truck. Die Kurzarmblusen werde ich wohl bei naechster Gelegenheit verschenken, die brauche ich gar nicht.

So, nun mal zu den letzten Tagen in Capetown:
Ich habe eine lustige und nette Zeit im Hostel verbracht. Habe dort einige Deutsche und 2 Oesterreicher kennen gelernt. Es war sehr nett abends auf dem Balkon einen guten Wein zu geniessen und zu plaudern. Allerdings hat mir das ausgehen in den Clubs dort auch sehr gefallen, aber wie ueberall, auf die richtige Mischung kommt es an. Ich habe mir an den letzten Tagen, das Wetter war da viel besser, noch ein paar Ecken der Stadt angeschaut und habe mein Reiseausruestung ergaenzt. An der Waterfont ist ein prima Outdoorladen. Ich haette ewig in Kapstadt bleiben koennen. Wenn man sich erstmal eingewoehnt hat ist`s unglaublich toll, aber ich will ja noch mehr von Afrika sehen.

Also bin ich am 29.09.2010 morgens um 7 (ja, und das bei mir, und sogar mit Fruehstueck ;-)) mit meinem ganzen Gepaeck zum Nomad-Office marschiert und habe meine Reisegruppe gesucht. Der erste Schock war dann ein Buero voll deutscher Rentner. Da wollte ich gleich wieder raus. Das ist die Sache wenn man etwas hochpreisiger bucht..... ;-$ Zum Glueck stellte sich dann aber heraus das die Camping-Gruppe im hinteren Buero ist. Das war schon viel besser. Die Gruppe ist zwar altersmaessig gemischt von 20 bis 70, aber die Leute sind alle sehr ok. Ich habe mich mt einer gleichaltrigen Australierin angefreundet, die auch alleine unterwegs ist. Donna. Sie hat mich auch schon nach Brisbane eingeladen und ich ich werde sie auf meiner Australien-Tour auf jeden Fall besuchen. Daher auch die Planaenderungen. Ich kenne ja nun schon einige Australier die ich besuchen kann.

Im ersten Teil der Reise, bis zu den Victoria Falls, bleibe ich in dieser Gruppe. Danach geht es fuer jeden unterschiedlich weiter. Allerdings reist niemand weiter bis Uganda. Aber ich glaube ich werde andere nette Leute treffen. Gestern haben Meike und ich auch schon ein aelteres Ehepaar aus Windhok kennen gelernt und eine Einladung dort zum Kaffe erhalten. Es war unglaublich spannend was die beiden ueber das Land hier erzaehlt haben und wie es sich die letzten 70 Jahre veraendert hat.... Aber der Reihe nach.

Unser erster Reisetag fuehrte uns an den Hoxriver ins Citrusdal. Hier werden, wie der Name schon sagt ganz viele Zitrusfruechte angebaut. Es riecht unglaublich gut nach den ganzen Blueten und ist sehr schoen gruen. Sieht ein bisschen aus wie ich mir immer den Garten Eden vorgestellt habe. Dort angekommen habe wir einen Bushwalk mit Bushman-Fuehrung gemacht. Skokkie, der San, hat uns viel ueber die "kleinen" Tiere der Gegend und die Pflanzen und ihre Einsatzmoeglichkeiten erzaehlt. Es ist unfassbar was man daraus alles machen kann. Damit es fuer uns spannender wurde und weil die ganzen Schlangen Mittagsschlaf gehalten haben, ist er dann los einen Skorpion fuer uns suchen und hat ihn dann auch in der Hosentasche mitgebracht. Einen giftigen..... ;-) Aber er hat ja schon als Kind damit gespielt. Zum Schluss gabe es noch eine San-Felszeichnung mit entsprechender Erklaerung. Es ist noch viel schoener wenn man die gemalten Geschichten auch versteht.

Abends gab es ein kuehles Cider an der Campingplatz Bar und die das erste Essen am Lagerfeuer. Prima, wie damals in Australien. Und ich liebe es nach wie vor.
Am naechstn Morgen ging es ganz frueh los (vor 7 incl. Fruehstueck und Zelte abbauen) Richtung Orange River. Der Grenzfluss zwischen Sued Africa und Namibia. Ein letzter Shopping Stop in Springbock, was den Namen "Ort" eigentlich nicht garnicht verdient und dann auf zum Campground. Ein freier Nachmittag mit schwimmen im Fluss oder einfach mal ein bisschen lesen, oder Waesche waschen, oder.... auch mal schoen.
Am naechsten Morgen gings dann wieder frueh raus zu einer 3-stuendige Kajaktour auf dem Orangeriver. Unglaublich schoen. Mit kleinen Stromschnellen, vielen Voegeln und Sonne. Und das alles vor dem Fruehstueck. Anstrengend aber wunderbar. Namibia auf der einen Seite und Suedafrika auf der anderen.
Nach einem super Brunch gings dann weiter zur Grenze. Das Camp liegt ca. 8 KM von der Grenze entfernt. Also waren wir schnell dort.

Aber davon berichte ich das naechste Mal.

Eure Lexi

Dienstag, 28. September 2010

die aktuellen Reiseplaene: von Kapstadt nach Nairobi

So ihr Lieben,

morgen frueh um 7 geht es los. Dann bin ich erstmal bis 24. November quer durch Afrika unterwegs. Ich habe keine Ahnung was genau auf mich zukommt und ob ich Handynetz oder Internet haben werde. Aber ich versuche mein Moeglichstes.

Habe mich heute nochmal im Outdoorshop mit Insectrepellent usw. eingedeckt. Nun kanns los gehen: mein ganz, ganz grosser Traum! Und am Ende der Besuch bei den Berggorillas!!! Ich freu mich wahnsinnig!

Bis bald und denkt an mich

Lexi

Sonntag, 26. September 2010

Sued Afrika: von Walen, Pinguinen und dem Kap der guten Hoffnung

Von Gorge aus ging es fuer uns erstmal weiter Richtung Oudshorn. Eine Empfehlung von Ben aus dem Hostel. Und zwar eine Gute. Wir haben uns den oertlichen Zoo, die Cango Wilderness Ranch angeschaut. Die Fahrt durch die Berge dort hin allein war schon die Strecke wert. Die Wilderness Ranch ist ein unglaublich schoen und liebevoll eingerichteter kleiner Tierpark. Wobei klein garnicht mal so klein ist. Von der Art her aehnlich dem Hannoverschen Zoo mit Themenhaeusern und Gehegen. Super schoen. Die 10 Euro Eintritt haben sich auf jeden Fall gelohnt. Zumal da sogar noch eine 1 Std. Fuehrung dabei war.

Danach ging es fuer uns ueber niedliche und zum Teil sehr einsame Landstrassen zuerst durch die Berge und dann weiter Richtung Kueste. Die Landschaft ist einfach atemberaubend schoen! Hermanus erreichten wir dann mal wieder im Dunkeln. Wobei das letzte Stueck Landstrasse im Dunkeln echt gruselig war. Da war weit und breit kein Licht zu sehen, allenfalls alle 20 KM mal ein Haus in der Pampa und man hofft die ganze Zeit ueber bloss nicht liegen zu bleiben. Denn von uns beiden waere garantiert keine aus dem Auto ausgestiegen. Aber die Nacht an der Landstrasse bleib uns erspart und wir kamnen gut in Hermanus an. Das Backpacker dort ist echt suess und wir hatten ein huebsches buntes Doppelzimmer mit riesigem Bad. Essen haben wir in der Gemeinschaftskueche selbst gekocht und hatten einen netten Abend mit den anderen Backpackern dort. Am naechsten Tag gings auf Hai-Tour, aber den Bericht kennt ihr ja schon. Am Nachmittag und am Tag danach haben wir uns dann auf die Walbeobachtung gestuerzt. Auf dem Rueckweg von Gansbaai an der Kueste entlang haben wir auch schon den einen oder anderen grauen Riesen im Wasser gesehen. Beeindruckend sage ich nur. Zuerst wollten wir ja mit dem Kajak zu den Walen raus, aber das geht nur in Gruppentouren und ist ausserdem ziemlich teuer. Und da wir ja ausgesprochene Individualisten sind, haben wir uns dagegen entschieden. Also haben wir uns lieber einen leckeren Kaffee bei Mug & Beans geholt und uns auf den Walbeobachtungsfelsen gesetzt. Hier hatten wir auch unsere Begegnung mit den Klippschliefern. Sowas wie Murmeltiere. Suess, aber die kleinen Freunde stinken ziemlich. Und so voellig freundlich sind sie auch nicht wenn man ueber "ihre" Treppe gehen will. Wir haben an diesem Morgen einige Wale in der Ferne gesehen. Auch hier war mein tolles Fernglas mal wieder Gold wert. Ist schon toll wenn sie springen und die Schwanzflossen aus dem Wasser strecken. Ausserdem sahen wir einige Wale recht nah vorbei schwimmen. Aber da gab es nur den Ruecken zu sehen. Aber dann meinte es ein Wal richtig gut mit uns und tat uns den groessten Gefallen ueberhaupt: ersprang ein paar Mal aus dem Wasser und das ziemlich nah an der Kueste. Der Wal-Melder (ein cooler Job, er kuendigt die Walsichtungen mit einer Troete an) hatte ganz schoen was zu tun. Das war unglaublich schoen und faszinierend.

Danach gings ab ins Auto und zuegig weiter, wir wollten auf dem Weg nach Kapstadt schliesslich noch die Pinguine am Boulders Beach (hier mal einen ganz besonderen Gruss an meine Kletterfreunde!!! Gibt ein paar schoene Fotos fuer Euch ;-)) besuchen und uns das Kap der guten Hoffung anschauen und dann moeglichst noch im Hellen im Hotel einchecken. Dass das mal wieder nichts wurde ist fast schon klar, oder? Die Strecke an der Kueste lang ist wunderschoen, aber schwer zu finden wenn man aus dem Strassengewusel von Cape Town kommt. Und dahin hatten wir uns gleich verirrt weil die Ausfahrten fuer kleine Strassen nicht besonders gut ausgeschildert sind. Aber wir haben es schliesslich doch noch gefunden, haben an einer netten Bucht Mittagspause mit Walbeobachtung gemacht und sind gegen 15 Uhr bei den Pinguinen in Simons Town gewesen. Putzige Kerlchen, aber stinken noch schlimmer als die Klippschliefer. Das laesst sich schwer beschreiben, ich denke hier sagen die Fotos mehr als 1000 Worte. ;-)

Nach einer Stunde gings dann weiter in Richtung Kap. Wobei wir da schon wieder wussten dass das mit der Zeit kanpp werden wuerde. Aber wenn man nachts durch die Transkei (die aermste und wildeste Gegend in S.A.) gefahren ist schockt einen so schnell nichts mehr. Das schaffte dann aber der Eintrittspreis in den Kap NP und die Ankuendigung das sowieso bald geschlossen wuerde. Also haben wir nur schnell ein Bild gemacht, denn die Landschaft hatten wir ja schon zur genuege gesehen. Und da ich schon mal dort war, wusste ich ja dass nur das Holzschild das wirklich Besondere ist. Wir haben jetzt Blechschild-Bilder, aber dafuer auf dem Rueckweg noch eine Baboon- (recht angriffslustige Paviane, das sind die mit den grossen Zaehnen) Familie am Strassenrand beobachtet. Dann setzte der Nieselregen ein und machte uns den Rueckweg etwas truebe. Aber die "gute Hoffnung" auf unser super Luxushotel in Cape Town liess uns durchhalten. Und sie war berechtigt. 3 Naechte Protea Victoria Junction. Luxus vom feinsten und Dank Marion auch sehr bezahlbar ;-)
Das Fruehstuecksbuffet war der Knaller, auch wenn Marion sich ab dem 2. Tag entschieden hatte totkrank im Bett zu bleiben. Aber so haben wir immerhin noch Dr. Tyga kennen gelernt und das Zimmer voll ausgenutzt ;-)
Unsere Weintour fiel dann auch etwas sehr kurz aus, auf dem Weg zum Flughafen gings kurz nach Stellenbosch. Weintasting fiel leider ganz aus. Aber das hatten wir ja auch schon in Gorge :)

Tja, nun bin ich seit 5 Tagen allein in Kapstadt und habe gerade gestern angefangen mich hier richtig wohl zu fuehlen. Die reden einem hier soviel Angst ein, dass man sich am Anfang kaum was traut. Aber gestern war ich dann schoen in der Stadt unterwegs und habe schon die letzten Dinge fuer die grosse Tour besorgt. Gleich hole ich noch den Rest und beim Frisoer war ich heute morgen auch schon: Cornrows, die kleinen, direkt am Kopf lang geflochtenen Zoepfe. Ungewohnt aber lustig. Bild folgt natuerlich. Die Geschichten aus dem Frisoerladen erzaehle ich Euch einfach mal beim Bierchen. ich war die einzige Weisse weit und breit. Und es war super lustig.

Und ich habe gerade meinen Rueckflug nach Hause gebucht!!!! Am 26.08.2011 gehts ab New York zurueck! ;-) Bin gespannt was ich bis dahin noch alles erlebe und wie ich mich dorthin durchschlage, aber das wird schon.

Bis dahin alles Liebe aus Kapstadt und ein bisschen Sonne

eure Lexi

PS: vergesst nicht bald auf youtube mein Bungeevideo anzuschauen ;-)

Sued Afrika: Auge in Auge mit grossen weissen Haien

Auch hier kann ich mal wieder etwas haarstreubendes berichten. Wie nur all zu oft neigt der Mensch ja dazu eine grosse Klappe zu haben wenn er in Sicherheit ist. Also haben wir das "great white Shark cage diving" schon von Deutschland aus gebucht. Da sind die grossen Weissen auch noch ziemlich weit weg. Aber je naeher der Tag des Tauchens kam, desto mehr hatte ich die Hosen voll. Gut, eigentlich haette mich nach der vergangenen Woch nichts mehr wirklich schocken koennen, aber Wasser ist einfach nicht mein Element. Und kaltes schon gar nicht.
Marion hat sich schon die ganze Zeit darauf gefreut und mir gut zugeredet, aber es war ganz klar, ich musste mit.
Es war ein sehr zwiespaltiges Gefuehl, denn auf der einen Seite war ich ja auch total neugierig. Und da uns der Skipper (so sagt man doch bei Menschen auf Booten, oder?) glaubhaft versichert hat, dass er noch keinen Touristen wirklich an Haie verfuettert hat, bin ich also todesmutig auf dieses Boot gegangen (obwohl ich mich die ganze Zeit ueber ernsthaft gefragt habe, wieviel man so eine Mann glauben soll, wenn ihm schon ein Finger fehlt....:-). Da war auf jeden Fall noch alles schoen und lustig. Das aenderte sich allerdings schon mit dem losfahren, denn ich bin ja ueberhaupt nicht seefest.

Aber Paspertintropfen sei Dank, gewoehnte ich mich schnell an das Geschaukel. In Sued Afrika muss man im Gegensatz zu Californien oder Australien ueberhaupt nicht weit von der Kueste wegfahren um grosse Weisse zu sehen. Nur ca. eine halbe Stunde. Es ging zu einer kuestennahen Insel. Hier war schon ein weiteres Boot vor Anker gegangen. Die Helfer ruehrten eine "leckere" Fischsuppe in Eimern an und wir bekamen unsere Neoprenanzuege zugeteilt. Es war windig und nicht bnesonders warm, da kommt richtig Freude auf wenn man sich einen eiskalten, nassen und super engen Ganzkoerperneopren anziehen soll. Und das auch noch auf einem schwankenden Schiff, in der Erwartung weisser Haie. Ich gebe zu ich habe mich schon besser gefuehlt. Und das alles auch noch vor dem eigentlichen Aufstehen und vor dem Fruehstueck sowieso. Es ging fuer uns naemlich schon um Viertel vor 7 in Hermanus los... Und das ist, wie jeder weiss gar nicht meine Zeit.

Wir erhielten eine letzte Einweisung und dann ging das Warten los. Es ist gar nicht so einfach weisse Haie anzulocken. Ich habe nach dieser Erfahrung meine Riesenangst auf jeden Fall verloren. Respekt bleibt, keine Frage, aber agressive Monster, wie ich irgendwie erwartet hatte, sind die Haie auf keinen Fall.
Gespannt starrten wir alle aufs Wasser. In Erwartung einer riesigen Rueckenflosse die in moerderischer Geschwindigkeit auf unser Boot zu rast und kurz vorher aus dem Wasser aufsteigt und man nur noch in ein riesiges Maul mit Zaehnen schaut (bevor man dann doch gefressen und das Boot versenkt wird.... ich weiss, zu viel Fernsehen, aber man glaubt das in dem Moment wirklich).
Circa eine halbe Stunde mussten die Helfer locken, Fischkoepfe an einer Schnur und viel von der Fischsuppe ins Wasser packen bevor der erste Hai auftauchte. Wir sassen inzwischen auf Deck im Wind und froren erbaermlich. Aber dann ging es ploetzlich los. Die ersten 5 (soviele konnten immer gleichzeitig in den Kaefig) konnten ins Wasser. Marion und ich hatten uns vorgenommen zu den ersten zu gehoeren. Sie, weil sie sich so unglaublich auf die Haibegegnung gefreut hatte und ich, weil ich gemerkt hatte wie schwer die Biester anzulocken sind. Und wenn schon mal einer da war und ich eh schon frierend im nassen Tauchanzug darauf wartete ihm ins Auge zu blicken, dann wollte ich ihn auch sehen!!!!
Leider hatten diese Idee auch noch einige andere. Aber beim Kampf um die Taucherbrillen war ich dann doch noch schnell genug und durfte als 5. in den Kaefig klettern. Marion war schon drin. Ab diesem Moment gab es nur noch einen Adrenalinrausch. Man merkt gar nicht mehr so dass man gerade in 13 Grad kaltes Wasser klettert. Man versucht im Wasser etwas zu erkennen, sich gleichzeitig an die Verhaltensregeln zu erinnern und dabei nicht zu ertrinken. Man "steht" in dem Kaefig, der an der Bordwand befestigt ist, hat seine Taucherbrille auf, starrt vor sich ins Wasser und sucht die Rueckenflosse und wartet gleichzeitig auf den Befehl vom Boot "Dive" mit dem Zusatz left oder right! Dann holt man tief Luft und taucht unter und starrt ins truebe Wasser und versucht etwas zu sehen. Ich muss zugeben die ersten drei Male habe ich ausser Luftblasen und einem Schatten nichts gesehen. Ausserdem waere ich fast ertrunken weil ich versehentlich durch die Nase ausgeatmet habe und damit natuerlich sie Tauchermaske "weggepustet" habe..... aber ich war so schrecklich aufgeregt und das Wasser war so kalt und vor mir war ein riesiger Hai im Wasser den ich nicht sehen konnte...
Aber als ich dann alles wieder gerichtet und einen Bleigurt bekommen hatte und somit nicht auch noch mit dem Auftrieb kaempfen musste wurde ich ruhiger und es klappte besser. Und da war ER (obwohl das eigentlich nicht stimmt, bei den weissen Haien sind die Maedels die Groesseren und in der Bucht waren fast nur "Frauen" unterwegs)! Direkt vor mir. Man konnte in dem Wasser ca. 2-3 Meter weit sehen. Und die Haie sind verdammt gut getarnt. WOW, das ist ein unbeschreibliches Gefuehl! Er kam direkt auf den Kaefig zu und drehte dann kurz davor ab! Wunderschoen und riesig. Einfach unglaublich wenn man ihn dann in der Tiefe verschwinden sieht. Ploetzlich verging die Zeit wie im Flug und vom kalten Wasser war nichts mehr zu spuehren. Nach einigen weiteren "Tauchgaengen" wurden nach und nach die Leute im Kaefig ausgewechselt. Ich war richtig traurig als ich raus musste. Dann habe ich die angelockten Haie von oben, vom Boot noch eine ganze Weile beobachtet. Bilder konnte ich ja leider wieder keine machen, weil meine Leihkamera mich an diesem Morgen mit einem Speicherkartenfehler ueberraschte, der sich auch auf die Schnelle nicht beheben lies. Irgendwie habe ich mit den Fotos kein Glueck..... :-( Aber ich bekomme von ein paar netten Menschen ein paar Bilder geschickt. So habe ich den Anblick einfach nur geniessen koennen und war natuerlich bei der 2. Runde im Kaefig sofort wieder mit Feuer und Flamme dabei. Da klappte alles noch viel besser und ich muss sagen wenn so ein 7 Meter Hai direkt vor der eigenen Nase an einem Koeder zerrt und dann mit der Schwanzflosse gegen den Kaefig schlaegt, merkt man mal wieder wie klein, zerbrechlich und schwach man als Mensch so ist....

Alles in Allem eine unglaubliche, tolle Erfahrung! Das kann ich jedem nur empfehlen, auch wenn man erstmal maechtig Angst hat. Die verschwindet, aber ein Hoellenrespekt vor diesen unglaublich schoenen aber auch sehr friedlichen Tieren bleibt.

Schiff ahoi!

Lexi

Die Sache mit dem Sprung in die Tiefe.....

Sicher koennen sich einge von Euch noch dran erinnern, dass ich mal gesagt habe, wenn ich ueberhaupt mal Bungee mache, dann nur von einer grossen Bruecke ueber eine spektakulaere Schlucht mit einem Fluss unten...
Das war eigentlich nur meine Ausrede es nie, niemals in Deutschland zu machen. Und eigentlich wollte ich es ueberhaupt nicht machen. Es ist naemlich ziemlich verrueckt sich von einer Plattform oder was auch immer in die Tiefe zu stuerzen wenn man keinen Fallschirm dabei hat und auch kein Vogel ist. Nur mit einem Strick um die Fuesse.

Nur was tut man, wenn man dann tatsaechlich vor eben dieser Bruecke steht? 216 Meter hoch ueber die Bloukrans-Schlucht. Erstmal sind wir langsam drueber gefahren und haben geschaut. Nichts zu sehen. Dann nochmal zurueck und an dem Schild zum Bungeeausguck abgebogen und tatsaechlich, die Jumper waren unter der Fahrbahn. Ein bisschen wie die Sydney Habour Bridge, nur aus Beton. Also haben wir uns das erstmal angeschaut. Wobei Marion, die erst ganz mutig war, immer kleiner wurde und ich immer mutiger. Wir haben uns noch kurz mit einem deutschen Paar unterhalten bis er los musste zu seinem Sprung und haben erstmal zugeschaut. Sah ganz einfach aus. Und ganz klein, denn es war irgendwie trotzdem weit weg. Da bin ich dann also losmarschiert und habe uns angemeldet. Also musste Marion mit. ;-) Sorry!

Der Sprung findet nur zu jeder vollen Stunde statt. Inzwischen war es mal wieder trueb geworden und hatte angefangen zu nieseln. Aber die naechsten 40 Minuten vergingen wie im Flug da wir schrecklich aufgeregt waren. Ploetzlich musste ich ganz dringend aufs Klo und wollte eigentlich gar nicht mehr. Ich bekam so langsam kalte Fuesse. So lange man noch auf festem Boden steht und nur seine Kreditkarte hinlegt, eine Nummer (ich vermutete zur Wiedererkennung des zerschmetterten Leichnams) und sein Gewicht auf die Hand geschrieben bekommt und schon mal den Brustgurt anlegen kann ist man noch ganz der Held. Aber das Gefuehl schwindet....;-)
Wir waren dann 9 Leute die mit Guide dann Richtung Bruecke marschierten. Zuerst geht es einen Gittersteg in 216 Meter Hoehe entlang bis in die Mitte der Bruecke. Der ganze Steg gibt bei jedem Schritt nach und  gewaehrt einen wunderbaren Blick direkt nach unten in den Bach (denn es war nicht besonders viel Wasser drin). Da wird einem nochmal gaaanz anders. Aber noch war ich halbwegs mutig. Marion war inzwischen schon fast begeistert. Das war bei uns immer so, der Mut hat uns abwechselnd verlassen.
Auf der Bruecke angekommen wurde die Reihenfolge der Springer festgelegt. Ich hatte mir ueberlegt das irgendwo in der Mitte prima waere, falls ich nicht doch noch den Weg zurueck finden wuerde, aber das sah schlecht aus. Und ratet mal, ich war als ERSTE dran. Lieder war das ganze auch nicht verhandelbar. Der gute Sprungmeister war sehr nett, laechelte viel und redete uns gut zu, aber auf dem Ohr war er taub! Aus unserer Gruppe waren gar nicht mal alle zum Springen mitgekommen. Einge schauten nur ihren Partnern zu. Eine gute Entscheidung, waere ich da mal auch eher drauf gekommen, dann haette ich Marion einfach zugeschaut ;-) Aber so gab es kein zurueck mehr. Auf dem Springerstuetzpunkt herrschte eine ausgelassenen Stimmung. Die ganze Crew ist super nett und lustig und es gibt coole, laute Musik. es wird viel gelacht und gescherzt, und bis man tatsaechlich an der Kante steht, nimmt man das ganze noch ziemlich leicht. Es werden einem die Fuesse zusammengebunden, die ganzen Gurte mit Schraubkarabinern gesichert und nochmal alles erklaert und 3x gecheckt. Und dann gehts los. Auf zur Kante mit zusammengebundenen Fuessen. Ein ganz, ganz mieses Gefuehl. Aber noch dachte ich: guckste mal und wenns zu hoch ist gehste halt wieder, hast ja bezahlt, kann denen also egal sein. Aber weit gefehlt. Ist denen nicht egal, Du hast den Sprung gebucht, Du bekommst den Sprung deines Lebens! Die beiden Sprungmaster haben mich also rechts und links untergehakt und auf dem roten Teppich an die Kante geleitet. Dabei haben sie gescherzt und waren super lieb! Und dann stand ich da. Wurde noch ein bisschen nach vorne geschoben und blickte in die Tiefe. Und die ist seeeeehr tief. Marion rief mir noch den guten rat zu in den Himmel zu schauen und nicht nach unten, aber man kann den Blick nicht mehr abwenden. Ich stammelte noch: Do you think it's a good idea to do this now? was die beiden freudig bejaten und dann ihre Arme um mich loesten. Ich stand alleine an der Kante und spuerte nur noch zwei kraeftige Hande im Ruecken. Ploetzlich hatte ich Angst irgendwo anzuschlagen wenn ich nicht weit genug wegsprang und ueberhaupt wollte ich das ganze lieber nochmal durchsprechen und noch sooo vieles fragen und......EINS......ZWEI......BUNGEEEEEEEEE!!!!!!! war ich auch schon ueber die Kante. Ich glaube ohne die "Hilfestellung" hatte ich noch ewig dort gestanden. Aber das wird wohl nicht nur mir so gegangen sein. Ich habe immerhin noch ganz fachmaennisch die Arme weit ausgebreitet. Zu einem Laecheln fuer die Kamera hat es nicht mehr gereicht.

Der erste freie Fall ist knapp 200 Meter. Sobald man denkt man hat es geschafft wird man aber schon wieder hochgezogen und schon geht es wieder abwaerts. Dieses mal 150 Meter und beim dritten Mall immerhin noch knappe 100 Meter. Ab dem vierten Mal fing der ganze Spass dann auch noch an sich zu drehen wie verrueckt und ich hatte das Gefuehl die Riemen am Fuss fangen an zu rutschen. Zeit fuer Spiderman mich zu retten.
Der kam dann auch relativ schnell am Seil von oben herab und hat mich nach einem weiteren Hopsa auch geschnappt und in eine aufrechte Sitzposition gebracht fuer den Weg nach oben. Also Rundumservice! Wirklich prima! Mir war inzwischen auch reichlich uebel von dem Gedrehe aber oben haben mich dann alle beglueckwuenscht und ich war maechtig stolz!
Und ich bin es immer noch, aber ich glaube nicht dass ich sowas krasses nochmal machen muss...lach... es gibt schliesslich noch anderes auszuprobieren.

EINS....ZWEI.....TSCHUESSI


Eure Lexi

Verhaftet in Durban

So, kommen wir mal zu dem Kapitel dem wahrscheinlich alle erwartungsvoll entgegenfiebern. Lexi im Gefaengnis.....
Und das mir, wo ich noch nicht mal falsch rausgegebenes Wechselgeld einstecken kann. Aber man kommt manchmal schneller ins Gefaengnis als die Jungfrau zum Kinde!

Also, es waren einmal 2 nette deutsche Maedchen, die nach einer langen und anstrengenden Autofahrt in Durban angekommen waren, im Hotel eingecheckt hatten und sich nun auf die Suche nach etwas zu Essen und einem Feierabendbierchen machten....

In Durban leben sehr viele Inder. Darum war es klar, heute Abend gehen wir richtig indisches Curry essen. Auch wenn die Reisefuehrer sich unterschiedlich dazu aeusserten, hielten wir, bei der ganzen patrollierenden Polizei und den joggenden weissen Frauen und Maennern, die Gegend fuer sicher. Vorsichtshalber nahmen wir nur ein bisschen Geld in der Hosentasche mit und los gings. Es sollte sich erst spaeter herausstellen dass wir uns vor den Falschen gefuerchtet hatten..... Wir haben dann auch einen netten Imbiss in der Fussgaengerzone am Strand gefunden. Er war voller Polizisten, also dachten wir: super, sicher und gutes Essen! Wir wurden sehr nett bedient und das Essen war grossartig! Aber sau scharf! Aber im "Menue" gab es auch gleich einen halben Liter Cola pro Person dazu. Die wissen warum ;-)

Danach sind wir die Fussgaengerzone runtergebummelt und haben uns im naechsten Bottleshop ein Cider (jawohl, das war unser Vergehen, ein Cider!!!) gekauft und auch gleich oeffnen lassen. Wir haben uns noch ueber die Papiertuete lustig gemacht, aber haben ganz artig aus der versteckten Flasche getrunken und sind weiter gebummelt. Bis wir dann etwas spaeter in einem
Shop von einem sehr unfreundlichen Polizisten sehr ruede angesprochen wurden. Zuerst dachten wir man soll in dem Geschaeft nicht trinken und es handelt sich um den allgegenwaertigen Wachmann des Ladens. Also boten wir an den Laden sofort zu verlassen und draussen weiter zu trinken. Ein grosser Fehler wie sich herausstellte! Der Polizist war ein echter Polizist, zerrte uns mit seinen 3 Kollegen aus dem Laden und ab gings in den Polizeivan.

Ich habe selten jemanden erlebt der so zornig war. Aber wer weiss was dem "Guten" vorher ueber die Leber gelaufen war. Er mochte eindeutig keine Weissen. Wir wussten gar nicht wie uns geschah und waren im ersten Moment sicher entfuehrt zu werden, da unsere "Polizisten alle waehrend der Fahrt mit ihrem Handy privat am telefonieren waren. Aber als wir sahen dass alle die gleichen Uniformen anhatten waren wir etwas beruhigter. Es wurde nicht mit uns gesprochen! Auf unsere Frage hin wurde uns aber mitgeteilt, dass wir verhaftet seien und eingesperrt wuerden. Uns war noch immer nicht klar weshalb eigentlich. Schliesslich hatten wir in dem Laden nichts geklaut und waren nichtmal ueber eine rote Ampel gegangen. Und der Ladenbesitzer hat eigentlich auch eher erschreckt und entsetzt geschaut....
Im Revier ging es dann nach hinten durch in eine "schoene" Sammelzelle. Alle Polizisten (natuerlich alle schwarz oder Inder) schauten uns an als ob wir Marsmenschen waeren, und wir fuehlten uns auch ein bisschen so. "Unser" persoenlicher Polizist ging wutschnaubend hinter uns her. Zuerst weigerten wir uns in die schmutzige und nach Pipi riechende Zelle zu gehen, zumal dort auch schon jemand sass der uns sehr neugierig anschaute. Aber leider hatten wir keine Wahl. Ab auf die Pipi-Pritsche und warten was passiert! Immer wieder schaute jemand um die Ecke. Wir waren DIE Attraktion. "Unsere" persoenlichen, zornigen Polizisten kamen und begannen einen Bericht zu schreiben, Formulare auszufuellen und erklaerten uns das wir fuer 3 Dinge verhaftet worden sind. Das erste sei "Drinking in Public" (und ich schwoere, es war das erste Cider des Tages und und wir haben auch nicht randaliert ;-)) zu den beiden Anderen kamen wir gar nicht mehr weil der "Gute" extrem genuschelt hat, wir staendig nachgefragt haben und er dadurch immer wuetender wurde. Aber man muss ja schon verstehen was eigentlich los ist, oder?

Wir mussten einzeln antreten um persoenliche Angaben zu machen. Marion hatte den freundlicheren Polizisten abbekommen und ich den alten Fraeggel!!! Und dann war da ja auch noch die Sache mit der ungeklaerten Rassenfrage bei mir. Hier wohl ein ganz grosses Thema. Auf dem Formular gab es 4 Optionen zum ankreuzen: Asiatisch (und das glaubt mir nun wirklich keiner) schwarz (ich haette es beinahe aus Trotz angekreuzt weil ich die Frage so ueberfluessig fand, habe mich dann aber doch nicht getraut), braun (was auch immer das sein mag) und weiss (was ich dann selbstverstaendlich angekreuzt habe und dafuer einen echten"das-haettest-du-wohl-gern-Blick" geerntet habe). Warum hat bei Marion eigentlich keiner gefragt???
Wir hatten ja auch gar nichts dabei um uns auszuweisen oder so. Aber man luegt in so einer Situation nicht. Aus einem Gefuehl heraus hatte ich meinen Geldguertel (Danke liebe Klettergruppe!!!!) umgemacht. Ich hoffte ja immer noch das wir uns "freikaufen" konnten und das Kapitel dann durch ist, wobei Marion die ganze Zeit fest davon ueberzeugt war die raeumen gerade unser Hotelzimmer aus und bringen uns anschliessend um. So langsam zerrte die ganze Nummer dann auch an meinen Nerven. Als er das erste Mal nach Geld fragte war ich sogar noch so cool den "Preis" zu verhandeln. Ich weiss heute auch nicht mehr wie ich das gemacht habe. Aber wir wurden uns einig das wir 100 Rand Strafe pro Person bezahlen sollten. Um an mein Geld zu kommen wollte ich dann aufs Klo, denn es musste ja niemand sehen wo ich mein Geld hatte und dass es dort noch mehr gab.
Das war wie im Fernsehen. Eine nette Blechschuessel um die Ecke in einer Einzelzelle. Aber es hat funktioniert. Ich habe die 200 Rand in die Hosentasche gesteckt, brav gespuehlt und bin wieder raus. Marion war inzwischen fast vorm Nervenzusammenbruch und mich machte das auch alles sehr nervoes. Wir hatten wirklich Angst! Inzwischen waren ein paar Kollegen von unserem "Freund" aufgetaucht und fragten ihn ob er uns nicht einfach verwarnen und dann frei lassen will, aber er lehte das kategorisch ab. Irgendwann kam ein Vorgesetzter und redete auf ihn ein: kein Erfolg. Er hielt an dieser Verhaftung fest und schrieb weiter seine Formulare. Wir rechneten auch jederzeit damit ins Hotel gebracht zu werden um uns auszuweisen, aber nichts geschah.
Ein Inder, der gesehen hatte wie wir abgefuehrt wurden, kam herein und fragte uns ob wir Geld brauchten. Meine Nerven waren zum zerreissen gespannt. Und ich dachte nun haben wir auch noch so einen Cautionsfuzzi am Hals. Bloss nicht! Das tut mir im nachhinein schrecklich leid, denn der Mann meinte es wirklich nur gut mit uns und wollte helfen. Aber ich hatte ja auch genug Geld dabei.
Dann kam der "grosse Boss" des Reviers und redete auf unseren Polizisten ein. Wir versatanden nicht viel, aber er sagte was von Embassy und dass wir es ja nicht gewusst haben. Aber das hatten wir denen auch schon mehrfach versichert. Denn ich glaube NIEMAND ist scharf darauf in Sued Afrika eingesperrt zu werden. Und vor allem nicht fuer so einen "Mist".
Unser Polizist schrieb aber weiter fleissig seine Berichte und erzaehlte etwas von seiner Verhalftungsquote und liess sich nicht beirren.
Zu dieser Zeit wurde ich auch schon wieder etwas ruhiger, weil ich ja dachte wir bezahlen jetzt unsere Strafe und koennen dann gehen. Wir haben spaeter in allen Reisefuehrern und den Unterlagen von der Autovermietung nachgeschaut. NIRGENDS steht dass man keinen Alkohol in der Oeffentlichkeit trinken darf. Was wirklich eine Schande ist bei den wunderbaren, atemberaubenden Sundowner-Plaetzen die es in diesem Land gibt.
Aber ich schweife ab. Der grosse Boss befahl schliesslich uns nur zu verwarnen und dann frei zu lassen, was nicht gerade zur Stimmungsverbesserung unseres Officers beitrug. Er zischte uns noch zu: are you happy now? Und jaaaaa das waren wir. Wenn ich dem Frieden auch noch nicht so recht traute. Aber nach ein paar Stunden auf einem suedafrikanischen Polizeirevier wird man leicht paranoid.
Also gab es einen Eintrag in das grosse Suenderbuch von Durban (der vor uns war fuer robbery eingesperrt worden), es wurde ein Daumenabdruck genommen (weil die meissten wohl nicht schreiben koennen), wir mussten uns wieder setzen und dann verschwand der Herr Officer und wir sassen da. Trauten uns nicht uns zu ruehren, da wir keinen veraergern wollten. Nach einer Weile kam dann aber jemand und sagte uns dass wir frei sind und gehen koennten. Und wir wollten nur noch raus da! Unsere Cider mussten wir allerdings mitnehmen, obwohl uns die Lust daran laengst vergangen war. Wir haben sie dann im Wachraum in den Muelleimer entsorgt.

Hier kam dann ein weiterer Inder auf uns zu der sich dafuer entschuldigte und  sich erkundigte ob es uns gut geht und ob sie uns etwas getan haben. Sehr lieb und fuersorglich. Er erklaerte uns auch, dass er beobachtet hatte wie man uns abfuehrte und voellig empoert darueber war und deshalb sofort zum Polizeirevier gefahren war. So ein lieber Mensch! Es tut uns beiden so leid das wir nicht mal seinen Namen haben um uns nochmal bei ihm zu bedanken! Dieser Mann und der andere Inder haben naemlich die ganze Zeit der Polizei gedroht alle Botschaften anzurufen wenn sie uns nicht wieder raus lassen. Und sie haetten uns das Geld auch einfach so geliehen glaube ich. Dickes, dickes Danke!!!!
Zum Glueck sind die meissten Menschen in Sued Afrika so nett und hilfsbereit. Und die beiden Polizeitrottel echt die Ausnahme. Jeder dem wir spaeter unsere Geschichte erzaehlt haben, hat sich sofort bei uns entschuldigt und war voellig entsetzt. Natuerlich ist es verboten in der Oeffentlichkeit Alkohol zu trinken, aber keiner haelt sich wirklich dran oder man fuellt das ganze in Saftflaschen um. Aber es wird normalerweise geduldet. Trotzdem werde ich vorsorglich mal alle Reisefuehrerverlage anschreiben, damit das nicht noch jemandem passiert.

Unserem lieben Inder haben wir dann auch die gratis Rueckfahrt zum Hotel zu verdanken, obwohl ich darauf lieber verzichtet haette. Das war ein ganz besch... Gefuehl! Nochmal in den Van, wieder alle 4 Officer mit uns und unser "spezieller Freund" ist auch noch gefahren! Und er war sowas von stinksauer....Marion war sich inzwischen so sicher das wir nun irgendwohin verschleppt umgebracht werden, dass ich es auch fast schon glaubte. Angespannt schaute ich in die Strassen und versuchte die Fahrtrichtung im Auge zu behalten. Und dann fuhren die Burschen an unserem Hotel vorbei!! PANIK!!! Wir machten uns sofort bemerkbar und forderten sie auf anzuhalten und uns raus zu lassen. Was sie dann auch taten. Sie wussten einfach nur nicht wo das Hotel war. Aber man wird wirklich paranoid in so einer Nacht.

Dass wir in der Nacht bei Licht geschlafen und kaum ein Auge zugemacht haben brauche ich eigentlich gar nicht extra zu erwaehnen, oder?
Und dass wir die naechsten Tage vor Polizisten mehr Angst hatten als vor Raeubern wohl auch nicht. Wir haben Durban dann ganz frueh am naechsten Morgen verlassen und werden leider nicht viele gute Erinnerungen daran behalten.
Langsam normalisiert sich das ganze wieder, aber ich bin immer noch froh dass es fuer mich bald wieder in den Busch geht wo es ganz viel Natur und Tiere und kaum Menschen gibt!

Nun schlaft gut! Und gewoehnt euch am besten das Feierabendbier vorsichtshalber schon mal ab ;-)

Eure Lexi

Ankunft in Sued Afrika: Jo'burg und die ersten Safaris

Text folgt die naechsten Tage

Freitag, 24. September 2010

.....cause this is Africa!!!!!!

Hallo zusammen,

ja, ich melde mich mal wieder persoenlich. Und ich werde die naechsten 5 Tage nutzen um Euch mal wieder rundum zu informieren. Die letzten 14 Tage waren suuuuuper. Spannend wie immer und fast mit mehr Abenteuern gespickt, als ich in so kurzer Zeit verkraften kann.

Schon mal ein kleiner Vorgeschmack auf das was die naechsten Tage hier alles berichtet werden wird. Vorab sei angemerkt, dass es mir gut geht und ich aus allem mit heiler Haut rausgekommen bin! Aber krass wars zum Teil schon..... ;-)

Keine halben Sachen ;-) :
-alleine unterwegs in Johannesburg
- erste Safari, mit Rhinos Auge in Auge
- fast 4 Std. Bushwalk (das ist eine Safari zum laufen) mit Wasserbueffel (das 2. gefaehrlichste Tier in Africa, das gefaehrlichste ist das Hippo, wer haette das gedacht? Aber die Raubkatzen kommen erst danach....)
- Arrested in Durban ( und wir sind ein einen "Freund und Helfer" geraten der so garkeine Weissen mag...)
- Canopy im Oribi Gorge NP
- der hoechste Bungeesrung der Welt von der Bloukransbruecke (davon gibts hier demnaechst ein Video ;-) oder auf youtube, je nachdem was technisch geht, aber krass sage ich euch. Ich hab doch sowas vorher noch nie gemacht.... und dann gleich 216 Meter!) Aber wenn dann richtig, wie bei allem.
- Selbstfahrersafari mit Loewen
- dem echten weissen Hai unter Wasser mal "Hallo" gesagt
- Wale beobachtet
- Pinguine besucht
- und nun alleine in Kapstadt!

Ich hoffe das ist schon mal ein kleiner Vorgeschmack und lockt zum weiterlesen. Was sagt ihr eigentlich zu den Bildern und dem kleinen Video? Super toll oder? Ich bin selber ganz beeindruckt was ich alles tolles gesehen habe. Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt. Gaaanz dickes Danke an Fidi und Olaf!!!!!! Hoffe das klappt mit den weiteren Bildern auch alles gut. Es sind gerade schon wieder viele auf dem Weg nach Deutschland. Ich hatte naemlich schon wieder Schwierigkeiten mit der Technik.Speicherkartenfehler!. Ich koennte verrueckt werden. Irgendwie ist da der Wurm drin. :-(

Und wie immer, nicht vergessen: Ich freue mich sehr ueber Kommentare, SMS und Emails! ;-) Dann fuehle ich mich fast wie zuhause.

Bis demnaechst in diesem Theater

die Lexi

Mittwoch, 22. September 2010

Kleine Fotostrecke Istanbul bis Kairo!


Hallo ihr fleissigen Leser,
Lexi ist jetzt in Kapstadt angekommen. Bis zu ihrem nächsten Bericht müsst ihr euch leider noch etwas gedulden. Aber für die Zwischenzeit habe ich hier ein kleines Video für Euch mit vielen schönen Bildern von Istanbul bis Kairo.
Viel Spass.
Liebe Grüße Fidi

Freitag, 17. September 2010

Lexi lässt grüßen....

Hallo zusammen,

Lexi hat zur Zeit leider einige Probleme Internetcafe´s aufzutreiben. Sie hat mich daher gebeten Euch allen ganz liebe Grüße zu bestellen.
Es geht ihr prima und sie ist zur Zeit in Südafrika unterwegs und macht fleißig Safaris.

Damit Euch die Zeit bis zu ihrem nächsten spannenden Bericht (und glaubt mir der wird spannend.... ;-) nicht zu lang wird habe ich Euch mal wieder ein paar Fotos eingestellt.

Leider ist das mit Flickr komplizierter als ich dachte, aber wir arbeiten an einer Lösung.

Liebe Grüße Fidi

Sonntag, 12. September 2010

Lexi hat wieder ein Handy!

Hallo zusammen,

Lexi´s alte Handynummer funktioniert wieder!
Ihr könnt ihr also ab sofort wieder sms schicken, aber schreibt bitte euren Namen dazu, damit sie eure Nummern gleich wieder ins Adressbuch übernehmen kann. Das ist ja bekanntlich beim Diebstahl mit dem alten Handy verschwunden. ;-)

LG Fidi

In Südafrika angekommen!

Hallo!

Ich wollte Euch nur kurz mitteilen dass ich gut und heile in Johannesburg angekommen bin. Die Reise war abenteuerlich. Ich habe in Kairo alleine 90 Minuten gebraucht um mein Gepaeck einzuchecken. Eine Mordsschlange und alles voller Frauen mit mind. 5 Kindern und 10 Koffern..... total krass. Aber ich habe es geschafft und bin auch gut in Doha durchgekommen und habe sogar vom Flughafen Johannesburg zum Hostel gefunden. Afrika ist ein Traum. Ich war im Supermarkt und dachte ich bin im Paradis. Es gibt alles zu kaufen. Sogar Schokolade. Ganz anders als alles was ich die letzten 7 Wochen hatte. Es ist ausserdem super gruen hier und man wird auf den Strassen gar nicht so bloede angeglotzt. Ausserdem kann man tagsueber draussen essen ...freu.... aber Ramadan ist ja heute eh zuende! Melde mich die Tage wieder wenn Internet guenstiger ist!

Hier ein von Dani "geklauter" Text der die letzte Zeit in Cairo perfekt beschreibt ;-) Danke Dani!

ich haette euch noch so viel zu erzaehlen von den letzten tagen in cairo... so beispielsweise unser hostel, indem wir das gefuehl nicht losgeworden sind, in einem alten- und behindertenheim zu wohnen. zudem waren nebst uns nur araber da, was uns wiederum ein fruehstueck zu ramadan zeiten ermoeglichte, also um 1 uhr nachts. um doch noch etwas internationale luft zu schnuppern und vorallem um die zeit bis zum fruehstueck um die ohren zu schlagen, haben wir beschlossen, auf einen drink in eines der zahlreichen luxushotels zu gehen. die dachterrasse des intercontinentals sah sehr verlockend aus, aber zuerstmal musste natuerlich das hotel besichtigt werden. mit dem schindler aufzug gings zuerst in die 28. etage, dort haben wir uns die suiten (leider nicht von innen...) angesehen und uns mit stadtplaenen von cairo eingedeckt; einzig das lager mit wc-papier konnten wir nicht auffinden... denn dieses wiederum waere spaeter im hostel sehr nuetzlich gewesen.
das bier hat prima geschmeckt, die rechnung hingegen etwas bitter... was eine von uns auf die idee brachte, unsere getraenke aufs zimmer schreiben zu lassen (die zimmernummer der suiten kannten wir ja mittlerweile..). schlussendlich haben wir doch ganz brav selber bezahlt und konnten uns zurueck im hostel ueber das fruehstueck freuen!

gestern nachmittag war es dann so weit und ich musste mich von eva und lexi verabschieden. eva geht zurueck nach muenchen, lexi weiter nach suedafrika: DANKE euch beiden fuer die tolle zeit und die vielen erlebnisse, ihr fehlt mir jetzt schon!

Lexi sagt dazu: dem kann ich mich nur anschliessen. War eine super tolle Zeit und ich finde es total schade das wir nicht alle zusammen weitterreisen koennen!

LG Lexi

Kairo, das etwas andere Viertel

Anmerkung Vorab, das E und einige andere Buchstaben klemmen. ;-)

Heute Morgen ging unsere Tour zuende. Frei waren wir schon seit gestern Morgen, denn der bloede Guide ist mit einem Teil der Gruppe weiter gereist nach Dahab. Letzte Machtprobe waren seine Frageboegen die wir alle zwar ausgefuellt hatten, aber lieber direkt an Tucan senden wollten, weil wir sicher waren ueber ihn wuerden sie NIE ankommen. Und er hat wirklich mit drohen versucht sie von uns zurueck zu bekommen. Es seien schliesslich seine. Idiot! Aber wir haben uns dezent verdrueckt und haben dann gestern unsere neue Freiheit genossen und waren erstmal bei Costa Coffe (sowas wie Starbucks) und abends mit den Australiern schoen libanesisch essen. Ein Traum. Die Karte gab es zwar erst nur auf arabisch, bis sie ein uralte englische Bringdienstkarte aufgetriebn haben, aber wir suchen hier eh oft nach Bildern aus. Damit faehrt man eigentlich immer gut. Nur einmal habe ich ein bisschen daneben gelegen was die Groesse der Schale anging. Aber lecker war es immer und satt geworden bin ich auch.

Der Guide wollte uns ja die ganze Zeit ueber immer seine Vorschlaege aufzwingen, ist aber an unserer Sturheit gescheitert. Was nicht gerade zum Klima beitrug, aber wir sind nach wie vor der Meinung es ist unser Urlaub und wir wollten genau deshalb eben nicht im Hotel essen, sondern lieber in dem aegyptischen Restaurant an der Ecke. Was wir auch, zu seinem Aerger, ausgiebig getan haben. Gut das wir alle in der Gruppe keine Lust auf seine Diktatur hatten. Mit Aisha und Wombat hatten wir wirklich seit Istanbul viel Spass. Heute Mittag, nach einem letzten gemeinsamen Fruehstueck hiess es dann abschied nehmen. Die beiden sind zum Flughafen um nach Hause zu fliegen und wir haben auf der Strasse ein Taxi gestoppt um in unser Hostel umzuziehen. Das sieht im Internet ganz toll aus und liegt direkt am Nil. Die ganze Stadt ist voller Taxis, aber wenn man eins braucht ist weit und breit keins da, oder der Fahrer liegt darin und schlaeft und wird boese wenn man ihn weckt. Wir haben dann aber doch ein paar Strassen wieter eins gestoppt und sind dann zum Hotel die Rucksaecke abholen, die haben nicht alle in den Kofferaum gepasst, also ist meiner auf dem Beifahrersitz gefahren und wir mit den kleinen Rucksaecken hinten zu dritt. Eine rasante Fahrt brachte uns dann zum Hostel. Eine "internationale" Jugendherberge, in der wir aber offenbar die einzigen westlichen Gaeste sind. Hier ist alles NUR auf Arabisch beschriftet an den schwarzen Brettern, es laufen hier nur arabische Studenten rum und Fruehstueck gibt es nachts um 1, es ist schliesslich Ramadan ;-) Aber wir haben ein schoenes Zimmer mit Aircon! und alle sind sehr nett zu uns. Aber ein bisschen kurios ist es schon. Das Gebaeude ist offenbar eine alte Schule oder so etwas.

Heute Nachmittag haben wir erstmal ein bisschen das Viertel erkundet. Einmal um die Ecke gibt es lebende Huehner direkt frisch beim Schlachter ( also dann leben sie nicht mehr ;-)) zu kaufen und kleine Ziegen stehen vor manchen Haeusern und fressen. Wir sind also mitten im Kairo der Durchschnitts-Aegypter angekommen.

Gerade haben einige der vermuteten Studenten den Internetraum, der auch eine Gebetsecke hat, betreten. Die quaelen sich nicht mit den Uralt-Computern rum wie wir, sonder haben alle supermoderne Laptops. Alle Maedels tragen Kopftuch und die Jungs in schicken Jogginghosen. Hihi, aber hier bestaetigen sich schon viele unserer "Erwartungen". Der beliebteste Klingelton fuer Haendys, und jeder besitzt mindestens zwei (!), ist der Ruf eines Muezzin. Und es gibt sehr viele unterschiedliche. Aber alle sind immer schrecklich laut. Ob man die wohl auch bei Jamba imMonatsabo bekommt? :-)

Zurueck zu den Gassen von Kairo. Wir haben eigntlich nur einen Supermarkt oder sowas gesucht um ein bisschen was zu essen einzukaufen. Gefunden haben wir eine Marktstrasse. Eine schmuddelige Gasse, rechts und links kleine Geschaefte. Das ist hier noch nichts besonderes, aber hier sassen ueberall noch Haenderler und Haendlerinnen davor auf dem Boden. Mit ihren Waren, Broten, Gemuese, Obst, Kaese, und Kraeutern. Kleine Ziegen dazwischen und lebende Tauben und Hasen und alles einfach so im Strassenstaub. Mal auf einm Stueck Pappe, dann wieder auf einem Handkarren oder in nem Plastikstuhl oder Schemel. Aber alles unglaublich alt und dreckig. Scheint aber hier einfach keinen zu stoeren. Die Geschaefte dahinter hatten zum Teil frisches Fleisch an riesigen Haken offen in der Gasse (und in der Sonne) haengen oder Fische, was man beides auch gleich gerochen hat. Dieser Geruch traegt immer wieder dazu bei das ich drueber nachdenke Vegetarier zu werden. Aber sobald ich dann abends Hunger bekomme und die gegrillten Fleischspiesse rieche ist das wieder weg.
Heute Mittag gab es auf jeden Fall nur Obst und Joghurt fuer mich. Bei dem Gedanken an alles andere hat sich mir der Magen umgedreht. Es ist unglaublich spannend durch so eine Gasse zu gehen. Der Gestank, die vielen Fliegen, der Dreck, aber auch die Farben und Gerueche der Gewuerze, das Obst und Gemuese, die vielen, vielen Menschen, die kuriosen kleinen Laeden, das alles ist so fremd fuer uns. Solche Einkaufsausfluege machen wohl nicht all zu viele "Westler". Der Obsthaendler hat sich auf jeden Fall gleich mal erkundigt ob ich denn verheiratet waere und der Brothaendler hat Eva schoene Augen gemacht....lach
Wir waren die von allen angestarrte Attraktion. Aber zu dritt ist das auch ein ganz anderes Gefuehl als alleine. Uebermorgen werden sich unsere Wege ja leider auch trennen. Ich fliege nach Johannesburg, Daniela nach Casablanca und Eva zurueck nach Muenchen.

The story goes on, so keep reading!

Lexi

Sonntag, 5. September 2010

Graeber, Tempel und Nilpiraten

Im letzten Bericht habe ich glatt die Tempel von Abu Simbel vergessen. Dabei hatte ich mich auf die so sehr gefreut. Allerdings war ich auch ziemlich entaeuscht. Die beiden Tempel sind wunderschoen, keine Frage, aber da sie komplett abgebaut und wo anders wieder aufgebaut wurden, erinnerte mich das ganze irgendwie an Disneyland... Die sind nicht nur ein Stueck hoeher sondern auch weiter nach rechts wieder aufgebaut worden und das ganze an einem kuenstlich geschaffenen Berg, der ziemlich lieblos in die Gegend geklatscht wurde, um die Lichteinfallwinkel zu erhalten. Ganz komisch. So hatte Ramses sich das sicher nicht gedacht von 5000 Jahren...

Gerade bin ich in Luxor. Von hier aus gibt es einiges zu besichtigen. Die Stadt liegt direkt am Nil und lebt vom Tourismus. Das merkt man extrem an den ganzen Haendlern. Die quatschen einen in Grund und Boden. Aber auf dem Ohr bin ich mittlerweile sowas von taub, dass ich auch ziemlich in Ruhe gelassen werde. Es gibt offenbar so viel mehr Leute die nach besseren Geschaeft aussehen als ich. Glueck gehabt!

Vor einigen Tagen sind wir in Assuan in eine Feluce gestiegen um den Nil herunter zu segeln. Der Nil ist hier ganz breit, ca. 800 Meter, und sieht dunkelblau aus. Wunderschoen. Die Ufer sind dicht bewachsen mit Palmen und Bueschen und dahinter liegen Felder und Dattelhaine. Ueberall am Ufer leben Menschen. Das hat mich einmal fast verrueckt gemacht, aber dazu spaeter. Hier wird gebadet, gewaschen, gekocht und gespielt. Und natuerlich werden hier auch die Esel gewaschen. Sie sind offenbar sehr wasserscheu, denn sie machen ein mords Theater.
Alles in allem hatte ich mich auf ein 2-taegiges "das Leben am Nilufer beobachten" gefreut. Leider ist die Mentalitaet der aegyptischen Flusspiraten etwas anders. Zuerst lagen wir mit dem voll beladenen Boot noch ca. eine Stunde am Ufer und haben auf den richtigen Wind gewartet. Eine grosse Geduldsprobe, denn wir waren alle schon ganz heiss aufs segeln und wollten das es endlich los geht. Dann haben wir irgendwann abgelegt und sind, wie uns der Kapitaen erklaerte, gegen den Wind auf den Nil gekreuzt. Soweit so gut. Nach ca. 2 Stunden hin und her auf den Fluss wurde dann angelegt um Mittagspause zu machen. Es gab gekochtes Rindfleisch, Salat und Brot. Lecker. Nach dem Essen wollten wir dann zuegig weiter, aber nicht so die Aegypter. Jetzt wurde erstmal Siesta gemacht. Auf unbestimmte Zeit, denn es kam ja wieder auf den richtigen Wind an. Wie die vielen anderen Boote die in der Zwischenzeit an uns vorbei fuhren das gemacht macht haben, weiss nur Allah. Irgendwann ging es dann doch nochmal weiter zu unserem naechtlichen Anlegeplatz. Ein schoenes Sandufer. Davon gibt es viele am Nil. Auf schwimmengehen habe ich, trotz der Hitze, dann doch lieber verzichtet. Irgendwie war mir nicht wohl bei dem Gedanken im Nil zu schwimmen. Besonders nach dem ich ihn in Kairo gesehen und vor allem gerochen hatte. Diese Meinung aenderte ich am zweiten Tag nachmittags. Das Wasser war ziemlich kalt, aber sehr erfrischend. Und meine ganzen Befuerchtungen bezueglich der Wasserqualitaet haben sich bis heute nicht bestaetigt, ich lebe noch! ***grins*** Wenn das auch einigen aus der Gruppe nach dem gestrigen Abendessen anders geht, aber das ist wieder eine andere Geschichte. Den Nil haben wir auf jeden Fall alle gut ueberstanden. Auch wenn die "auf-dem-boot-rumsitz-und-warten-auf-den richtigen-wind-zeit" oder auf die Lust des Kaeptens, am zweiten tag ziemlich an unseren Nerven gezerrt hat. Meisst hat er das Segel garnicht gespannt sondern hat uns einfach super langsam mit der Stroemung treiben lassen. Dabei gab es leider nicht so viel am Ufer zu bewundern und Fahrtwind kam auch nicht wirklich auf.

Die Naechte auf der Feluce waren, bis auf die Muecken, recht angenehm. Ich liebe es draussen zu schlafen und den Sternenhimmel beobachten zu koennen bis ich einschlafe. Einmal musste ich nachts von Bord um mir einen Busch zu suchen, aber das war, dank des Mondes, kein Problem. Viel schwieriger gestaltete sich die ganze Sache dann am naechsten Morgen. Ich stieg mit meinem Streifen Klopapier bewaffnet das steile Ufer hoch und wanderte froehlich auf die entfernten Palmenhaine und Buesche zu. Das war am gestrigen Nachmittag auch ein super Platz gewesen. Aber leider war an diesem Morgen dort ein sehr, sehr neugieriger Junge auf seinem Esel unterwegs. Und anhaenglich war der Gute auch. Ich schlich also von Busch zu Busch und wurde den Kerl einfach nicht los. War sicher das spannendste was er in seim bisherigen Leben zu sehen hoffte.... Ich bin fast wahnsinnig geworden, aber alles schimpfen und gestikulieren nuetzte nichts. Er war immer da. Grrrr!!!! Aber ich bin ja auch nicht doof und habe ihm dem Spass verdorben. Denn ich hatte ja mein grosses Wickeltuch dabei. Also habe ich mir eine Kabine gebaut. Pech gehabt junger Mann! Aber ich schwoehre, haette ich nicht so dringend gemusst, haette ich den Guten von seinem Esel geschubst! Bloedmann! Aber sowas wird mir sicher noch oefter passieren. Es dauert sicher noch ein bisschen bis ich mich ganz an das Leben im Busch gewoehnt habe. Aber dazu trainiere ich ja bald in Afrika.

Jetzt schuettet der Besitzer vom Internetshop gerade wieder literweise Wasser auf die Strasse vor seinem Laden. Eine Unart die alle hier mit Vorliebe betreiben. Das soll den Staub reduzieren. Aber eigentlich schafft es draussen immer nur eine ganz eklige Bruehe, vermischt mit allem was eh schon durch die Gassen laeuft, wie das blutige Wasser aus den Schlachterlaeden und dem Eselspipi.Man bemueht sich staendig das sie einem nicht in den FlipFlop laeuft und ueber die Fuesse schwappt. Denn dann koennte einem der Fuss absterben oder sich wenigstens die Haut abloesen...

Auch wenn der hier richtigen Buergersteig vor dem Laden hat, ist das laengst nicht in allen Strassen so. Viele sind noch echte Feldwege. Asphaltiert sind hier nur die Hauptstrassen. Hauptverkehrsmittel sind Esel! Was die armen Viecher hier alles ziehen und schleppen ist unglaublich. Ohne Esel wurde dieses ganze Land nicht funktionieren. Dicht gefolgt von Mopeds -und da passen mind. 3 Leute drauf-, Pferdedroschken und Sammeltaxis. Das sind Minibusse und in Kairo sind es alles alte VW 1er Busse. Zum Teil liebevoll aufgemotzt von ihren stolzen Besitzern. Einfach zu schoen anzuschauen. Ich wusste wirklich nicht das es davon noch soooooo viele gibt. Aber die Dinger sind offenbar nicht tot zu kriegen. Es hat mich auf jeden Fall sehr gefreut das zu sehen. Hier in Luxor sind es irgendwelche Kleinbusse unklarer, asiatischer Herkunft. Die seitlichen Schiebetueren sind immer offen und staendig steigt jemand zu oder aus. Es ist unglaublich laut, denn es wird lang und ausdauernd zu jeder Gelegenheit gehupt. Abends, wenn die Leute wieder essen duerfen, denn es ist ja immer noch Ramadan, und es kuehler ist, ist auf den Strassen so viel los, das man stundenlang nur zuschauen koennte. Dann sind auch Frauen unterwegs. Tagsueber sieht man eigentlich nur Maenner. Und die liegen bei der Hitze auch bevorzugt unter den Palmen oder sonstigen Schattenspendern und schlafen. Gern auch auf Verkehrsinseln, in Parks oder auch einfach mal am Strassenrand. Wenn gearbeitet wird sind immer furchtbar viele Leute da. Wovon die meisten aber nur gucken und die wenigsten was tun. Aber ich schaetze mal die haben hier keine Arbeitslosen. Es ist eh alles noch Handarbeit hier. Ob die Feldarbeit oder Muellabfuhr, hier gibt es wenige Maschinen. Aber das kenne ich ja inzwischen aus den anderen Laendern die ich die letzten Wochen bereist habe.

Die Hauser hier sind ein interessantes Sammelsurium aus Lehmhuetten und Ziegelhaeusern. Aber egal wo, da stehen schon mal 2, 3 Kuehe im offenen Vorraum oder direkt vor dem Haus. Das Leben ist hier noch recht mittelalterlich zaehlt scheinbar nicht viel.... Manchmal ist das fuer mein Empfinden ziemlich grausam, besonders bei den Tieren. Aber so ist das hier nun mal.
Bei den Menschen mischen sich stolze, aeltere Herren in langen Gewaendern mit Turban, junge Burschen in westlicher Kleidung und Frauen in schwarzen langen Kleidern mit jeder Menge Glitzer dran. Es ist ein buntes Treiben und natuerlich genauso laut wie der Verkehr. Ich habe heute Nachmittag wirklich gedacht das sich 2 Maenner gleich an die Kehle gehen, so sehr haben sie sich angeschriehen. Doch dann haben sie nur laut gelacht und sind auseinander gegangen. Das ist beaengstigend, zumal hier auch sehr viele Gewehre im Umlauf sind. Sie gehoeren zum Strassenbild dazu. Ausserdem sind sie fuer die Maenner hier eine Art Potenzsymbol. Wer einen Job mit Gewehr hat ist toll!!!! Egal ob im Eingang eines Hotels, vor einer Bank oder Schule oder als Polizist oder Soldat. Dabei sehen die meisten selbst aus wie die Raeuber von Ali Baba. Ich bin schon wieder abgeschweift, aber meine ganze Umgebung fasziniert mich dermassen, dass ich den ganzen Tag nur gucken koennte.

Ich wollte ja noch von den beeindruckenden Tempeln berichten die ich angeschaut habe. Nach Abu Simbel habe ich mir noch den Tempel von Edfu angeschaut, die Kolosse von Memnon, das Tal der Koenige mit den Graebern von Rameses 1 und 3, den Hatschepsut-Tempel und die grossen Tempel von Karnak und Luxor. Es ist wirklich unglaublich was die Pharaonen damals alles bauen liessen und wie die Arbeiter das hinbekommen haben. Alle Tempel stehen entlang des Nils und sind riesig. Zum Teil ist die bunte Bemalung innen noch erhalten und die Waende sind ueber und ueber mit Hiroglyphen geschmueckt. Man kann einfach nur sprachlos in mitten dieser Kunswerke stehen und staunen.

Von meinem Eselsritt, einer wilden Kutschfahrt durch Luxor und meinem schicken Henna-Tattoo berichte ich dann das naechste Mal. In 2 Stunden werde ich wieder mal einen aegyptischen Nachtzug nehmen und..... wo war ich gerade? Ich habe mich von einem schrecklich weinenden kleinen Jungen ablenken lassen, der gerade mit seiner Mutter in den Laden kam und habe ihn mit Bonbons abgelenkt. Das klappt auf der ganzen Welt. Auf jeden Fall hoffe ich sehr dass ich in dem Zug nicht aufs Klo muss. Ich werde jetzt schon mal vorsichtshalber aufhoeren zu trinken. Denn das ist ein so gruseliges Erlebnis, da sind die Klos in unseren Zuegen echter Luxus gegen.

Melde mich wieder aus Kairo. Bis dahin

Lexi